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Hersstlilkr Sreisblntt.
WiL wöchentlicher KraLis-AeLlage „Illustrirtes Anterhattungsölatt".
Nr. 141. Dienstag den 29. November 1887.
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Kersfewer Kreisklatt
mit der wöchentlichen Gratis - Beilage „Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für den Monat Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 26. November 1887.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver' fügung vom 23. März 1880 Nr. 3135 im Kreisblatt Nr. 24, die Ausräumung der Fluthgräben sowie der Ent- und Bewässerungs-Anlagen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 10» December d. I. beiMeidungvon 3 M k. Strafe erinnert. 11517. Der Königliche Landrath _____________ Freiherr vonSch l e i n ij.
Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe X zu den Stammactien der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn sowie der Reihe VI zu den Schuldverschreibungen der Staatsanleihe von 1868a.
Die Zinsscheine zu den Stammactien der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn Reihe X Nr. 1 bis 20 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1888 bis 31. December 1897 sowie die Zinsscheine Reihe VI Nr. 1 bis 8 zu den Schuldverschreibungen der Staatsanleihe von 1868 A. über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1888 bis 31. December
Das Fegefeuer in Fruppcs Wigwam.
Bon Balduin Möllhause n.
(Fortsetzung.)
Endlich schob der Fremde die Schüssel zurück und wischte mit der Rückseite der Hand über seine triefenden Lippen. Gemächlich füllte er seine Pfeife, aber erst nachdem er sie angezündet und ein Dutzend Züge geraucht hatte, erhob er sich schwerfällig.
„Es wird Zeit," sprach er gedehnt, wie sich selbst ermunternd, „oder die am Fluß werden ungeduldig. Zum Henker! Jeder ist sich selbst der Nächste, und mit ’nem vollem Magen leistet man doppelt so viel."
Gefolgt von Mark und Bilandrie trat er in's Freie hinaus und gleich daraus saß er im Sattel.
Bilandrie wiederholte noch einmal seine Auf- träge an den Vater der Leidenden und fügte hinzu, daß die Thiere nach einer Stelle getrieben würden, auf der sie keine Noth zu leiden brauchten, und ohne ein Wort des Dankes für die genossene Gastfreundschaft trabte der Fremde davon.
„Was meinen Sie zu Demfragte Mark, sobald Jener sich außerhalb der Hörweite befand.
„Zu Dem?" antwortete Bilandrie spöttisch, „nun, ich meine, daß wir den niederträchtigsten Schurken bei uns zu Tisch hatten, der je um einen halben Dollar eines ehrlichen Menschen Kehle durchschnitt."
„Und der einst den Mann der alten Nekoma seiger Weise erschoß," versetzte Mark erregt.
1891 werden vom 5. December d. Js. ab von der Controlle der Staatspapiere hierselbst — Oranienstraße 92 — Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jeden Monats ausgereicht werden.
Die Zinsscheine können bei der Controlle selbst in Empfang genommen oder durch die RegierungsHauptkassen, sowie in Frankfurt a/M. durch die Kreiskasse bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Controlle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zinsanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Ein- pfangsbescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
In S chriftwechsel kann dieControlle der Staatspapiere sich mit den Inhabern der Zinsscheinanweisungen nicht e i n l a s s e n. Wer die Zinsscheine durch eine der obengenannten Provinzialkassen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzüreichen.
Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder ab- zuliefern.
Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern
„Derselbe," pflichtete Bilandrie zuversichtlich bei, „die Quittung darüber steht unauslöschlich auf feinem Gesicht geschrieben, und was ich durch bedachtsame Fragen aus dem Ahnungslosen heraus- holte, war genug, den ungläubigsten Heiden zu bekehren."
„Wir werden unsere Entdeckung vor Nekoma verheimlichen müssen, oder es giebt ein Unglück."
„Vor Der?" fragte Bilandrie lachend; „die braucht nur mit einem Auge 'nen Blick auf ihn zu werfen, und sie weiß, wen sie vor sich hat. Sacrä Dieu, glauben Sie mir, Haß und Rachedurst machen scharfsinniger, als das heilsamste Augenwasser. Ein Unglück wär's indessen am wenigsten, zahlte sie dem Verruchten seine Missethat heim — freilich, wir sind Christenmenschen, und so lange wir hier weilen, namentlich die junge Lady, müssen wir Alles ausbieten, das Aergste zu verhindern. Bei Gott, ich wünsche, die Alte und ihre Schlingels wären auf einer anderen Stelle mit ihm zusammengetroffen, und eine Lust sollte es mir sein, hörte ich eines Tages, daß ihm der schamlose Mord nach Gebühr vergolten worden."
„Entkommt er ungeschädigt, so kehrt er nicht zum zweiten Male in diese Gegend zurück."
„Vor zwei Stunden behauptete ich Aehnliches", erwiderte Bilandrie, und er sandte einen Blick nach dem Feuer auf dem Fiußufer hinüber, „und doch haben wir denselben Mann eben von Angesicht zu Angesicht gesehen. Jetzt halte ich Alles für mög- ltch. Ich möchte beinah glauben, baß Nekoma Wirklich in der Zukunft zu lesen und den Teufel
zu bezeichnenden sonstigen Kaffen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Actien oder Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Actien oder Schuldverschreibungen an die Controlle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.
Berlin, den 3. November 1887.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
I. 2536. gez. Sydow.
* * *
Cassel, den 17. November 1887.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die Formulare zu den Verzeichnissen über die zur Empfangnahme der neuen Zinsscheine nebst Zinsschein- Anweisungen einzureichenden älteren Anweisungen bei der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den sämmtlichen Steuerkassen des Regterungs-Bezirks unentgeltlich zu haben sind.
C. I. K. 5049. Königliche Regierung. Rothe.
Politische Nachrichten.
(Deutschland.) Am Sonnabend Vormittag ließ Se. Majestät der Kaiser vom Oberhofmarschall Grafen Perponcher und dem Ober- Stallmeister v. Rauch sich Vorträge halten und nahm daraus die persönlichen Meldungen einiger Militärpersonen entgegen. Später hatte der Kaiser eine längere Conferenz mit dem General- Feldmarschall Grafen Moltke und dem General- Quartiermeister Grafen v. Waldersee, arbeitete Nachmittags mit dem Chef des Militär-Cabinets v. Albedyll und empfing darauf den von seiner Reise nach San Remo wieder eingetroffenen General-Major v. Winterfeld. Um 2 Uhr Nach-
aus der Hölle heraufzusingen versteht. Hat sie aber erst ’ne Spur von ihm, so läßt sie dieselbe nicht mehr aus den Augen. Ich kenne die Alte und verwette meinen besten Gaul gegen einen räudigen Fuchsbalg, daß der Mörder die Ansiedelungen nicht lebend erreicht."
„Wo sie nur bleibt? Ein Glück, daß sie nicht zur Hand war. Wer weiß, was die Folgen des plötzlichen Wiedersehens gewesen wären, hätte sie ihn erkannt. Jetzt sind wir Beide wenigstens vorbereitet und vermögen unsere Maßregeln zu treffen."
„Begegnete sie ihm heute nicht, so geschieht^ morgen, und das ist gleichbedeutend mit Erkennen. Mit ihm ist's freilich ein Anderes. Er sah in dürftiger Beleuchtung mit den Augen eines Wüstlings, kann also ihr Bild seinem Gedächtniß nicht sonderlich etngeprägt haben; außerdem veränderte Nekoma sich in den langen Jahren des Grames zu sehr."
Als hätte die Erwähnung ihres Namens sie herbetgerufen, trat in diesem Augenblick Nekoma zu den beiden Männern heran. Hinter dem Hügel war sie hervorgekommen, wohin sie sich begab, als der Fremde fi« zum Aufbruch rüstete. Bald nach ihm eingetroffen, hatte sie bis dahin so vor dem Eingänge gestanden, daß sie unbemerkt einen Theil des Innern der Hütte zu übersetzen vermochte. Dies offenbar mit Bedacht verheimlichend, fragte sie eintönig nach dem Gast und den Zwecken, welche ihn nach dem Wigwam geführt hatten. Mit wenigen Worten unterrichtete Bilandrie sie über Alles. Dann begaben sie sich hinein, wo str