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Hersseliicr Kreisblsttt.
__________Mit wöchentlicher Kratis-Meilage „Illustrirtes Zlnteryaktungsbkatt".___________ Nr. 138. Dienstag den 22. November 1887.
Amtliches
Bekanntmachung, die Haupt-Ergebnisse der Rechnung der Elementarlehrer-Witwen- und Waisenkasse für den Regterungs- Bezirk Cassel vom Rechnungsjahr 1. April 1886/87 betreffend.
Nachdem die vorgedachte, von der Königlichen Regierungs-Hauptkasse hier aufgestellte Rechnung revidirt, den Kassen-Curatoren nebst den Belägen vorgelegt, von denselben als richtig anerkannt und daraufhin abgeschlossen, sowie die Decharge von uns ertheilt worden ist, theilen wir deren Haupt- Ergebnisse nach §48 der Statuten den Mitgliedern dieser Witwen- und Waisenkasse in Nachstehendem mit.
Zusammen stellung der Einnahme und Ausgabe bei der Elementarlehrer-Witwen- und Waisenkasse des Regierungs- Bezirks Cassel für das Rechnungsjahr 1. April 1886/87.
--srn
s
SS
12964,64
801
55
3086
19416
10
31
12964 64
3887
55
85
19416
85
27135
85
27146
16
Dagegen ist
GQ
äst
12964*64
■’S
Gegenstand.
Ist.
Rest.
3828 99 —
319
43
422
09
771654
I.
—19736 28
- 27568 25
Ha. 11b. III.
M i n n"äHm e.
Bestand aus der vorigen
Rechnung .....
Antritts- und Gehalts'
Verbesserungsgelder . Kapitalzinsen . . . . Angelegte Kapitalien . Jahresbeiträge d. Kassen-
1 '«
12964 64
7186 34
19736 28
530
20
22009 29
324,77
22009 29
324,77
38
2
29 21971 -
32186
91
IV.
Mitglieder . . . . Beiträge der Gemeinden
13776 50
7197276
85749 26
4570(51| 4120 90278 57
VI.
113070
18600-
113070
18600-
452931
5183512 5183512
I 406 94 406 911
1036
2797
94 15802
12
70
11150 99 --6298611
-- 305 4911 101,45
--71972 76 71972 76.11150,99,1 4139 37 78984 38
I I 7011,62.1 | I |
I. II. III. IV.
Sonstige Einnahmen Zuschuß ausd.Staatskasse Summa der Einnahme
Ausgabe. Verwaltungskosten . . Zur Anlegung als Capital Pensionen..... Sonstige Ausgaben . .
27553
21971
321
25
86
15802
70
15
mag. Möge der Hoffnung, daß Gottes Allmacht doch noch Alles zum Guten wenden und das theure Leben des Kronprinzen noch eine lange Reihe von Jahren erhalten werde, einer Hoffnung, welche als Geburtstagswunsch vieler Millionen die stille Villa in San Remo umschwebt, die Erfüllung nicht versagt bleiben!
Die russische Kais erfamilie ist auf der Rückreise von Kopenhagen nach Rußland Freitag Vormittag 10'/2 Uhr auf dem Lehrter Bahnhöfe in Berlin eingetroffen. Prinz Wilhelm und der zum Ehrendienst befohlene General der Infanterie und General-Adjutant v. Werder, früherer Militärbevollmächtigter in St. Petersburg hatten sich vorher auf Befehl unseres Kaisers zur Empfangsbegrüßung nach Wittenberge begeben. Edenso war auch der russische Botschafter am Berliner Hofe den russischen Majestäten bis zur Landesgrenze entgegengefahren. Prinz Wilhelm geleitete von Wittenberge aus die russische Kaiserfamilie nach Berlin, woselbst auf dem dortigen Bahnhöfe die Frau Prinzessin Wilhelm, in Vertretung Ihrer Majestät der Kaiserin Königin, sowie der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und die zur Zeit in Berlin weilenden preußischen Prinzen nebst der gesammten Berliner Generalität 2c., die russischen Gäste empfingen. Zur Ehrenwache auf dem Bahnhöfe war eine Compagnie des zweiten Garde-Regiments zu Fuß befohlen. Beim Einfahren des Kaiserlich russischen Extrazuges intonirte das Musikcorps der Ehren- compagnie die russische Nationalhymne. Nach kurzem Aufenthalte daselbst begaben sich die Herrschaften vom Bahnhöfe aus nach dem russischen Botschafts-Palast. Auf der Fahrt dorthin besichtigte der Kaiser Alexander das in der Alsen- Straße aufgestellte Kaiser Alexander-Garde- Grenadier-Regiment Nr. 1, dessen hoher Chef er ist. Bei der Ankunft in der russischen Botschaft wurde das Kaiserpaar von dem Kaiser Wilhelm, den Königl. Prinzessinnen und den anderen zur Zeit in Berlin weilenden Höchsten Herrschaften begrüßt. Vor dem russischen Palais war gleichfalls eine Compagnie in Parade-Uniform aufgestellt. Nach der Rückkehr unseres Kaisers nach dem Königlichen Palais empfing er den Besuch deS Kaisers Alexander. Um 5 Uhr fand eine Gala- Tafel statt, zu der etwa 100 Einladungen ergangen waren. Es befanden sich unter den Geladenen der russische Botschafter und der Gesandte Dänemarks und Mecklenburgs, der Reichskanzler Fürst Bismarck nebst Gemahlin, der Vice-Präsident des Staatsministeriums v. Pütt-
6286111125-
10145 —|-
78859,38,|125-
Mithin Bestand ^10873!99f
Summa der Ausgabe .
Cassel, den 10. November 1887.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen. O p i tz.
Gefunden: ein Hut. Meldung des Eigen- thümers bei dem Ortsvorstand zu Asbach.
Zugelaufen: ein junger Dachshund. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futterkosten bei dem Förster L i p p h a r d t zu Holzheim in Empfang nehmen.
Bekanntmachung.
Das Dienstlocal der hiesigen Königl. Steuer- und Forstkasse bleibt Sonnabend den 3. December d. I. geschlossen, was hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird.
Die Herren Ortsvorstände des Bezirks ersuche ich besonders, dieses in Ihren respectiven Gemeinden bekannt machen zu lassen.
Friedewald, den 19. November 1887.
Schenk, Königlicher Rentmeister.
Politische Nachrichten.
(Deutschland.) Am Sonnabend Vormittag nahm Se. Majestät der K a i s e r den Vor- trag des Oberhofmarschalls Grafen Perponcher entgegen, empfing den Prinzen Wilhelm, vor dessen Rückkehr nach Potsdam und ertheilte
später dem russischen Botschafter Grafen Schu- waloff Audienz, in welcher dieser seinen Dank für die Verleihung des hohen Ordens vom Schwarzen Adler abstattete. Nachmittags arbeitete Se. Majestät der Kaiser noch längere Zeit mit dem Chef des Militär • Cabinets v. Albedyll. Die Spazierfahrt war der ungünstigen Witterung wegen unterblieben.
Die Frau Kronprinzessin begeht heute, Montag, ihren 47. Geburtstag. Die schwere Prüfung, welche der hohen Frau durch die ernste Erkrankung des Kronprinzen, ihres Gemahls auferlegt ist, mit dem sie seit nahezu dreißig Jahren in Glück und Unglück sich eng verbunden fühlt, gestaltet ihren diesmaligen Geburtstag zu einem sehr traurigen. Das tiefe Leid, welches sie an diesem Tage um so schmerzlicher erfüllt, wird nur gemildert durch das Bewußtsein des herzlichen Antheils, den das ge- sammte deutsche Volk an der Erkrankung des Kronprinzen nimmt, die Jedermann wie ein Unglück in der eigenen Familie empfindet. Nicht minder bietet die aufrichtige Theilnahme, welche in der öffentlichen Meinung fast aller civilisirten Völker sich kundgiebt, einen Schatz des Trostes, wie ihn die Welt sonst nicht leicht zu geben ver-
Vice-Präsident des Staatsministeriums v. Pult- kamer, der Staatssecretär Graf Herbert Bismarck und die Generale der Infanterie und Cavallerie.
Um 9‘/2 Uhr erfolgte die Abreise der russischen Herrschaften vom Potsdamer Bahnhöfe aus.
Prinz Heinrich von Preußen hat sich am Freitag Abend von dem Kaiser, dem Prinzen und der Prinzessin Wilhelm, sowie den Erbprinzlich Meiningenschen Herrschaften verabschiedet und ist am Sonnabend früh zu seinen Eltern nach San Remo abgereist.
Der Besuch des Fürsten Bismarck beim Zaren, der in der That um 3'/, Nachmittags stattge- funden hat, erregte allgemeines Aufsehen. Vor dem Botschaftshotel war der Kanzler Gegenstand begeisterter Ovationen. Die Conferenz zwischen dem Zaren und dem Reichskanzler dauerte l‘/4 Stunden. Als Fürst Bismarck um 43/4 Uhr das Botschaftshotel verließ, um sich alsbald zum Galadiner zu begeben, befand