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ersMer Srtislilitt

Mit wöchentlicher Hratis-AeilageIllustrirLes Nnterhaltungsötatt"

Nr. 128

Dienstag den 30. October

1888

Amtliches

Hersfeld, den 26. Oktober 1888.

Mit Bezug aus meine Verfügung vom 3. Juli

1883 Nr. 8492, Kreisblatt Nr. 67, veröffentliche! Bullen, welche bei der Körung für unta»! ich nachstehend die Nachweisung über die stattge-1 befunden, oder nicht vorgeführt worden sind,

N a ch w e i sung über die Körung der Zuchtbullen im Kreise Hersfeld pro 1888. (Herbst-Körung.)

£

Gemeinde.

Anzahl der anzu- körenden

Bullen.

Namen der Eigenthümer.

Resultate der Körung.

Bemerkungen.

Datum der

Körung.

Alter und Raee deS Bullen.

Nähere Bezeichnung deS Bullen nach

Farbe und sonstigen

Abzeichen.

Befund deS Bullen.

A. Körungsbezirk Hersfeld.

1

Biedebach

1

Haffenpflug, Valentin

20. October

V/4 Jahr, Landrace

gelbroth

untauglich

2

Eitra

1

Rudolph, Georg

Nicht vorgeführt.

3

Mecklar

1

Baumhardt, Johannes

20. Oktober

l'/2 Jahr, Landrace

hellroth

tauglich

4

Oberhaun

1

Dehnhardt, Conrad II.

i1/« Jahr, Allgäuer Race

mäusesahl

untauglich

5

Reilos

1

Lehn, Heinrich

W

l1/» Jahr, Landrac-

braun

tauglich

6

Wipperkhain

1

Siebe, Valentin

B. K

l*/4 Jahr, Landrace örungsbezirk Niederaula.

Rothschack

untauglich

1

Nebach

1

Stuckhardt, Philipp

12. Oktober

1'/2 I., Simmenthaler Kreuzung

braunschack

tauglich

2

BeierShausen

1

Lenz, Carl

Nicht vorgeführt.

8

Hattenbach

1

Reuber, Johanne»

12. Oktober

l/2 Jahr, Kreuzung von Sim­menthaler und Landrace

Weißlopf, weiße Rücken- linien u.weiße fleckige Beine

tauglich

FürdenViehstand in der Gemeinde Hat«

4

Kirchheim

1

Schlabach, Oeconom

15. Oktober

l1/» Jahr, Simmenthaler

gelb mit Bläffe und zwei weißen Hinterfüßen

tauglich

tenbach wegen sonst eintretenderJnzucht

5

Niederjoffa

1

Corell, Eduard

12. Oktober

2*/2 I., Simmenthaler Kreuzung

braunschäckig

tauglich

nicht zu verwenden.

6

Niederaula

1

Grenzebach, I.

II

1 Jahr, Simmenthaler

braun mit Bläffe

tauglich

7

HedderSdorf

1

Grau, Friedrich

21/. Jahr, Simmenthaler

braungelb mit weißem Kopf

un, auglich

8

Frielingen

1

Eschstruth, Carl

15. Oktober

lx/2 Jahr, Simmenthaler Race

dunkelgelb mit weißflecki- gem Kopf

tauglich

C. Körnngsbezirk Friedewald

1

Friedewald

1

Saam, Heinrich II.

19. Oktober

1 r/2 Jahr, Race unbestimmt

gelb

untauglich

2

Lautenhausen

1

Riebold, Adam Witwe Gliemroth, George

II

2 Jahr, Race: Simmenthaler

Rothschack

tauglich

3

WölserShausen

1

11

l'/2 Jahr, Race: Franken- Kreuzung

»ngsbezirt Schenklengsfeld.

gelb mit weißer Blässe

tauglich

D. Kör,

1

Conrode

1

Hofmann, Johs.

20, Oktober

l*/a Jahr, Simmenthaler

roth mit Blässe

tauglich

2

HilmeS

1

Bommer, Johs.

II

V/2 Jahr, Landrace

roth

tauglich

3

Landershausen

1

Reinhard, August

ll/ Jahr, Frankenrace

rothgelb

tauglich

Nicht erschienen.

4

Philippsthai

1

von Grote, GutSpachter

»1

5

Schenklengskeld

1

Manuel, Johannes

II

l'/2 Jahr, Simmenthaler

roth mit Bläffe

tauglich

6

Unterweijenborn

1

Seligmann, Johanne»

l1/, Jahr, Simmenthaler

Rothschack

tauglich

7

Motzfeld

1

Steinhauer, Heinrich

H

Landrace

roth

tauglich

sUnbesugter Nachdruck verboten.)

Aas erste Lied.

Von N. A. G u t h m a n n.

(Fortsetzung.)

Was Frau von Mola richtig erkannte, war, daß in Southeims ganzem Wesen keine Spur von Melancholie ober genialem Weltschmerz vorhanden sei; er war ein Künstler, der in seiner Kunst nicht Leid und Trübsal, sondern lediglich die Alltäglichkeit vergaß und hatte sie das nicht gehofft, als sie seiner Zeit sich schweren Herzens von ihm lossagte? Hatte sie nicht selbst der armen Lisa gesagt, diese Hoffnung habe sich erfüllt? Daneben aber hatte sie, wie ihr jetzt erst zum vollen Bewußtsein kam, im tiefsten Grunde ihres Herzens den selbstsüchtigen Wunsch genährt, er möge doch den schmerzlichen Verlust seiner Jugendliebe nicht ganz verwunden haben. Anderer­seits freilich, würde sie sich Vorwürfe gemacht, würde sie Siegsried und Lisa gegenüber einen schweren Stand gehabt haben, wenn sie hätte zugestehen müssen, daß ihr verzweifeltes Mittel nicht ganz die Probe bestanden habe. Und indem sie über diese eben so seltsamen wie echt weiblichen Widersprüche hin und her grübelte, konnte sie sich picht einmal darüber klar werden, ob es ihr lieber

habte Herbst-Körung der Zuchtbullen im Kreise.

Die betreffenden Herren Ortsvorstände haben das Resultat alsbald in der Gemeinde bekannt machen zu lassen und gemeinschaftlich mit der Königlichen Gendarmerie darüber zu wachen, daß

glich ', zur

gewesen wäre, wenn sie sich nicht in dieser, sondern in jener anderen Richtung getäuscht hätte, worin thatsächlich ihre Erwartungen sich erfüllt hatten.

Ja, und dann diese Lisa! Immer wieder mußte sie die einzelnen Momente des Auftretens der jugendlichen Sängerin an sich vorübergehen lassen, um in ihrer quälerischen Selbstscheu darüber Klar­heit zu erlangen, warum in ihrem Herzen bittere Gefühle mit denen der Bewunderung und der §»neigung stritten, ohne daß eins derselben die berhand erlangte. Vor Beginn des ConzerteS war Siegfried noch einmal zu seiner Mutter gekommen, um ihr mitzutheilen, daß Lisa sich ganz entschieden weigere, von ihm auf die Bühne geleitet zu werden. Frau von Mola hatte mit großer Besorgniß an dieses Zusammentreffen der beiden gedacht, und nun, wo Lisa es so taktvoll vermied, konnte sie eine Regung des Unmuthes darüber doch nicht ganz unterdrücken. Das war jedoch im Grunde eine verzeihliche Inkonsequenz, deren so viele Mütter gefeierter Söhne sich schuldig machen. Aber warum konnte sie es nicht verwinden, daß Lisas ganzes Auftreten so mächtigen Eindruck gemacht hatte, da doch ohne diesen Eindruck der Erfolg von Siegfrieds Lied schwerlich ein so beispielloser gewesen sein würde? Sie mußte es sich widerstrebend eingestehen, daß es unvernünftig

Nachzucht nicht verwendet werden.

Contraventionsfälle sind alsbald zur Anzeige resp. Bestrafung zu bringen.

10935. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

gewesen war, sich einen glänzenden Erfolg für daS Lied, aber nicht zugleich für die Sängerin zu ver­sprechen und es verdroß sie, daß sie sich nicht ver­hehlen konnte, dasselbe Lied von einer anderen Sängerin gesungen, würde vielleicht von den musik- verständigen Kritikern gewürdigt, aber an der großen Menge unbeachtet vorüber gegangen sein; L.sa aber, auch wenn sie ein viel weniger bedeu­tendes Lied vorgetragen hätte, dennoch die Herzen im Sturm erobert haben. Es war ihr ein wider­wärtiger Gedanke, daß sie das junge Mädchen unterschäöl, ihm Unrecht gethan hatte. Bei alledem gab es aber auch hier, um das Maaß der Wider­sprüche voll zu machen, einen innersten Winkel im Herzen der Mutter, wo diese stolz darauf war, daß ihr Sohn von einem solchen Mädchen geliebt werde und daß die Wahl des genialen jungen Künstlers seiner nicht unwürdig sei.

Und zwar nicht nur vom rein künstlerischen Standpunkte aus! Wer, wie Frau von Mola, das junge Mädchen nur in dem Gewächshause der Biumenhandlung gesehen, mußte erstaunt sein nicht so sehr über die ungezwungene Anmuth der bildhübschen jungen Sängerin denn diese konnte sich in keiner Umgebung verleugnen als viel­mehr über die vollendete Sicherheit ihres Auf­tretens. Siegfrieds Mutter zerbrach sich über