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Hersselim ßreislillltt

Mit wöchentlicher Kratis-JLeitageMustrirLes AnLerhaktungsötatt".

Nr. 145. Donnerstag den 8. December 1887.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Bei der, dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen bewirkten 85. Serienziehung des vormals Kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild & Söhne zu Frank­furt a. M. aufgenommenen Staatslotterie-An- lehns vom Jahre 1845 sind folgende 120 Serien- Nummern gezogen worden.

21. 84. 89. 135. 162. 255. 260. 268. 288. 313.

576. 603. 605. 712. 772. 810. 835. 914. 1128.

1301. 1338. 1391. 1394.

1399. 1458.

1498.

1530. 1554.

1608. 1623.

1711. 1890.

1900.

2083. 2092.

2129. 2394.

2406. 2432.

2557.

2618. 2675.

2829. 2834.

2853. 2959.

2984.

2985. 3060.

3124. 3287.

3288. 3346.

3592.

3605. 3664.

3825. 3838.

3937. 4079.

4163.

4182. 4248.

4294. 4303.

4323. 4412.

4454.

4532. 4588.

4726. 4732.

4765. 4792.

4844.

4863. 4896.

4942. 5011.

5013. 5070.

5120.

5130. 5132.

5152. 5170.

5202. 5227.

5232.

5396. 5402.

5459. 5557.

5572. 5647.

5658.

5711. 5735.

5745. 5754.

5788. 5801.

5845.

5859. 5884.

5930. 5953.

5956. 5991.

6012.

6096. 6103.

6151. 6204.

6240. 6383.

6447.

6528. 6554.

6599.

Dies wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

C a s s e l, den 1. December 1887.

Der Regierungs-Präsident: Rothe.

Hersfeld, den 6. December 1887.

Die Ortspolizeibehörden und Einwohner des Kreises werden darauf aufmerksam gemacht, daß durch den Ankauf der Wasenmeisterei-Gerechtig- keit Seitens des Kreises eine Aenderung in den bisherigen Verpflichtungen und Berechtigungen

Das Fegefeuer in Frappes Wigwam.

Von Balduin Möllhausen.

(Fortsetzung.)

»Schwerlich wird sie in deren Gegenwart irgend etwas gegen ihn unternehmen," versetzte Vilandrie zuversichtlich, »allein ich müßte mich täuschen, wie ein Sonntagsjäger, der seinen eigenen Esel für einen virginischen Hirsch ansah und über den Haufen schoß, verließe dieser Bill Blunt die Prairie lebendig."

»Wir müssen das Aeußerste ausbieten, um jeden feindlichen Zusammenstoß zu verhindern. Vor Allem erscheint mir geboten zu unseren Worten zu sehen, gegen Niemand etwas von unserer Ent­deckung verlauten zu lassen."

Vilandrie lachte verstohlen und fügte spöttisch hinzu:

»Vorsicht hat noch nie geschadet und wir mögen ste walten lasten. Glauben Sie indessen, Nekoma sei kurzsichtiger, als Sie oder ich, so kennen Sie keine indianische Naturen. Die sind vom Teufel besessen, wenn es sich darum handelt, eine alte Rechnung zu begleichen." _

»Wo Kitty weilen mag?" fragte Mark nach einer Pause, indem ste den Weg zurück nach dem Zelt einschlugen.

»Das Fegefeuer?" versetzte der Canadier sorg­los, »ich wiederhole, der Satan steckt in dem Mädchen. Ob Tag oder Nacht, das Eine ist ihr so lieb, wie das Andere. Nach der Insel wird sie hinübergewandert sein, um ihre üble Laune an der

nicht eingetreten ist. Alles gefallene, sowie wegen Alter und Krankheit zu tödtende Vieh ist daher nach wie vor bei Herrn Wasenmeister Schneider hier anzumelden.

J. A. 781. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 3. December 1887.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 17. November er. Nr. J. A. 736 im Kreisblatt Nr. 137, die in Ihren Gemeinden vorhandenen Schafe, Schweine und Ziegen be­treffend, noch im Rückstände sind, werden hieran m i t F r i st bis z u m 12. d. M t s. erinnert.

J. A. 736. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

+ An dem Ausgang

der französischen Präsidentschaftskrisis ist das Wesentliche, daß die Wahl des neuen Präsidenten durch eine Einigung der republika­nischen Fractionen, ohne Mithilfe und erkennbare Einwirkung der monarchischen Rechten zu Stande gebracht ist. Freycinet trat schon in den ersten Stadien der Wahlhandlung in den Hintergrund; der Verzicht auf die Candidatur Ferrys wird theils auf die Besorgnisse vor Unruhen, theils auf die schon vorher bewährte und wiederholt erwähnte Abneigung der Radicalen gegen diesen Politiker zurückzuführen sein. Zu einer ganz klaren Feststellung der Tragweite dieser hindern­den Gründe kam es indessen nicht, da Ferry im entscheidenden Augenblick in hochherziger Weise zu Gunsten Sadi Carnots von der Wettbewerbung zurücktrat. Die Wahl Sadi Carnots stellt sich also als ein Compromis der republikanischen Parteien dar und insofern, als das Zustande- i kommen dieses Compromisses, an dessen Möglich- ' keit man in der letzten Zeit mehr und mehr

drei Brüdern auszulassen, die sich Alles von ihr gefallen lassen. Und übler Laune war ste, oder ste hätte stch nicht heimlich davon gemacht."

»Was kann sie plötzlich verstimmt haben, wäh­rend sie bei der ersten Begegnung mit der Tochter des Professors »«geheucheltes freudiges Erstaunen offenbarte?"

»Der Henker magS wissen. Die ärgert zu­weilen eine Fliege an der Wand. Vielleicht ge- fiel's ihr nach einigem Ueberlegen nicht, als Weiße eine andere Weiße zu bedienen?"

»Oder es bemächtigte sich ihrer ein Gefühl der Scham, indem sie ihre eigene Verwilderung mit dem gesitteten Wesen der jungen Fremden verglich," wendete Mark theilnahmvoll ein.

Eher das Gegentheil", erklärte Vilandrie, denn Die ist so zufrieden mit sich selbst, wie die verzogenste Gouverneurstochter. Sie ist sogar stolz auf ihre Unabhängigkeit, will nicht anders fein, als sie ist. Ihre größte Lust ist, Andere zu tyrannisiren mit einem Wort, wenn je ein Frauenzimmer den Namen Fegefeuer verdiente, so ift's Kitty von ihrer Goldmähne bis herunter auf die schwieligen Kinderfüße."

An dem niederbrennenden Feuer vorbei schlüpf­ten ste unter dem Vorhang hindurch in das Zelt. Einige Minuten später herrschte Stille um den Höhlenbau herum. Auch innerhalb desselben war nichts vernehmbar, als das dumpfe Poltern ein­zelner höher emporschlagender Flammen, begleitet von dem gelegentlichen scharfen Knacken, mit wel­chem die in dem Holz zurückgebliebene Feuchtig­

zweifeln mußte, den noch immer vorhandenen einsichtigen Willen aller'.französischen Republikaner beweist, sich da, wo der Bestand der Republik in Frage steht, zu einmütigem Handeln zusammen- zufinden, kann aus diesem Vorgang ein günstiges Urtheil über die Stärke der Wurzeln, auf denen diese Staatsform in Frankreich auch jetzt noch ruht, geschöpft werden. In allem Uebrigen ist die Präsidentschaft Sadi Carnots freilich ein farbloses Ereigniß, ein unbeschriebenes Blatt. Man wird zunächst abwarten müssen, mit welchen Männern als Ministern sich der neue Präsident umgiebt. Was über die Charaktereigenschaften und die Bedeutung Sadi Carnots bisher bekannt geworden ist, führt aber zu der Annahme, daß mit dem neuen Präsidenten nicht ein fester Punkt gewonnen ist, der dem Wirrwarr des bisherigen Parteitreibens und den auf die Störung des europäischen Friedens gerichteten Tendenzen ein Ziel setzt. Alles spricht vielmehr dafür, nach kurzer Pause das alte Spiel der Intriguen von allen seinen bisherigen Brennpunkten aus von Neuem beginnen und, wie wir glauben, diese Präsidentschaft sich alsdann nur als eine Episode in der inneren und äußeren Entwickelung Frank­reichs, die sich in absehbarer Frist in bestimmterer Weise zum Guten oder zum Bösen wenden muß, erweisen wird.

Die bisherigen Minister haben dem neuen Präsidenten am Sonntag Abend ihr Entlassungs­gesuch überreicht; Sadi Carnot ersuchte sie, vor­läufig behufs Wetterführung der Geschäfte auf ihren Posten zu verbleiben. Als Mitglieder des neuen Cabinets werden Freycinet ober Goblet für den Posten des Premiers, Rouvier für die Finanzen und Flourens für das Auswärtige ge­nannt. In Paris herrscht vollständige Ruhe. Im Auslande wird die Wahl Sadi Carnots übereinstimmend als ein verhältnißmäßig günstiger Ausgang der Präsidentschaftskrisis beurtheilt,

keit, durch die Hitze in Dampf verwandelt, Splitter lossprengte oder durch seine Ritzen und Poren zischend das Freie suchte.

Artemisia, mehr erschöpft, als zu offenbaren ste für gut befunden hatte, lag bequem gebettet in der Nähe des Kamins. Die Linderung der Schmerzen, welche Nekoma's Pflege ihr zuführte, trug dazu bet, sie bald in einen kräftigenden Schlaf zu versenken. Ihr zu Füßen saß die alte Frau, abwechselnd mit finsterer Ruhe das stille liebliche Antlitz betrachtend und das Feuer bedacht­sam schürend, um eine gleichmäßige Wärme in dem abgeschlossenen Raume zu erhalten. Endlich zog ste die Knieen empor, und Haupt und Arme auf denselben rastend, stierte ste regungslos in die Flammen. Man hätte sie mit einem Gebilde aus Stein vergleichen mögen. Nicht der leiseste Zug ihres düsteren Antlitzes verrieth die Empfindungen, welche hinter den schlaff niederhängenden Lidern wirkten.

Auf dem einen Ende des schmalen Raumes hatte der Professor sein Lager hergerichtet. Zu beiden Seiten von ihm standen die Koffer, welche den werthvollsten Theil seiner Sammlungen ent­hielten. Die schützende Decke halb über sein kluges, von einem wolligen weißen Bart eingerahmtes Antlitz hingezogen, schlief er so glücklich und zu­frieden, als hätte er ein schweres Tagewerk zu einem erfolgreichem Ende geführt gehabt.

Nach Vilandrte's Erklärung über Kttty's selt­sames Wesen war ihrer nur noch beiläufig ge­dacht worden. Artemisia hatte erst zu wenig von