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Herssclilel Kreisliliitt.

Mit wöchentlicher Kratis-MeilageIllustrirLes AnterhattungsötatL".__________

Nr. 89. Dienstag den 31. Juli 1888.

Aöonnements-Kinladung.

Bestellungen auf das

Kersfetder Kreisvtatt mit der wöchentlichen Gratis Beilage JUustrirtes Unterhattungsblatt" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalren, Land­briefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 26. Juli 1888.

Diejenigen Herren Ortsvorstände 2c. des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver- fügung vom 8. Januar 1886 Nr. 60 im Kreis­blatt Nr. 6, die Einreichung der Nachweisungen über die im 11. Quartal April Juni zur Zwangsvollstreckung überwiesenen Rückstände an directen kommunal-, Kreis- und Provinzial- steuern sowie Schulgeld betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 6. August d. I. bei Meidung von je 3 Mk. Strafe erinnert.

7940. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Cassel, den 20. Juli 1888.

Nach einer Mittheilung des Herrn Kriegs­ministers sollen, um den Mannschaften des Be­urlaubtenstandes nach der beabsichtigten Einrich­tung von Central-Meldebüreaus rc. die gesetzlich zulässige schriftliche Meldung nach Möglichkeit zu erleichtern, den Ortsvorständen durch die Bezirks- Commandos mit einem entsprechenden Vordruck versehene Meldeformulare überwiesen werden, welche für die abzustattenden Meldungen bereit

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Waldschattcu.

Erzählung von Robert S ch w e i ch e l.

1.

Der Sturm rüttelte und schüttelte die Wipfel und erfüllte den Wald mit Brausen. Schwere kalte Wetterwolken wälzten sich von Westen dar­über hin. Unter einer Blutbuche, deren mächtige Krone zwischen Stieleichen, Rüstern und Eschen düster sich erhob, stand traurig sinnend ein junges Menschenpaar. Es hatte sein Leid wieder durch­gesprochen das ewig alte Leid junger Herzen und wußte dennoch nicht, es zu wenden und zu enden. Die blauen Augen des Jägers drangen mit einem zornigen Schmerze in das verschwim- wende Gewirr der Baumstämme, welche die tief­stehende Sonne zuweilen mit einem fahlen Lichte streifte. Nun dehnte ein Seufzer die kräftige Brust des Revierförsters und das offene, wald- frische Antlitz, das der Vollbart wie eine röthliche Flamme umspielte, zu dem Mädchen wendend, sagte er bitter:

Ja, meine Abwesenheit kam ihm sehr gelegen. Mich um meine Stelle zu bringen, ist ihm nicht gelungen, dafür aber hat er Dich mir geraubt. O. Trude, Trude, wie hat das nur geschehen können?"

Bet dem Vorwurfe, der aus dieser Frage her- ausklang, hob Trude den verzagt gesenkten Kopf, über den sie zum Schutze gegen das rauhe Wetter ein dunkles Wollentuch geworfen hatte und sah

zu halten und den Betheiligten unentgeltlich zu verabfolgen sind.

Ew. Hochwohlgeboren rc. ersuche ich ergebenst, diese neue Einrichtung gefälligst durch die Kreis- 2C. Blätter, soweit dies unentgeltlich zu bewirken teht, zur allgemeinen Kenntniß zu bringen und nsbesondere auch dafür Sorge zu tragen, daß den meldepflichtigen Mannschaften bei Ausfüllung der Formulare von Seiten der Ortsvorstände ede thunliche Unterstützung zu Theil wird.

Der Regierungs-Präsident.

In Vertretung: Schwarzenberg.

An die Königlichen Landräthe des Regierungs­Bezirks und den Königlichen Polizei-Director hier.

J. A. I. Nr. 7192.

* ^ *

Hersfeld, den 28. Juli 1888.

Wird den Herren Ortsvorständen des hiesigen Kreises zur Kenntnißnahme und entsprechenden weiteren Benachrichtigung der anmeldepflichtigen Personen mitgetheilt.

7915. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.___

Rotenburg, den 25. Juli 1888.

Königliches Landrathsamt benachrichtige ich ergebenst, daß unter der Schafheerde des Schäfers Liebermann zu Bebra die Räudekrankheit aus­gebrochen ist.

Der Königliche Landrath v. Altenbockum.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. J.'Nr. 7339.

* *

HersfeU), den 27. Juli 1888.

Wird veröffentlicht.

7917. Der Königliche Landrath

__________________Freiherr von Schleinitz.

Bekanntmachung.

Bei der Postagentur in Schwarzenborn wird

ihn aus feuchten Rehaugen mit rührender Bitte an. Er aber fuhr erregt fort:

Daß ich auch just in diesem Jahre zu den Reserveübungen eingezogen werden mußte! Freilich, was hätte es auch genützt, wenn ich zu Hause geblieben wäre? Du würdest darum Deinen Vater nicht wüthiger widerstanden haben."

Ihre runden Wangen, auf denen selbst im Kummer die Grübchen deutlich blieben, überzog ein dunkleres Rosenroth.

Ich würde mich nicht so grenzenlos unglücklich gefühlt haben, Eugen," erwiderte sie mit bebenden Lippen, indem ihr zwei Thränen aus den Augen perlten.

Weine doch nicht," bat er sanfter.Ich weiß ja, daß Du mich liebst. Weshalb aber Dein Vater, der ein unabhängiger Mann ist, durchaus darauf besteht, daß Du den Oberförster hetrathest, diesen Barkow, das ist mir unbegreiflich. Wes­halb nur?"

Ich weiß nicht," schluchzte Trude.Gründe giebt er uns ja nie an, wenn er was von uns verlangt. ,Es muß fein V Das ist alles, was er der Mutter auf ihre Bitten und Vorstellungen geantwortet hat."

Und ich sage: es muß nicht sein, und es wird nicht sein!" brauste Eugen Lindenau auf.Ich habe so wie so noch ein Wörtchen mit dem Herrn Oberförster zu reden, laß doch hören, was er mir antworten wird?"

Sein drohender Ton machte Trude besorgt und sie warnte:Du wirst ihn Dir noch mehr ver­

am 17. eine Telegraphenanstalt mit Fernsprech- betrieb eröffnet.

Cassel, den 14. Juli 1888.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector gez.: zur Linde.

* Heil dem Hause Hohenzollern!

Der fünfte Prinz ist im Marmorpalais in der Nacht zum Freitag unserem zur Zeit in Stockholm abwesenden Kaiser von seiner erlauchten Gemahlin geboren worden, ein bis zwei Wochen früher, als man glaubte dem freudigen Ereigniß entgegen­sehen zu dürfen. Das am Freitag früh ausge­gebene Bulletin lautet:

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin sind heute Morgen l1^ Uhr von einem gesunden Prinzen glücklich entbunden worden. Allerhöchstdieselbe und der neugeborene Prinz erfreuen sich des besten Wohlseins." Es ist der erste dem Kaiserhause nach dem Tode Kaiser Wilhelms und Kaiser Friedrichs geborene Prinz, auf welchem also das Auge des Urgroß- Vaters und Großvaters nicht mehr ruht, der erste, welchem seine erlauchte Mutter als Kaiserin das Leben gegeben. Die vier älteren Brüder des jungen Hohenzollernsprossen sind: Kronprinz Wilhelm, geboren den 6. Mai 1882, Prinz Eitel Friedrich, geboren den 7. Juli 1883, Prinz Adalbert, geboren den 14. Juli 1884 und Prinz August Wilhelm, geboren den 29. Januar 1887.

Ganz Deutschland wird an diesem freudigen Ereigniß nach der langen Zeit schmerzlicher Trauer doppelt herzlichen Antheil nehmen und zu dem fern von der Heimath weilenden Vater klingt von den Alpen bis zur Königsau millionenfacher Heilruf und Glückwunsch über das Meer, daß die fürstliche Knabenschaar zum Heile des Vaterlandes erblühen möge.

feinden. Daß Dich unser junger gnädiger Herr gegen ihn in Schutz genommen hat. wird er Dir ohnehin nachtragen und Du weißt, wieviel Gewalt er hat."

Soll ich es darum ruhig dulden, daß er Dich in seinen Bau schleppt?" rief der junge Revier­förster mit blitzenden Augen.Ich müßte ja Milch statt Blut in den Adern haben, wenn ich das zuließe, ohne mich zu rühren. Ich habe mich nie vor ihm gebückt wie die anderen und ich werde ihn stellen. Er oder ich! Mein Lebensglück lasse ich mir nicht von ihm zertreten, es mag kosten, was es wolle. Das schwöre ich Dir. so wahr ich ein ehrlicher Mann bin."

Um Gottes Willen, was willst Du thun? Mache nicht uns beide unglücklich! Es wird ja auch zum Aeußersten nicht kommen, der Vater wird noch nachgeben"

Jetzt noch, kurz vor der Hochzeit, nachdem Du ihn vergebens gebeten hast und Ihr schon zum ersten Male aufgeboten seid?" fchaltete Eugen Lindenau fast höhnisch vor innerem Grimme ein.

Ich werde nicht aushören, ihn zu bitten, und die Mutter ist auf unserer Seite. Er kann ja sein einziges Kind nicht wirklich unglücklich machen wollen; denn ohne Dich kann ich nicht leben!"

So rief sie mit schwellendem Eifer, warf ihre Arme um seinen Hals und küßte ihn leidenschaft­lich. Eugen Lindenau schwieg unter ihren Küssen, allein ihre Hoffnung vermochte er nicht zu theilen. Das Tuch war ihr von dem bräunlichen Haar geglitten, dessen Flechten die weiße, weiche Stirn