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Hcrsstliltl Kreisiililtt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIssustrirtes Nnterhaktungsvlatt".

Nr. 6. Sonnabend den 14 Januar 1888.

Aöonnements-Ginladung.

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Hersfelder Krelsdlatt mit der wöchentlichen Gratis - Beilage Jttustrwtes Unterhaltungsblatt" pro 1. Quartal werden noch fortwährend bei allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 2, Januar 1888.

In Gemäßheit des §. 23 bezwse. 56 der Ersatz« Ordnung vom 28. September 1875 haben alle diejenigen Personen männlichen Geschlechts, welche 1) in dem Zeitraum vom 1. Januar 1868Bt§ einschließlich 31.December 1868 geboren sind,

2) dieseLAlte rJuuLei.il äLtxtorLLUiu aber sich noch nicht vor einer Er­satz-Behörde zur Musterung bezwse. Aushebung gestellt,

3) sich zwar gestellt, aber über ihr Militär-Verhältniß noch keine f e st e B e st im m un g er h alt e n h a be n, sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. I. zur Rekrutirungs« Stammrolle zu melden, und dabei die über ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits ergangene Bestimmungen über ihr Militär-Verhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.

Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschließlich der Gutsvorsteher des Kreises haben demgemäß im laufenden Monat folgende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise viermal zu erlassen:

Das Fegefeuer in Frappes Wigwam.

Von BalduinMöllhausen. (Fortsetzung.)

Du sprichst die Wahrheit", fuhr Rekoma fort. Kitty war Dein Leben. Kannst Du das Leben aus Deinem Herzen reißen, ohne zu sterben? Nein. Kannst Du ein anderes Weib zu Deinem Leben machen? Nein. Die Liebe ist die größte Medicin; sie geht ihren eigenen Weg. Kitty sagte: Farfar ist mein Freund, aber ich will nicht seine Frau fein. Konnte das Jemand ändern? Nein. Keine Medicin war dazu stark genug. Da kam Mark. Kitty sah ihn und er ward ihr Leben. Mark wurde ihr Freund; aber die Liebe blieb ihm fern. Kein Zauber wollte sie erwecken. Darauf erschien der kluge Weiße mit seiner lieblichen Tochter. Mark sah sie, Artemista sah ihn und sie gehörten zusammen. Sie gebrauchten keinen Zauber. Kitty gewahrte es und sie wurde traurig; sie wußte, daß sie sterben müsse. Sie glaubte, es gehöre ein Jahr dazu, sie zu tödten. Jetzt hat's eine Kugel gethan. Es ist gut so. Sie hätte viel Qualen erleiden müssen. Ein Herz ohne Leben stirbt langsam. Mein Freund Farfar ist ein starker Mann. Er versteht es, ein Herz ohne Leben zu tragen. Der Winter geht dahin, der Sommer folgt, Mein Freund Farfar wird hin­gehen zu dem Stamme der Pawnee's und sich da­selbst umsehen. Die schönste junge Squaw wird stolz sein, wenn er sie zum Partner wählt. Braun gehört zu Braun, Weiß zu Weiß, Du bist mehr

Jeder Militärpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar dieses Jahres bei dem Ortsvorstande zur Re- krutirungs-Stammrolle zu melden, bei Vermei­dung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militärpflichtige, welche ohne an einem anderen Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwesend sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren die Anmeldung zu be­sorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile."

Die sodann genau nach der Jnstruction des Herrn Ober - Präsidenten vom 16. Mai 1876 (Amtsblatt de 1876 Seite 109 und 110) aufzu- teilenden Rekrutirungs-Stammrollen pro 1886 ind mir nebst den bei den Meldungen zur Stammrolle aus den verschiedensten Jahrgängen vorgelegten Attesten 20. und den beiden Rekruti­rungs-Stammrollen der Jahre 18 6 6 und 18 67 bts spätestens zum 5. Februar d. Js. unter der BezeichnungMilitaria einzureichen.

Ferner haben die Herren Ortsvorstände rc. des Kreises die in ihren Gemeinden sich aufhaltenden zum einjährig freiwilligen Dienst berechtigten Militairpflichtigen, welche in das militärpflichtige Alter eintreten, resp, eingetreten sind, und ihrer activen Dienstpflicht noch nicht genügt haben, resp, von der Aushebung noch nicht zurückgestellt worden sind, darauf aufmerksam zu machen, daß sie in Gemäßheit des 8 93 pos. 2 der Ersatz- Ordnung vom 28. September 1875 sich bet der Ersatz-Commission ihres Gestellungsortes schrift­lich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen haben.

Schließlich spreche ich noch die bestimmte Erwar­tung aus, daß die vorbezeichneten Stammrollen

braun wie weiß. Du wirst sehr glücklich sein. Die Klugheit der braunen Menschen einigt sich in Dir mit den Gaben der Weißen. Du wirst glück­lich sein. Auch Kitty wird glücklich sein. Sie verblutet langsam; dann fühlt sie keine Schmerzen mehr, keinen Gram. Noch lebt sie. Mit ihrem goldenen Haar ist sie ein Sonnenkind. Sie kann nicht sterben, so lange die Sonne am Himmel steht. Ist sie in die Prairie hinabgestiegen, so schläft Kitty ein. Der rothe Westen leuchtet ihr auf dem dunklen Wege nach den Gefilden der Seligen."

So tröstete und sprach Rekoma mit geisterhafter Ruhe, während Farfar fortgesetzt auf Kttty's bleiches Antlitz niederstierte, hin und wieder, als sei es im Traum geschehen, mit der Hand leise über die gelben Haarwellen hinstrich.

Lange, lange betrachtete ihn Rekoma. Sie be­griff, daß es vergebliche Mühe sein würde, ferner­hin mit Trostesgründen auf ihn einwirken zu wollen. Doch auch in ihrem Herzen wohnte tiefe aufrichtige Trauer; das bewies sie, als sie dem Kamin näher rückte, einen Hügel weißer Asche vor sich hinscharrte und mit Wasser so lange befeuch­tete, bis sie einem dünnen Brei glich. Mit diesem begann sie darauf ihr schwarzes Haar vom Scheitel bis zu dessen Spitzen reichlich zu salben und in eine klebrige Masse zu verwandeln. Ebenso ver­fuhr sie mit ihrem Gesicht, den Händen und Armen bis zu den Ellenbogengelenken hinauf. Sogar der Brust, so weit dieselbe zwischen den Falten der dünnen Jacke hindurch sichtbar, trug

sauber ausgestellt und die in Betracht kommenden Rubriken derselben vollständig ausgefüllt werden; auch muß, wenn z. B. ein Militärpflich­tiger Schmied ist, angegeben werden, ob er Grob- oder Hufschmied ist. Ferner muß bei jedem einzelnen Militärpflichtigen in der dazu bestimm­ten Rubrik, durch Eintragung der Worteja oder nein", angegeben werden, ob sich derselbe zur Stammrolle angemeldet hat oder nicht. Ist letzteres der Fall, so ist ebenfalls anzuzeigen, ob Bestrafung desselben erfolgt ist oder nicht und eventuell weshalb nicht.

7. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

«Deutsche Sterbetafel.

Zum ersten Male ist für daS Deutsche Reich eine Sterbe­tafel ausgestellt worden. Sie bezieht stch auf den zehn­jährigen Zeitraum 1871/1881 und ist nach den Grundsätzen berechnet, welche der internationale statistische Congreß bei seiner letzten Tagung in Budapest 1876 auf Grund einer vom Director des Statistischen Amts des deutschen Reich- Dr. Becker verfaßten Denkschrift empfohlen hat. Zum Ver­gleiche sind die Sterbetafeln verschiedener deutscher und ausländischer Staaten, sowie einzelner Versicherungsgesell« schaften herangezogen ; doch waren letztere nur in beschränk- tem Maße brauchbar, da sie nicht für ganze Bevölkerungen, sondern nur für besondere Personenklassen gelten.

Die Sterbetafel soll nachweisen, wie viele von denjenigen Pers neu, welche irgend ein Lebensjahr antreten, vor Vol­lendung Desselben sterben. Die das Lebensjahr antretenden Personen bezeichnet man als die Ueberlebenden, die davon im Laufe des Lebensjahres sterbenden als die Sterbenden der Sterbetafel. Die Haupttabelle zeigt uns die ab« sterbeordnung einer aus 100,000 Lebendgeborenen hervor­gegangenen ideellen Generation derselben JahreSklasse nach einer Sterblichkeit (b. i. Sterbenswahrscheinlichkeit für die Dauer eines Jahres), die aus den einzelnen Altersstusen der Sterblichkeit der gesammlen Reichsbevölkerung entspricht, Wie die Sterbenswahrscheinlichleit wird dann auch die mittlere Lebensdauer oder Lebenserwartung berechnet, H. i. die Anzahl der Jahre, welche der Ueberlebende einer Alters­stufe im Durchschnitt noch zu leben hat.

Wie wir aus der Tafel ersehen, ist die Sterblichkeit der

sie das Zeichen der tiefsten Trauer auf. Ob sie dadurch ihr Aeußeres verunstaltete, es kümmerte ste nicht. Es war, als hätte sie keinem mensch- lichen Wesen mehr gleichen wollen.

Nachdem sie mit ihrer sTrauerhülle fertig ge­worden, schärte sie das Feuer, daß die Flamme polternd in den Schlot hineinschlug, und ab­wechselnd bald diese, bald jene Seite der Wärme darbietend, ließ sie die ihr Haupt und die Arme bedeckenden Aschenschichten zu einer harten Kruste ausdörren. Zugleich hatte sie einen Todtengesang begonnen. Wie um die Sterbende nicht zu stören, erhob sie ihre Stimme nur wenig über ein dumpfes Summen. Worte waren nur selten zu unter­scheiden, indem sie der Vorzüge Kagalagiake'S und Kitty's gedachte, indem sie Qualen schilderte, welche den Mörder Beider treffen sollten; aber in den wenigen, oft kaum merklich modulirenden Tönen offenbarte sich ein so unendlicher Schmerz, eine so tiefe Klage, daß es in den geschultesten Melodien nicht ergreifender hätte ausgedrückt wer­den können. Und dazu das Wehmuth erzeugende Bild der lieblichen Sterbenden, die in Zerknirschung zusammengebrochene Gestalt des HalbindianerS und die düster beleuchtete Umgebung: Man hätte Alles mit einem wüsten unheimlichen Traum ver­gleichen mögen.--

Stunden waren dahingegangen und die Sonne neigte sich nach winterlich kurzer Wande­rung dem Westen zu, als Rekoma ihren Gesang einstellte und sich erhob.

Leise trat sie neben Kitty hin und sich zu ihr