Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal

Dienstag, Donnerstag und Sonnabend NbonnementSprei» :

vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel.

Postausschlag.

Die JnsertionSgebührm betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt,

Htlsseidtt Kreisliliitt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirLes NnterhakLungsötatL"__________

Nr. 78. Donnerstag den 5. Juli 1888.

Amtliches.

Hersfeld, den 2. Juli 1888.

Für die Ueberschwemmten ist noch bei mir eingegangen:

von der Gemeinde Friedlos = 17 M., von der Gemeinde Gershausen 9,20 M., von der Gemeinde Reckerode 6 M.

Die Sammlung, welche im Ganzen 1051,46 Mark ergab, ist hiermit geschlossen.

Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 29. Juni 1888.

Der von dem ständischen Bauamte dahier auf» gestellte Landwegebau-Etat für den Kreis §er8felbprol889 liegt vom 5. Juli d. J. ab vierzehn Tage lang zur Einsicht der Ortsvor­stände des Kreises offen und zwar:

1. für die zum ersten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden 2c. Aua, Allmersyausen, Biede- bach, Friedlos, Eichhof, Gittersdorf, Heenes, Hersfeld, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Obergeis, Reilos, Rohrbach, Tann und Untergeis im Geschäftslocale des König­lichen Landrathsamtes,

2. für die zum zweiten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden rc. Allendorf, ASbach, Beiers- hausen, Engelbach, Gersdorf, Gershausen, GoßmannSrode, Hattenbach, Hilperhausen, Holzheim, Kemmerove, Kerspenhausen, Kirch- heim, Kleba, Kohlhausen, Kruspis, Mengs- Hausen, Niederaula, Reckerode, Reimbolds­hausen, Roßbach, Rotterterode, Solms, Stärklos und Willingshain im Bürger­meistereilokale zu Niederaula,

3. für die zum dritten Aufsichtsbezirk gehörigen Gemeinden rc. Petersberg, Wilhelmshof,

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Airs heiterem Himmel.

Erzählung von Oskar Höcker.

(Fortsetzung.)

DieS geschah auch jetzt wieder und mit einem kurzen Gruße wandle er sich dem Fußwege des dunklen Grundes zu. In dem nämlichen Augen­blicke öffnete sich das Fenster von Steinerl's Arbettsstube und dieser rief nach einem Knechte. Der Herbeteilende erhielt den Auftrag, den Schecken anzuspannen; der Müller wollte nach der Stadt fahren. Während der Zeit vernahm man aus dem Innern der Stube die scheltende Stimme Martins, dem der Müller jetzt heftig erwiderte. Da die beiden Männer jeden Augenblick in der Hausthür erscheinen konnten, so verschwand Amret in dem an der Rückfront sich hinziehenden kleinen Garten. Sie kannte die Heftigkeit ihres Schwagers zu gut, um nicht eine Begegnung jetzt mit ihm zu ver­meiden.

Aber auch Wally eilte davon, wenn schon weniger aus Furcht vor dem Vater, als um den rasch dahinschreitenden Paul aufzuhalten.Steh' mir Rede," sagte sie athemlos, nachdem sie ihn bei der nächsten Biegung des Weges eingeholt, von der Mühle aus kann man uns nicht sehen, Du brauchst Dich vor meinem Vater nicht zu fürchten."

Das thue ich auch nicht," antwortete Paul mit einem geringschätzenden Lachen. .34 möchte sogar, daß er des Weges käme, »ich würde ihm

Oberrode, Sorga, Kathus, Wippershain, Bingartes, Unterhaun, Rotensee, Oberhaun, Sieglos, Eitra, Malkomes, Dünkelrode, Schenksolz, Lampertsfeld, Schenklengsfeld, Conrode, Landershausen und Wüstfeld im Bürgermeistereilokale zu Wippers- Hain,

4. für die zum vierten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden 2C. Friedewald, Hilmes, Hillarts- hausen, Kleinensee, Lautenhausen, Motzfeld, Oberlengsfeld, Unterweisenborn und Wehrs­hausen im Bürgermeistereilokale zu Friedewald,

5. für die zum fünften Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden 20. Ausbach, Bengendorf, Geth- semane, Harnrode, Heringen, Heimbolds­hausen, Herfa, Leimbach, Lengers, Röhrigs- Hof mit Nippe, Philippsthal, Ransbach, Unterneurode, Wölfershausen und Widders­hausen im Bürgermeistereilokale zu Philippsthal.

Die Herren Ortsvorstände wollen diesen Etat während der besagten Zeit daselbst einsehen und sich in Betreff der für Ihre bezüglichen Gemeinden vorgeschlagenen Etatssätze sofort schriftlich beim Landrathsamt erklären, indem sonst angenommen werden muß, daß Einwendungen dagegen nicht zu erheben sind und dem demnächst zusammen­tretenden Kreistage bei Vorlage des Etats hiervon Kenntniß gegeben wird.

J. A. 447. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Berlin, den 8. Juli 1882, W » r « it v g.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Comtor, Lotterie,Einnahme oder Lolterie-Collekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klasfenlotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche

dann noch einmal die volle Wahrheit sagen."

Wenn ich Dich nicht für einen eitlen Prahl­hans halten soll," versetzte Wally im Tone müh­sam zurückgehaltenen Zornes,so theile mir end­lich mit, was Du gegen meinen Vater hast. Ich wäre wahrlich eine schlechte Tochter, wenn ich nicht aus meinen Willen bestände."

Paul kämpfte ein paar Augenblicke mit sich, bis er zu dem Entschluß gelangte, den Willen des Mädchens zu erfüllen.Wohl," begann er tief athemholend, .Da sollst Alles wissen. Viel­leicht ift's für uns Beide gut und vermindert den Schmerz gegenseitiger Trennung; Dein Vater hat gegen meine armen Eltern schlecht gehandelt; ich kam heute zu ihm als ein Bittender, ihn um seine Nachsicht anstehend, doch er blieb hart und hatte nur Spott und Hohn. Da ergrimmte ich und sagte ihm meine Meinung, allerdings derb und rückhaltslos." Die letzten Worte sprach Paul mit gedämpfter Stimme, doch vermied er, Wally anzusehen. Diese verschränkte die Arme und klopfte taktmäßig mit dem Fuße auf den Erdboden. Mit erkünstelter Ruhe fragte sie, inwiefern ihr Vater schlecht gehandelt habe.

Dadurch," lautete Pauls Antwort,daß er gegen meine Eltern gerichtlich vorgegangen ist und sie auspfänden lassen will, trotzdem er recht gut weiß, daß den Aermsten zur Zeit die Mittel fehlen, um ihren Verpflichtungen genügen zu können."

.Dein Vater hat also von dem meinigen Geld entlehnt 2" erwiderte Wally mit klugem Gesicht;

die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den An­theilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn- Abzüge für sich ausbedingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und ausGewinn- zahlung.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosaniherl« schein-Verkäufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirk­lich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres LoosebesitzeS erlaubt, oder-endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift Kön. Pr. Gen. Lotterie-Direct." und die gedruckte Unter­schristKönigl. Preuß. General-Lotterie-Direction" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft alsLotterie- Einnahme" oderLotterie-Comtor" bezeichnenden Privat- Verkäusern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie- Einnahmen" oderKönigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche General-Lotterie-Dircction.

A. 1318, Dammas. Lilienthal.

Komische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser hatte am Montag Vormittag eine 13/Jtünbige Conferenz mit dem Staatsminister Grafen Bis- marck, empfing den Präsidenten des Oberkirchen- raths, Dr, Hermes, den Oberstkämmerer Grafen Stolberg-Wernigerode und unternahm um 4 Uhr in Begleitung des Flügeladjutanten vom Dienst einen Spazierritt, von welchem er erst gegen 8 Uhr in das Marmorpalais zurückkehrte. Am Dienstag wurden die regelmäßigen Vorträge, sowie mehrere Meldungen entgegengenommen, darunter auch die des Chefs des Militär-Reit-

,ist es vielleicht lobenswerth, sein Wort nicht ein- zulösen?"

Verhältnisse und Umstände machen es oft dem ehrlichsten Menschen unmöglich, seinem Versprechen nachzukommen."

Das kann doch wohl hier nicht gelten," ver­setzte Wally spitz,wo es sich um einen Freund- scha'tsdienst handelt, den mein Vater Deinen Eltern erwiesen hat."

Freundschaftsdienst lachte Paul zornig auf, meine armen Eltern mußten dem Herrn Steiuert so hohe Procente zahlen, daß sie schon dadurch halb ruinirt waren."

Paul," unterbrach ihn Wally heftig erregt, wäge Deine Worte: Me'n Vater mag ein strenger Mann sein, aber er ist durch und durch rechtlich trotz Deinem Lachen. Ich liebe meinen Vater von ganzem Herzen und wer seine Ehre anzutasten wagt, der beschimpst auch gleichzeitig mich."

Und gerade so ergeht es mir mit meinen Eltern," erwiderte Paul zornig, der wiederholt versucht hatte, Wally das Wort abzuschneiden,und wenn sie in Armuth und Elend gerathen, so ist einzig und allein der Wucher Deines Vaters daran schuld."

Wally schrie entsetzt aus.

Ja wohl, der Wucher Deines Vaters," wieder­holte der sich mehr und mehr erhitzende Paul, und das habe ich ihm auch in's Gestcht gesagt."

Du wirst den Schimpf auf der Stelle zurück- nehmen," kam es jetzt keuchend über Wallys L ppen, »oder beim allmächtigen Gott, ich klage