* Hersfeld, 19. September. Ihre Majestät die Kaiserin passirte am vergangenen Sonnabend Nachmittag 4 Uhr 9 Minuten auf der Reise nach Mannheim mittelst Sonderzuges die hiesige Station.
Hersfeld, 19. Seplember. (Vacante Stellen für Mtlitäranwärler im Bezirk des 11. Armee- Corps.) Brotterode, Kön gl. Oberförsterei Brotte- rode, Communalförster, 8U0 Mk. Gehalt, freier Brennholzbezug gleich den Nutzungsberechtigten. Eichberg (Rheingau), Direction der Hell- und Pflegeanstalt 1. Bureaugchilfe, 600 Mk. Gehalt jährlich neben freier Station; Frankfurt (Main), Specialdirection der hessischen Ludwigs-Eisenbahn- gesellschaft in Ma'nz, Lureaudtener, 800 Mk. Gehalt. Hanau (Ostbahnhoi), Specialdirection der Hessischen Ludwigs-EisenbahwGesellschaft in Mainz, Portier, 700 Mk. Gehalt. Marburg (Bezirk Cassel) Postamt, 3 Landbriefträger, 540 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß, Mecklar (Kreis Hersfeld) Post-Agentur, Landbriefträger 480 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Montabaur, Bürgermeisterei,Polizeidiener, 800 Mk. Gehalt. Neudietendorf (Zweigstelle), Bahnpostamt Nr. 6 in Eisenach, Postschaffner, 800 Mark Gehalt und 60 Mark Wohnungsgeldzuschuß. Gehalt steigt bis 1350 Mark.
Hersfeld, 19. September. Das bei manchen Schlächtern beliebte Verfahren, einem unansehnlichen schlaffen Fletsche durch Einblasen von Luft mit dem Munde das Aussehen eines straffen kernigen Fleisches zu verschaffen, ist jetzt vom Reichsgericht als ein Verstoß gegen § 367, Nr. 7 des Reichsstrafgesetzbuchs anerkannt worden.
Hersfeld, 19. September. In den Durchgangswagen der Hannoverschen Staatsbahn sind seit einigen Tagen die Eisenstäbe vor den Fenstern entfernt und über denselben stehen in großer deutlicher Schrift die Worte: «Nicht hinauslehnen!' An verschiedenen Stellen der Wagen ist außerdem noch zu lesen: „Das Hinauslehnen des Körpers aus dem Fenster ist wegen der damit verbundenen Lebensgefahr strengstens untersagt!" Dieser Vorschrift wird hoffentlich jeder Passagier tm eigenen Interesse Folge leisten.
□ Von der Schwalm, 16. Septbr. Einen in Zweiten wohnhaften und bet dem Gutsbesitzer Box daselbst in Arbeit stehenden Tagelöhner betraf am 14. d. Mls. das schwere Geschick, daß er bei dem Dreschen der Getreidefrüchte mit einer Dampfdreschmaschine, wobei er als Einleger beschäftigt war, so unglücklich in die unmittelbar in seiner Nähe sich befindliche Trommel gerteth, daß ihm die beiden Beine, wie einer Fliege, im 3in vom Leibe abgerissen wurden, so daß er auf der Stelle eine Leiche war. Es ist dies für die arme, aus fünf Gliedern bestehende Familie ein harter Verlust, die nun ihres Ernährers beraubt, einer trüben Zukunft entgegenblickt. Zugleich ist es aber auch eine Warnung, bei aller derartiger Maschinenarbeit die größt möglichste Vorsicht walten zu lassen, damit solcher betrübender Unglücks- fälle weniger würden.
Oberaula, 16. September. In dem seltenen Lebensalter von 99 Jahren verschied hier gestern die Wittwe Lövi aus Ottrau. Die Greisin war bis zu ihrem rasch erfolgten Tod gesund und munter.
Wehlheiden, 17. September. Gestern fand der Koytenfuhrmann Zimmermann aus Hoof in der Querallee einen plötzlichen Tod. Er kam mit seinem Fahrzeug daher gefahren, bat einen Bekannten ihm einen Augenblick die Pferde zu halten,
damit er in den Wagen klettern könne; er erstieg diesen und fiel über den Wagenrand so unglücklich in den Wagen, daß er das Genick brach.
Eschwege, 16. Septbr. Die Tabakernte in hiesiger Gegend neigt sich bereits ihrem Ende zu. Wie berichtet wird, ist die Tabak-Ernte in diesem Jahre im Allgemeinen eine zufriedenstellende, sowohl in quantitativer wie auch qualitativer Beziehung.
Frankfurt, 15. September. Wie die «Kl. Pr." vernimmt, ist nunmehr die Eröffnung des Centralbahnhofs für den Personenverkehr für den 15. Mai 1888 in Aussicht genommen; wenigstens sollen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Betriebseröffnung für diesen Termin zu ermöglichen.
Vermischtes.
— Berlin, 16. September. In dem benachbarten Friedrichshagen stürzte heute Morgen das gesammte Innere des neuen Seitenflügels am Hauptgebäude der Gladenbeck'schen Zinkbronce- Gießfabrik ein, so daß nur die Umfassungsmauern stehen blieben. Von sieben verunglückten Arbeitern ist einer todt, einer lödtlich, die übrigen fünf sind weniger schwer verletzt.
— Die Cottbufer Diebe geben sich mit Kleinigkeiten nicht ab, denn sie stahlen am Mittwoch Abend einen Schlächterwagen mit 2 Pferden und den darauf befindlichen 2 fetten Schweren. Das Gespann war nur wenige Minuten vor einer Schänke ohne Aufsicht gelassen worden.
— L e t p zi g. Die hiesige Pcivat-Briesbestell- anstalt mußte bereits im Februar ihren Betrieb einstellen. Die Angelegenheit hat nunmehr noch ein Nachspiel vor dem Strafgericht gehabt, indem der frühere Inhaber der Anstalt, Häffelbarth, zu einer Geldstrafe wegen verbotwidriger Beförderung von Briefen zwischen Leipzig und dessen Vororten verurtheilt worden ist. Wie die „Leipz. Gerichls- Zeitung" meldet, hat ein früherer Tischlergeselle sein Vermögen von 2500 Mk. der Anstalt geopfert. Ein gewisser Hellinger hat 8000 Mk. bet dem Geschäft verloren, und der verurtheilte Häffelbarth soll ebenfalls einen Verlust von 12000 bis 16000 Mk. zu beklagen haben.
— Jserlohn, 16. September. Im Februar 1885 beschenkte die Frau des Metzgermeisters Lrünninghaus ihren Mann mit dem 24. Sprößling. «Ntu noch ein Därinken", sagte damals der Metzgermeister. Dieser Ausspruch wurde seiner Zeit vielfach belächelt; er ist aber jetzt doch in Erfüllung gegangen. In verflossener Nacht ist das gewünschte „Ääirnken" wirklich angekommen und somit das Viertelhundert vollgeworden.
— In B t e l e f e l d schüttete wieder einmal ein dortiges Dienstmädchen Petroleum ins Feuer, wie gewöhnlich schlug die Flamme hoch aus und ent- zündete das Oel in der betreffenden Flasche, worauf diese explodirte. Das Mädchen erlitt dadurch so schwer e Brandwunden, daß es bald darauf starb.
— Herrnstadt, 16. September. Während der Manöver ereignete sich, wie D'e «Schl. Z." berichtet, in Osselwitz^ folgender Unfall: Ein Kanonier, welcher eine Schlagröhre heimlich zurück- behalten hatte, wollte wissen, wie die Detonation einer solchen sich im Kanonenrohre ausnehme. Er selber sah in das Rohr vor dessen Mündung hinein, und veranlaßte einen Kameraden, die Schlagröhre einzusetzen und den Draht zu ziehen. Keiner von beiden hatte eine Ahnung davon, daß das Geschütz, der bestehenden Vorschrift entgegen, nicht entladen war, also die volle Pulverladung noch
enthielt. Die Wirkung aus den vor der Mündung Knieenden war eine schreckliche. Das eine Auge ist ausgelaufen und es ist sehr zweifelhaft, ob bei der Menge der übrigen Verletzungen sein Leben erhalten bleiben wird.
— Wie man aus der Rheinpsalz meldet, hat die Gemeinde Böhl innerhalb 14 Tage für 117000 Feldmäuse, welche todt an das Bürgermeisteramt eingeliefert wurden, den Betrag von 1170 Mk. gezahlt.
-p Labes t. Pommern. In der Nacht vom 18. zum 19 d. M. ist die Eisenbahn-Stationskasse bestohlen worden. Entwendet find 50000 Mark. Die Diebe, R a n d u n g und D e m k e r, wurden beim Entfliehen erkannt. Beide sind untersetzter Statur und tragen schwarzen Kremphut.
— (Verbrannte Schätze.) Einen Act großer Bosheit hat, wie man aus Paris schreibt, kürzlich eine alte unverheirathete Dame, die sehr reich war, kurz vor ihrem Ende verübt, und zwar aus dem Grunde, daß ihr» Familie nichts von ihrem Reichthum» erben sollte. Die alte Dame lebte nämlich in der Familie ihres Bruders, eines wohlhabenden Gärtners, der durch verschieden» Speculationen sich ein sürstliches Vermögen erworben hatte. Eine komfortabel eingerichtete Villa nebst einem prachtvollen Ziergarten bewohnte der inzwischen zum Rentier avancirt» Gärtner mit seiner Familie allein. Die alte Dame hatt» ein vollständig getrennt gelegene« Quartier inne, welche« mit allen nur denkbaren Bequemlichkeiten ausgestattet war. Zu ihrer Bedienung hatte sie ein eigenes Mädchen; sie aß und trank entweder an dem Tische ihres Bruders, oder wenn sie das ihrer Laune wegen einmal nicht thun wollte, von dem Tische desselben. Sie zahlte sür all diese Annehmlichkeiten ihrem äußerst gutmüthigen Bruder — nichts, da er meinte, sie werde, da sie fast ebenso reich wie er war, ihr ganzes Kapital für ihn ersparen. Doch wer beschreibt sein Erstaunen, als er nach ihrem Tode kein baare« Geld, keine Aktien oder andere Werthpapiere, sondern nur eine schwarz versiegelte Düte mit zehn Napoleons, den muthmaßlichen Kosten zu ihrer Beerdigung, fand. Alle« übrige Papiergeld, alle Aktien u. s. w. hatte sie, nachdem ihr Ende herangenaht war, wahrscheinlich verbrannt; denn eine Nichte der nun Verstorbenen war kurz vor ihrem Tode in ihrer Wohnung gewesen, als sie eben eine Menge Papiere verbrannt, und auf die Bemerkung der Nichte, daß es nach an gebranntem Papiere rieche, hatte die Tante die Antwort gegeben: „Ihr denkt gewiß, ihr werdet viel nach meinem Tode erben. Ihr wollt so recht in meinem Gelde — „patschen"; aber da habe ich Euch einen Strich durch die Rechnung gemacht." Deutlicher sprach sie sich nicht au«; erst nach ihrem Tode wurde eS klar, was sie unter jener mystischen Bemerkung verstanden hatte; ihr ganzes Vermögen hatte sie — verbrannt. Aus Notizen, dre im Nachlasse gesunden wurden, ging hervor, daß sie schon seit fünf Jahren die Zinsencoupons ihrer Aktien nicht eingelöst hatte.
— Brüssel, 14. Septbr. Eingelaufene Nachrichten an die Antwerpener Seebehörbe melden, daß der letzte Seesturm an der kanadischen Küste eine ungeheure Catastrophe zur Folge hatte. 6 Dampfer scheiterten nahe bet Quebec. Die Zahl der Todten beträgt 270. 10 größere Schiffe, welche in Montreal einlaufen sollten, werden vermißt, und nimmt man an, daß sie insgesammt zu Grunde gingen.
— Wien, 16. September. Nach Berichten, welche dem „Teiegrapyen-Correspondenz-Bureau" über die Cholera in Italien zugeyen, sind in Rom in der Zeit vom 12. bis incl. 15. d. M. 56, in Messina in der Zeit vom 10. bis 15. d. M. Vormittags 253 Cholerafälle vorgekommen, von welchen letzteren 113 einen tödtlichen Verlauf nahmen.
— Petersburg, 14. September. Das amtliche russische Blatt «Wilensky Westnik" meldet, baß in Smorgont (Gouvernement Wilna) die sibirische Pest ausgebrochen und daran mehrere Personen gestorben seien.
— New-Aork, 15. Sept. — Der Postdampser „Rhynlanv" der „Red Star Linie," welcher am 3. Scpt. von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
AJWÄeneüjü.
Königliches Gymnasium und RealprngymnasinmzuHersfeli
Das Wintersemester beginnt Montag den 10. October, an welchem Tage morgen# von 8 Uhr ab die Aufnahmeprüfung statt, findet. Den Anmeldungen sind bei- zufügen: ,
1) der Geburtsschein,
2) der Impfschein und bei zurückgelegtem 12. Lebensjahr außer- dem der Wiederimpfschein,
3) das Abgangs-Zeugniß der zuletzt besuchten Schule, bezw. die Zeugnisse der Privatlehrer.
Die Wahl der Wohnung bezw. Pension für auswärtige Schüler unterliegt der Genehmigung des Unterzeichneten.
Der Direetor:
Dr. Duden.
I .Asphalt - gsolir - glatten, Holzcement, 11
Dachpappen etc. I
I liefert zu billigen Preisen die Fabrik von
| W. Lentze in Einbeck (Provinz Hannover).
Adolf Privat, Friedrichsdorf (Taunus)
empfiehlt^sein stets vollständiges Fabriklager in guten halbwollener»
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und ist in die Lage gesetzt, dieselben zu nachstehend billigen Fabrikpreisen zu verkaufen.
Der vollständige Rock zu drei Blatt kostet:
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’^BT Muster zur Auswahl werden franko gerne gesandt. *3MZ Der ausgesuchte Stoff wird unter Nachnahme des Betrages zugestellt.
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werden geschmackvoll und billigst angefertigt in L Fun’ks Buchdruckerei’
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Samstags «ek New York}
Auskunft ertheilen von der Becke & Marsily in Antwerpen.