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Herchlilcr Kmsbllltt.

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Nr. 8. Domerstag den 17. Januar 1889.

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Amtliches.

Hersfeld, den 14. Januar 1889.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 1. März 1881 Nr. 2605 im Kreisblatt Nr. 19, die in fremder Pflege befindlichen noch nicht 6 Jahre alten Kinder betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist^bis zum 24. d. Mts. bei Meldung von 3 M. Strafe erinnert. 414. Der Königliche Landrath

_________________Freiherr v oi^Schle^nitz.^

Hersfeld, den 14. Januar 1889.

Diejenigen Herren Ortsvorstänve des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 18. Dezember 1878 Nr. 12674 im Kreisblatt Nr. 102, die Unterbringung verwahr­loster Kinder betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 24. d. Mts. bei Meldung von 3 M. Strafe erinnert.

415. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinttz.

Hersfeld, den 14. Januar 1889.

Die Herren Ortsvorstände erhalten hierdurch die Weisung, bis spätestens zum 30. d. Mts. diejenigen Kinder, welche in der betreffenden Ge­meinde resp. Gutsbezirk nicht geboren, aber in dieselbe mit den Eltern oder sonst wie ungeimpft überzogen sind, in Gemäsheit der Bestimmungen im §. 8 des Reglements vom 4. März 1875 (Nr. 15 des Amtsblattes de 1875) mittelst besonderer Verzeichnisse zu meiner Kenntniß zu bringen.

Gleichzeitig erhalten die Herren Standesbe­amten des Kreises hiermit die Weisung, unter Benutzung des ihnen in den nächsten Tagen zu­gehenden Formularpapieres die nach dem Reichs- gesetzvom 8. April 1874 über die Ausführung der öffentlichen Schutzpockenimpfung vorgeschriebenen Jmpflisten durch Eintragung der im Jahre 1888

Das leidige Geld.

Erzählung von Hermann Frank.

(Fortsetzung.)

Es war ein gewaltiger Umschwung, der in den Ver­hältnissen der Familie Hartungs stattgesunden hatte, und dennoch beugten sie sich ohne Murren der zwingenden Schicksalsmacht. Was war der jähe Sprung vom Glanz des Reichthums In die bittere Armuth gegenüber jenen entsetzlichen Stunden, wo man hoffnungslos am Lager des Vaters stand, ängstlich jedem Pulsschlag lauschend und in heiße Thränen ausbrechend, wenn er aussetzte und der Tod das flackernde Lebenslicht auszu- löschen drohte? Und wie tief wurzelte jetzt die Dankbarkeit in ihren Herzen, da der Vater ihnen erhalten blieb, mochte er auch schwach und hin­fällig sein, sie wollten für ihn arbeiten von früh bis spät.

Die Sorge um die Existenz blieb freilich nicht aus und hatte schon einen solchen Höhegrad erreicht gehabt, daß Kurt seines letzten Begeg- nisses mit Merzer gedenkend den verzweifelten Entschluß faßte und sich nach der Wohnung des ihm verächtlichen Menschen begab. Vielleicht verbarg sich hinter Merzers räthselhasten Worten doch ein Fünkchen Wahrheit, vielleicht wußte er Rath und Hülse. Aber KurtS Bemühung blieb resultatloS. Merzer war aus seiner Wohnung und, wie sich bald nachher herauSstellte, auch aus der Stadt verschwunden. Wohin wußte nie» Wand, nicht einmal die Polizei.

geborenen und noch am Leben befindlichen Kinder vorzurichten, und mir bis zum 1. k. Mts. ein- zureichen. Die Jmpflisten sind in der Weise aufzustellen, daß die Impflinge einer jeden Gemeinde zufammen, untereinander, aufge- führt werden.

Den Herren Localschulinspectoren wird ebenfalls das nöthige Formularpapier zu den für Impfung und Revaccination getrennt zu haltenden Listen:

1) über diejenigen Zöglinge der ihnen unter­stellten Lehranstalten oder Privatschulen, welche im laufenden Jahre das zwölfte Lebensjahr zurücklegen werden und

2) über die Schüler, für welche der Nachweis der Impfung nicht erbracht ist, mitgetheilt werden, deren Rücksendung ich bis spätestens zum 10. Februar er. erwarten muß. Die Ausfüllung der Spalte 1 (laufende Num­mer) sämmtlicher Listen kann unterbleiben.

413. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 3. Januar 1889.

In Gemäsheit des §. 25 bezw. 45 der Deutschen Wehr Ordnung vom 22. November 1888 haben alle diejenigen Personen männlichen Geschlechts, welche

1) in dem Zeitraum vom 1. Januar 1869 bis einschließlich 31. December 1869 geboren sind,

2) dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht vor einer Ersatz- Behörde zur Musterung bezw. Aus­hebung gestellt,

3) sich zwar gestellt, aber über ihr Mili- tairverhältniß noch keine feste Be­stimmung erhalten haben,

sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum

1. Februar d. I. zur Rekrutirungs- Stammrolle zu melden, und dabei die über

Heute blickte Frau Härtung abermals mit Kummer und Sorge aus ihre Handarbeit. Der prächtige Herbsttag draußen war für sie nicht vorhanden, sie mußte fleißig die Finger regen, um die Arbeit noch rechtzeitig abliefern und den kärglichen Lohn erheben zu können, ach, und die Stunden rückten so schnell vorwärts.

Da klopste es an die Thüre. Der schlummernde Gatte schreckte empor. Frau Härtung eilte zu ihm, ihn beruhigend. Mittlerweile erschien am der Schwelle ein elegant gekleideter Herr, bet dessen Anblick das Ehepaar einen Ruf der Ueberraschung ausstieß.

Es war Jordan.

Kam er. um sich an dem Elend der ihm einst befreundeten Familie zu weiden?

Wenn dieser mißtrauische Gedanke im Herzen der schwer geprüften Gatten auftauchte, so ward er durch Jordans Benehmen rasch dementtrt. Mit dem Ausdruck tiesster Wehmuth trat er auf Frau Härtung zu, ihr die Hand reichend, dann nahte er dem Bett des Kranken, unfähig, ein Wort zu sprechen. Er beugte sich nur zu ihm herab, während Thränen seine Wangen benetzten. Erst nach einer Weile kam es leise über seine Lippen:Mein armer, armer Freund!"

Er ließ sich auf dem von Frau Härtung her­beigebrachten Stuhl nieder, noch immer gegen die aufsteigende Wehmuth ankämpsend.

Peter Härtung that die warme Anteilnahme an seinem Mißgeschick wohl. Er drückte Jordans

ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen son­stigen Atteste, welche bereits ergangene Bestim­mungen über ihr Militair-Verhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.

Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschließlich der Gutsvorsteher des Kreises haben demgemäß im laufenden Monat folgende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise viermal zu erlassen:

Jeder Militairpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entschei­dung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. I. bei dem Orlsvorstaude zur Rekrutirungs-Stammrolle zu melden, bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militairpflichtige, welche, ohne an einem anderen Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, ab­wesend sind, haben deren Eltern, Vormün­der, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn die An­meldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermei­dung der im Gesetze angedrohten Nachtheile." Die sodann genau nach der Instruktion des Herrn Ober-Präsidenten vom 16. Mai 1876 (Amtsblatt de 1876 Seite 109 und 110) aufzu- stellenden Rekrutirungs-Stammrollen pro 1869 sind mir nebst den bei den Meldungen zur Stammrolle aus den verschiedensten Jahrgängen vorgelegten Attesten rc. und den beiden Rekruti­rungs-Stammrollen der Jahre 1867 und 1868 bis spätestens zum 15. Februar d. J. unter der BezeichnungMilitaria einzu- reichen.

Ferner haben die Herren Ortsvorstände rc. des Kreises die in ihren Gemeinden sich aufhaltenden zum einjährig freiwilligen Dienst berechtigten Militairpflichtigen, welche in das militairpsttch-

Hand und sagte bewegt:Ich weiß jetzt, daß Sie mir damals treu gerathen."

Hätte ich nur noch offener und rückhaltloser mich äußern dürfen," erwiderte Jordan seufzend, aber das Verbot Ihrer Schwester"

Peter Härtung wandle sich stöhnend ab und die Gattin flüsterte dem Besuch zu, Friedas mit keinem Worte zu erwähnen, um den Kranken nicht zu erregen. Er habe das Gedächtniß an feine Schwester, die, wenn auch gerecht, so doch unerhört hart an ihm und den Seinen gehandelt, für immer aus seiner Erinnerung gebannt.

Nun wohl," versetzte Jordan mit halblauter Stimme,aber von etwas ander« können wir doch plaudern?"

Bartung n ckte und sagte, eS werde ihn zerstreuen.

er Besuch unterdrückte von neuem eine Be­wegung, und erst nachdem er sich wiederholt über die Augen gefahren, sprach er weiter:

Eine herrliche Reise liegt hinter mir, und ich würde noch nicht zurückgekehrt sein, wenn nicht Gründe zwingendster Art mich dazu genöthigt. Da dieselben auch sür Sie von Interesse sind, so w ll ich sie Ihnen nicht vorenthalten. Aber ich muß dabei etwas weit ausholen und Ihnen eine recht seltsame Geschichte erzählen, vorausgesetzt, daß es Sie weder ermüdet noch erregt."

Mein Gemüth ist ruhig," erwiderte Peter Härtung mit einem sreundlichen Lächeln.

So hören Sie denn. In hiesiger Residenz lebte dereinst ein ehrlicher, braver Mann, den Mtßgesch'cke aller Art nahezu an den Bettelstab