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Hersscliier Kreishlitt.
Mit wöchentlicher Kratis-Weilage „Illustrirtes Anterhattungsvlatt". Nr. 28. Dienstag den 8. März 1888."
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Amtliches.
Hersfeld, den 1. März 1888.
Von den durch das Reichsversicherungsamt genehmigten Unfall-Verhütungs-Vorschriften der Heffen-Nass. Baugewerks-Berufsgenossenschaft hat der Vorstand eine Ausgabe in Plakatform ver- anstaltet, welche die Vorschriften für die Arbeiter enthält und auf den B a u st e l l e n und in Werkstätten angebracht werden soll.
Diese Plakate sind bei dem Vertrauensmann, Herrn ^Bauunternehmer Robert Wölbing dahier, zum Preise von 5 Pfg. ä Stück käuflich zu haben, was hiermit den Betreffenden zur Kenntniß gebracht wird.
2533. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schl einitz.
Zugelaufen: Ein kleiner gelber Spitzhund mit einem gelben Halsband mit der Aulschrist H. Volkmar. Meldung des Eigenthümers bet dem Ortsvorstand zu Oberngeis.__
Bekanntmachung.
Gemäß des Gesetzes, betreffend Aenderung der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888 gehören die Ersatzreservisten zu den Mannschaften des Beurlaubtenstandes und können alljährlich einmal und zwar zu den im Frühjahr, im April stattfinden- den Control-Versammlungen herangezogen werden.
Die Berufung zu den Controlversammlungen erfolgt jedesmal durch öffentliche Aufforderung im Hersfelder Kreisblatt, unter Angabe auf welchem Controlplatz die Mannschaften des Beurlaubtenstandes also auch die Ersatzreservisten zu erscheinen haben, und an welchem Tage und zu welcher Tagesstunde die Controlversammlung abgehalten wird. Außerdem wird der Zeitpunkt der Controlversammlung durch die Ortsvorstände in ortsüblicher Weise bekannt gemacht.
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Zoroaster.
Nach dem Englischen des Marion Crawford. (Fortsetzung.)
14.
Obwohl seit dem Tage, daß der König Nehusta zum Weibe genommen hatte, nun drei Jahre verflossen waren, so war doch die Zuneigung desselben zu ihr sich immer gleich geblieben. Zwar hatten die zahlreichen Ausstände, welche seine ersten Regie- rungSjahre beunruhigten, ihn oft von ihrer Seite gerufen; doch war er stets als Sieger und mit den reichsten Geschenken für ste zurückgekehrt. Eine schwerere Aufgabe, als die Bezwingung rebellischer Unterthanen war es für ihn, den Frieden zwischen den beiden Königinnen aufrecht zu erhalten, wenngleich er Atossa äußerlich dieselben Ehren, wie Nehusta erwies, da die ältere Königin nicht nachließ die jüngere zu quälen und eS ste entgelten zu lassen, daß sie ihr den ersten Platz habe einräumen müssen. Niemals hatte Nehusta den wahren Sachverhalt bezüglich des Vorgangs aus der Terraffe erfahren; ste wähnte sich immer noch von Zoroaster betrogen und fühlte die brennende Wunde. Der ihr am Hochzeitstage zugeschleuderte Vorwurf hatte sie tief verletzt; doch hatte sie dem Könige nie den Grund ihres Bruches mit Zoroaster mitgetheilt, denn sie befürchtete seinen maßlosen Zorn über jenen Vorfall und mochte ihn weder gegen Atossa, noch gegen den treulosen Liebhaber reizen.
Die Richtbefolgung der Berufung zur Control- Versammlung wird disciplinarisch mit Arrest bestraft.
Die zu einer Controlversammlung erschienenen Personen des Beurlaubtenstandes, unterliegen, während des ganzen Tages zu dem sie einberufen sind, mithin vor, während und nach der Controlversammlung, den Disciplinar-Vorschriften und Militairgesetzen.
Hersfeld, den 25. Februar 1888.
___Bezirks-Commando Hersfeld.
Steckbriefs-Erledigung.
Der gegen den Füsilier Lausen der diesseitigen 9. Comp. unterm 15. 2. 88 erlassene Steckbrief hat sich durch Wiederergreifung des Genannten erledigt.
Meiningen, den 1. März 1888.
2. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 32.
Steckbrief.
Gegen den unten beschriebenen Knecht Conrad G e r l a ch aus Mecklar, geboren 6. August 1864 daselbst, welcher flüchtig ist, ist die Unter- suchungshaft wegen eines zu Blankenheim in der Nacht zum 18. Februar 1888 verübten schweren Diebstahls vom Königlichen Amtsgericht Roten- burg a/F. verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Gerichts-Gefängniß des Ergreifungsortes abzuliefern und Nachricht hierher zu den Acten J. II 267/88 zu geben.
Cassel, den 29. Februar 1888.
Der Königliche Erste Staatsanwalt.
J. A.: von Ditfurth.
Beschreibung: Alter: 23 Jahre. Statur:
Mittel. Haare: blond. Augen: grau.
Vom Kronprinzen
liegt in der Sonnabend-Nummer des „Reichsanzeigers" folgendes Telegramm vor:
Inzwischen hatte sich der König im Araxesthal unter der Festung Stakhar einen glänzenden Palast erbaut, indem er, wenn es die Staatsgeschäfte gestatteten, den Winter und den Frühling zubrachte. Von dort aus unternahm er seine Kriegszüge gegen die zahlreich auftretenden Gegenkönige.
Als er nun einst bei seiner Rückkehr von einem solchen Zuge wieder von den Streitigkeiten am Hofe hören mußte, meinte Atoffa:
„Wenn der König fort ist, fehlt es hier an einem Oberhaupte; Otanos ist zu nachgiebig."
„Ich kann niemandem trauen," erwiderte Darius unmuthig. „Könnt ihr denn nicht einen Monat Frieden halten?"
„Nein, das geht nicht. Des Königs Weiber werden stch nie mit einander vertragen. Gieb uns ein Oberhaupt."
„Aber wen?"
„Einst hatte der König einen treuen Diener," wagte Atossa zu sagen.
„Meinst Du etwa Zoroaster?" fiel DariuS rasch ein und sah sie dabei scharf an. Doch sie erwiderte völlig unbefangen:
„Allerdings. Warum lässest Du den nicht zu- rückkommen und machst ihn zum Gouverneur des Palastes? Er war treu — und fügsam."
Nun hatte der König zwar wohl eine vage Vermuthung, daß sie ihn mit der unerfreulichen Erinnerung an Zoroaster zu reizen suche, doch konnte er den verschlungenen Pfaden ihrer List, der er zweifellos nicht gewachsen war, nicht folgen; * er gab daher barsch nach und sagte r
San Remo, 3. März,
10 Uhr 30 Minuten Vormittags.
Die Wiedergewinnung der Körperkräfte Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen macht Fortschritte und bringen Höchstdie- selben einen Theil des Tages auf dem Balkon zu. Schlaf und Auswurf wie früher.
Mackenzie. Schröder. Krause. Hovell. von Bergmann. Bramann.
Prinz Wilhelm ist Freitag früh in San Remo eingetroffen. Am Donnerstag früh hat sich Professor Waldeyer von der Berliner Universität auf directe Berufung zur mikroskopischen Untersuchung des blutgefärbten Auswurfs des Kronprinzen eben dorthin begeben. Geheimrath v. Bergmann befindet sich, wie berichtet wird, auf directen Befehl des Kaisers noch immer in San Remo, hat aber einige Tage an der Behandlung des hohen Kranken nicht theilgenommen, erst der obige Bericht trägt wieder seine Unterschrift. Geheimrath Kußmaul ist wieder nach Straßburg zurückgekehrt. Wie es heißt, ist es den Aerzten neuerdings untersagt, den Berichterstattern Mittheilungen über das Befinden des Kronprinzen zu machen. Vermuthlich ist dies mit Rücksicht darauf geschehen, daß von einer Seite unrichtige und tendenziöse Nachrichten verbreitet wurden. Was sich augenblicklich über den Zustand des Kronprinzen sagen läßt, ist in einem der „Straßburger Post" von „unterrichteter Seite" zugehenden Bericht zusammengefaßt, der wohl weitere Verbreitung verdient:
„Sie schreiben mir, ich solle Ihnen doch genauere Nachrichten über das Befinden des Kronprinzen senden, als die von den Aerzten täglich im „Reichs-Anzeiger" veröffentlichten amtlichen Krankheitsberichte gäben. Es ist das sehr schwierig. Die deutschen Aerzte, welche Se. Kaiserliche Hoheit behandeln, haben sich das Wort gegeben, weder Zeitungsberichte zu schreiben noch sich den Zeitungsberichterstattern zur Ver-
„Nun wohl, wenn er noch lebt, soll er kommen» und Palastgouverneur werden. Treu war er — mag er sehen, wie er mit Euch fertig wird."
So erging denn der Aufruf, Zoroaster zu suchen und dem Hofe zuzuführen.
Die verschiedensten Gründe bestimmten den König, Zoroaster's Rückkehr zu wünschen. ES war seinem biederen geraden Sinn bald klar geworden, daß Nehusta halb aus Dankbarkeit für seine Güte, halb aus Zorn über ihren treulosen Liebhaber sein Weib geworden war. Was der Grund des Zerwürfnisses mit Zoroaster gewesen: danach fragte er nicht, um sein häusliches Glück nicht zu stören; denn sie war stets sanft und hingebend, wenn auch nicht leidenschaftlich in ihrer Zuneigung. Jetzt nun, wo der Name des Treulosen wieder vor ihr genannt wurde und eS verlautete, daß er sogar eine hohe Stelle in dem königlichen Haushalte einnehmen solle, bemächtigte sich ihrer sichtlich eine gewisse Ruhelosigkeit, die stch nur auf das bevorstehende Ereigniß beziehen ließ. Es lag also dem Darius zunächst daran, zu erfahren, was Zoroaster's Schuld gewesen.
Der schwerer wiegende Grund für seine Zurück- berufung lag in Nachstehendem. Die Feststellung der Staatsreligion und die Regelung des Cultur in dem großen Königreiche war eine Lebensfrage und dazu suchte er den Beistand des Zoroaster, des Schülers des großen Daniel.
Wie so vieles andere, so war auch die Religion in dem großen, aus so vielen Provinzen zusam- mengesetzten Reiche stete» Wechsel unterworfen ge«