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Glaubt man nun die Masse genug ausgenutzt zu haben, so ersetzt man sie wieder durch neuen Stoff. Wird dieses Verfahren mit Geschick att-- gewendet, so wird die Kellerluft stets trocken. Eine trockene Kellerluft ist aber für aufgeschichte­tes Obst und eingestellteeingemachte" Früchte, wenn die Aufbewahrung eine gute und lange sein soll, ein unentbehrliches Erfordernis;. Schon Kalkerde (Calciumoxid) saugt stark Wasser ein, verbindet sich mit demselben unter heftiger Wärmeentwickelung und zerfällt zu Staub. Will nun die geschäftige Hausfrau ihre schonen Aepfel in feuchtem Keller gern gut erhalten, so richte sie in Gemeinschaft mit ihrem Manne die oben beschriebene Vorrichtung her, streue darauf Chlor- calicum und wechsele den aufgestreuten Stoff, sobold er naß ist.

Cassel, 14. October. Das Lehrerkollegium der hiesigen Realschule hat einen schweren Verlust er­litten. In vergangener Nacht ist in Folge einer Rippenfellentzündung der Mathematik-Lehrer Herr Dr. Jde im besten Maunesalter gestorben. Herr Dr. Jde ist nur wenige Tage krank gewesen. Das Hinscheiben des allgemein geachteten und beliebten Lehrers wird allgemein bedauert. (C. I.)

Cassel, 13. October. Als beachtenswerth dürste erscheinen, daß nach hundertjähriger Pause im Weinbau für Cassel Heuer wieder einHerbst" ge­halten worden: Herr Stiftscassirer Kornemann hat auf seinem Grundstück in Wahlershausen, dem Rammelsberge oder Kornemannsberge, eine Traubenernte gehalten, die ihm über 200 Liter Wein geliefert hat. Vor wenigen Jahren war der Rammelsberg noch ein wüstes Feld.

Cassel, 13. October. In einer hiesigen Fabrik flog gestern einem Arbeiter eine Feile aus der Maschine in die Herzgrube und zwar derart, daß eine innerliche Verletzung den Tod des Verunglückten herbeiführte. Derselbe starb auf dem Transport nach dem Landkrankenhause.

Cassel, 19. October. Gestern früh 3 Uhr wurde auf dem Rangirbahnhof bei Rothenditmold der Oberrangirer (Rangiermeister) Oetzel über- fahren, es wurde ihm das rechte Bein abgefahren, außerdem erhielt er noch am Kopfe und der Brust Verletzungen. Der Verunglückte wurde mit einer Maschine nach Bahnhof Oberstadt gebracht und von da nach dem Landkrankenhause, wo die Amputation sogleich erfolgte. Er ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.

Wolfhageu, 14. October. Heute Morgen gegen 9 Uhr brach in dem l/2 Stunden von hier entfernt liegenden Dorfe Altenstädt in einem der Gebäude des dortigen Bürgermeisters Feuer aus. Der starke Wind übertrug das Feuer so schnell auf die Nachbargebäude, daß Mittags 12 Uhr schon 6 Gebäude in Asche lagen. Obgleich alle Nachbargemeinden Spritzen und Mannschaf­ten entsandt hatten, so konnte das Feuer bis zu dieser Stunde nicht auf seinen Heerd beschränkt werden. Ueber die Entstehung des Brandes ver­lautet nichts Bestimmtes.

Vilbel, 13. October. Gestern Abend brach auf dem benachbarten Gut Pfaffenhos, Eigenthum des Herrn Landgrafen von Hessen, Feuer aus, welches mit rasender Schnelligkeit um sich griff und fast den ganzen Bauten-Complex, bis aus das Wohnhaus mit einem Scheunenbau, in Asche legte. Der Ho', welcher zu den größten Oeco- nomien der Wetterau zählt, ist an Herrn Diehl verpachtet. Wie verlautet, soll das Feuer an vier Stellen zugleich zum Ausbruch gekommen sein, so daß eine Brandstiftung vorzuliegen scheint.

Kleiu-Auheim, 12. October. Der grobe Brand in unserer Gemeinde vom 10. August d. J. ist gewiß im Gedächtniß aller Leser. Von den

Liebesgaben, welche recht reichlich geflossen, ist von dem Comitee je nach der Hilfsbedürftigkeit schon ein Theil vertheilt worden. Von dem Uebrigen ließ das Comites Möbel anfertigen. So erhielt auch am Samstag die arme Wittwe W. Winter, deren Häuschen sammt Allem, was darin war, verbrannt ist, einen Kleiderschrank. Sofort setzte ein hiesiger Bäckermeister, der eine Forderung für Brod an die Wittwe hat, den Gerichtsvollzieher von Seligenstadt in Kenntniß. Am Montag um 6 Uhr weckte derselbe die arme Frau, und pfändete den Kleiderschrank nebst 5 Malter Kartoffeln.

Vermischtes.

Frankfurt, 12. October. Ein Kinder­mädchen wollte bei einer hiesigen Herrschaft Stellung nehmen. Im Laufe der Unterhandlungen fragte das Mädchen die Frau des Hauses:Sie sind doch im Palmengarten abonnirt, damit ich mit den Kindern hingehen kann. Ich halte den Garten für sehr bildend. Sollte das nicht der Fall sein, so würde ich sehr bedauern. Madame bedauerte ebenfalls und zeigte dem bildungsbe- dürftigen Mädchen die Thüre.

Auf der Main-Neckar-Bahn haben bereits vier Züge electrische Beleuchtung erhalten.

Aus Furcht vor Strafe hat sich in Nieder - planitz in Sachsen ein 13 Jahre alter Knabe im elterlichen Hause erhängt. Der Junge hatte wegen Einwerten eines Fensters Strafe zu erwarten.

Ilmenau, 14. October. Heute Nach­mittag P/3 Uhr ist hier im Bahnhöfe Feuer ausgebrochen; um 2 Uhr war der Dachstuhl be­reits abgebrannt.

C ö l n, 15. October. Eine seltene Natur­erscheinung bei uns im Monat October brächte der gestrige Nachmittag. Der Himmel verdunkelte sich plötzlich, Schneeflocken wirbelten nieder und mit Blitz und Donnerschlägen entlud sich ein kurzes, aber heftiges Gewitter. Vor der Stadt und auf freien Plätzen blieb der Schnee eine Weile liegen.

E l b i n g. Dieser Tage wurde die 77jährige Witwe Grünte, eine im Diebeshandwerk ergraute Person, welche erst vor einigen Tagen aus dem Zuchthause entlassen worden ist, wiederum beim Stehlen abgefaßt. Sie ist bereits vierunddreißig- mal wegen Diebstahls vorbestraft und hat 43 Jahre im Zuchthause resp. Gefängniß zugebracht. In ihrer Jugend ist sie auch mit 147 Peitschen­hieben bestraft worden.

In der Münzstätte zu Hamburg ist man gegenwärtig mit einer Ausprägung von 25 Millionen Stück Broncemünzen für das König­reich Siam beschäftigt. Die Münzen sind von drei verschiedenen Größen, stellen verschiedene Werthe dar, tragen aber dasselbe Gepräge.

Mit aufgeschlitztem Bauche wurde kürzlich ein Knabe Konrad B. in die Berliner Charilä eingelietert. Das Kind hatte in der Wohnung seiner Eltern, am Friedrich Karl-Uier mit e^ter Scheere gespielt, war dabei hingestürzt, wobei die Spitze derselben ihm in den Lauch ein* drang und die Bauchwand aufschlitzte.

Straßburg, 14 October. Die Arbeiten am Kaiserpalast sind Dank der günstigen Witterung weiter gefördert worden, als man zu Anfang des Baujahres angenommen hatte. Schon im jetzigen Stadium der Vollendung übt der in gewaltigen, dabei aber durchaus edlen Formen gehaltene Lau, einen prächtigen Gesammteindruck auf den Beschauer aus. Jedenfalls ist derselbe nicht bloß im neuen Straßburg, sondern in Deutschland überhaupt eine der hervorragendsten architektonischen Schöpfungen der Gegenwart.

Friesack. Dem Gemeindevorsteher eines Dorfes im Ruppiner Kreise wurde vor einigen

Tagen die Anzeige gemacht, daß an einem ein Stück Weges vor dem Dorfe befindlichen Baume sich Jemand erhängt habe. Er lief deshalb eiligst zum Schöffen, um mit diesen gemeinsam die amt­lichen Maßnahmen zu treffen. Die Frau des Schöffen theilte jedoch dem Gemeindevorsteher mit, daß ihr Mann nicht anwesend sei. Als der Ge­meindevorsteher darauf allein zur bezeichneten Stelle kam, erkannte er in dem Selbstmörder den Schöffen selbst.

Swine münde, 13. October. Heute Nachmittag sind die vier Opfer ihres Berufes, jene unglücklichen Fischer aus Ahlbeck, welche am 11. d. M., Vormittags beim Fischen im Sturm mit ihrem Boote gekentert waren und den Tod in den Wellen gefunden hatten, Dank der Be­mühungen ihrer Kameraden aufgefunden und an Land gebracht worden. Dieselben wurden, da sie sich bei demUntergange einander umschlungen hat­ten, gleichzeitig in dieser Umschlingung aufgefunden.

Pirmasens. Hier fiel der Arbeiter Sundl drei Treppen herunter, als er gerade im Begriff war, seine in Unfrieden mit ihm lebende Frau zu züchtigen, nachdem er sich zuvor mildernde Umstände" angetrunken hatte. Er blieb sofort auf dem Platze.

Auf der Kagraner Brücke in W i e n ereignete sich gestern Vormittag ein großer Unglücksfall, welcher durch den Eigensinn eines Menschen hervor- gerufen wurde. Eine Privat-Equipage, in welcher sich vier Personen befanden, stürzte in Folge der Halsstarrigkeit ihres Lenkers, der ein seinem Wagen entgegenkommendes schweres Fuhrwerk nicht vorbeipassiren lassen wollte, mit ihren In­sassen in den Strom. Zwei Personen eine Frau und ein Kind ertranken; auch eines der Pferde konnte nicht mehr gerettet werden.

Ein furchtbarer Orkan, wie er von Zeit zu Zeit in den tropischen Gegenden Amerika's eintritt, hat nach einer Depesche aus New-York vor einigen Tagen an der Westküste von Mexiko gewüthet und ungeheuren Schaden angerichtet. Unter anderem ist die Stadt Quelite (Provinz Sinaloa), welche gegen 8000 Einwohner zählt, fast gänzlich zerstört worden und viele Menschen sind umgekommen.

(Fürs Krankenzimmer.) Einvorzügl. Räucherungsmittel in Krankenzimmern ist ge-nah- lener Kaffee, von dem man einige Messerspitzen _ voll auf glühende Kohlen wirft. Die antiseptischen Eigenschaften des gemahlenen Kaffees sind bekannt.

(Widerspruch.) Schaffner (auf dem Perron rufend):In einem Damen-Coupee 2. Classe befinden sich herrenlose Sachen!"

(Errathen.) Junge Frau:Ach, Emil, es ist mir so unangenehm, Salontotlette machen zu müssen, wenn man uns lieber nicht zu dieser Hoch­zeit eingeladen hätte!" Emil:O, ich bin sehr gern dabei, wenn andere heirathen!" Frau: Ja, ich weiß, Du bist so schadenfroh!'

Verfälschte schwarze Seide. Man | verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Verfälschte Seide idie leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußsäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkel­braune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der ver­fälschten nicht. Das Seidensabrik-Dspot von G. Henneberg (K. u. K. Hoslies.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidengoffen an Jeder­mann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke joll- srei in's Haus.

!ÄBl«Bie.

1 persecte Köchin,

1 Viehmiidchcn,

13«rlö|'figcr Kutscher, welcher eine kleine Landwirthschast zu besorgen hat, Kavallerist bevor­zugt, werden zu Neujahr auf der Oberförsterei Wallenstein gesucht.

Bekanntmachung.

4000 Ctr. I

Speisekartosseln halb roth, halb gelb, in wöchent­licher Lieferung von 400 Ctr. zu kaufen gesucht von

Albert Köhler,

Straßburg i/Els. Kleberplatz 13.

Die Ziehung der AnsstBllHQs-Lottßriß zu Berlin

DE" findet am 21. u. 22. November 1887

durch die Beamten der Kgl. Preuss, General- Lotterie-Direction statt.

3191 Gewinne Werth 90,000 Mk.

ä Loos

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