Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal

Dienstag, Donnerstag und Sonnabend AbonnementöpreiS:

vierteljährlich 1 Mark 40 Psg. excl.

Postausschlag.

Die Jnsertionigebührm betragen für den Raum einer Spaltjtile 10 Psg., im amtlichen Theile 16 Psg. Reklamen die Zeile 20 Psg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

elsseldtk Ktkisdiitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Anterhaltungsktatt". ______

Nr. 139.

Sonnabend den 24. November

1888.

Avonnements-Ginladung.

Bestellungen auf das

Hersfelber KreisvLatt

mit der wöchentlichen Gratis Beilage

^Jllustrirtes Itnterhattungsblatt"

für den Monat December werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 19. November 1888.

Im Anschlüsse an meine Verfügung vom 6. d. Mts. Nr. 11135 im Kreisblatt Nr. 134 gebe ich den Herren Bürgermeistern des hiesigen Kreises, in deren Gemeinden sich Schulen befinden, hierdurch auf, die Ihnen unterstellten Rechnungs- führer alsbald anzuweisen, die zufolge Gesetzes vom 14. Juni d. J. zu dem Diensteinkommen von Lehrern und Lehrerinnen an Volksschulen aus der Staatskasse zu leistenden Beiträge gegen die bei den Königlichen Steuerkassen in Empfang zu nehmenden Quittungen, welche seitens der Herren Bürgermeister beglaubigt sein müssen, ineinvierteljährigen Raten und zwar die erste Rate (für das 111. Quartal 1888/89) am 1. December d. I. bei den Königlichen Steuerkassen zu erheben.

Am 2. Januar 1889, an welchem Tage die Rate für das IV. Quartal 1888/89 ausgezahlt wird, muß sodann eine Hauptquittung für die Zeit vom 1. October 1888 bis 31. März 1889 ausgestellt werden.

Für die folgenden Quartale sind die Beiträge sodann jedesmal am 1. April, 1. Juli. 1. October

Ein Pechvogel.

Erzählung von L. F. Born.

(Fortsetzung.)

«In jener schrecklichen Nacht hatte er sich so aufgeregt/ fuhr Frau v. Dennwitz fort, .daß wir die schlimmsten Folgen für ihn befürchteten. Ich war mit ihm beschäftigt, und meine kleine Schwester war die Einzige, welche Geistesgegenwart behielt, zur Polizei und zum Arzte schickte. Man hatte Sie hier herein gebracht, ohne Sie zu erkennen, später, als es sich herausstellte, wer es war, der uns so tapfer zu Hülfe geeilt, hatte meine Schwester einen schweren Kampf mit Ihrer Wirthin zu bestehen, welche Sie durchaus zurückverlangte, und sehr beleidigt war, daß man ihr nicht gestatten wollte, Sie wieder gesund zu pflegen. Der Arzt aber entschied gegen Frau Sommermeter, und mein Vater ist so glücklich über die Rettung seiner Münzen, und so voller Bewunderung der Tapfer­keit, welche Sie dabei bewiesen haben, daß er sich recht gut in die ungewohnte Gegenwart eines Gastes findet. Ihre Freunde haben uns beinahe das Haus eingerannt/ fügte sie mit ihrem heiterem Lachen hinzu, .es regnete Erkundigungen und hilf- reiche Anerbtetungen, und auch darin hat sich mein Papa ohne Murren ergeben/

.Also hatten es die Diebe aus Ihres Herrn PapaS Münzen abgesehen Z"

.Ja wohl. Einer dieser Menschen war kurz bei ihm im Dienste gewesen, und hatte dadurch rtyen Begriff vom Werthe der Sammlung bekom­

und 2. Januar im Voraus in Empfang zu nehmen. Am letztgenannten Tage muß jedoch jedesmal für das ganze Etatsjahr und über den vollen Betrag quittirt werden.

11504. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.__

Hersfeld, den 20. November 1888.

Die Herren Standesbeamten des Kreises werden angewiesen, die Standes-Haupt- und Nebenregister für das Jahr 1889 durch einen schriftlich bevoll­mächtigten zuverlässigen Boten bis zum 15. Dezember d. I. hier abholen zu lassen.

Die Hauptregister sind mit Ausschluß für dasStandesamtHersfeld, für sämmtliche Standes­ämter des Kreises auf 3 Jahre eingerichtet worden; es werden hiernach für die kommenden Jahre nur Nebenregister mitgetheilt werden.

J. A. 765. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 21. November 1888.

Die am 13. Februar 1853 geborene Anna Kunigunde Wepler, verheirathet mit Georg Hofmann, sowie die am 6. April 1867 ge­borene Catharine Hofmann, beide zu Mengs- hausen, haben um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. 11837. Der Königliche Landrath

__Freiherr von Schleinitz.

Zur Vornahme der Prüfung der Aspiranten für den einjährig-freiwilligen Militairdienst des Jahres 1888 ist als Anfangstermin für die Früh- jahrs-Prüfung der21. Februar 1889festgesetzt worden.

Diejenigen jungen Leute, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen, haben ihr bezüg­liches Gesuch vor dem 1. Februar 1889 bei der unterzeichneten Commission einzureichen und in j demselben anzugeben, in welchen zwei fremden I Sprachen sie geprüft zu sein wünschen.

men. Sein Plan war so schlau angelegt und aus­geführt, daß es sich nur um wenige Minuten han­delte, so wäre er mit seiner Beute entkommen. Sie sehen daraus, welchen ungeheuren Dienst Sie meinem Vater durch Ihr krältiges Eingreifen ge­leistet haben/

Max hatte noch viel zu fragen, aber Frau von Dennwitz wollte ihm durchaus nicht länger Rede stehen, und so schloß er die Augen und hing unge­stört seinen vergnüglichen Gedanken nach. War es nicht wie ein Märchen, am Weihnachtsmorgen hier in dem verwunschenem Schlosse aufzuwachen, nachdem er dem alten mißgünstigen Hexenmeister, wie Frau von Dennwitz selbst sagte, einen so un­geheuren Dienst geleistet hatte!

Am nächsten Tage empfing er den Besuch von Ferdt und Nini, welche ihm den überglücklichen Dächsel zuführten. Dieser geberdete sich wie unsinnig in der Freude des Wiedersehens, und Nini, eine zungenfertige junge Dame von sechs Jahren, erzählte ihm, daß das arme Thier in den ersten Tagen von seines Herrn Kranksein trostlos heulend vor seiner Zimmerthür gestanden hatte, und nicht wegzubringen war, bis .Tante Lutschen" sich seiner aonahm, und ihn zu trösten versuchte. «Er hat seitdem immer neben ihr aus dem Sopya gelegen" berichtete Nini .und wollte nur aus ihrer Hand fressen. Der Großpapa, welcher keine Hunde leiden kann, war sehr böse darüber, aber Tante Lutschen sagte ihm, wir müßten den Hund ehren, weil es Dein Hund sei, Onkel Maler und weil er so brav gebellt und den bösen Menschen ins Bein

Dem Gesuche sind beizufügen:

1) ein Geburtszeugniß;

2) ein Einwilligungs - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über die Be­reitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen;

3) ein Unbescholtenhetts-Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Progymnasien, Realschulen und höheren Bürgerschulen) durch den Di- rector der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit des Wohn­ortes, oder ihre Vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist, und

4) ein von dem Prüfling selbst geschriebener Lebenslauf.

Die Atteste müssen im Original eingereicht werden.

Cassel, am 20. November 1888.

Königliche Prüfungs > Commission für Einjährig- __Freiwillige. Kochendörffer.__

Gefunden: ein Regenschirm. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Kalkobes.

Eröffnung des Reichstages.

Kaiser Wilhelm hat am Donnerstag Mittag im Weißen Saale des Königl. Schlosses den Reichstag mit folgender

Thronrede eröffnet:

GeehrteHerren!

Als Ich Sie beim Antritt Meiner Regierung zum ersten Male begrüßte, standen Sie mit Mir unter dem Eindruck der schweren Schickungen, welche Mein Haus und das Reich im Laufe ! dieses Jahres erfahren haben. Der Schmerz I über diese Verluste wird bei dem lebenden Ge-

gebissen habe, so daß er dem Großpapa seine alten Thaler nicht wegschleppen konnte. Darauf sagte der Großpapa kein Wort, und durfte den Dächse! nicht hinauswerfen/ Fortan theilte der Dächsel seine Zeit zwischen seiner neuen Gönnerin und seinem Herrn, und dieser war es wohl zufrieden.

Mit der Zeit erhielt Max noch recht viel andre Besuche, welche ihm über die lange Zeit der Genesung hinweghalfen. Frau Sommermeter kam und weinte Thränen der Rührung, auch Herr Friedrtchsen machte ihm eine Visite, und daS Gespräch zwischen ihnen wurde freundschaftlich und lebhaft. Der Einbruch, der Proceß und die Strafe, welche die Diebe ereilen sollte, lieferten ergiebigen Stoff. Herr Friedrtchsen sehnte den Tag herbei, wo sein Gast kräftig genug sein würde, um sein Zeugniß gegen die Missethäter vor Gericht ablegen zu können, und er blieb so lange, und ließ sich so ott alle nähern Umstände von des Malers Heldenthat beschreiben, daß Frau von Dennwitz thu zuletzt fast mit Gewalt entfernen mußte. Nachher erzählte sie Max, welch' einen großen Stein tm Brett er beim Papa habe, und daß er in den Augen des alten Herrn für einen wahren St. Georg an Muth und Unwiderstehlich- keit gelte.

Better Robert, den seine Geschäfte noch in der Stadt festhielten, nach dem seine Familie abgereift war, hatte nur ein einziges Mal seinen Diener geschickt um sich nach seinem todtkranken Ver­wandten zu erkundigen. Es war klar, daß er ihm