Stadt zu fungiren), nach Ablauf der Probezeit aus Lebenszeit, 1500 Mk. penstonsfähiges Jahresgehalt, außerdem jährlich 60 Mark Uniformzu- schuß. Ntederflörshetm, Postagentur Landbriefträger, aus vierwöchentl. Kündigung, 540 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Sachfenhausen, Specialdirection der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gefellschait zu Mainz, Hilfs- bremser auf 14tägige, bei definitiver Anstellung aus imonatliche Kündigung, beider Einberufung 1 Mk. 60 Pf. Tagelohn und bei der Anstellung, welche bei Bewährung im Dienst erfolgt, 700 Mk. Jahresgehalt nebst den reglementsmäßigen Fahr- diäten.
Hersfeld, 15, Februar. Der Militär-Jnten- dantur-Assessor Berg, Vorstand der Intendantur der 21. Division, ist zum Mtlitär-Jntendantur-Rath ernannt worden. Dem Bezirks-Feldwebel tz o f f - meyer beim 2. Bataillon (2. Cassel) 2, Thüringischen Landwehr-Regiments Nr. 32 ist von Sr. Majestät dem Könige die Erlaubniß zur Anlegung der ihm verliehenen, dem Grobherzoglich sachsen- ernestintschen tzausorden affiliirten goldenen Verdienstmedaille ertheilt worden.
§ Hersfeld, 15. Februar. Nach amtlicher Feststellung sind unter den in den Stadt- und Landgemeinden des Kreises Hersfeld im Jahre 1887 geschlachteten und mikroskopisch untersuchten 9104 Schweinen 2 Stück als trichinös und 7 Stück als finnig befunden worden.
Melsungen, 12. Februar. In der Zeit von Weihnachten wurde hier die Ehefrau des Schuhmachermeisters D. vermißt. Alle Nachforschungen nach derselben blieben vergeblich. Heute fand man in der Nähe von Guxhagen die Leiche derselben in der Fulda. Ob hier ein Unglückstall, oder Selbstmord vorliegt, ist nicht festzustellen. Die Verstorbene galt als eine sehr tüchtige Frau.
Volkmarfen, 12. Februar. Ein Dienstmädchen beging die Unvorsichtigkeit, eine sogenannte Küchenlampe auf die erhitzte Kochmaschine zu stellen und mit Petroleum zu füllen. Das Pelroleum- Bassin platzte, es entstand eine Flamme, welche die Kleider des Mädchens ergriff. Als die Hilferufe desselben nicht gehört wurden, lief es in seiner Noth, während die Flammen schon an ihm hinaufzüngelten, in die Stube. Die in derselben befindliche Frau M. besaß die Geistesgegenwart, holte trotz aller Bestürzung rasch eine Bettdecke, warf das Mädchen zu Boden, indem sie dies gleichzeitig in dieselbe vollständig einwickelte und mit aller Kraftanstrengung so die Flamme erstickte, während sonst ein größeres Unglück unausbleiblich gewesen wäre. Das Mädchen, welches nicht unerheblich im Gesicht, an Armen und Händen von Brandwunden, die wettere Gefahr jedoch nicht befürchten lassen, bedeckt, mußte tm hiesigen Krankenhaus untergebracht werden. — Wie nothwendig und eindringlich die Warnung, mit Petroleumlampen vorsichtig umzugehen, immer zu wiederholen ist, beweisen die derartigen so oft sich wiederholenden Fälle.
Rauschenberg, 10. Februar. Heute wußte das 11jährige Söynchen eines hiesigen Beamten, während derselbe in Amtsgeschäften sich auswärts befand, einen in dessen Bureau an verborgener Stelle aufbewahrten geladenen Revolver auszukund- schaften, und suchte sich nunmehr der Knabe mit der Mechanik der Waffe vertraut zu machen, wobei sich ein Schuß entlud. Die Kugel drang dem jungen Schützen in den linken Oberarm und konnte nach mehrstündigen Bemühungen bislang nicht aus dem Schußcanal entfernt werden, da der Sitz derselben in der Wunde zur Zeit noch Nicht festgestellt ist.
Aus dem Kreise Schlächtern, 13. Febr. In dem Dorfe Sterbiritz grafsirl f chon seit Monaten die Diphtheritis in schrecklicher Weise. An 40 Kindern sind dieser heimtückischen Krankheit zum
Opfer gefallen. Manche Familien werden be- sonders hart davon betroffen. So starben am 10. d. Mts. dem Herrn Apotheker Körner von seinen drei Kindern am selben Tage innerhalb 2 Stunden das älteste Kind von 9 und das jüngste von 21/, Jahren.
Verwischtes.
— Cöln, 11. Februar. Gestern traf auf dem hiesigen Bahnhöfe von Paris kommend eine Dame ein, welche durch einen colossalen Umfang den Zollbeamten sofort auffiel. Eine Untersuchung ergab dann auch, daß die Dame werthvolle Pariser Spitzen, Bänder und dergl. unter ihren Kleidern verborgen hatte, um sie der Verzollung zu entziehen. Der mißlungene Versuch kam der Defraudanttn auf 700 Mark zu stehen. Sie zahlte und konnte dann weiter reisen.
— Hamburg, 10. Februar. In diesen Tagen wurde aus dem Krankenhause ein Maurergeselle als geheilt entlassen, welcher vor circa einem Jahre bet einem Bau in der Neustädter Fuhlent- wiete verunglückt war, wobei er sich den Schädel zersplittert hatte, während das Gehirn und die Gehirnhaut unbeschädigt geblieben waren. Es wurde eine äußerst schwierige Operation mit ihm vorgenommen, welche vollständig gelang, und dann wurde er mit einer künstlichen Schädeldecke versehen. Seine Genesung ist eine vollständige, allein er darf nur leichte Arbeiten verrichten. Er erhielt von der Unfallversicherung ein Viertel seines bisherigen Dienstlohnes.
— Berlin, 14. Februar. Aus dem Referendar-Examen wird der „®. Z.* eine köstliche Episode erzählt: Professor R. ist in Berlin als der liebenswürdigste und mildeste Examinator bekannt. Neulich fragte derselbe einen Rechtscandidaten nach der Karolina, und weshalb das Gesetzbuch diesen Namen trage. Die Antwort lautete richtig: „Weil König Karl sie erlassen hat.* „Und welcher Karl war das?* fragte der Professor weiter und machte dann, als der Geprüfte nichts zu erwidern wußte, demselben ein kleines Zeichen, indem er die fünf Finger seiner Hand unwillkürlich vor die Stirn legte. „Nun, welcher Karl war es§* fragte noch einmal der Professor; der Herr Candidat aber war nun dahinter gekommen und erwiderte: „Karl der — Kahle *l
— Saargemünd, 12. Februar. Bei dem in der Nähe gelegenen Orte Diedingen ereignete sich ein Straßenraub, den ein fünfzehnjähriges Mädchen an seinem Großvater ausführte. An einem Januartage machte sich der greife Landwirlh Eidesheim auf den Weg von Diedingen nach Set- tingen und nahm eine Summe Geldes mit. Letzteres wußte seine 15jährige Enkelin Elisabeth, eine über ihre Jahre stark entwickeltes Mädchen, Sie zog Männerkleider an, schwärzte sich das Gesicht und legte sich an einer einsamen Stelle abseits der Straße in den Hinterhalt. Als nun der Großvater in der Morgendämmerung des Weges kam, brach das Mädchen aus dem Versteck hervor, drang aus den allen Mann ein, forderte Blut ober Geld und entriß dem Ueberrumpelten das Taschentuch, in welches er 71 Mark eingewickelt hatte. Dann verschwand die Räuberin querfeldein. Aber die Sache wurde ruchbar, uno am Tage des Ueberfalls noch wurde der weibliche Wegelagerer verhaftet. Dieser Tage wurde die jugendliche Straßenräuberin von der Strafkammer zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt.
— G ö r l i tz, 12. Februar. In Obercunewalde und Umgegend ist die Zahl der tödtlich verlaufenen Trichinenerkrankungen auf 26 gestiegen. Zu den letzten Opfern gehört der in der Blüthe der Jahre gestorbene Kaufmann Schüler in Löbau, Vertreter der Brauerei zum „Walbschlößcheo* in Dresden. Derselbe ist auf einer Geschäftsreise nach Ober
cunewalde glommen und hat dort von den trichinen- haltigen Rbicherwürstchen gegessen, auch einige derselben für seine Familie mitgenommen; seine Frau, drei Knder und das Dienstmädchen liegen noch schwer rank darnieder. Die Noth in den von der Kranheit am meisten betroffenen Dörfern ist unbeschreibtch groß. Das Hülfscomitee verausgabt jetzt vöchentltch 1500 Mark zur Unterstützung, und 'ann dabei doch nur die aller- dringendsten Fäle berücksichtigen.
— Siegen 11. Februar. Heute Nacht erhängte sich der Sendant der hiesigen Sparcasse des Amtes Weidenau Bei einer gestern stattgefunde- nen Revision der Sparcasse stellte sich ein Deficit von ca. */, Millim Mark heraus und sollte heute die Verhaftung der Rendanten Fischbach stattfinden. Die Sparcasse halte bedeutende Reservefonds, so daß die Einleger von jedem Verlust geschützt sind.
— Aus derArovinzPosen, 9. Febr. Große Verheerungen haben die Schneestürme der vorigen Woche auch in Westpreußen angerichtet. Selbst der Verlust von Menschenleben ist zu beklagen. Der Verkehr auf den Landstraßen ist gehemmt oder doch erschwert. Viele Häuser der Dörfer haben ihre wenig festen Dächer verloren, und es soll keine Seltenheit gewesen sein, daß sich die Leute vielfach erst aus ihren Häusern durch die Schneewälle graben mußten. Ganze Ortschaften wurden durch Schneemauern von der Außenwelt tagelang abgeschlossen; Hülse von außen war nothwendig. Für den Wildstand wird gefürchtet.
— B u d a p e st, 9. Februar. Ueber ein Abenteuer mit einem musikalischen Wolfe berichten hiesige Blätter: „Vor einigen Tagen stieß ein vom Lande nach Sepst-Szent György heimkehrender Zigeuner- musikant, der die Trompete bläst, auf einen Wolf. Dieser machte Miene, mit dem Musikanten in unangenehme nahe Berührung zu kommen. Boncza — so heißt der „Flügelhornist* — verfiel in seiner Angst auf den glücklichen Gedanken, feinem Blechinstrumente mächtige Stöße zu entlocken. Der Wolf wurde stutzig, heulte fürchterlich und gab dem blasenden Musikanten in steter Entfernung und ununterbrochen heulend das unheimliche Geleite bis vor die Stadt.
— Aus A u s s e e in S t e i e r m a r k wird berichtet: Durch den Holzwerkgraben ging vom Sarstein eine Lawine, die bisher dort nie herab- kam, nieder, riß den ganzen Wald um und verlegte die Eisenbahn mit Schnee- und Baumstämmen auf hundert Meter Länge. Drei Jäger wurden im Tauplitzer Walde verschneit und konnten trotz eifrigsten Suchen? bis jetzt noch nicht aufgefunden werden. Es schneit gleichmäßig fort.
— New-Iork, 10. Februar. In Wap- wollopen (Wyoming Thal, Pennsylvanien) ist Duponts Pulvermühle in die Luft geflogen, wobei 20 Tons Pulver explodirt sein sollen. 4 Personen wurden gelobtet und 40 verwundet, darunter 14 schwer. Die Erschütterung wurde in allen Kohlengruben von Wyoming verspürt und die Arbeiter eilten an die Oberfläche, da sie glaubten, daß ein großes Unglück geschehen sei.
— Eine seltsam bescheidene Meinung von sich selbst hat eine Herrschaft in oder bet Ilmenau. Dieselbe erließ dieser Tage folgende Anzeige in einer dortigen Zeitung: „Ein braves fleißiges Dienstmädchen, welches schon einmal bei Vieh gedient hat, kann sofort bei mir in Dienst treten.*
— Frau (zum heimkehrenden Mann): „Du kommst schon wieder aus dem Wirthshaus?* — Mann: „Du willst doch nicht, daß ich immer dort bleibet*________________
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Theater in Hersfeld.
Im Saale des Herrn Kniese.
Donnerstag den 16. Februar 1888.
3. Vorstellung im Abonnement.
QCr Novität von Nioser! W Der
Bureaukrat.
Lustspiel in 4 Acten v. G. v. Moser.
Einmalige Aufführung.
Freitag den 17. Februar 1888.
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Tochter Belials.
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