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Ütrsftlitr Kreisklatt.

Mit wöchentlicher Hratis-HLeitageIllustrirtes Nnterhaktungsötatt".

Nr. 153. Donnerstag den 29. December 1887.

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Die Expedition.

O^T Einer der nächsten Nummern wird ein Wandkalender für das Jahr 1888 beigelegt.

Amtliches.

Hersfeld, den 24. December 1887.

Am Sonnabend den 14. Januar 1888

Bormittags 10 Uhr findet in dem Saale des

Das Fegefeuer in Frappes Wigwani.

Von Balduin Möllhausen.

(Fortsetzung.)

Mit süßen Schmeichelworten tröstete Artemisia die ungestüm Weinende; sobald sie aber wieder Rathschläge für die Zukunft einflocht, rich­tete Kitty ihr Haupt empor, und indem sie die wirren gelben Locken heilig schüttelte, erhielt ihr Antlitz ein so eigenthümliches Gepräge trotziger Entschiedenheit, daß Artemisia sich dadurch förm­lich unheimlich angeweht fühlte.

Ich weiß, was meine schöne Freundin mir anvertrauen möchte", hob sie gedämpft an,aber ich will es nicht mehr hören. Ich bin gekommen, um ihr Lebewohl zu sagen. Von hier gehe ich nach der Insel hinüber! Die fremden Menschen brauchen nicht zu sehen, nicht zu hören, wie ich klage. Ich habe einen bösen Traum gehabt; ich muß sterben. Sie möchten es mir ausreden, ich seh' es Ihnen an, aber ich kenne die Bedeutung der Träume, der guten, wie der schlechten. Ich muß sterben"

Nicht doch, Kitty", suchte Artemisia sie von der Thorheit ihres Irrwahns zu überzeugen, doch Kitty fuhr mit einer streng abwehrenden Handbewegung unbeirrt fort:

Ja, ich muß sterben und es ist gut so. Was soll ich in der Welt? Ich bin eine Indianerin, ein wildes Geschöpf mit weißer Haut, und das ist ein Unding"

Kein Unding, Kitty, ich beschwöre es", warf

hiesigen Rathhauses eine Sitzung des Kreis­tages statt.

Tagesordnung.

1) Begutachtung des landespolizeilich genehmig­ten Projektes über die Correktion der Wege­strecke Friedlos-Tann im Orte Reilos, zu­gleich hinsichtlich der Höhe der Unterstützung, welche der baupflichtigen Gemeinde Reilos aus Communalfonds zu gewähren ist.

2) Begutachtung des Antrages der Gemeinde Oberhaun auf Ausscheidung des von der dasigen Gemeinde über den Hof Wendebach nach Unterbaun führenden Verbindungsweges aus dem Landwegebauverband. ^

3) Beschlußfassung über vas Gesuch 5er Buch- druckereibesitzer Gebr. Funk dahier um Be­willigung einer Vergütung für die Aufnahme der amtlichen Bekanntmachungen 2C. des Kreisausschusses in das Kreisblatt aus der Kreiskasse.

4) Vorlage der revidirten Kreiskassen-Rechnung pro 1886/87.

5) Wahl von je 7 Vertrauensmännern für den Ausschuß bei den Amtsgerichten Friedewald, Hersfeld, Niederaula und Schenklengsfeld zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen. (Gerichtsversaffungsgesetz §. 40 R.-G.-S. S. 49 de 1877 und Ausführungsgesetz §. 35 G.-S. de 1878 S. 257).

6) Antrag des Kreisausschusses, der allgemeinen Orts-Krankenkasse für die ländlichen Ort­schaften des Kreises einen Zuschuß von 400 Mk. jährlich auf drei Jahre vom 1. Januar 1888 ab zu bewilligen und das für das Rechnungsjahr 1887 bei der gedachten Kasse entstandene, noch näher zu ermittelnde, De­ficit aus der Kreiskasse zu decken.

I. A. Nr. 814. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Artemisia angstvoll ein,Du hast erfahren, wie ich in herzlicher Liebe Dir mich zuneige, so thun andere Menschen. Wer aber noch so viel Liebe findet, der hat am wenigsten Ursache, dem Leben, diesem köstlichsten Geschenk des Himmels, frei­willig zu entsagen."

Mit einer gewissen Ueberlegenheit lächelnd, wiegte Kitty ihr Haupt, und träumerisch fügte sie hinzu:

Sie glauben, ich wolle Hand an mich selbst legen? Nein, nimmermehr geschieht das. Aber Träume kommen von oben; ich muß sterben, aber ich klage nicht. Ich sage nochmals: Was soll ich auf der Welt? Eines braunen Mannes Weib werden?" Sie lachte herbe und sprach weiter: Meine Augen sind aufgegangen, ich weiß jetzt, was ich werth bin. Ich muß sterben, da will ich meiner lieben Freundin Artemisia einen letzten Dienst erweisen."

Deine liebe Freundin nennst Du mich, und doch willst Du nicht auf mich hören?" fragte Artemisia ergriffen, und liebreich nahm sie das blühende Mädchenantlitz zwischen ihre beiden Hände.

Kitty lächelte ungläubig und erwiderte:

Meine Freundin nennen Sie sich hier in der stillen Einöde; würden Sie dasselbe thun daheim, wenn seine Ladies und vornehme Gentlemen Sie umringen?

Gewiß, Kitty", glaube es mir,ich würde stolz auf Deine Freundschaft sein, wenn es mir geläng"

Wenn es Ihnen gelänge, mich ebenfalls in eine vornehme Lady zu verwandeln", fiel Kitty spöttisch ein,allein mit einem Fegefeuer gemein­

Hersfeld, den 22. December 1887.

Zur Zahlung der pro term. den 31. December c. fällig werdenden Zinsen und Capital-Abträge von aus der Landescreditkasse zu Cassel erborgten Capitalien werden folgende Zahlungstermine anher anberaumt:

1) den 9. Januar 1888 für die Gemeinden: Holzheim, Kruspis, Stärklos, Asbach, Beiers- hausen, Kohlhausen, Kerspenhausen, Hilperhausen und Roßbach.

2) den 10. Januar 1888 für die Gemeinden: Niederaula, Mengshausen, Solms, Kleba, Kirch- heim, Reckerode, Rotterterode, Kemmerode, Goß- mannsrode, Gershausm und Reimboldshausen.

3) Mr'11. Januar 1888 für die Gemeinden: Frielingen, Allendors, Gersdorf, Heddersdorf, Willingshain, Hattenbach und Niederjossa.

4) den 12. Januar 1888 für die Gemeinden: Aua, Obergeis, Untergeis, Gittersdorf, Allmers- Hausen, Heenes, Kalkobes, Biedebach, Tann, Rohrbach, Reilos, Friedlos, Mecklar und Meckbach.

5) den 13. Januar 1888 für die Gemeinden: Kathus, Sorga, Petersberg, Wippershain, Roten- see, Unterhaun, Oberhaun, Sieglos und Eitra.

Die Herren Bürgermeister der vorgenannten Gemeinden werden ersucht, den für ihre resp. Gemeinde angesetzten Termin wiederholt in orts­üblicher Weise mit dem Bemerken alsbald bekannt machen zu lassen, daß die angesetzten Zahlungs­termine Seitens der Zahlungspflichtigen genau einzuhalten sind.

____ Königliche Steuerkasse. Heck er.________

Zugelaufen: ein schwarzer Schäferhund. Mel­dung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Unterhaun.

Politische Nachrichten.

(Deutschland) Am Dienstag Vormittag I nahm Se. Majestät der Kaiser den Vortrag

schaftliche Sache machen die Menschen würben

Sie verlachen o reden wir nicht darüber. Wenn ich sterbe, soll Niemand behaupten, er habe sich meiner geschämt. Doch ich habe Anderes zu sagen und Ernsteres. Meine schöne Freundin glaubt nicht an Zauberei. Ich glaube daran, weil ich erfuhr, daß guter Zauber den Menschen über viel Schlechtes hinweghilit, und darnach habe ich stets gehandelt. Es giebt schwachen und starken

Zauber, so hört ich es von Nekoma, und von ihr lernte ich Alles. Es giebt einen leichten Zauber, der genügt oft, um einen Menschen glücklich zu machen. Aber ein stärkerer Zauber vermag den schwachen zu vernichten und alle Dinge anders zu gestalten. Für meine liebe Freundin, die ich jetzt zum letztenmal sehe, habe ich den allerstärksten aus­gesucht. Der wird das Glück an sie binden auf ewige Zeiten. Höre ich einst davon, so bin ich zu­frieden. Auch in der Erde werde ich es erfahren, wenn Sie Ihre Gedanken mir zusenden. Hier ist der Zauber", und sie zog aus den Falten ihrer Jacke eine etwa handlange fingerdicke Flechte her­vor, sie Artemisia darreichend. Diese nahm gleichsam mechanisch den unscheinbaren Gegenstand hin, und geheimnißvoll erklärte Kitty:

Als Sie schliefen vor einigen Nächten, schlich ich neben Sie hin mit Nekoma's Scheere, und eine Haarsträhne schnitt ich von Ihrem Haupte, wo das Gehirn nur von einem schwachen Knochen ge­schützt wird. In derselben Nacht glitt ich heimlich zu Vilandrie tn's Zelt, und auch von Marks Haupt trennte ich so viel Haar, wie ich gebrauchte,