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Sttüftlhtr Kreisdliltt.
Mit wöchenttiHer Hratis-Aeilage „JllukrirLes ZluierhakLungsötatt^.
Nr. 122. Sonnabend den 15. Oktober 1887.
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Amtliches.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
:.) Zu Hersfeld
Donnerstag den 3. November d. J. Vormittags 8 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
2) Zu Unterhaun
Donnerstag den 3. November d. J. Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.
3) Zu Hersseld
Freitag den 4. November d. J. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbezirk Obcrrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof.
Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
4) Zu Obergeis
Sonnabend den 5. November d. J. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmers-
<Unbesugter Nachdruck verboten.) Kayard.
Von H e l e n e P i ch l e r.
. (Fortsetzung.)
Nach ner Viertelstunde kam der Capitän an Deck. Vor dem großen, tief in die Augen gehenden Basthut konnte ich's Wetter von feinem Gesicht nicht ablesen. In dem langseits wartenden Boot ließ er allein sich an die Stadt bringen.
Bevor er Abends wieder an Bord kam, traf ein anderes Boot ein, welches Schachteln, Packete, Kästchen und allerlei Kleinkram überbrachte. Hahaha, Weiberzeug, Frauenputz. Er hat das sich bietende Glück nicht verschmäht. Ist vernünftig geworden. Nun wird das köstliche Geschöpf die alte Tischdecke bei Seit' werfen und in schönem Putz auf Deck sich zeigen.
Andern Tags wurde das Schiff verholt und rüstig ging's an's Löschen der zerbrechlichen Waare. Die Mannschaft rüstete sich zum Abgang, denn sie war nur für die einfache Reise augeheuert, weil Mr. Taff den Bayard in Singapore zum Abbruch zu bringen gedachte.
Der Capitän ließ mich in die Cajüte rufen, da sitzt ihm gegenüber die Fremde im lichten Kleid, ein blaues Land faßt die schwarzen Locken zusammen, das Helle Gesichtchen glüht, als läge Morgenroth darauf.
„Wie ist's mit Dir, August, hast wohl Verlangen nach 'ner guten Heuer auf 'uem gutem Schiff 3
hausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterode und Untergeis.
5) Zu Niederaula
Montag den 7. November d. J. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hallendach, Heddersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa, Reim- boldsbausen, Solms, Stürllos, Willingshain und Gutsoezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
6) Zu Schenklengsfeld
Dienstag den 8. November d. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Aus- bach, Conrode,Dünkelrode, Hillartshausen, Malko- mes, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Schenklengsfeld, Schenksolz,Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.
7) Zu Heimvoldshausen
Dienstag den 8. November d. J. Nachmittags 2 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Bengen- dorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heim- boldshausen, Hersa, Heringen, Kleinensee, Lauten- hausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfers- Hausen und Unterneurode.
Zur strengen Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt das Bezirks-Commando folgende Bemerkungen hinzu.
1) Zu den Herbst-Control-Versammlungen haben zu erscheinen:
a) alle diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1875 sowie die Mannschaften der Ca- Vallerie, welche freiwillig einer 4jährigen activen Dienstzeit genügt haben und in der Zeit vom 1. April bis 30. Septem
„Nichts sür ungut," stotterte ich, „wenn Sie, Capitän, für mich 'ne Verwendung haben, bleibe ich, wo Sie bleiben."
Trifft mich da ein Blitz von der Seite, daß ich wohl sehe, er hat mich verstanden. Er winkt blos und ich mache mich davon.
Als die Töpie gelöscht, Steuermann und Mannschaft das Schiff verlassen haben und ich denke, wir letzten drei, der Capitän, die Dame und ich, werden uns jetzt auch davon machen und für alle Nöthe uns einen guten Tag machen, kommt statt dessen ein Lootse mit Hülssmannschast an Bord und der alte Bayard wird nach New Harbour in's Dock gebracht. Hier werden ihm die wurmstichigen Knochen noch mal zusammengeleimt und dann sagt mir der Capitän eines TageS: „August, Du spitzfindtscher Bursch hast mit Deinen langen Ohren mehr erschnüffelt, als für sie bestimmt war. Der Bayard wird nicht abgebrochen, sondern fährt weiter. Er ist verkauft worden an — Mr. Humphrey. Nun ist's Ehrensache, daß wir den Unglückskasten sammt der Braut fein wohlbehalten in Hongkong abliefern. Verstehst Du mich?'
„Ja Capitän; aber 's wär' toll, mit diesem Schiff wieder in See zu stechen."
„Kannst gleich abgehen, wenn Dir's Schiff nicht paßt! Im Uebrigea hälft Du's Maul. Verstanden ?!"
Ja wohl verstand ich. Das mit dem Maul- halten nämlich, das Uebrige aber verstand ich nicht. Bald darauf kam dir neue Mannschaft an
ber 1877 eingetreten sind und deshalb zum Landsturm übergeführt werden,
b) sämmtliche Reservisten und DispositionS» Urlauber,
c) die zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften,
d) sämmtliche Mannschaften der Marine- Reserve, sowie die zur Disposition der Marinetheile Beurlaubten und die zur Disposition der Ersatz-Behörden Ent« Idffctic.tif
e) diejenigen Mannschaften der Marine, welche in der Zeit vom 1. April 1875 bis 31. März 1876 eingetreten sind und deren Entlassung aus der Seewehr 1. Classe jetzt zu erfolgen Hat.
2) Wie den Mannschaften schon früher mitgetheilt ist, werden Ordres nicht ausgegeben, sondern es findet die Beorderung lediglich durch diese Bekanntmachung und durch Ausrufen in sämmtlichen Ortschaften statt. Die Betheiligten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Art der Beorderung die Fehlenden ebenso strafbar sind, als wenn sie persönliche Ordres erhalten hätten.
3) Die Mannschaften aus einzelnen, hier nicht genannten Höfen, Mühlen u. s. w. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.
4) Die Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen.
5) Etwaige Dispensationsgesuche sind rechtzeitig an den Bezirksfeldwebel zu richten und können nur durch das Bezirks-Commando genehmigt werden. Ist bis zum Tage der Controlversammlung die Entscheidung auf ein Gesuch noch nicht erfolgt, so muß der Betreffende unfehlbar bei derselben erscheinen.
6) Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungs-Fälle müssen durch ärztliche
Bord. Ich war recht froh, daß es meist europäische Leute, Engländer, brave, tüchtige Kerle, auch einige Deutsche und zwei Chinesen.
Hörte nun auch, daß die Geschichte mit dem Piratenunglück der „Esperance" und der Rettung der jungen Schottin groß Aufsehen in Singapore gemacht.
Capitän Ohlsen hatte sie den englischen Gerichten vorgetragen und Miß Gilian seinen Vor- trag bestätigt. Wunderlich blieb es aber, daß nach Verkauf des Bayard der Capitän zu dem Vertreter des Hauses Humphrey gegangen und sich erboten hatte, ohne jede Gage das Schiff nach Hongkong zu führen. Entweder bet unserem Capitän war doch ein Bolzen lose, oder — der Bayard kam nimmer an seinen Bestimmungsort. So dachte ich, well ich die Seele dieses Mannes noch nicht kannte.
Zwischen dem C^'tän und der schönen Frau mußte aber noch eL -mes Garn gesponnen sein, welches Niemand zu missen kriegte, 's fragte auch keiner darnach, denn alle Mann find neu, bis auf mich selbst und ich hielt's Maul auf Commando. Scharf genug mußt's aber hergegangen sein, denn die beiden lebten mit einander, als stünden fie auf geheimem Kriegsfuß. Sie sahen sich tast nur bet den Mahlzeiten — doch da segle ich schon voraus. Muß erst berichten, daß kurz vor der Abreise noch ein Weiberrock die Fallreepstreppe des Bayard hinaukletterte; eine malayische Diru, Nahida geheißen. Sie sollte bei unserer Dame so was wie