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von Asbest angefertigt und sind durchaus feuer­sicher, während ihre Füllung aus verdünnter Luft bestehen soll.

(Frankreich.) In Paris ist man schon wieder einmal einer Cabinetscrisis nahe. Das JournalParis" will wissen, Ministerpräsident Ttrard werde seinen am Dienstag von der Budget- commission abgelehnten Getränkesteuer-Entwurf aufrechthalten und aus dessen Annahme eine Cabi- netsfrage machen, mehrere Minister theilten jedoch die Ansicht Tirards nicht.

& (Rußland.) Nihilistische Verhaftungen werden aus Petersburg, 16. Januar, berichtet: Auf Be­fehl des Petersburger Sladthauptmanns, General Gresser, wurde in der Nacht vom 12. auf den 13. d., der russischen Neujahrsnacht, in Petersburg plötzlich eine polizeiliche Massen-Haussuchung vor­genommen, wobei nicht weniger als 887 verdächtige Personen verhaftet wurden. Wie ein Wiener Blatt meldet, brach bei einer der polizeilichen Haus­suchungen Feuer aus, welches sich mit großer Schnelligkeit im ganzen Hause verbreitete und dasselbe innerhalb zwei Stunden gänzlich einäscherte. Viele Hausinwohner, welche im Verdachte standen, nihilistische Proklamationen gedruckt und verbreitet zu haben, wurden während des Brandes verhaftet. In dem abgebrannten Hause, verbrannte auch die nihilistische Buchdruckerei.

Aus Heffen-Naffau.

* Hersfeld, 20. Januar. Die Königliche Eisenbahn - Direction zu Frankfurt a./M. erläßt folgende Bekanntmachung: Die auf den Stationen in den Zügen rc. des Eisenbahn-Directionsbezirkes Frankfurt a /M., sowie der Eronberger und der früheren Nordhausen »Erfurter Eisenbahn in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1887 zurück­gelassenen und von den Verlierern nicht reclamüten Gegenstände sollen Dienstag, den 31. Jan. 1888, Vormittags 9 Uhr, in dem in Sachseuhausen, Mühlbruchstraße Nr. 18, gelegenen Fundbüreau der Königlichen Elsenbahn-Direction gegen gleich baare Bezahlung öffentlich und metstbtelend verkauft werden. Die unbekannten Eigenthümer dieser Gegenstände werden hiermit aufgefordert, ihre etwaigen Rechte bis zum 29. Januar d. J. geltend zu machen, widrigenfalls zum Verkäufe derselben nach Maßgabe des § 33 des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands geschritten werden wird.

Hersfeld, 20. Januar. Ein Maurer wurde beim Bauern in brennender Hitze, welche durch die von dem Mauerwerk zurückgeworfenen Sonnen­strahlen noch erhöht wurde, durch Hitzschlag (Sonnenstich) getöblet. Laut Rekursentschelbung des Retchs-Lersicherungsamts vom 14. November 1887 ist dieser Unfall als bet dem Betriebe einge- treten anzusehen, weil die Einwirkung der Hitze und der Sonnenstrahlen auf das Gehirn des Ver­storbenen durch die eigenthümlichen Anforderungen seiner Thätigkeit im Betriebe veranlaßt wurde.

Hersfeld, 20. Januar. Daß das Ausknobeln der Zeche als Hazardspiel vom Reichsgericht be­zeichnet worden sei, wurde jüngst in der gesammten Tagespresse mitgetheilt. Jetzt erklärt dasGast­haus", daß nach den an Ort und Stelle eilige- zogenen Erkundigungen die Sache wesentlich anders liegt. Danach haben die betheiltgten Personen sich nicht aus das Ausknobeln der Zeche beschränkt, sondern jedesmal noch Geldeinsätze von mindestens 10 Pfennigen gemacht. Hierbei kam es zu Streitigkeiten, welche mit einer Schlägerei endeten. Die Mißhandelten denuncirten wegen Körperver­letzung, und hierdurch kam auch das vorherge- gangene Spiel zur Kenntniß der Behörde. Der Gastwirth soll schon zweimal wegen Duldung von Glücksspielen vorbestraft sein, und hieraus erklärt es sich, daß das Reichsgericht das Knobeln wegen der in die Zechen hineingebrachten kleinen Geld- einsätze als Hazardspiel angesehen und das verur- theilende Erkenntniß der Borinstanz bestätigt hat.

Hersfeld, 20, Januar, Die postamtliche Bestellung von Schreiben mit Zustellungsurkunden darf bekanntlich, wenn der Empfänger nicht in der Wohnung angetrossen wird, an einen zu der Familie gehörenden erwachsenen Hausgenossen oder an eine in der Familie dienende, erwachsene Person er« folgen. Wird in der Wohnung auch eine solche Person nicht angetrossen, so kann die Zustellung an den in dem­selben Hause wohnenden Hauswirth oder Bermiether er­folgen, wenn diese zur Annahme des Schriftstückes bereit sind, Die Frage, ob die Zustellung auch an die Ehefrau des Hauswirthes oder VermietherS geschehen kann, hat . kürzlich zu einem interessanten Rechtsstreit geführt, der vier Instanzen beschäftigt hat und über welchen ein ausführlicher Bericht im Postarchiv sich findet. Wegen der besonders ge. arteten Verhältnisse, unter denen in jenem Falle auch die Ehefrau alsBermiether" galt, wurde in dem Processe zu Gunsten des beklagten Postboten entschieden. Das Reichs- postamt hat jedoch Veranlassung genommen, auf Anfrage einer Oberpostdirection den Bescheid zu ertheilen, daß der­artige Briese mit Zustellungsurkunden an die Ehesrau des Hauswirthes oder Vermiethers postamtiich nicht erfolgen sollen.

Hersfeld, 20. Januar. Dem bisherigen Pfarrverweser zu Remsselv, Classe Homberg,

past. extr. Heinrich Paul ist die dortige Pfarr- stelle definitiv verliehen worden.

S Hersfeld, 20. Januar. Die in unserer Stadt rühmlichst bekannte photographische An­stalt des Herrn T e l l g m a n n hat eine neue Auszeichnung erhalten; denn der Besitzer der ge­nannten Firma ist von Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog von Hessen-Darmstadt zum Hofp hotographen ernannt worden. Wir freuen uns, Herrn Tellgmann hierzu herzlich gratulieren zu können.

t Asbach, 20. Januar. Am 18. d. Mts. erlegte der hiesige Einwohner Johannes Fink eine wilde Gans im Gewichte von 7 Psd.

Cafsel, 18. Januar. Pfarrer Thümmel und Buchhändler Wiemann werden gegen das am 13. d. M. ergangene Urtheil hiesiger Strafkammer Revision einlegen.

Allendorf a. W., 17. Januar. Die Liefe- rung und amtliche Verwiegung des Tabaks vom Erntejahr 1887 hat vom 9. bis 16. d. Mts. bei der hiesigen Verwiegungsstelle stattgefunden. Es erzielten die hiesigen Tabaksbauer einen etwas niedrigeren Preis als im verflossenen Jahre, indem die Fabrikanten aus Eschwege und Nordheim 2224 Mk. pro Centner entrichteten, während für die Randblätter nur 1820 Mark pro Centner bezahlt wurden.

Sachsenhagen, 15, Januar. Ein Arbeiter aus dem Dorfe Loccum war im Walde mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt, als er beim Sturze eines Baumes so unglücklich getroffen wurde, daß er auf der Stelle todt blieb. Er hinterläßt eine Frau mit noch vier unversorgten Kindern.

Borken, 16. Januar. In dem benachbarten Freudenthal traf die Familie des Maurers Sch. ein beklagenswerther Unglücksfall, indem deren nahezu 2 Jahr altes Söhnchen sich derartig mit siedendem Wasser verbrannte, daß dasselbe trotz aller Hülse, die geleistet wurde, seinen schmerz­haften Brandwunden erlag. Den Eltern, welche übrigens durchaus nicht die geringste Verschuldung trifft, wird allgemeine Theilnahme entgegen- gebracht. (Hornb. Kr.)

Rinteltt, 16. Januar. Aus Blotho a. W. wird mitgetheilt, daß zwei Bauern eines nahege­legenen Dorfes schwer erkrankt sind, nachdem sie eine kranke Kuh geschlachtet. Man vermuthet, daß diese an Milzbrand litt und die beiden Männer sich eine Blutvergiftung zugezogen haben. (Laut späterer Meldung ist der eine der beiden Erkrankten bereits gestorben, der Zustand des andern ist hoffnungslos.)

Bolkmarsen, 17. Jan. Ein hervorragendes Schaf besitzt der Landwirth Leferinghausen zu Culte. Dasselbe brächte vorigen Sonnabend 4 lebendige Junge zur Welt. Die Familie befindet sich sämmt­lich wohlauf. Die Lämmer sind kräftig gebaut und wohl genährt. Gewiß gehört dies Vorkommniß zu den größten Seltenheiten.

Vermischtes.

Zehn Jahre sind jetzt gerade ver­strichen feit jenen Tagen, wo unser Kronprinz aus Anlaß der Beisetzung Victor Emanuels und der Thronbesteigung König Humberts in Rom weilte. Einem wahren Triumphzuge glich, wie dieRat.-Ztg," jetzt wieder in Erinnerung bringt, die Fahrt des deutschen Thronsolgers von dem Bahnhof zum Palast Casarelli; die Wagen des Kronprinzen und seines Gefolges konnten sich nur langsam durch die eine enge Gasse bildenden Menschen bewegen, und begeisterte Zuruse durchbrausten die Luft. Der Kronprinz hatte im Fluge die Herzen der Italiener gewonnen, und alles war der Bewunderung voll über seine ritterliche Erscheinung und Leutseligkeit. Dann nahte jener unvergeßliche 18. Januar, der dem deutschen Kron­prinzen den höchsten Zoll der Liebe des italienischen Volkes brächte. Es war vor dem Quirinal. Eben war König Humbert der Erste nach der Eidesleistung auf Monte Citorio hierher zurückgekehrt, da versammelte sich vor dem Königspalast eine vieltausendköpfige, enthusiastisch bewegte Menge. Der König und die Königin traten auf den Balkon und wurden mit Jubelrufen empfangen. Als die begeisterten Kundgebungen fortdauerten, traten die Maje­stäten nochmals heraus, jetzt mit dem Kronprinzen deS Deutschen Reiches, welcher den italienischen Kronprinzen, den Prinzen von Neapel, im Arme hielt. Als bei diesem reizenden Anblick die Menge in noch lautere Jubelrufe auS- brach, hob der deutsche Thronfolger den Keinen Prinzen, der dabei vor Vergnügen in die Hände klatschte, in die Höhe, um ihn der Menge zu zeigen. Dieses Bild innigsten Familienglücks hat sich den Herzen der Italiener fest ein­geprägt, seit jenem Tage ist der deutsche Kronprinz der er­klärte Liebling des italienischen Volkes. Die Liebe, die er damals erfahren, sie wird dem deutschen Thronfolger jetzt in den Tagen der Krankheit und des Fernseins von der geliebten Heimath doppelt wohlthun.

Cöln, 16. Januar. Im belebtesten Theile der Stadt, Ecke Schildergasse und Herzogstraße, trat heute Abend ein Mensch an einen dort patroulllrenden Schutzmann heran, hielt ihm eine Pistole dicht vor das Gesicht und drückte los. Der mit Schrot geladene Lauf zersprang und nur ein verhä.tntßmäßig geringer Theil drang dem Beamten in die Wange, während ein Passant von einem Stück des zersprungenen Laufes leicht ge­streift wurde, Den Attentäter hielt ein aus dem

nächsten Laden herzugeeilter junger Mann fest, so daß er verhaftet werden konnte; den Schutzmann brächte man in's Hospital. Wie es heißt, ist der Verbrecher ein Zuhälter, der kürzlich auf das Zeug­niß des Schutzmanns hin bestraft wurde.

BeiRastenburg i. Ostpr. wurde ein aus dem Urlaub in die Garnison zurückkehrender Soldat von zwei Mausefallenhändlern übersallen, mit einer Drahtschlinge erdrosselt und beraubt. Im Kruge des nächsten Dorfes theilten sie sich den Raub, wurden dort erkannt und verhaftet.

Augsburg. Durch einen sträflichen Leichtsinn hat in Schwabmünchen ein zweijähriges Kind einen entsetzlichen Tod gefunden. Die Frau des Privatiers Stuhler war mit Waschen be­schäftigt und auch ihr zweijähriges Söhnchen hielt sich in der Waschküche auf. Da setzte eine andere Frau das Kind auf den Deckel des mit kochendem Wasser gefüllten Waschkessels, der Deckel rutschte und mit diesem das Kind in das kochende Wasser. Das arme Geschöpf erhielt dadurch so schwere Brandwunden, daß es nach zwei Tagen unter den gräßlichsten Schmerzen starb.

U n n a. Die Verwaltung der ZecheMassen" Hierselbst erhielt dieser Tage aus Hamburg einen Geldbrtef im declarirten Werthe von 4000 Mk. Der Brief enthielt indes lediglich Papterschnitzel. Merkwürdigerweise waren die Siegel völlig un­verletzt. Die Behörden sind eifrig bemüht, das rätselhafte Verschwinden des Geldes auszuklären.

Bei Merseb urg hat sich ein junges Mädchen aus unglücklicher Liebe aus die^Schienen gelegt, um sich überfahren zu lassen. Die Unglück­liche erreichte jedoch ihren Zweck nicht, sie wurde vielmehr auf die Seite geschleudert und ihr nur der rechte Arm abgefahren.

Durch Schneestürme war Odessa von dem Verkehr mit dem In- und Auslande fast eine Woche lang gänzlich abgeschnitten. In Rasdelnaja, Shmerinka und Birsula lagen verschiedene Züge fest. Auf der Station Rasdelnaja hatten sich 3000 Reisende angesammelt, die in kurzer Zeit alle Vor- räthe auszehrten. Aus der Umgegend waren keine Lebensmittel zu erlangen, da es unmöglich war, sich durch den Schnee durchzuarbeiten. In Birsula, wo sich 10 Züge angesammelt hatten, mußte der Inhaber der Bahnhofswirtschaft seine vier besten Milchkühe schlachten, damit die Reisenden nicht verhungerten. Zu den Schneestürmen gesellten sich Fröste, welche sich bis auf 27° R, unter Null steigerten. Der russische Winter zeigte sich in seiner ganzen Strenge. Ein Transport von 130 Ochsen, welcher von Tiraspol auf dem Odessaer Schlacht- vtehmarkt expedirt wurde, erfror unterwegs. Alle Thiere erlagen der furchtbaren Kälte. Auch auf dem Schwarzen Meere wüthen gewaltige Orkane, und kein Schiff wagt sich aus dem Hasen.

(Schneestürme in den Vereinigten Staaten.) In den letzten Tagen wurde das Gebiet der Staaten Texas, Dakota, Montana, Nebraska und Kansas von furchtbaren Schnee­stürmen heimgesucht, durch welche nach den bis­herigen Meldungen bereits 115 Personen den Tod gefunden haben. Die Bahnzüge bleiben tage­lang im Schnee stecken und ist der Verkehr zwischen den einzelnen Staaten dadurch fast gänzlich abgeschnttten. Aus dem imSchützen-Liesl" in Nürn­berg ausltegenden Buche.

Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Uebel größtes sind die Schulden.

(Darunter schreibt ein Zweiter.) Die Schulden sind der Uebel größtes nicht. Ein größeres ist, die Zahlungspflicht,

(Ein Dritter schreibt darunter.) Die ZahlungSpflicht ist der Uebel größtes nicht, Das Größere, wer zahlen soll und kann es nicht.

(Ein Vierter schließt.)

Richt zahlen können ist der Uebel größtes nicht, Ein größeres ist, wer zu sordern hat und kriegt es nicht.

Von einem starken Biertrinker wurde gesagt: er sei Morgens ein Bierfaß und am Abend ein Faß Bier."

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Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst Sonntag den 23. Januar.

Vormittags: Herr Pfarrer Schaub.

Nachmittags: Herr Pfarrer Hosbach. Mittwoch den 26. d. M. Abendgottesdienst:

Herr Pfarrer S ch a u b.