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^ersftldtl KreishIiltt.
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Nr. 109.
Donnerstag den 15. September
1887.
H=SB
Amtliches.
Hersfeld, den 12. September 1887.
Gemäß §. 82 der Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885 wird nachstehend das Ergebniß von der am 10. d. Mts. in dem hiesigen Rathhaussaale stattgefundeneu Kreistagssitzung zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
ad 1 der Tagesordnung.
Der Landwegebau-Etat pro 1888 wurde begutachtet und für die mit Landwegebauaufgaben überlasteten Gemeinden entsprechende Unterstützungsanträge gestellt.
ad 2 der Tagesordnung.
Das Projekt über die Correction der Wegestrecke Friedlos-Tann im Orte Reilos wurde von der Tagesordnung abgesetzt.
ad 3 der Tagesordnung.
Auf den Antrag der Gemeinde Oberhaun auf Ausscheidung des von der dasigen Gemeinde über den Hof Wendebach nach Unterhaun führenden Verbindungsweges aus dem Landwegebauverband wurde beschlossen, zunächst die Bewohner des Hofes Wendebach entsprechend zu hören.
ad 4 der Tagesordnung.
Zu dem Ankauf der Wasenmeisterei-Gerecht- same wurde die nachträgliche Genehmigung ertheilt ; auch wurde genehmigt, daß das Kaufgeld hierfür vorläufig aus der Kreiskaffe entnommen werde.
ad 5 der Tagesordnung.
Der bisherige Maßstab für die Vertheilung der Kreisabgaben wurde beibehalten; jedoch soll der Fiskus mit der Grund- und Gebäudesteuer um die Hälfte höher herangezogen werden.
ad 6 der Tagesordnung.
Hier wurde dem Anträge des Kreisausschusses,
(Unbefugter Nachdruck verboten.) ä«u
Novelle von Echsemia Gräfin Ballestrem (grau von Adlersfeld).
(Fortsetzung.)
Niemand sprach ein Wort. Draußen rollte der Donner matter und ferner, leiser rauschte der Wind durch die Eichen, der Regen hörte aus an die Fensterscheiben zu prasseln, nur die Blitze zuckten als fernes Wetterleuchten violettroth über den Horizont. —
Und immer noch schwiegen die drei im Pavillon Solitüde.
Endlich erhob stch Sol und beugte sich über die Fürstin.
„Schläfst Du, Mamafragte sie leise und beklommen.
Langsam ließ Xenia Kirchberg die Hand von den Augen sinken und schlug diese müde und schwer zu ihrer Tochter auf.
„Ich glaube ja," sagte sie träumend, dann, ans Fenster tretend fügte sie hinzu: „Wir wollen heimkehren — der Regen hat aufgehört. Und hier ist's so finster und fall!" —
Sie schauerte zusammen, ließ sich von Weiher ein Tuch um die Schulter legen, doch lehnte sie seinen Arm ab, den er ihr zum führen bot.
„Ich muß meine Schleppe tragen, die Wege sind so naß," sagte sie freundlich, aber so müde, wie vorher.
Wenig sprechend langten sie im Schlosse an,
wonach der nach Abzug der Kreissteuern und des Kaufgeldes für die Wasenmeisterei-Gerechtsame verbleibende Restbetrag aus den landwirthschaft- lichen Zöllen gemäß den in §. 4 Abs. 2 sub a und b des Gesetzes vom 14. Mai 1885 genannten Zwecken verwendet werden soll, zugestimmt.
ad 7 der Tagesordnung.
Als Sachverständige behufs eventueller Erhöhung der durch den Bundesrath festgestellten Vergütungssätze für den bei Truppenübungen zu leistenden Vorspann gemäß §. 4 des Gesetzes vom 21. Juni 1887 (R.-G.-Bl. S. 245) wurden folgende Herren gewählt:
a) Oeconom und Gastwirth Balthasar Knauff hier,
b) Oeconom und Gastwirth Peter Heil hier,
c) Bürgermeister Ruhn zu Asbach,
d) Domainenpachter Suntheim zu Eichhof,
e) Gutsbesitzer Bippart zu Hermannshof,
f) Gutsbesitzer A. Reinhard zu Landershausen, ad 8 der Tagesordnung.
An Stelle des verstorbenen Herrn Tuchfabrikanten Adam Rechberg dahier wurde der Tuchfabrikant Herr Friedrich Braun dahier als Mitglied der Einkommensteuer-Einschätzungs-Com« Mission pro 1888/89 gewählt.
ad 9 der Tagesordnung.
In den Kreisvorstand der Witwen- und Waisenkasse für Elementarlehrer wurde ebcnwohl der Herr Friedrich Braun dahier an Stelle des Herrn Adam Rechberg dahier gewählt.
ad 10 der Tagesordnung.
Auf Grund des §. 51 Absatz 4 des Reichsgesetzes betreffend die Unfallversicherung der im land« und forstwirthschaftlichen Betriebe beschäftigten Personen vom 5. Mai 1886 wurden:
Heinrich Rebe zu Rotterterode, Heinrich Beriet zu Petersberg, als Beisitzer,
und der Abend verlief wie alle andern im Salon am Theetisch der Fürstin, doch da diese angegriffen schien, so ging man heut discret früher auseinander. AIs sie allein war, ging Xenia Kirchberg langsam in ihr gelbes Boudoir, nahm einen silbernen Leuchter von ihrem Schreibtisch und trat vor den venetianischen Spiegel, der über einem niederen Gueridon hing.
„Verblüht," sagte sie leise, als ihre Hand dabei die welken Theerosen an ihrer Brust streifte. „Verblüht!" sagte sie noch einmal lauter, aber tonlos und trostlos, als sie ihr eigenes Spiegelbild betrachtete. Fröstelnd wandle sie sich ab und ihr starres, glanzloses Auge fiel auf das lichtstrahlende Bild ihr Tochter.
„Die Sonnenblume — und ich darf sie nicht einmal hassen," stöhnte sie. Ist's denn seine Schuld, daß sie schöner ist als die halbwelke, verblühte Theerose?" —
Noch einen scheuen Blick warf sie empor zu dem jugendschönen, siegenden Frauenbildniß, dann wankte sie schweren, schleppenden Schrittes in ihr Schlafgemach, ließ sich zur Nacht entkleiden und ihr dunkles, grauses Haar au?sieden.
„Durchlaucht möchten wohl ein Mittel brauchen — hier sind schon soviel graue Haare," meinte die Kammerfrau dabei.
„Ja, es ist Herbst geworden," entgegnete die Fürstin leise.
Und als sie dann allein war, trat sie noch einmal vor den Spiegel. „Es ist der Herbst," flüsterte sie. „Ich hatte gewähnt, es sei noch
Georg Ullrich II. zu Asbach, Heinrich Herbst zu Landershausen, als e r st e Stellvertreter, und
Tagelöhner Heinrich Pfaffzu Wölfershausen, Heinrich Schüler zu Unterweisenborn, als zweite Stellvertreter, gewählt. Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Freiherr von Schleinitz, I. 4. 587. Königlicher Landrath.__
Hersfeld, den 13. September 1887.
Die Herren Ortsvorstände benachrichtige ich hierdurch, daß die Feststellung der 'Vergütung für die durch die Truppenübungen im hiesigen Kreise entstandenen Flurschäden vom 22. d. Mts. ab durch die betreffende Commission bewirkt werden wird und haben dieselben daher dafür zu sorgen, daß die nach Punkt 8 der Abänderungen und Ergänzungen zur Ausführunas-Jnstructlon vom 11. Juli 1878 (R. G. Bl. S. 236) ihnen obliegenden Vorbereitungen hierzu b i s z u m 2 2. d. Mts. vollständig getroffen sind.
9088 I. Der Königliche Landrath _______Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 13. September 1887.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises, in deren Gemeinden durch die Truppenübungen Flurschäden entstanden sind, werden hierdurch unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom heutigen Tage Nr. 9088 I beauftragt, mir bis spätestens zum 19. d. Mts.hiervon Anzeige zu machen.
9128. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 13. September 1887.
Diejenigen Herren Ortsvorstände der Landgemeinden des hiesigen Kreises, welche während des diesjährigen Herbstmanövers Einquartierung gehabt haben, werden hierdurch angewiesen, die in Ihren Händen befindlichen Quartierbeschei-
Sommer. Alterwetbersommerl" fügte ste schneidend hinzu.
Und sie sank mit gerungenen Händen zu Boden.
„Mein Glück, mein Glück l" schluchzte sie. „Soll ich Dich wirklich lassen, mein Glück? Nein, nein!" schrie sie auf, „Du bist mein, ich gebe Dich nicht frei, ich will um Dich ringen, kämpfen, betteln will ich um Dich! — Ich will Dich halten und fesseln gegen Deinen Willen, daß Du mir nicht entweichen kannst — Du bist mein, Du mußt mein bleiben---"
Und dann liegst Du am Boden, gebrochen in all' Deiner Kraft —
klang es in ihr aus dem Gedicht nach, daS sie sehend gemacht, durch das der Sprecher sich verrathen, unbewußt verrathen sammt seinem Geheimniß, das er, sie wußte es, sonst ebenso streng gehütet hätte, wie seine fleckenlose Ehre.
Fast irr' richtete sie sich empor.
„Ich liebe ihn und will sein Leben vergiften durch eine ewig klirrende Kette — hab' ich ein Recht dazu?" fragte sie. „Darf ich über daS Herz meines Kindes zum Altar treten?" —
Eine heiße Blutwelle durchströmte ihren Körper, daß sie zu ersticken meinte — hastig stieß sie das Fenster aus und kühlte die Stirn in der hereinströmenden feuchtkalten Nachtluft und sah in daS Wetterleuchten hinein, das im Osten immer noch wie ein untrdisches Feuer zuckte und flammte, gleich einer verirrten Seele, in der die Lust zum Leben, die Sehnsucht nach dem Glücke noch aus-