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den Betrag nicht dikect an den Lehrer, sondern an unsere Hauptkasse zu zahlen haben.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
Opitz.
An die Herren Landräthe des Regierungsbezirks. J. B. Nr. 956.
* *
Hersfeld, den 31. Januar 1889.
Wird unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 22. Juni 1886 Nr. 7176 (Kreisblatt Nr. 73) Bürgermeister des Kreises an, den Herren Lehrern Ihrer Gemeinden hiervon sofort Mittheilung zu machen, damit dieselben mir spätestens bis zum 6. Februar d. J. bezügliche Anzeige machen können. Auch haben die Herren Bürgermeister wegen Bewilligung einer Beihülfe zu den in Rede stehenden Kosten die Gemeindebehörden alsbald nachrichtigen7 ^'^'^^^^ 10221 Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
— Amtliches.
Cassel, den 29. Januar 1889.
Im laufenden Jahre wird im hiesigen pomo- logischen Garten wiederum ein dreigliederiger 11 Lage voraussichtlich im April, der Sommercursus, etwa 8 Tage dauernd, in der zweiten Hälfte des August und der Herbstcursus von 4 bis Stägiger Dauer etwa zu Anfang October statt.
Ew. Hochwohlgeboren rc. veranlassen wir, binnen 8 Tagen uns diejenigen Lehrer des dortigen Kreises zu bezeichnen, welche zur Theilnahme an dem Cursus geeignet sind. Sie wollen bei den Vorschlägen jedoch nur solche Lehrer berücksichtigen, welche ihre Neigung und ihr Verständniß für den Obstbau bereits bethätigt haben. Auch ist anzuzeigen, ob dieselben sämmtlich einer Beihülfe zu den Kosten ihres Aufenthalts in Cassel bedürfen und ob die Gemeinden, welchen diese Lehrer angehören, zur Leistung eines Beitrags und in welcher Höhe, zu den Kosten des Unter« richtscursus bereit sind, wobei wir übrigens darauf aufmerksam machen, daß die Gemeinden demnächst
Hersfeld, den 30. Januar 1889.
Die Nummerliste der auf den 1. Mai d. I. gekündigten Kurmärkischen Schuldverschreibungen liegt im Geschäftslokale des hiesigen Landrathsamtes sowie auch in denjenigen der Königlichen Steuerkassen des Kreises während der Dienststunden den Inhabern zur Einsicht offen.
Zugleich mache ich auch auf die diese Nummerliste betreffende Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 2. d. Mts., abgedruckt auf Seite 11/12 des diesjährigen Amtsblatts, aufmerksam.
1021. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Kronprinz Rudolf von Oesterreich t.
Eine erschütternde Trauerkunde kommt aus Wien. Kronprinz Rudolf von Oesterreich ist auf einem Jagdausfluge in der Nähe der Kaiserstadt an der Donau (in Weierling bei Baden) am Mittwoch Morgen eines plötzlichen Todes gestorben.
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jählings dahingerafft worden, gleich der hochragenden Edeltanne auf Oesterreichs Bergen, die durch einen Blitzstrahl aus heiterem Himmel getroffen und zu Boden geworfen wird. Nichts hat in der That das Nahen der Catastrophe ahnen lassen; kein drohendes Gewölk, kein warnendes Anzeichen hat das österreichische Erzhaus auf den furchtbaren Schlag vorbereitet, der mit elementarer Gewalt die festesten Bande zerreißen und die berechtigsten Hoffnungen vernichten N ^Kaiser Franz Joseph und seine Gemahlin Elisabeth verlieren in dem Dahingeschiedenen ihren einzigen Sohn. Die Kaiserin und mit ihr das ganze Kaiserliche Haus trauern noch um den Hintritt ihres Vaters, des Herzogs Mari- milian in Bayern. Der Kronprinz war verhei- rathet Mit der Prinzessin Stephanie von Belgien, der zweiten Tochter des regierenden Königs Leopold. Der Kronprinzlichen Ehe ist nur eine, 8h Ätspross?n ^^ ^ Erzherzogin Elisa!
Der Kronprinz, der nur 31 Jahre alt geworden ist- war ein Mann voll Begeisterung für alles Schöne und Große. Er hat weite Reisen unter- nommen und seine Eindrücke in klassisch schöner Form in Werken von dauerndem Werth nieder-
Ikuch und Segen.
Novelle von B. W a l d o w.
_ „ (Fortsetzung.)
„Dann Wüßte Ich wohl noch eine Aushilfe", meinte Arthur gedehnt und richtete sich endlich ein wenig empor.
„Du?" fragte ungläubig die Schwester, indem ein verächtliches Lächeln ihren Mund umspielte.
„Fräulein Frieder kennt, so viel ich weiß, das Lied von welchem du nun schon eine halbe Ewigkeit schwärmst, und würde dich gewiß gern begleiten. Wir dürsten sie ja nur herunternöthigen," sagte Arthur.
„Und dann, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Wieder fortschicken," lachte Helene au», als hätte sie eine recht witzige Bemerkung gemacht.
„Das wäre nicht gerade nothwendig, da Fräulein Marianne sich zu benehmen versteht," ent« gegnete Arthur scharf.
„Und auch ganz vortrefflich in unseren Zirkel Paßt," ergänzte Helene. „Was sagst du dazu, Papa?"
„Ich denke, daß Marianne nach dieser späten Aufforderung überhaupt nicht kommen wird," antwortete dieser.
, «O, dafür will ich schon sorgen," sagte Arthur selbstbewußt, indem er, ganz gegen seine Gewohnheit, rasch aufsprang. „Frau Frieder, dafür bürge ich. steht eine große Ehre darin, und wird sich das freilich etwas eingebildete Töchterchen
ihrem Willen schon fügen müssen. Ich gehe sofort selbst hinauf."
Bis dahin hatte Hugo seinen Platz am Fenster nicht verlaffen, immer finsterer und drohender aber war der Ausdruck in seinem Gesicht geworden. Nach den letzten Worten seines Bruders jedoch trat er rasch vor diesen hin und mit vor Erregung bebender Stimme sagte er: „Arthur, das wirst du nicht."
Starr vor Staunen blickte dieser ihn an, während Helene, ebenfalls verwundert, einen Schritt näher trat.
„Ei, ei, findet es der Herr Kapitän, der's sonst wohl niemals so genau zu nehmen pflegt, aus einmal auch nicht schicklich. mit Marianne Frieder in Gesellschaft zu sein?" Damit sah sie hochmüthig zu dem Bruder auf.
„Oder." klang es gedämpft über Arthurs Lippen, „magst Du nicht leiden, daß fremde Augen ste sehen?" Und seine sonst so schläfrigen Augen trafen wild und gehässig des Bruders Blick.
„Nicht leiden will ich einfach, daß die Tochter des Mannes, dem Familie Halbing zu Dank verpflichtet ist übers Grab hinaus, auch noch in dieser Weise gedemüthigt werden soll," sprach Hugo, indem er, an Arthur vorbei. herausfordernd zu dem Vater hinüberblickte.
Dem letzteren kostete e8 Mühe, diesem Blicke Stand zu halten, trotz deffen aber gab er mit überlegenem Ton seinem Sohn zur Antwort:
,34 will nicht hoffen. Hugo, daß deine Worte die Mahnung an eine Pflicht sein sollen, der ich
nach deinen Begriffen nicht nachgekommen. Madie Dankbarkeit gegen Frieder anbelangt, so —"
„Wäre es nachgerade die höchste Zeit, derselben Rechnung zu tragen," fiel ihm Hugo mit gestriger« tem Unwillem ins Wort.
Herrn Halbing stieg das Blut vor Zorn inS Gesicht und hastig durchmaß er den Salon.
„Das also bezwecken deine häufigen Besuche im dritten Stock!---Willst du mir nicht vielleicht deutlicher erklären, in welcher Weise diese Frau Frieder, die ich aus Barmherzigkeit bisher in meinem Hause geduldet, sich über mich zu beklagen beliebt?" Mit verschränkten Armen blieb er vor Hugo stehen und heftete die kleinen grauen Augen fest auf deffen Gesicht.
Arthur war ausgestanden und verließ, ein hämisches Lächeln um die farblosen Lippen, den Salon.
„Die Zahl meiner Besuche bei Frau Frieder scheint getreulich gemeldet zu sein." entgegnete Hugo, dem sich Entfernenden einen grollenden Blick nachsendend. „Weniger genau ist dir augenscheinlich von der Harmlosigkeit derselben berichtet worden — Frau Frieder hat sich niemals über dich beklagt."
Mit selbstbewußtem Lächeln nahm Halbing seine unterbrochene Wanderung wieder auf.
„Wäre auch die größte Unverschämtheit, und nur du allein bist also der Schlaukopf, der mich an Dankbarkeit erinnern zu müssen glaubt, wo ich solche schon mehr als nöthig war, geübt."
»Mehr als nöthig war! - - für jahrelange»,