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fügung zu stellen. Dr. Mackenzie legt sich diese Pflicht der Discretion nicht auf, aber man ist und zwar nicht nur in den Kreisen der hiesigen deutschen Colonie, sondern auch in den Kreisen seiner englischen Landsleute miß­trauisch gegen seine Anschauungen über das Wesen der Krankheit und gegen seine Aus­lassungen darüber. Wir müssen also immer die amtlichen Veröffentlichungen imReichs-Anzeiger" als Grundlage für unsere Kenntniß vom Zu­stande des theuren Kranken nehmen. Dabei ist nun aber immer zu bedenken, daß diese ärztlichen Berichte gegenwärtig nur von dem Allgemeinbe­finden des Kronprinzen und von dem durch die Operation erzeugten Zustande handeln, die Diagnose aber, das heißt in unserm Falle d i e Erörterung über das Wesen der Krankheit, nicht in den Kreis ihrer Darstellungen ziehen. In diesen ärztlichen Be­richten nun spielt der A u s w u r f eine große Rolle, und es erscheint angemessen, darüber einige Aufklärungen zu geben. Von diesem Aus­wurfe heißt es bekanntlich in den Berichten der Zeitungen, er sei mit Blut gefärbt, röthlich oder röthlich-braun. In englischen Blättern wurde dann die auch in deutsche Zeitungen überge­gangene Behauptung aufgestellt, das Auf­treten dieser Blutungen sei dem Umstände zuzu- schreiben, daß der deutsche Arzt, Dr. Bramann, der die Operation am Kronprinzen vollzogen, eine schlecht passende Canüle angewandt habe, so daß Mackenzie genöthigt gewesen fei, eine richtige Canüle einzusetzen. Diese Behauptung i st v o l l st ä n d i g unrichtig und dem wahren Thatbestände diametral entgegengesetzt. Die Sache hängt vielmehr folgendermaßen zu- sammen: Der mit Blut vermischte Auswurf war vermuthlich bereits vor der Operation vor­handen, trat aber aus welchem Grunde, kann unerörtert bleiben nicht in die Erscheinung. Nach der Operation wurde er durch die Canüle ausgehustet, und so kam es, daß bei Mackenzie der Gedanke entstand, die von Dr. Bramann angewandte Canüle trage durch eine Reizung der Schleimhaut die Schuld an dem Hervortreten des gefärbten Auswurfs. Mackenzie setzte daher eine neue Canüle ein, die, während die Bramann- sche gebogen war, einen rechten Winkel bildete. Aber auch bei dieser Canüle dauerte der Auswurf fort, und außerdem war dieselbe Seiner Kaiser­lichen Hoheit so unbequem, daß sie wieder durch die frühere ersetzt werden mußte. Nun entstand die Vermuthung, daß das Hervortreten des gefärbten Auswurfs auf eine Lungenaffection zurückzuführen sei. Diese Vermuthung aber war, wie die Unter­suchung ergeben hat, unbegründet. Der blutige Auswurf entstammt vielmehr dem im Kehlkopf vorhandenen Geschwür und tritt durch die Canüle in die Erscheinung. Wenn ich das Gesagte noch einmal kurz zusammenfasse, so ist also einerseits festzustellen, daß der Auswurf dem Heerde der eigentlichen Krankheit selbst entfließt, und andrer­seits zur Ehrenrettung der deutschen Wissenschaft gegen fremde Angriffe ausdrücklich zu betonen, daß die Operation bezw. die Einsetzung der Canüle nicht das geringste damit zu thun hatte. Wie wäre es auch denkbar, daß der erste Assistent der Bergmann'schen Klinik, auf welcher der Luft- röhrenschnitt, den Dr. Mackenzie selbst noch niemals

Wesen. Dem Artanischen Cultus der Magier, wie den verschiedenen, unter Cyrus und Cambyses herrschenden Götzendiensten, wie dem Naturcultus abgeneigt, forderte Darius den Dienst des Aura- magda, des einen allwetsen Gottes. Jedoch war es keine leichte Aufgabe in einem dem Naturcultus ergebenen Volke den Monotheismus einzuführen; er selbst war durchaus unfähig, eine religiöse Be­wegung zu leiten, und wenn er auch eine Priester­schaft aus den besten, die er finden konnte, zu­sammengestellt hatte, so war er doch mit der Art und Weise ihres Cultus keineswegs einverstanden. Insbesondere widerstand ihm die stete Trunkenheit der Priester beim Gottesdienste im Haomasaft, welche sie als zur Aufrechterhaltung der Begeiste­rung unbedingt erforderlich erklärten. Eine Reform war ihm Bedürfniß; diese einzuleiten und durch- zuführen: dazu hielt er den Schüler Daniels für durchaus geeignet. Mit dem ihm eignen Unge­stüm suchte er nur nach ihm und redete sich vor, Zoroaster müsse inzwischen Nehusta vergessen haben und sollte dieses nicht der Fall sein so werde er wohl alles, was daraus entstehen könne, zu verhindern wissen." (F. f.)

Görlitz, 29. Februar. Ein junges Mäd­chen hatte sich hier wahrsagen lassen, und die Kartenlegerin hatte ihr prophezeit, daß sie das erste Viertelhundert ihrer Lebensjahre nicht über­schreiten würde. Dies hatte sie dem abergläubischen Mädchen so eindringlich erzählt, daß letzteres kürz- sich nach Dresden fuhr und in der Elbe den Tod

gemacht haben soll, in wenigen Jahren einige Hundert Mal vorgenommen worden ist, sich in einem solchen Falle ein Versehen hätte zu Schulden kommen lassen? Im Gegentheil es steht fest, daß die unter den damaligen Umständen äußerst schwierige Operation mustergültig vorgenommen worden ist und die Nachbehandlung der Operation entspricht.

Nicht genug kann hervorgehoben werden, daß der Kronprinz seine schweren Leiden als Märtyrer und als Held erträgt. Wenn menschliches Wissen und Können noch etwas vermag, so wird es ge­wiß geschehen. Das Leben des theuren Kranken, auf dessen Schmerzenslager heute die ganze Welt ihre theilnehmenden Blicke richtet, steht in Gottes Hand, und ihn müssen wir bitten, daß er das Ge­schick des leidenden Helden in Gnaden lenken möge."

Aus den Parlamenten.

Berlin, 2. März. Die heutige Sitzung des Reichs­tages wurde vollständig von der zweiten Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit st,»findenden Gerichtsverhandlungen, ausgeMt. Das Ergebniß der längeren Verhandlungen war die unver- änderte Annahme der Commissionsbeschlüffe, nachdem alle dazu eingebrachten Abänderungsanträge abgelehnt waren. Morgen: Rechtsverhältnisse der Schutzgebiete; Sonntags­arbeit; Identitätsnachweis.

Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des Etats des Kultusministeriums fort. Eine kurze Diskussion knüpfte sich dabei zunächst noch an den Tit. 1 (Ministerge.

Halt) in welcher namentlich die Klagen über Verkümme­rung der polnischen und dänischen Sprache wiederholt Aus­druck sanden. Der Herr Kultusminister beschränkte sich in dieser Beziehung darauf, auf seine früheren Auslassungen bei Gelegenheit der Interpellation bezüglich seines Erlasses hinzuweisen, daß die gegen diesen Erlaß ins Werk gesetzte Agitation jeder reellen Grundlage entbehre. Wenn im Nebligen polnische Arbeitermassen deutsche Gegenden über­schwemmten, so könne man daraus nicht die Verpflichtung für die Regierung herleiten, nun auch den Charakter der Volksschule zu ändern. Den Klagen über Mangel an Geistlichen, speciell in dem hohenzollernschen Antheil der Diärese Freiburg gegenüber, wies der Herr Minister nach, daß während der letzten drei Jahre in dieser Beziehung eine erfreuliche Befferung eingetreten fei und daß in Hohen- zollern fchon auf 768 Seelen ein Geistlicher komme, so daß von einem eigentlichen Nothstand gar nicht die Rede sein könne. Ein Antrag wegen Erhebung einer Enquete über die Einkommenverhältnisse katholischer Seetsorgestellen wurde der Budgetkommission überwiesen. Von den zur Berathung gelangten Positionen wurde nur der in den Etat eingestellte Mehrbetrag zur Ausbildung altkatholischer geistlicher Eleven gestrichen, alle übrigen Positionen wurden unverändert genehmigt. Morgen: Fortsetzung der Berathung.

Berlin, 3. März. Der R eichstag erledigte zu­nächst in zweiter Berathung den Gesetzentwurf, bett, die Löschung nicht mehr bestehender Firmen im Handels­register, durch unveränderte Annahme. Sodann wurde die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, zu Ende ge». führt und beschlossen, daß das Gesetz mit dem Tage der Verkündigung in Kraft treten soll. Der Gesetzentwurf, be­treffend Abänderungen und Ergänzungen der Gewerbeord­nung (SonntagSfrage), von den Abgg. Dr. Lieber, Hitze eingebracht, hat einer Commission vorgelegen und diese hat ihre einstimmig gefaßten Beschlüsse dem Plenum unter­breitet. Dieselben erfuhren heute auch nur geringe Aende­rungen. Schließlich kam der von den Abgg. Ampach und Genossen eingebrachte Gesetzentwurf, betr. die Beseitigung des Identitätsnachweises, in zweiter Berathung zur Verhand­lung. Dieselbe wurde indeß, nachdem außerdem Referenten ein Redner gegen (Abg. Frhr. v. HornsteinCentrum) und einer (Abg. v. KardorffReichspartei) für die Commissions- beschlüsse gesprochen, abgebrochen und bis Montag 1 Uhr vertagt.

Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich bei Fort­setzung der Berathung des Etats des Kultusministeriums

suchte. In einem hinterlassenen Briefe hatte das Mädchen die Angst geschildert, die es vor dem Er- eigntß hätte, welches ihren noch vor dem 25. Lebens­jahre erfolgenden Tod herbeiführen würde. Der Name der Wahrsagerin ist der Behörde bekannt geworden.

Leipzig, 2. März. In der hiesigen Lutherkirche brach gestern Abend aus bisher unbe­kannter Veranlassung Feuer aus. Bereits um 7 Uhr hatte der Feuermann, welcher die Dampf­heizungsanlage zu besorgen hat, brandigen Geruch im Schiff der Kirche wahrgenommen, und als er später wieder dahin gekommen war, Stühle im Innern der Kirche brennen sehen. Vergeblich war sein Bemühen, durch einige schleunigst herbeigeholte Eimer Wasser das Feuer auszugießen und den Brand zu löschen. Mit Blitzesschnelle griff das Feuer um sich und verbreitete sich so rapid, daß bald Alles inhellen Flammen stand. Auf sofortigen Alarm eilte in möglicher Schnelle unsere Feuer­wehr mit den Dampfspritzen herbei, aber sie fand bereits das Innere nicht mehr zugänglich und an Rettung des schönen Gebäudes war nicht mehr zu denken. Obwohl die Dampfspritzen mit dreifachen Schläuchen gewaltige Wassermasse» einschütteten, gewann der Brand immer mehr an Ausdehnung und der innere Dachstuhl mit dem kleinen Thurm brannte alsbald vollständig. Kurz nach 9 Uhr stürzte der kleine Thurm zusammen und fiel aufs Dach, einen gewaltigen Feuersprühregen um sich verbreitend, während im Innern der Kirche das Feuer gewaltig sortwüthete und auch der große

mit denjenigen Aniräzen, welche zu Titel 5 (zur Verbesse­rung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse) und Titel 18 (zur Entschädigung der Geistlichen und Kirchen« beamten, für den Ausfall von Stolgebühren) und Kapitel 124 (Kultus und Unterricht gemeinsam) gestellt waren, und welche theils eine Erhöhung der bezeichneten Fonds, theil« eine Regelung der Entschädigungsfrage für den AuSfall der Stolgebühren, sowie eine Dotirung der evangelischen Kirche anstrebten. Nach längerer Debatte, in welche auch die Herren Minister Dr. v. Goßler und v. Scholz eingriffen, wurden die sämmtlichen Anträge mit den bezüglichen Etat«- Positionen der Budgetkommission überwiesen. Nächste Sitzung: Dienstag.

Politische Nachrichten.

(Deutschland.) Am Sonnabend Bormit- tag nahm Se. Majestät der Kaiser zunächst den Vortrag des Ober-Hofmarschalls Grafen Perponcher entgegen und arbeitete Mittags längere Zeit mit dem Chef des Militär-Cabinets von Albedyll. Während der Nachmittagsstunden erledigte der Kaiser Regterungsangelegenheiten.

Se. Majestät der Kaiser feiert am 30. März (Charfreitag) sein 70 j ä h r i g es Jubiläum als General.

Die Vorlage, betreffend den Bau, beziehentlich einen erweiterten Ausbau verschiedener Eisen­bahnlinien im Osten des Reiches ist nun­mehr dem Bundesrathe zugegangen, wird von diesem vermuthlich am Montag erledigt werde» und dann unverzüglich an den Reichstag ge­langen. Ein mit dieser, den Vertretungen des Reiches zugehenden Vorlage parallel laufender Gesetzentwurf wird voraussichtlich gleichzeitig dem preußischen Landtage vorgelegt werden, da die 20 Millionen Reichsbeitrag zu dens. projectirten Eisenbahnbauten nur einen Theil, allerdings den größeren Theil, der insgesammt entstehenden Kosten bilden dürften.

Der Bundesrath hat der zweijährigen Ver­längerung der Gültigkeitsdauer des Socialisten­gesetzes zugestimmt.

Denyambg. Nachr." zufolge seitens deS Kultusministers angeordnet worden, daß die große Rede des Reichskanzlers vom 6. Februar, über deren hohe Bedeutung alle Parteien übereinstimmen, zum bleibenden Gedächtniß den Seminarlehrer­und Kreisschullehrer-Bibliotheken einverleibt werde. Zu diesem Zwecke sind den betreffenden Schulde- Hürden broschirte Separatabzüge übersandt worden.

König Malietoa von Samoa soll demReut. Bür." zufolge in Kamerun internirt werden, wohin er von dem deutschen KriegsschiffAlbatroß" ge­bracht worden ist.

Am Freitag wurde das Urtheil im Berliner Socialistenproceß verkündet. Von den acht Ange­klagten, welche das Geheimcomttee gebildet haben sollen, wurden 6 zu drei und 2 zu zwei Monat Ge­fängniß verurtheilt.

(Frankreich.) Der französische Kriegs­minister hat die commandtrenden Generale aufge­fordert, den Officieren den Besuch von Wirths­häusern oder derartigen Anstalten zu untersagen, deren Besitzer Ausländer sind. Die Untersuchung über die Kandidatur Boulangers wird von der französischen Regierung sehr eifrig geführt. Der General hat den Befehl erhalten sich aus seinen Posten zu begeben und denselben ohne Befehl nicht zu verlassen. Den Präfecten der betreffenden De» partements ist befohlen worden die Personen aus-

Glockenthurm innerlich einen Feuerheerd zeigte. Anfangs fürchtete man Gefahr für die nahe Ahle- mann'sche Strohhutfabrik, bis wohin die Feuer­garben ihre Strahlen sendeten. Dieselbe blieb aber verschont. Die Kirche ist vollständig verloren und eine traurige Ruine ragt an der Stätte des herrlichen Bauwerkes empor.

H a l l e a. S., 1. März. Gestern Morgen hat in der Dölauer tzaide bet Halle, in nächster Nähe der GastwirthschaftWaldkater", ein Ptsto- lenduell zwischen dem Dr. jur. Thilo aus Halber­stadt und prakt. Arzt Schmitz aus Cöln auf 5 Schritt Barriere stattgefunden. Beim dritten Kugelwechsel erhielt der Letztgenannte, ein Sohn des Herrn Sanitätsraths Dr. Schmitz in Cöln, einen Schuß in die Brust, der ihn schwer ver­wundete. Der mitgenommene Arzt legte sofort einen Nothverband an und ordnete die Uever- führung nach der hiesigen Königl. Klinik an. Ohne viel zum Bewußtsein gekommen zu sein, verschied der hoffnungsvolle junge Mann vergangene Nacht infolge der Verletzung.

Lübeck, 1. März. Soeben gelangt die Meldung hierher, daß die Stadt Bergen in Nor­wegen in Flammen steht. Die Feuersbrunst hat bereits große Verheerungen angerichtet und findet immer mehr Nahrung, da die Häuser der Stadt zum größten Theil Holzbauten sind.

(Auskunft.) Ein Mann fragt in einer Zeitung an,wie lange Aale leben?" und erhielt die Auskunft:Lange Aale leben ungefähr ebenso wie kurze Aale".