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Htlsskl-er Kreisdiiltt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageMustrirLes NnterhaktungskkatL".__________

Nr. 140. Sonnabend den 26. November 1887.

Amtliches.

Hersfeld, den 23. November 1887.

Nach dem Kreishaushalts-Etat pro 1887/88 sind 2880 Mk. Kreissteuer zur hiesigen Kreiskasse zu erheben.

Dieser Betrag, welcher auf die einzelnen Ge- meinden rc. repartirt wird, kommt jedoch deshalb n i ch t zur Erhebung, weil dem hiesigen Kreise auf Grund des Gesetzes vom 14. Mai 1885 aus den Erträgen der landwirthschaftlichen Zölle ein Betrag von 6034 Mk. zugeflossen ist, welcher zur Erfüllung der Kreislasten in Höhe von 2880 Mk. verwandt werden soll.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Freiherr von Schleinitz,

A, 753. _______Königlicher Landrath.___

Hersfeld, den 21. November 1887.

Der Schäfer Jakob Nikolaus G l e b e zu Beiershausen ist als Sachverständiger zur Unter­suchung des Schweinefleisches auf Trichinen für den Gemeindebezirk Beiershausen und Hof Falken­bach widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.

11172. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Im diesseitigen Bezirk wohnhafte Invaliden aus dem Feldzug 1864 gegen Dänemark bezw. deren Hinterbliebenen, welche Renten aus der Kronprinz-Stiftung beziehen, haben sich, unter Vorlage der im Besitz befindlichen Ausweise, be­hufs etwaiger Erhöhung ihrer Renten, alsbald schriftlich an das unterzeichnete Commando zu wenden.

Desgleichen haben diejenigen hülfsbedürftigen Theilnehmer an dem Feldzug 1864, welche nicht als Invaliden anerkannt sind, jedoch glauben durch die Einwirkung dieses Feldzugs an ihrer

Das Fegefeuer in Frappcs Wigw am

Von Balduin Möllhausen.

(Fortsetzung.)

Einige Sekunden sann der Fremde nach, dann erwiderte er wie beiläufig:

»Man muß nur verstehen, mit dem braunen Gestndel umzuspringen. Will man leicht mit ihm fertig werden, muß es in Furcht erhalten werden," und wie abermals nicht befriedigt mit der Wen­dung, welche das Gespräch genommen hatte, fügte er hinzu: »Dieser Bau hätte mein ehrlich Ange­sicht überhaupt nicht wiedergesehen, wäre Alles glatt abgelaufen. Hatte nebenbei meine Zweifel, ob er nicht längst dem Erdboden gleich geworden. Wir gedachten nämlich auf Fort Kearney zu hat- ten von wegen eines Doctors und Apothekers. Das hätte indessen sechs volle Tage mindestens in Anspruch genommen; da schlug ich vor, dem Frappe, wenn er noch lebte, 'nen Besuch zu machen, und so änderten wir unsere Richtung von Oestlich auf Südlich."

»Weshalb wünschten Sie einen Doctor zu sprechen?" betheiligte Mark sich nunmehr an der Unterhaltung.

Der Fremde betrachtete den Fragenden einige Sekunden finster prüfend. Dessen Aeußeres und auffällig ernstes Wesen schienen ihm nicht zu ge- fallen. Er antwortete daher mit einem gering­schätzigem Achselzucken:

»Weshalb? Goddam? am wenigsten zum Ver- gnögen. Aber da stolperte unsere Lady vor einigen

Gesundheit geschädigt zu sein, bezw. deren Hinter­bliebenen, behufs etwaiger Fürsorge alsbald dies­bezügliche Gesuche, unter Beifügung der vor­handenen Militairpapiere, hierher einzureichen.

Hersfeld, den 19. November 1887.

Königliches Bezirks-Commando.

Die zweite Session der VII. Legisl atur- Periode des Reichstages wurde am 24. d. Mittags 12 Uhr im weißen Saale des Königl. Schlosses durch den Staatssecretär des Innern, Staatsminister v. B o e t t i ch e r mit folgender Rede eröffnet:

Geehrte Herren!

Die Wiederaufnahme der Arbeiten des Reichs­tages fällt in eine ernste Zeit. Das schwere Leiden, von welchem Se. Kaiserliche und König­liche Hoheit der Kronprinz he«ngesucht ist, erfüllt nicht nur Se. Majestät den Kaiser, sondern auch Allerhöchstdesselben Hohe- Verbündete und das ganze deutsche Volk mit banger Sorge. Was menschliche Wissenschaft und Kunst, was sorgsame Pflege zu thun vermögen, um die drohende Ge­fahr zu bekämpfen, wird nicht versäumt werden. Unsere Blicke und Gebete aber richten sich zu Gott, nach dessen Rathschluß die Geschicke der Völker, wie des einzelnen Menschenlebens sich erfüllen. Festes Gottvertrauen und treue Pflichterfüllung find zu jeder und besonders in schwerer Zeit die bewährten Stützen unseres Volkes gewesen. Sie werden uns auch heute befähigen, den Aufgaben, welche den gesetzgebenden Körpern des Reichs be- vorstehen, gerecht zu werden.

Voran steht unter diesen Ihre verfassungs­mäßige Mitwirkung bei der Feststellung des Reichshaushalts-Planes. Der Etat ist wiederum unter Bethätigung strenger Sparsamkeit und Zurückstellung der nicht unaufschieblichen Ausgaben aufgestellt worden. Er zeigt eine erfreuliche Besserung der Finanzlage. Obwohl die Wirkungen

Tagen beim Rennen zwischen Gestein hätte immerhin vorsichtiger sein können, das Ding und verstauchte sich den Fuß regelrecht, wenn's nicht gar ein Bruch geworden; da war's mit un­serem Beeilen vorbei, 'nen Wagen besaßen wir nicht, mit dem Retten ging's nicht, weil der Fuß nicht hängen durfte von wegen der erhöhten Pein des einfältigen Dinges, und da erfanden wirne Art Hängematte, die zwischen zwei hinter einander schreitenden Maulthieren befestigt wurde. Auf die legten wir nämlich die Lady, und da ging's wie­der einigermaßen vorwärts. Trotz dieser Vorsicht wurd's mit den Schmerzen von Stunde zu Stunde ärger; der Fußknöchel trieb mächtig auf ge­zeigt hat sie ihn mir freilich nicht, aber ich hörte davon und da blieb uns freilich nichts Anderes übrig, als die Richtung aus's nächste Obdach ein- zuschlagen. Doch wie steht's, Mann", und er sandte einen forschenden Blick durch den düsteren Raum, »kann man hier überhaupt 'ne Lady unter* bringen ? Ich calcultr', dürftig genug steht's aus. Sie müssen bedenken, es handelt sich nicht um zwei, drei Tage, sondern vielleicht um ebenso viele Wochen. Der alte Steinklopfer behauptet wenigstens, daß ungestörte Rast in liegender Stel­lung und kalte Umschläge das einzige Mittel seien, jeder neue Tag Versäumnis die Sache elendiglich verschlimmere."

»Aber zum Henker, ich frage nochmals, warum haben Sie die Lady nicht ollsogleich hierher ge­bracht ?" fragte Vilandrie rauh, »sie läge jetzt behag­lich und könnte ihren Fuß nach Herzenslust schonen."

der in der vorigen Session des Reichstages ver­einbarten ausgiebigeren Besteuerung des Zuckers und Branntweins in ihrem vollen Umfange erst den späteren Etatsperioden zu gut kommen werden, so läßt doch schon das nächste Rechnungsjahr einen Ueberschuß aus dem Reichshaushalt erwarten, welcher selbst nach Gegenrechnung der Matri- cularbeiträge sich annähernd auf etwa fünfzig Millionen Mark beziffert.

Angesichts dieses Ergebnisses wird mit der Aufbesserung des Einkommens der im Dienste des Reichs stehenden Personen einen Anfang zu machen und zunächst der vom Reichstage befür­wortete Wegfall der Wittwen- und Watsengeld- beiträge der Officiere und Beamten in Aussicht zu nehmen sein. Eine entsprechende Vorlage be­findet sich in der Vorbereitung.

Fehlt es auch auf einzelnen Gebieten des natio­nalen Erwerbslebens nicht an Zeichen eines zu erhoffenden Aufschwungs, so befindet sich doch die wichtigste Quelle unseres wirthschaftlichen Wohl­standes, die Landwirthschaft, in einer bedrohlichen Nothlage. Die Preise unserer landwirthschaftlichen Erzeugnisse, namentlich des Getreides, sind unter dem Drucke des Angebotes aus fremden, billiger producirenden Wirthschaftsgebieten, obwohl wir uns reicher Ernten zu erfreuen gehabt haben, so tief gesunken, daß jede Ertragsfähigkeit der Arbeit des deutschen Landmannes gefährdet erscheint. Die bestehenden Getreidezölle haben diesem Drucke nicht ausreichend zu begegnen vermocht. Die be­drängte Lage unserer Landwirthschaft wirkt auf die wirthschaftliche Thätigkeit der gesammten Bevölkerung ungünstig zurück. Unter diesen Umständen ist eine weitere Erhöhung der Getreide­zölle von den verbündeten Regierungen ins Auge gefaßt worden. Ein dieses Ziel verfolgender Gesetzentwurf wird dem Reichstage zugehen.

Die Vorsorge Sr. Majestät des Kaisers und der verbündeten Regierungen ist unausgesetzt auf

»Wer konnte wissen, wie die Gelegenheit be­schaffen? Ich wiederhol's, manches Jahr ist über's Land gegangen, seitdem ich auf dieser Stelle vorsprach, da mochte sich Alles geändert haben, und 'ne schöne Ueberraschung wär's ge­wesen, hätte ich statt ehrenwerther weißer Gent­lemennen Haufen braunes Raubgesindel vorge­sunden. Und dann der Unfall beim Kreuzen des Stromes. Verdammt, das junge Ding von Lady litt Schmerzen, daß ihmne kurze Rast bewilligt werden mußte. Ich machte mich daher ohne Säumen auf den Weg, um zuvor etwas Umschau zu halten."

»Dazu hätten zwei Minuten genügt, und Sie könnten jetzt wieder bei der Gesellschaft sein," ver­setzte Mark in herbem Vorwurs.

Der Fremde schleuderte ihm einen grimmigen Blick zu und erwiderte in seiner rohen Weise:

»Das steht auch ein Dümmerer ein, Mann, allein wenn der Hunger nagt, ist Jeder sich selbst der Nächste. Den ganzen Tag keinen warmen Bissen über die Zunge zu bringen, möchte Ihnen selber nicht gefallen, und mir erst recht nicht, weil die am Fluß zur Zeit abgekocht haben, sich gütlich thun und mir das leere Nachsehen lassen. Hängen will ich übrigens, wenn der Lady etwas längeren Aufenthalt da drübennen großen Unterschied macht. Ich sage Ihnen, von der könnten Sie lernen. Die hat Sehnen von Stahl, mag sie immerhin aussehen, als ob man sie wie wienen Mundvoll Tabaksqualm fortblasen könnte."

»So eßt dann," riech Vilandrie verdrossen, und