Einzelbild herunterladen
 

Hausraths beschäftigt war, stürzte das Gebäude plötzlich ein und begrub vier erwachsene Leute unter den Trümmern.

— Saargemünd (Lothr.), 22. Mai. Der sechzehnjährige Sohn des Maschinenputzers Gries aus Steinbach (Annexe von Saargemünd) belustigte sich gestern mit einer Granate, in deren Besitz er vor einiger Zeit auf eine noch nicht ermittelte Art gekommen war. Derselbe kam schließlich auf den Einfall, das Geschoß mit Pulver zu laden und die Oeffnung mit Putzwolle zu verstopfen. AIs er es hierauf entzündete, platzte dasselbe und verletzte ihn so schwer, daß er eine Stunde später den Geist aufab.

— Wilhelmshaven, 23. Mai. Heute Morgen um 9 Uhr erfolgte die Indienststellung des Panzerschiffes König Wilhelm. Es ist das größte Panzersch ff unserer Flotte mit 29 Ge­schützen, 8000 Pferdekräften, 9757 Tonnen und 730 Mann Besatzung.

■ — Mainz, 24. Ma'. Das Kriegsgericht verurtheilte zwei Soldaten der hiesigen Garnison, welche sich kürzlich in Castel an dem dortigen Wachtposten thätlich vergriffen hatten, zu einer Zuchthausstrase von 11 bezw. 13 Jahren.

— Durch Beleckenlassen von einem Hunde liegt ein 14jähriger Knabe aus einem Dorfe bet Stolpen an einem Leberleiden schwer darnieder und haben durch verschiedene operative Eingriffe die vom Hunde stammenden und leider in großer Menge vorhandenen Würmer in der DreSdner Klinik, woselbst der beklagenswerthe Patient seit Ostern behandelt wird, aus der Leber noch nicht entfernt werden können. Wie sehr auf die Abgewöhnung dieser leidigen Gewohnheit besonders der Kinder zu achten ist, dürfte wohl zur Genüge aus diesem traurigen Fall hervorgehen.

— Das Tragen zu enger Halskragen ist von Aerzten schon öfter als Ursache von Augenent­zündungen bezeichnet worden. Der rühmlichst be­kannte Augenarzt Professor Dr. Förster zu Breslau hat nun neuerdings feine Erfahrungen hierüber mitgetheilt, nach welchen auch ihm über 300 Fälle von chronischem Augenleiden aus seiner Praxis be­kannt sind, welche einzig hierin ihren Ursprung hätten.

Hartktrchen, 22. Mai. Ein schreck- liches Unglück hat sich gestern Abend zugetragen. Aus dem benachbarten Suden und Umgegend

Redaction, Dr

(Oesterreich) besuchten etwa 8—9 Personen das am Pfingstmontag in Pocking stattgefundene Pferde­rennen. Auf dem Nachhausewege, als fie den z. Z. hochgehenden Jnn passiren mußten, kippte die Zille, .in der sich mit den Ueberführern 10—11 Personen befanden, wahrscheinlich infolge Ueber- süllung, um, und mit Ausnahme von zwei Personen ertranken sämmtliche Insassen.

— (Ungarische Gemüthlichkeit.) Folgende Geschichte von einem verkauften Eheweib erzählt der „Pest 81.*: Herr Ladislaus Lazovics, ein ehrensester Zeitgenosse in N.-Räkocz, hatte sich dieser Tage eine ganz erhebliche Lustigkeit angetrunken und machte seinem derselben Beschäftigung obliegen­den Freunde, Herrn Georg Ternicsko, den Bor­schlag, dieser möge ihm sein Eheweib abkaufen. Der Preis war ein recht civiler, Lazovics forderte nur zehn Gulden. Man trank dann noch mehreres, und das Rechtsgeschäft kam zustande und wurde auch ausgeführt; denn der Verkäufer, ein wackerer Mann, der für sein Wortetnsteht, zwang das Ob­ject des Handels, dem neuen Eigenthümer zu folgen. Es dauerte bis zum nächsten Morgen, bis der zärtliche Gatte nüchtern wurde, und da er, nun wieder im Besitz seiner normalen Ver- standeskräfle, die Entdeckung machte, daß er nur fünf Gulden erhalten habe, erwachte sein männ­liches Selbstbewußtsein, und er führte die Ge­fährtin seines Lebens, die schließlich auch ihm fünf Gulden werth ist, wieder unter sein Dach.

— Der ungarische Honoed-Lieutenant Ritter v. X. gerieth Abends in einem Kaffeehause mit einem andern Herrn in Streit. Eine Forderung war die Folge. Ritter v.L. schäumte vor Wuth, aber weil sowohl er wie seine Cartellträger an dem bewußten Abend des edeln Ungarwems sehr viel genossen hatten, konnte der Handel nicht gleich ausgefochten werden. Am andern Tage fehlte ihm die Karte seines Gegners und damit dessen Name. Als er endlich nach zwei Wochen denselben wieder weiß, läuft er selbst zu dem Fremden, um ihn zur Rede zu stellen. „Wo ist der Herr v. P.?" ruft er dem Diener zu. „Ich muß ihn sofort sprechen." — „Ich bedauere sehr, mein Herr, aber Herr v. P. ist —* — „ist ausgegangen! Das kennt man schon. Melden Sie mich sofort und sagen Sie ihm, daß ich ihn unter allen Um- ständen sprechen muß. Er hat mich beleidigt — das

und Verlag von Ludwig Funt'S Buchdruckern (Gebr. Funk) in Hersseld,

fordert Blut." — „Herr v. P. ist vor acht Tagen plötzlich an einer Lungenentzündung gestorben." — „Ah, — ah! Das hat ihm das Leben gerettet!"

— Ein fün fz ehn Jahr e alterEhe- mann stand neulich vor dem Essex-Poltzeigericht zu New-Airk, von seiner dreißigjährigen Gattin des böswilligen Verlaffens angeklagt. Die Frau hatte vorher die Verhaftung des Burschen wegen „Bruches des Heirathsversprechens" veranlaßt und als Schadenersatz 2000 Dollar verlangt. Da der Junge den Betrag nicht zahlen konnte — er verdiente 5 Dollar die Woche — auch keine Lust zeigte, die Klägerin zu heirathen, steckte ihn der Richter ins Gefängniß. Nach zwei Wochen bei Wasser und Brod wurde er weichherzig und erklärte, lieber Hymens Fesseln als diejenigen des Kerkers tragen zu wollen, worauf ein herzugerufener Be­amter das Pärchen auf der Stelle traute. Kaum in Freiheit gesetzt, entfernte sich der Gatte jedoch „und ward nicht mehr gesehen", bis die erbitterte junge Frau ihren Ehe — jungen durch einen Detectiv einsangen und aufs neue vor den Richter stellen ließ.

— (Aus der guten alten Zeit.) Bürger- wehr-Hauptmann (nachdem er seine Truppe im Sonnenbrände etwas lange hat operiren lassen): „Halt! Rührt Euch!" — Unter einer Gruppe ent­steht ein Gemurmel; plötzlich tritt der Mittelpunkt der Gruppe, Schneidermeister Zingerle, auf den Hauptmann zu: „Herr Hauptmann, wann Se nit uffhöre, uns zu fonjonlere, da kündige mer Jhne die Hypothek."

— (Zur neuesten Modethorheit.) „Arthur, du wirft mich doch die neueste Mode, kleine Dia­manten in die Zähne einzusetzen, mitmachen lassen." — „Gewiß, meine Theuere, wenn du dich ver­pflichtest, dir — im Nothfalle jeden mit Diamanten besetzten Zahn ziehen zu lassen!"

— (Beschämend.) Mann: „Warum be­suchst Du denn Euer DonnerstagS-Kränzchen nicht mehr?" — Frau; „Aber lieber Mann, wie kann ich denn? Alle anderen Frauen haben so reizende Krankheiten für die bevorstehende Badezeit, und ich bin ganz gesund! Man muß sich ja schämen."

— (Aus dem Examen.) Ein Jurist wurde im Examen gefragt: „Aus wie viel Theilen be­steht das preußische Landrecht?" Ganz unbefangen antwortete er: „Das ist Geschmackssache — je nachdem der Buchbinder es einbindet."