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Hersftliler Kreislilätt.
Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illustrirtes ZlnterhalLungsötatL".
Nr. 4£ Donnerstag den 26. April 1888.
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Amtliches.
Bekanntmachung, betreffend die von den Gemeindebehörden innerhalb des Königreichs Preußen, des Fürstenthums Waldeck und Pyrmont, sowie des Gebietes der freien und Hansestadt Lübeck aufzustellenden Verzeichnisse der Unternehmer «ufallverstcherungspstichtiger land- und forstwirthschaftlicher Betriebe.
Vom 9. April 1888.
In Gemäßheit des §. 34 des landwirthschaft- lichen Unfallversicherungsgesetzes vom 5. Mai 1886 (Reichs-Gefetzblatt Seite 132) hat jede Ge- meindebehörbe für ihren Bezirk binnen einer von dem Reichs' Versicherungsamt zu bestimmenden Frist ein Verzeichniß sämmtlicher Unternehmer der unter §. 1 des genannten Gesetzes fallenden Betriebe aufzustellen und durch Vermittelung der unteren Verwaltungsbehörde dem Vorstände der auf den betreffenden Gemeindevezirk sich erstreckenden landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft zu übersenden.
Für den Umfang des Königreichs Preußen, des Fürstenthums Walbeck und Pyrmont, sowie der freien und Hansestadt Lübeck wird die Frist, innerhalb deren die Verzeichnisse der Betriebs-
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Im Hause der Väter.
Novelle von Hans Warrtng.
(Fortsetzung.)
Mara lächelte uno schüttelte den Kops!
„Vielleicht etwas Sorge um Großpapa!" sagte sie.
„Den allen Herrn wollen wir durch Langeweile lurtren — das ist die beste Eur für ihn! Ihnen aber möchte ich etwas Zerstreuung verordnen! Könnte man Ihren jungen hübschen Verwalter nicht damit beauftragen?*
„Der hat Anderes zu thun, Herr Rath!" sagte Mara abwehrend, „aber wenn Sie mir LiSbeth für ein paar Tage schicken möchten. —'
„Sie sollen sie haben, — und nun adieu l — Nur den Kopf hoch halten, — vor der Hand geht «8 nicht aus Leben!"
So wird es sich leichter machen! murmelte Mara, als sie ihren Platz unter den Eastamen wieder eingenommen und wieder nach ihrer Handarbeit gegriffen hatte. Es ist etwas Hübsches und Bequemes eine solche Handarbeit, welche Die Finger angenehm beschäftigt, ohne den Geist zu fesseln. Auch Maras Gedanken gingen ihren eigenen Weg. Daß mit Dem Bekanntwerden seines Namens, und nach der Ausnahme, die ihm gestern von ihrem Vater zutheil geworden war, die Stellung van RiesenS eine völlig andere geworden ward, lag aus der Hand. Er wird jetzt als Sohn seines
unternehmer an die Genossenschaftsvorstände gelangen müssen, auf die Zeit bis zum 1. Juni 1888 einschließlich hiermit festgesetzt.
Demzufolge haben, damit diese Frist pünktlich eingehalten werden kann, die Gemeindebehörden die von ihnen aufzustellenden Verzeichnisse bis spätestens zum SO. Mai 1888 einschließlich an die unteren Verwaltungsbehörden (Landräthe Oberamtmänner, Magistrate rc.)gelangenzu lassen.
Nach Artikel IV Ziffer 1 des Preußischen Ausführungsgesetzes vom 20, Mai 1887 (Gesetz- Sammlung Seite 189) hat der Genossenschafts- Vorstand, d. t. der Provinzialausschuß (die Provinzialständische Verwaltungscommission, die Provinzialständische Verwaltung, der Provinzialständische Verwaltungsausschuß, der Provinzial- Verwaltungsrath) über die Aufstellung der Verzeichnisse nähere Bestimmung zu treffen.
Es wird daher auf die von den vorbezeichneten Genossenschaftsvorständen bereits erlassenen beziehungsweise noch zu erlassenden Bestimmungen und AnMkungen, UisWsffndere auch hinsichtlich der bei Aufstellung der Verzeichnisse zu benutzenden Formulare hierdurch verwiesen.
Die Gemeindebehörden sind befugt, die Unternehmer zu einer Auskunft über die in das Verzeichniß aufzunehmenden Verhältnisse innerhalb einer zu bestimmenden Frist durch Geldstrafen im Betrage bis zu einhundert Mark anzuhalten. Wird die Auskunft nicht vollständig oder nicht rechtzeitig ertheilt, so hat die Gemeindebehörde bei Aufstellung des Verzeichnisses nach ihrer Kenntniß der Verhältnisse zu verfahren.
Für die einem Gemeindeverbande nicht einver- leibten selbständigen Gutsbezirke und Gemarkungen tritt an die Stelle der Gemeindebehörden der Gutsherr oder Gemarkungsberechtigte.
Berlin, den 9. April 1888.
Das Reichs-Versicherungsamt.
Böbiker.
Jugendireunoes von ihrem Vater in die Gesellschaft eingeführt werden, er wird auch in ihrem Hause als geehrter Gast aus und eingehen. Auch in seinem Verhältniß zu ihr mußte natürlich eine Aenderung eintreten — aus dem Untergebenen war ein Gleichberechtigter geworden. Und dieses mußte wieder die Folge haben, daß auch in seinen und ihren Gewohnheiten, so lange sie auf dem Hofe weilte, — und der Gedanke, mehrere Wochen hier zu bleiben, war ihr gar nicht unangenehm, — eine Aenderung eintrat. Diese aber ganz ungezwungen herbetzusähren, war Lisbeth Decker, die Tochter des Santlätsraths und Maras Schul- unD Jugendgefährtin, Die geeignete Person. Aber wie kam es, daß Mara, die fchon seit Jahren ihrem verwiltweten Vater mit Umsicht und stcherem Takle die Hausfrau ersetzt hatte, daß sie sich in diesem Falle nach einer Hülfe und Stütze umsah? Kam ihr das Seltsame ihres Wunsches auch zum Bewußtsein?
Das Blut stieg ihr plötzlich in die Wangen, sie stand auf und strich sich Die Haare aus der Stirn. Dann, als wollte sie ihren Gedanken entfliehen, nahm ste ihre Arbeit zusammen und ging zu ihrem Großvater. —
Der alte Herr hatte sich willig in die Verordnungen des Arztes gefügt; es schien sogar, als ob er sie in einzelnen Fällen allzu streng nehmen wollte. So erklärte er den Platz unter den Ca- stauten nicht still und einsam genug, es gingen zu
Hersfeld, den 20. April 1888.
Unter Bezugnahme auf die vorstehend abgedruckte Bekanntmachung des Reichsversicherungs- amtes zu Berlin vom 9. April d. I. betreffend die von den Gemeindebehörden aufzustellenden Verzeichnisse der Unternehmer Unfall Versicherungspflichtiger land- und forstwirthschaftlicher Betriebe werden die Herren Ortsvorstände des Kreises hierdurch beauftragt, das erwähnte Verzeichniß in duplo aufzustellen und beide Exemplare unfehlbar bis zum 20. Mai d. I. mir einzureichen.
Das für die Verzeichnisse vorgeschriebene und erforderliche Formularpapier wird den Herren Ortsvorständen in Kürze von hier aus zugesandt werden, sowie gleichzeitig auch eine „Anleitung" nach welcher die Aufstellung der Verzeichnisse zu erfolgen hat und welche strengstens zu beachten ist. Ganz besonders mache ich aber auf Ziffer 2 und 3 derselben, wonach die Betriebsunternehmer nach Abtheilungen getrennt als „beitrags- ^sttchttM" -nmv^llkchr'Mirägspftichrige" uüd odann wieder in jeder der beiden Abtheilungen n der bestimmten Reihenfolge einzutragen find, öwie weiter auf Ziffer 8 pos. d wonach stimmt» iche Familienangehörige, welche in dem land- oder forstwirthschaftlichen Betriebe des Familien- Hauptes mit thätig sind, ebenso wie die Arbeiter aufzunehmen sind, aufmerksam.
Da es sich empfiehlt, bei Aufstellung des Verzeichnisses einen gewissen Anhalt zu haben, so werde ich die Einkommens-Nachweisungen pro 1887/88 bei Uebersendung des Formularpapiers zur Venutzung beifügen, welche demnächst gleichzeitig mit den Verzeichnissen wieder mit einzureichen sind.
4581. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 23. April 1888.
Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 11. Februar 1873 (Kreisblatt
viele Menschen über den Hof hin und her, — ihm sei das Getriebe der täglichen Arbeit störend und unangenehm. Der stille Garten war ihm der liebste Aufenthalt. Da saß er halb verborgen unter den wett niederhangenden Besten einer Ulme, schweigend vor sich hinbrütend und schreckhaft zusammenzuckend, wenn ein Schritt den Gang heraufkam. Am liebsten war er allein, selbst seinen Diener, der ihn seit Jahren bedient hatte, wehrte er ungeduldig von sich ab. Nur seiner Enkelin Gegenwart gestaltete er hin und wieder. Aber das junge Mädchen merkte bald, daß auch diese ihm Zwang und Pein auferlegte. Hin und wieder, wenn ihr sorgenvoller Blick aus seinem verfallenen Gesicht ruhte, begegnete sie seinen Augen, die sie angstvoll und mißtrauisch zugleich anstarrten und einmal hatte er sie zornig angefahren und gefragt, ob er selbst in seinem eigenen Hause vor Spionage nicht sicher fei? Den Namen des Verwalters hatte er seit jenem Tage nicht wieder genannt, aber aus tausend kleinen Anzeichen, Die vielleicht kein Anderer, als sie zu deuten verstanden hätte, ersah oas junge Mädchen, daß hauptsächlich Die Angst, ihm zu begegnen, es war, die ihn fort und in den einsamen Garten getrieben hatte. Und dann kamen Stunden, wo eine verzehrende Unruhe, eine qualvolle Angst sich seiner bemächtigte.
Ein rasch heran rollender Wagen, ein lauter Schritt aus der Straße hatten ihn mehrmals in