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Hersftl-tr Kreislililtt.

Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilageIllustrirtes Anterhaltungsblatt".

Nr. 127.

Donnerstag den 27. Oktober

1887.

Bestellungen auf dasHersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtes Unterhaltungs­Blatt" für die Monate Novemberund December werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition ange­nommen.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandcs im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

1) Zu Hersseld

Donnerstag den 3. November d. J. Vormittags 8 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld. Controlplatz:Turnplatz am Hain."

2) Zu Unterhaun

Donnerstag den 3. November d. I. Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sjeglos, Unterhaun und Wippershain.

3) Zu Hersseld

Freitag den 4. November d. I. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingarles, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof.

Controlplatz:Turnplatz am Hain."

4) Zu Obergeis

Sonnabend den 5. November d. J. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers-

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Das Fegefeuer in Frapfics Wigwam.

Von Balduin Möllhausen.

Starr, wie das Bild des Todes, dehnt es sich auf beiden Seiten des die nordamerikanischen Prairien von West nach Ost durchschneidenden Nebraska oder Flachen-Flusses aus. Nach allen Richtungen unabsehbar, starr und öde, durch keine Bodenerhebung unterbrochen. Gelbgrau ist die vorherrschende Farbe; gelbgräu der von der Sonne versengte und von den ersten herbstlichen Nachtfrösten vollends getödtete Rasen. Endlose schwärzliche Felder bezeichnen die Bahnen, aus welchen die von wilden Steppenjägern angelegten Brände, die das Erdreich nur wenig überragende Vegetation, das nahrhafte Gramms- oder Büffel­gras, verzehrend, einherschlichen. Gelbgrau er­streckt sich die von unzähligen Rädern gebrochene vtelgeleisige Emigrantenstraße in der Richtung des Stromes. Dessen breites seichtes Bett zeichnet sich in der Entfernung von etwa achthundert Ellen nur noch als ein Schattenstreifen aus. Zwei mächtige Pappelweiden mit breitverzweigten, bei­nahe blätterlosen Kronen erheben sich auf seinem südlichen Ufer. Durch den gänzlichen Mangel jeder wetteren hervorragenden Vegetation erhalten sie in ihrer Vereinsamung einen gewissen gespenstischen Ausdruck. Sie erinnern an Leichen sagenhafter Riesen. Eine kurze Strecke hinter ihnen in dem

hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterode und Untergeis.

5) Zu Niederaula

Montag den 7. November d. I. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach, Heddersdorf,Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa, Reim­boldshausen, Solms, Stärklos, Willingshain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.

6) Zu Schenklengsfeld

Dienstag den 8. November d. I. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Aus­bach, Conrode, Dünkelrode, Hillartshausen, Malko- mes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Schenklengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

7) Zu Heimboldshansen

Dienstag den 8. November d. J. Nachmittags 2 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Bengeu- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim­boldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lauten- hausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfers- Hausen und Unterneurode.

Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fugt das Bezirks-Commando fol­gende Bemerkungen hinzu.

1) Zu den Herbst-Control-Versammlungen haben zu erscheinen:

a) alle diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1875 sowie die Mannschaften der Ka­vallerie, welche freiwillig einer 4jährigen activen Dienstzeit genügt haben und in der Zeit vom 1. April bis 30. Septem-

von gelbgrauen Rinnsalen gefurchten Strombett dehnt sich inselartig eine umfangreiche Sandbank aus, Gelbgraues dichtes Weidengestrüpp, durch, schössen von gestorbenem Schilt, Linsen und Ziegenbart, bedeckt dieselbe. Auf tausend Schritte ist sie von ihrer Umgebung kaum noch als eine Wulst zu unterscheiden, und so weit ist es von dort bis zu einem etwa zehn Fuß hohen Hügel, der, gegen dreißig Fuß lang, sich einsam auf der Ebene erhebt. An demselben vorbei haben die den Kontinent kreuzenden Karavanen ihren Weg ge­wählt und das geschah in jenen Tagen, als das Goldfieber erst im Entstehen, die Anlage einer Eisenbahn nach Kalifornien kaum erst in den Köpfen einiger kühner Phantasten spukte.

Dem Hügel näher tretend, erkennt man leicht, daß er sein Entstehen menschlichen Händen und menschlichen Krästen verdankt. Eine kurze Strecke weiter umschließt eine mittelst Rasenstücken und Erde hergestellte Mauer eine Fläche, groß genug, um einer Heerde von etlichen hundert Stück Rind­vieh Aufnahme zu gewähren. Um den Hügel herum stehen und liegen zerbrochene Wagen, manche bereits zu Brennholz zerkleinert, Treibholzstämme aus dem Flußbett, zur Zeit des Hochwassers von den Abhängen der Rocky Mountains herbetge- schwemmt, Knochen, Lederreste, Tauenden, Zeug, setzen, Rett- und Packsättel, Ochsenjoche, Pferde­geschirre, indianische Zeltstützen, zerschlagene Tonnen und Kisten, kurz, lauter Gegenstände, welche da­für zeugen, daß zur günstigen Jahreszeit DU na«

ber 1877 eingetreten sind und deshalb zum Landsturm übergeführt werden,

b) sämmtliche Reservisten und Dispositions- Urlauber,

c) die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften,

d) sämmtliche Mannschaften der Marine- Reserve, sowie die zur Disposition der Marinetheile Beurlaubten und die zur Disposition der Ersatz-Behörden Ent­lassenen,

e) diejenigen Mannschaften der Marine, welche in der Zeit vom 1. April 1875 bis 31. März 1876 eingetreten sind und deren Entlassung aus der Seewehr 1. Classe jetzt zu erfolgen hat.

2) Wie den Mannschaften schon früher mitge­theilt ist, werden Ordres nicht ausgegeben, sondern es findet die Beorderung lediglich durch diese Bekanntmachung und durch Aus­rufen in sämmtlichen Ortschaften statt. Die Betheiligten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Art der Beorderung die Fehlenden ebenso strafbar sind, als wenn sie persönliche Ordres erhalten hätten.

3) Die Mannschaften aus einzelnen, hier nicht genannten Höfen, Mühlen u. s. w. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Ge­meinden sie gehören.

4) Die, Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen.

5) Etwaige Dispensationsgesuche sind rechtzeitig an den Bezirksfeldwebel zu richten und können nur durch das Bezirks-Commando genehmigt werden. Ist bis zum Tage der Contröloersammlung die Entscheidung auf ein Gesuch noch nicht erfolgt, so muß der Betreffende unfehlbar bei derselben erscheinen.

6) Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungs-Fälle müssen durch ärztliche

here und weitere Umgebung reich belegt ist von rastenden Karavanen. Es ist ersichtlich, der Hügel bildet gewissermaßen eine Station, aus welcher die Reisenden mit dem Besitzer des beschei­denen Heimwesens um alles Mögliche feilschen, Zugvieh, Wagen, überflüssiges Hausgeräth willig für gedörrtes Büffelfleisch, Mehl, Speck, Eisen­waaren und sonstige auf einer Wüstenwanderung mehr nützliche Dinge hingeben.

Jetzt, nachdem der Besitzer schon vor Wochen mit dem spottbillig erworbenen Vieh und schwer belasteten Wagen sich auf den Heimweg nach dem Missouri begeben hatte, schien die Station ausge« sterben zu sein. Nur die Rauchsäule, welche einem unförmlichen Auswuchs des Hügels, einer Salz­fleischtonne, der die Böden ausgeschlagen worden, entstieg, verrieth die Anwesenheit von Menschen. Sonst war Alles ringsum öde und todt. Denn zwei Coyotes oder Prairtewölfe, welche die nahe Einfriedigung lüstern umschlichen, brachten eben so wenig Leben in die unabsehbare, trostlose Einsam­keit, wie ein halbes Dutzend verspäteter oder durch Herbstbrände versprengter Büffel, die in der Ferne langsam südwärts wanderten, oder eine in der Nähe sorglos weidende Heerde schön gezeichneter Antilopen.

So nahm sich das Heim aus, welches der alte Frappe fünf Monate des Jahres bewohnte und im Stillen mit großem Behagen eine ausgiebige Goldmine nannte, die bequemer zu erreichen »nd