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Hanau, Hilssexecutauf, Gehalt 900 Mk. Amts- gericht Hanau, Canzleigehülfe, Schreiblohn pro Seite 58 Psg. Postamt Siegen, Packetträger, Gehalt 750 Mk. und 144 Mk. Wobnungsgeld- zoschuß. Postamt Butzbach, Landbriefträger, Gehalt 510 Mk. und 108 Mk. Wohnungsgeld- Zuschuß. Postamt Cassel, Postschaffner im inneren Dienst, Gehalt 800 Mk. und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß.

Hersfeld, 24. September. Vielfach find schon ernste Bedenken dagegen erhoben worden, daß Schulkinder, namentlich Mädchen, mit übermäßig durch Bücher belasteten Mappen, Taschen u. s. w. zur Schule gehen müssen. Für die Entwickelung des Knochengerüstes ist dieser Uebelstand von be­sonders nachtheiliger Wirkung. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen ist amtlich gegen die bezeich­nete Unsitte vorgegangen. Er hat in einer Ver­fügung auf die aus der Unsitte erwachsenden gesund­heitlichen Nachtheile aufmerksam gemacht und die Aussichlsbeamten angewiesen, in geeigneten Fällen thatkräftig einzuschreiten.

Hersfeld, 24. September. Versetzt: der Ge- richtSschreiber, Secretär Stock in Homberg an das Amtsgericht zu Fulda, der Gerichtsschreiber, Secretär tzannemann in Meerholz an das Amts­gericht zu Grebenstein, der Gerichtsschreiber, Secretär Hartmann in Bergen an das Amts- gericht zu Homberg, der Gerichtsschreiber, Secretär Menger in Birstein an das Amtsgericht zu Meer­holz, der etatsmäßige Gerichtsschreibergehülse bei dem Landgericht, Assistent Wolfs in Marburg an das Amtsgericht zu Marburg, der etatsmäßige Gerichtsschreibergehülfe, Assistent Sprenger in Oberkaufungen an das Landgericht zu Marburg, der Förster Dork von Uvenhausen nach Niedenstein.

Hersfeld, 24. September. Dem Regieruugs- Assessor Etzdors zu Cassel ist die kommissarische Verwaltung des Landrathsamtes im Kreise Elbing, Reg.-Bez. Danzig, übertragen worden.

Schentlengsfeld, 20. September. Die Lehrer- Herbst-Conferenz des Bezirks Friedewald, die wegen des in voriger Woche zu Cassel abgehalte­nen Congresses für innere Mission auf mehrseitigen Wunsch um acht Tage verschoben worden war, wurde! nun gestern im ersten Classenzimmer der hiesigen Schule unter zahlreicher Betheiligung ab- gehalten. Eröffnet wurde dieselbe unter dem Vor­sitz des Herrn Cantor Hassenpilug-Friedewald mit Gesang und Gebet. Hierauf behandelte in be- -friedigender Weise Herr Thiel-Wehrshausen mit der Oberclasse katechcrisch das vaterländische Gedicht von UhlandDer reichste Fürst-. Der Vorsitzende wurde einstimmig als Dclegirter zur Jahresver­sammlung des Hessischen Lehrervereins, welcher vom 24. bis 26. d. M. in Hanau tagen wird, gewählt und ihm die nöthige Jnstruction für die dort zur Besprechung und Abstimmung kommenden Anträge ertheilt; auch wurden die Abonnements aus den Hessischen Lehrerkalender für 1889 entgegenge­nommen. Nach Abwickelung der Vereinsgeschäfte fanden sich die Theilnehmer der Conserenz in der Gastwirthschaft bei Herrn Kroneberg bei einem guten Glas Bier zu längerem Verweilen ein. Hier kam nun auch der vierstimmige Gesang zu seinem Rechte; es ist bemerkenswerth, daß gerade in gesanglicher Hinsicht der Verein zur Zeit tüchtige Kräfte mit guterSchulungaufweist. (C. A.Z.)

Fulda, 20. September. Heute Nacht wurde In den Anlagen des Bahnhofs ein junges nett ge­kleidetes Mädchen betroffen, welches sich selbst mehrere Wunden in die Hand beigebracht hatte, um sich die Adern zu öffnen. Weil dieser Versuch nicht gelungen war, bat es einen hinzugekommenen Herrn, es todt zuschießen. Da man es augen- schetnllch mit einer unglücklichen Irrsinnigen zu thun hatte, wurde sie in's Hospital gebracht. Name und Herkunft der die österreichische Mundart sprechenden jungen Dame sind bis jetzt noch unbekannt.

Schmalkalden,21. September, Abends. Seit gestern Abend wüthet ein großes Feuer in dem Dorse Witzelrode. Einige dreißig Häuser sind bereits eingeäschert; viel Getreide ist verbrannt. Der Schaden ist ein großer und ist nur ein Ge­ringes versichert.

Bergen (Kreis Hanau), 20. September. In vergangener Woche trank ein Kind aus einer am Boden stehenden Vitriolflasche, während die Mutter sich nur einen Augenblick aus dem Zimmer ent­fernt hatte. Dasselbe verbrannte sich innerlich auf solch schreckliche Weise, daß es nach kurzer Zeit seinen Geist aufgab.___________

Vermischtes.

Wie schnell Jemand aus schiefer Ebene ab­wärts gleitet, beweist ein Mann, der dieser Tage als Spitzbube in W i e s b a d e n verhastet worden ist. Dieser Mann kam von Amerika zurück mit einem Vermögen von rund 60,000 Mark und ver­jubelte es schnell, wurde Bettler, Vagabund und endlich Pferde- und Uhrendieb.

72 Die Stadtverordneten in Bres lau haben

die Abschaffung der Communalsteuer für die unterste Stufe der Classensteuer beschloffen.

Pößneck, 22. September. In verfloffener Nacht hat ein furchtbares Schadenfeuer das Brenn- und Lagerhaus der Conta'schen Porzellanfabrik eingeäschert.

Darmstadt, 2l. September. Der des Mordes in Bessungen verdächtige Wehner ist der ,Frkt. Ztg.* zufolge, unschuldig. Der soeben ver­haftete Tagelöhner Müller ist der That geständig; er will aus Eifersucht gehandelt haben.

Hamburg, 21. September. In der letzten Nacht wurden aus dem Laden eines an den Kolonaden Nr. 64 wohnenden Juweliers, Gold­sachen, Uhren, Ketten, Brillantsachen 2C, im an­geblichen Gesammtwerthe von 40,000 Mk. gestohlen.

Berlin, 22. September. Ein eigen­thümlicher Fall von Blutvergiftung, welcher leider den Tod eines Menschen zur Folge hatte, wird gemeldet. Der Kaufmann Hermann K,, Elsafferstraße wohnhaft, hatte sich beim Rasieren leicht am Halse verletzt, jedoch die kleine Wunde n'cht weiter beachtet, obwohl der Metallknopf des Oberhemdes, welcher auf dem unbedeutenden Ritz ruhte, nach eigener Angabe des K. ihn schmerzend drückte. Tags darauf empfand der Kaufmann größere Schmerzen am Halse und bald begann die Umgebung der Wunde anzuschwellen. Mittwoch Vormittag wurde der Arzt herzugerufen, welcher eine Blutvergiftung constatirte und schleunige Ueber- sührung des Patienten nach einem Krankenhause anordnete. Trotz der aufopferndsten Pflege daselbst und vorgenommener Operation verstarb K. unter unsäglichen Schmerzen am heutigen Morgen.

Aachen, 19. September. (Scheintod.) Ein Fall von Scheintod wurde, wie dieCöln. Ztg.* berichtet, gestern Nachmittag auf dem hiesigen katholischen Kirchhofe beobachtet. Dorthin war ein zwölf Stunden zuvor zur Welt gekommenes Zwillingspaar geschafft worden, um vorläufig in der Leichenhalle beigesetzt zu werden. AIs der Kirchhofsausseher das Kittchen öffnete, in welchem stch die beiden Kinder befanden, bemerkte er, wie das eine sich bewegte und Laute von sich gab. Ein herbeigerufener Arzt stellte fest, daß das Kind wirklich noch lebte, und veranlaßte infolgedessen seine Beförderung zum Hospital. Ein Lebendig- begrabenwerden des Kindes wäre allerdings aus­geschlossen gewesen, da nach der hier bestehenden Einrichtung ein eigens angestellter Arzt sich zur Leichenschau täglich auf den Kirchhof begiebt, und eine Beerdigung erst dann stattfinden darf, wenn der Arzt die Erlaubniß hierzu ertheilt hat.

V l o t h o, 20. September. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich heute Vormittag auf dem nahe vor Vlotho belegenen Stern'schen Kalkofen. Der Kallbrennermeister Schwartze war damit be­schäftigt, mit einer eisernen Stange die in dem Ofen einem sogenannten Trichterofen hohl gebrannte Masse zusammen zu stoßen. Hierbei verlor er das Gleichgewicht und fiel in den Feuer« schlund hinab, wo er verbrannte. Der als äußerst solide und fleißig bekannte Mann hinterläßt eine zahlreiche Familie.

In dem Reglement Heinrichs VIII. für seine Dienerschaft heißt es unter Anderem:Des Königs Barbier soll sich reinlich halten, damit Sr. Majestät Gesundheit nicht gefährdet werde. Um zehn Uhr soll das Mittagessen und um vier Uhr das Nachtessen servirt werden. D«e Dienerschaft soll in guter Eintracht mit einander leben und nicht davon reden, wie sich Se. Majestät unterhält. Die Bedienten sollen die Mägde, wenn sie ihnen auf der Treppe begegnen, in Ruhe lassen, weil durch ihre Unarten viel Ge­schirr zerbrochen wird, auch sollen sie auf die hölzernen Teller und zinnernen Löffel wohl Acht haben. Wenn ein Page stch Ungehörtgketten gegen die Mägde erlaubt, bezahlt er zur Strafe dafür zwei Mark an Se. Majestät und wird ihm ein Monat lang kein Bier gereicht. Auch sollen die Stall­knechte Sr. Majestät Stroh nicht stehlen, um ihr Bett damit auszustopfen, weil das ihnen zugetheilte hinreichend ist."

Aus d er Schweiz. Gefährliche Feirde beim Friedensmanöver traf das Schweizer Bataillon 92 am Jnspect'onstage bei Ettiswyl. Schon stand das Bataillon in Reih und Glied und harrte des Jnspectors. Da machte man plötzlich die unheimliche Entdeckung, daß nicht weit vor der Front ein kolossales Wespennest sich am Boden befand, aus dem eS ganz schwarz hervorwimmelte. Zuerst einzeln, dann immer zahlreicher und hartnäckiger flogen die Wespen den Leuten um die Köpfe. Vom Stäbe aus bemerkte man eine sonderbare und ordnungswidrige Unruhe im Bataillon 92, und ein Adjutant kam daher galoppirt, um zu schauen, was denn das für Faxen seien. Schon hatte er den Mund geöffnet zum üblichen Donnerwetter, als zum Unglück sein Pserd gerade mitten in das Wespen- nest trat.... die Wespen fuhren in wildem Schwärme aus, und das Roß ging mit dem Reiter in rasenden Sätzen durch; man konnte nur noch sehen, wie der Un­glückliche verzweifelt mit den Händen um sich schlug, dann Zügel und Bügel verlor und schließlich zu Boden flog. Unmittelbar darauf kommt eine Dragoner-Ordonanz des Weges geritten und das Unglück will es, daß das Pferd ebknsalts mitten in den We-p,»schwärm tritt. Nun wieder«

holt sich ganz akkurat das Schauspiel von vorhin. Jetzt aber wurde die Sache ernst; immer näher rückte der Moment, wo der Jnspector und sein Gefolge näher kommen mußte, und die Wespen, die keinen Respect kennen, schienen nur darauf zu passen, ihnen das gleiche Schicksal zu be­reiten, wie dem Adjutanten und dem Dragoner. Zwei Pioniere wurden beordert, das Wespennest mit Erde zu« zudecken. Nachdem sie umsaffcnde Vorsichtsmaßregeln ge­troffen, die Häupter verhüllt und ihre Pfeifen angezündet hatten, rückten sie mit Heldenmuth gegen die Position des Feindes vor; aber kaum hatten sie einige Schritte gethan, so schwärmte ihnen dieser in dichten Schaaren entgegen, worauf die Beiden Heldenmuth und Schaufeln fallen ließen und eiligst den Rückweg antraten. Inzwischen war auch unter der Mannschaft die Roth immer mehr gewachsen, da die Wespen immer zorniger und aggressiver wurden. Da verfiel endlich ein intelligenter Mann aus ein sinn­reiches Mittel: aus einem benachbarten Bauernhöfe wurde ein Bund Stroh geholt, mit Petroleum getränkt, ange- zündet und mittelst einer langen Stange auf das Wespen« lager geworfen. Das hals, und als kurz darauf der Jnspector mit seiner Escorte herankam, war alles glatt und in Ordnung, und die Herren hatten wohl keine Ahnung, welcher Gefahr sie soeben entgangen.

B u d a p e st, 19. September. Aus Bal- maz'.Ujvaras wird ein schreckliches Verbrechen ge­meldet. Einundzwanzig Bauernburschen, welche noch nach 11 Uhr im Wirthshause zechten, wurden von den Gendarmen Ballosz uud Szmerka zum Nachhausegehen aufgesordert. Die Burschen folgten der Aufforderung und gingen ruhig neben den Gendarmen. Unterwegs überfielen ste jedoch die beiden meuchlings, entrissen ihnen die Waffen, stachen ihnen die Bajonnete in den Leib, schlugen einem Gendarm die Hand an der Wurzel ab und ließen beide Männer erst liegen als sie aus zahl­reichen Wunden blutend, todt schienen. Beide Gendarmen ringen nun mit dem Tode und werden vielleicht bereits in den nächsten Stunden sterben. Von den bestialischen Bauern wurden bislang siebzehn eingefangcn.

(Immer gemüthlich.) In einer Fabrik ist der Kamin eingestürzt und hat mehrere Leute erschlagen. Ein Fabrikarbeiter, ein gemüthlicher Schwabe wird abgesendet, um dem Fabrilherrn von dem geschehenen Unglück Mittheilung zu machen. Er entledigte stch seines Auftrags mit folgenden Worten:Herle! Sie sollet komme! Es ischt ä Malärle (Malheur) passiert, s'Kaminle isch' eing'salle und hat ä paar Leutle derschlag'n.*

(Beim Rapport.) Hauptmann fragt einen Soldaten, dessen Knöpfe schlecht geputzt sind: Wie heißen Sie?»Wer!* antwortete der Ungeputzte.Sie l*Wer!*Zum Donnerwetter, ich will wissen, wie Sie heißen!" Wer!*Kreuzelement! Ist der Mensch taub oder verrückt 8 Feldwebel wie heißt denn der Mensch Da?*Sebastian Eduard Wer, Herr Hauptmann!*

(Recht vertrauenerweckend.) Schneider: Außerdem liefere ich zehn Procent billiger bei Baarzahlung.* Student:Was ist das eigent­lich, bester Manns*

Stan-esamtsvezirk Hersfeld.

Vom 1. bis ivcl. 15. September 1888. Eheschließungen.

Am 15, Johann Heinrich Bode, Maurer dahin mit Eli­sabeth Schwalm aus Untergeig. Nicolaus Herbst, Pflasterer aus KalkobeS mit der Dienstmagd Anna Kunigunde Hon« stein zu Reckerode.

Geburtsanzeigen.

Am 2. Bernhard, S. des BuchdruckereibesitzerS Franz Funk. 5. Eva Elisabeth, T. des Webers Conrad Weber. 6. Heinrich, S. des Schneiders Johannes Selroig, Franz Ludwig, 2. des Fuhrweiksbesitzers Peter Quentel 7. Anna Martha, T. des Pflasterers Conrad Heinrich Apel zu Kalkobes. 10, Anna Auguste, T. des Schlossers Justus Henning Catharina, T, der unverheiratheten Fa­brikarbeiterin Elise Werner. 13, Ein Sohn des Weiß­binders Conrad Wilhelm Münz. 14. Ella Minna, T. des Kürschners Julius Sawinell. 15. Elisabeth, T. bei «ezirlSfeidwebels Andreas Conrad Munk. Eine Tochter des Bezirksfeldwebels Andreas Conrad Munk. Adam, S. des Tuchmachers Jacob Schott,

Sterbefälle.

Am 1. Georg Heinrich, S. des Schlossers Johann Mathias G^rmscheid, 1 Monat alt. Sebastian Mosebach, Tage­löhner aus Philippsthal, 53 Jahre alt. 4, Wilhelm, S. des Tagelöhners Christian Stang, 10 . Tage alt. 5. Conrad Schnell, Lehrer aus Ellingshausen, 33 Jahre alt. 7. Maria, Witwe des Schneiders Johannes Croll aus Heenes, 33 Jahre alt. 8. Johanna, T. des Tagelöhners Conrad Schüßler, 2 Monate alt. 9. Georg Kraft, S, des pensionirten Bahnwärters August Ritz, 5 Jahre alt. I I. Christiane, T. des Tagelöhners Christian Bust, 1 Monat alt. 12. Catharina Elisabeth, Ehefrau deS Oberförsters Wilhelm Lentz, 50 Jahre alt. 15. Ein Tochter des Be- zirksseldwebels Andreas Conrad Munk, 15 Stunden alt,

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