der nächsten Sitzung zur Verhandlung kommenden Anträge auf Einsetzung der fraglichen Untersuchungscommission widersetzen sollte, könnte es sich sehr leichtereignen, daß außer denRadicalen der größte Theil der Monarchisten für Einleitung der parlamentarischen Untersuchung und somit gegen das Ministerium stimmt, wodurch dann wieder einmal andere Statisten auf die französischen Ministersessel berufen werden würden. Und diese Eventualität könnte um so leichter eintreten, als die öffentliche Meinung Frankreichs es fast ausnahmslos Grevy stark verübelt, daß derselbe sich für seinen schon seit langer Zeit stark anrüchigen Schwiegersohn so weit engagiert. Wilson ist überdies von seinen Wählern in Tours bereits aufgefordert worden, nach den letzten Skandalen auf fein Mandat zu verzichten; er hat sich dessen jedoch bis jetzt geweigert. — Wie groß die Ver- derbniß im heutigen Frankreich ist, erhellt auch daraus, daß sich im Laufe der letzten sechs Monate nicht weniger als vier Untersuchungsrichter das Leben genommen haben, weil sie sich in ihrem Dienst schwerer Pflichtwidrigkeiten schuldig gemacht hatten. In Lille z. B. nahm Desjardin Strychnin, als es herausgekommen war, daß er einen Fälscher, den er verhören mußte, angepumpt hatte. Gerade in diesem Niedergang des Beamtnethums zeigt sich die ganze sittliche Verkommenheit der jetzigen Republik, die es in dieser Beziehung noch weiter gebracht hat als ihre Vorgängerin zu Zeiten des Directoriums.
(Italien.) Mit dem Feldzug gegen Abessinien soll es nun Ernst werden. Der erste Theil der Expedition nach Massauah ist am Donnerstag von Neapel aus abgegangen. Der Oberbefehlshaber San Marzano, sein Generalstab, 66 Officiere und 700 Mann schifften sich auf dem Transportschiff „Amerika" ein. Vier- Dampfer mit 115 Officieren und 2994 Mann folgen am 2. November. Der Rest der Expedition, 300 Officiere, 7700 Mann und 1775 Pferde werden in drei Abtheilungen auf zehn Transportschiffen wenige Tage später eingeschifft.
(Spanien.) Die amtliche „Gazetta" veröffentlicht ein Decret, betreffend die Untersuchung von Alkohol. (Es ist möglich, daß damit das gegen Hamburg gerichtete Decret beseitigt wird. Allem Anschein nach wird nur Alkohol eingeführt werden dürfen, der keine schädlichen Beimischungen enthält. Dem reellen Händler und Fabrikanten, woher er auch kommt, wird die Einfuhr gestattet.
(England.) Die Aufregung unter den Londoner Arbeitslosen dauert an. Am Freitag fanden abermals große Ansammlungen beschäfti- gungsloser Arbeiter in London auf Trafalgar Square statt. Eine Deputation der Arbeiter begab sich zu dem Rathe des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und verlangte in dringlicher Weise Arbeit. Der Rath versprach, der Deputation bis zum Montag Antwort zukommen zu lassen. — Die Londoner „St. James Gazette" erfährt, die Regierung werde für den Fall, daß in Marokko Verwickelungen entstehen sollten, darauf dringen, daß der Hasen und das Gebiet von Tanger für neutral erklärt werde. — Die Unruhen in Zululand scheinen keineswegs unbedeutend zu sein. Einem Telegramm aus
gründen aus sie einzuwirken, und zuckte die Achseln. Schweigend verfolgte er seinen Weg und gleich darauf traf er neben Kitty ein. Diese hatte bis dahin die drei Brüder, die zu ihr wie zu einem Spielzeug ober vielmehr gezähmten, jedoch immer noch bissigen jungen Panther ewporsahen, mit Spottreden überhäuft, wobei sie sich, um ihren Schmähungen erhöhte Wirkung zu verleihen, abwechselnd der englischen und der Pawnen-Sprache bediente. Erst als Mark nur noch wenige Schritte von ihr entfernt, verstummte sie, und ihre glänz- vollen Augen fest auf ihn richtend, sprach aus jeder Linie ihres schönen, mit Staub bedeckten Antlitzes eigenthümliche, beinah ängstliche Spannung. Zugleich schüttelte sie ihren kurzen, faltigen Rock, der trotz seiner unverkennbaren Neuheit mehrere recht erhebliche Risse aufwies, worauf sie mit beiden Händen glättend über ihren orangefarbigen Haarwuchs hinfuhr. Ihrer nicht achtend, sah Mark finster auf die seltsame Jagdgruppe nieder. Der eine Wolf verendete eben, wogegen der andere röchelnd aus einen in seinem Halse steckenden Pfeilschaft kaute und seine Peiniger tückisch anstierle. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hob Mark die Büchse an die Schulter; der Schuß krachte und mit durchbohrtem Schädel brach der Wolf zusammen.
„Ihr verdient, selber geschunden zu werden," redete er darauf die Brüder an, „daran denkt, wenn Ihr den Bestien das Fell über die Ohren streift." Freundlich nickte er Kitty zu, in deren Augen Heller Triumph aufleuchtete, und die Uni«
Durban vom Donnerstag zufolge hat sich nunmehr der Gouverneur von Natal persönlich nach dem Zululand begeben, um Dinizulu, den Sohn Ketschwahos, und die anderen unbotmäßigen Häuptlinge des Zululandes zur Unterwerfung zu bringen.
(Portugal.) Es ist nunmehr beschlossene Thatsache, daß das Tabaksmonopol in Portugal nicht zur Einführung gelangen und das gegenwärtig zu Recht befindliche System auch weiterhin bestehen soll. Danach würde also die Tabakserzeugung Gegenstand der Privatindustrie sein, jedoch mit der Einschränkung, daß sämmtliche Fabriken einen Verband bilden, welcher dem Staatsschätze eine jährliche Einnahme von ungefähr vierundzwanzig Millionen verbürgt.
(R u ß l a n d.) Ueber russische Truppenver- legungen wird den „Hamb. Nachr." aus Berlin gemeldet, daß die Zusammenziehung russischer Truppen an der galizischen Grenze sich nicht bestätige, dagegen würden die Garnisonen längs der russisch deutschen Grenze verstärkt. Zwei Dragoner-Regimenter und eine Artillerie-Brigade seien auf dem Wege, um Garnison im Lomzacr und Plocker Gouvernement zu beziehen. — Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist der bekannte Führer der Panslawisten, der Professor an der Petersburger Universität Müller (dem Namen nach also ein „Stock-Russe") seines Amtes enthoben worden, weil er in einer Vorlesung Urtheile über Katkow ausgesprochen, welche mit den vom Zaren in seinem Handschreiben an die Wittwe des verstorbenen Moskauer Publicisten geäußerten in Widerspruch stehen, und weil er ferner Ansichten vertreten, welche mit den Grundlagen der absoluten Monarchie nicht überein- stimmen.
(B a t k a n st a a t e n.) In der Thronrede, mit welcher Fürst Ferdinand die zusammengetretene Sobranje eröffnet, sind keinerlei Mittheilungen bezüglich der Haltung der Großmächte Bulgarien gegenüber enthalten. — Die Nachricht, auf den Fürsten sei ein Attentat verübt worden, hat bisher noch keine Bestätigung gefunden. — Der Metropolit Element stellte einem Correspondenten der „Cöln. Ztg." gegenüber in Abrede, daß er neuerdings eine Audienz beim Fürsten Ferdinand nachgesucht habe.
(A e g y p t e n.) Aus dem Sudan wird gemeldet, daß infolge der drohenden Haltung der sudanesischen Rebellen, die sich bereits seit einiger Zeit am Nil versammeln, sämmtliche eingeborenen Kaufleute aus Wady Halfa flüchten. Aus derselben Ursache herrscht auch in Assuan große Bestürzung. Zwei Rebellen-Spione, die in Assuan ergriffen wurden, sogen aus, daß es die Absicht der Rebellen sei, in nächster Zeit, wenn sie weitere Verstärkungen erhalten haben, einen neuen Angriff zu machen.
Aus Heffen-Nassau.
Hersfeld, 31. October. Zur Verdingung der dirccten Lieferung von Brod und-Fourage an die Truppen pro 1888 hat die Königliche Intendantur des 11. Armee-Corps zu Cassel folgende Termine anberaumt: 1) am 2. November d. I., Vormittags 10 Uhr, im Rathhause zu Fulda wegen Lieferung von Brod und Fourage für die Garnison Roten- bürg und von Brod, Heu und Stroh für die
Wallung verlassend schlug er die Richtung nach dem Wigwam ein.
Nekoma warf einen zufriedenen Blick auf ihre Söhne, die verstohlen lachend sich anschickten, ihre Beute abzubalgen, dann folgte sie Mark nach, Kitty blieb bei den jungen Leuten zurück, von ihrem sicheren Standpunkte aus deren regsame Hände aufmerksam überwachend und sie immer wieder mit den tollsten Schmähungen für ihre Grausamkeit überhäufend.
„Der Herr Mark hat Recht", erklärte sie, und auf ihrem wunderbar beweglichen Antlitz tanzten förmlich die ihr inne wohnenden Kobolde der Bosheit und der Gutmüthigkett, der Schadenfreude und des Muthwillens, „Schlingels seid Ihr und der Teufel plagt Euch, und wenn's der Herr Mark sagt, muß es wahr sein. Ihr verdient, daß man Euch ein Kreuz auf die Stirn schneidet und so lange peitscht, bis Ihr von selber aus Eurer Haut heraus kriegt! Ja, das verdient Ihr Esel!" und sie lachte, daß das helle Klingen ihrer Stimme Marks und Nekomas Ohren trotz des ihr entgegenstehenden scharfen Windes erreichte.
„Den Winter hier zu verbringen ist für einen Weißen, der's nicht gewohnt, keine Freude", sprach Nekoma mit ihrem beinah klanglosen Organ, ohne das herüberdringende Lachen zu beachten, „wie lange dauerts, und der Sturm fegt Schneeberge über die Ebenen. Drei Wochen hält das Wetter sich vielleicht noch. Dann ist Frappe mit seinen Wagen längst am Missouri. Ihm schaden die Schneestürme nicht mehr."
Garnison Fulda; 2) am 3. November d. I., Vormittags 972 Uhr, im Rathhause zu Meiningen wegen Lieferung von Brod und Fourage für die Garnison Meiningen, und 3) am'4. November d. I., Vormittags 10 Uhr, in Cassel im Bureau der Intendantur wegen Lieferung von Fourage für die Garnison Marburg. Geeignete Unternehmer, welche sich im Termine als lieferungsfähig und zuverlässig ausweisen können, wollen ihre Offerten, für jede Garnison getrennt, mit der Aufschrift: „Submission auf Lieferung von Brod rc. für die Garnison N. pro 1888* versehen, portofrei vor der Terminsstunde in das Terminslocal abgeben lassen.
Hersfeld, 31. October. In der Provinz Hessen-Nassau ist der Conservator Wagner zu Marburg als weiterer Sachverständiger behufs Untersuchung und Feststellung von Reblaus-Jufec- tionen ernannt worden.
Hersfeld, 31. October. Die Schonzeit für weibliches Roth-, Dam- und Rehwild, sowie für Wildkälber ist nun zu Ende gegangen und es ist also jetzt alles Wild, mit Ausnahme der Rehkälber, zu erlegen gestattet.
Hersfeld, 31. October. (Posteinlieferungs- schetne als Quittungen.) Eine für die Geschäftswelt sehr wichtige Verordnung hat das Ministerium der Justiz, des Cultus und des Unterrichts im Einverständniß mit den anderen Ministerien erlassen; es wurde die Bestimmung getroffen, daß bei Beträgen bis zu einhundert Mark einschließlich der Einlieferungsschein der Postbehörde die Quittung des Empsangsberechtigten ersetzt. Hierdurch werden viele Unzuträglichkeiten, welche gerade durch Einverlangung von Quittungen über kleinere Beträge in der Geschäftswelt hervortreten, beseitigt.
Caffel, 28. October. Gestern Nachmittag wurde ein hiesiger Schreiner wegen Vergehens gegen das Socialistengesetz verhaftet. Gleichzeitig fanden bei mehreren als Socialdemocraten bekannten Personen Haussuchungen statt.
Caffel, 29. October. Ein tragikomischer Vorfall ereignete sich gestern auf dem Martinsplatze. Ein Küferlehrling war behufs Reparatur in ein sogen. Fuhrsatz gestiegen, und als er wieder heraus wollte, konnte er durch die schmale Oeff- nung, die er außerdem von Innen aus wegen der Größe des Fasses kaum erreichen konnte, nicht wieder hindurch. Seine krampfhaften Anstrengungen, endlich sein Rufen und seine Arm- und Kopsbewegungen zu der Oeffnung des Fasses heraus lockten eine ganze Menge Zuschauer, vorerst viele Schulkinder herbei, bis es schließlich zwei auf den Wagen steigenden Männern gelang, den Bedrängten aus seiner Zwangslage zu befreien.
Caffel, 27. October. Gestern Abend brächte der Gensdarm von Bettenhausen einen Artilleristen von der dritten reitenden Batterie, als Arrestanten nach Cassel. Denselben hatte er in einem Stroh- haufen auf dem Forste aufgefunden, wo er fünf volle Tage ohne Nahrung zugebracht hatte. Der Soldat war am Sonntag Abend auf dem „Bunten Bock" gewesen und hatte nch um eine Stunde verspätet und aus Furcht vor Strafe sich dann versteckt. Bei der starken Kälte, welche in den Nächten herrschte, hat er den rechten Fuß erfroren.
Caffel, 28. October. (Strafkammer I.) Der Musikus Georg Heinrich Reinmüller von Friedewald hatte sich wegen Bedrohung,
„Freilich ist der Winter lang, doppelt lang für Denjenigen, der gegen sein Wünschen und Wollen gezwungen, hier auszuhalten," antwortete Mark gleichmüthig, „aber schließlich gehen die Tage dahin. Ist man gegen Noth gesichert, kann auch ein Weißer sich in das Unabänderliche fügen, und Frappe hat ja die Lebensmittel reichlich genug zu bemessen. Er weiß, was zum Leben gehört; spricht hin und wieder ein Jäger hier vor, braucht er nicht hungrig von bannen zu ziehen. Auch ist die Gegend nicht so ausgestorben, daß es nicht gelänge, da drüben im Flußbett hin und wieder einen Hirsch oder eine Antilope zu erlegen."
„Eine lange, lange Zeit," meinte die Indianerin träumerisch, „eine lange Zeit, bis die Ebenen wieder grünen. Wer weiß, wer dann noch lebt."
(Fortsetzung folgt.)
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