zwölf Thesen, wurde vom Vorsitzenden der officielle Theil der Konferenz für geschlossen erklärt und die sich daranschließende gemeinschaftliche Mittags- Mahlzeit im „Hessischen Hof- um 1 Uhr eingenommen. In das hierbei vom Herrn Director auf Se. Majestät den Kaiser ausgebrachte Hoch wurde von allen Anwesenden begeistert eingestimmt. Hieran reihte sich um 3 Uhr Nachmittags ein der Versammlung von Seiten der Seminarzöglinge nnd ihrcrs Herrn Musiklehrers Meister gegebenes Concert, welches zur allgemeinen Zufriedenheit ausfiel. Da dasselbe gegen 5 Uhr Abends beendet, wurde darauf die Versammlung mit Gebet geschlossen. Nun trennten sich die Konferenztheil- nehmer, und ein jeder trat befriedigt und neu angelegt seinen Heimweg an.
Lindewerra, 30. August. Schon öfter fit dadurch, daß der Stiel von der Axt, Hammer oder Beil nicht sicher genug im Eisentheil befestigt ist, Unglück entstanden, Auch in unserem Orte hat sich am letzten Sonnabend auf diese Weise ein Unfall ereignet. Die 12jährige Tochter des Stocksabrikanten Geyer von hier war mit Holzhacken beschäftigt, bei welcher Gelegenheit das Beil sich vom Stiele löste und mit der Schneide so unglücklich auf den Fuß des Mädchens fiel, daß dadurch 2 Sehnen zerschnitten wurden. Das Kind befindet sich in ärztlicher Behandlung.
Rinteln, 1. September. Heute fand die Abiturientenprülung am hiesigen Königl. Gymnasium unter dem Präsidium des Provinzial- schulrathes Dr. Lahmeyer statt. Das Prüfungsresultat ist ein sehr ungünstigs. Von 5 Oberprimanern bestand nur einer.
Fürsteneck, 2. September. Gestern Nachmittag fand in der Nähe hierselbst unter den Klängen der Militäreapellen ein Wettrennen (ohne und auch mit Hindernissen) der Officiere des 14. Husaren- und des 6. Ulanen-Regiments mit Charge- Pserden statt, welches viele Zuschauer herbeigelockt hatte. Bei dem gemeinsamen Preisrennen trug ein Husarenotstcter den ersten und ein Ulanenofficier den zweiten Preis davon. Nächsten Dienstag Nachmittag findet eine Wiederholung statt.
Fulda, 2. September. Heute begannen die Brigadeexereitien. Leider passierte dabei ein recht bedauerlicher Unfall, indem der dem Regiment 95 aggregierte Slabsofficier Herr Oberstlieutenant von Holleben so unglücklich vom Pferde stürzte, daß er am linken Arm einen doppelten Bruch erlitt.
< Frankfurt, 1. September. Ein Kaufmann schickte zu einem Nachbar einen Wechsel mit der Anfrage, ob Aussteller und Acceptant gut seien. Die Antwort lautete: „Fein wie Gold.- Trotzdem ging der Wechsel nicht blos in Protest, sondern auch die darauf eingelettete Klage blieb erfolglos. Nun klagte der Kaufmann gegen den Auskunstgeber auf Ersatz des Schadens. Er erstritt auch ein obsiegendes Urtheil, nachdem er beschworen, daß er den Wechsel nicht in Zahlung genommen haben würde, wenn ihm sein Nachbar nicht die gute Auskunft gegeben hätte.
Vermischtes.
— F ra n k f u r t a. M. Ein hiesiger Junggeselle, der in einem inländischen illustrirten Blatte eine Frau von angenehmen Aeußern und seiner Bildung suchte, unter dem tzinzuiügen, daß Vermögen nicht gerade erforderlich sei, erhielt nicht weniger als 3648 Offerten. Davon kamen aus Deutschland 2137 (aus Frankfurt 237), die übrigen aus aller Herren Ländern. 1827 Damen hatten kein Vermögen angegeben, die übrigen zwischen 1000 und 200,000 Mark. 278 offenbare Scherz-Offerten waren darunter. 3112 Offerten waren Photographien beigefügt. Die Rücksendung derselben erforderte 786 Mark Porto. Ein junges vermögen- loses Mädchen aus dem Hannoverischen tras die Wahl. — B r a u n s ch w e t g, 31. August. Hier ist die Trichinosis ausgebrochen. Es sind schon 50 Erkrankungen gemeldet, jedoch tritt die Epidemie bis jetzt nur in milder Form auf. Die Erkrankten haben das Fleisch sämmtlich von ein und dem
selben Schlächter in einer Straße vor dem Thore bezogen, dessen Geschäft von der Behörde vorläufig geschlossen ist. Die Untersuchung ist eingeleitet.
— Gießen, 13. August. Am Sonntag wurde in Saasen einem 15jährtgen Mädchen durch einen dort in Quartier liegenden Soldaten aus Unvorsichtigkeit ein Auge ausgeschossen. Das bedauerns- werthe Kind liegt hier in der Klinik.
— In Quedlinburg trank ein dem Trunke ergebener Sattler irrthümlich aus einer Flasche Salzsäure. Von furchtbaren Schmerzen gepeinigt, stürzte er sich in den hinter seiner Wohnung htn- führenden Mühlgraben und verstarb bald darauf unter großen Ovalen.
— BeiMünster wurde der Heizer der Lokomotive eines Personenzuges infolge der übermäßigen Hitze ohnmächtig und stürzte im vollen Fahren von der Lokomotive die Böschung hinab. Wie der Lokomotivführer den Zug zu der Unglücksstelle zurückfahren ließ, kam der völlig unverletzte Heizer munter angetrabt und bestieg wohlgemuth wieder sein Dampfroß.
— B i e b r i ch. Die Zahl der aufgefundenen Reblausheerde ist nunmehr hier auf 23 gestiegen. Auch in Wiesbaden sind in diesen Tagen zwei neue Heerde entdeckt worden.
— Dingolfing (Niederbayern.) (Alles mit Dreirad.) Vor dem hiesigen Amtsgerichtsgefängniß hielt dieser Tage ein Radfahrer, stieg ab, läutete, präsentirte dem Schließer einen tzaftan- trittsbefehl, gab ihm die Mafchine zum Aufheben, „machte seinen Tag- und fuhr nach 24 Stunden gräziös von bannen.
— Das mährische Städtchen W i s o w i tz wurde von einem Brande heimgescht, welcher 120 Wohnhäuser sammt den Wirthschattsgebäuden, zusammen 300 Gebäude, darunter das Stadthaus, Notariat, das städtische Brauhaus, in Asche legte.
— H a g e n a u, 31. August. Heute in der Frühe kurz nach 6 Uhr brach in der Kaserne, in welcher ein Theil des Infanterie-Regiments Nr. 137 untergebracht ist, ein Brand aus. In einem Nu stand, wie das „Elf. I." meldet, das ganze Dachwerk des großen Gebäudes in Flammen. Sechs Hydranten wurden von der Feuerwehr in Benutzung genommen und es gelang derselben, das Feuer nach zweistündiger Arbeit auf seinen Heerd zu beschränken. Im selbigen Augenblick kehrte das Bataillon von dem Polygon zurück und machte sich sofort an die Rettungs- und Räumungsarbeiten. Der Mangel an Feuerhähnen im Innern des Gebäudes wurde bei dem Lösch- versuch sehr empfunden. Das Dachwerk und die Dachkammern wurden vom Feuer zerstört und die unteren Stockwerke durch das Wasser unbewohnbar gemacht, so daß die Truppen ausquartiert und 370 Mann bei den Bürgern untergebracht werden müssen.
— In Danzig ist der Lotterie-Einnehmer de Cuvry, Major a. D, wegen Verdachts der Unterschlagung amtlicher Gelder, angeblich 25,000 Mark, verhaftet worden.
— Nikolai. Dem„ Oberschl. Anz.- zufolge sollen hiesige nicht unbemittelte Handwerksleute eine Erbschaft von zwei und einhalb Millionen Gulden machen. Der Erblasser soll der Sohn eines früheren Lehrers aus hiesiger Gegend sein, welcher in den zwanziger Jahren vom preußischen Heere desertierte und nach Wien ging, wo er kürzlich als mehrfacher Millionär gestorben sein soll.
— Das Dorf Gr obbardorf im Grab- f e l d ist am Sonntag von einer schweren Feuersbrunst heimgesucht worden, der auch beinahe die Kirche zum Opfer fiel; ein ganzer Ortsflügel liegt in Asche, eine Frau und ein Kind sind verbrannt.
— In der Nähe von S ch ö n b e r g im Holsteinischen stürzte in der Montags-Nacht ein Wagen, nachdem ein Rad abgelaufen war, vollständig kopfüber in einen Graben, wodurch die beiden Insassen auf den Kopf zu stehen kamen, in welcher Stellung, eingeschnürt vom Schutzleder, sie noch ein Stück geschleift wurden. Erst morgens 7
Uhr wurden sie gefunden, beide todt. Das Pferd, beim Niederbruch des Wagens scheu geworden, war davongerannt und konnte erst einige Meilen weiter von einen Nachtwächter eingefangen werden.
— Davos, 29. August. Gestern ist beim Edelweißsuchen der in Davos in Arbeit stehende Schreiner Gustav Peters aus Preußen am sogenannten „Hauptkopf- gegenüber dem Strelapaß verunglückt. Ein Sturz über einen hohen Fels- abhang brächte dem unvorsichtigen schreckliche Verletzungen, namentlich am Kopfe, bei, die den sofortigen Tod herbeiführten. Die Warnungen seiner drei Kameraden hatte er unbeachtet gelassen.
— Am 24. d. bestiegen drei Touristen mit Führern von Gepatsch aus den Glockenthurm und nahmen ihren Abstieg nach Langtaufers. Auf diesem Wege entdeckten sie im Gletscher-Eis tief eingebettet einen weiblichen Leichnam, von dem eine Hand frei in die Luft ragte. Der Kleidung nach gehört die Todte dem bäuerlichen Stande an. Der Leichnam muß nach der Meinung der Touristen schon seit Jahren im Eise liegen, da er mumien- artig eingeschrumpft ist.
— Zürich, 31. August. Zwei russische Mädchen, die Schwestern Gortschakoff, haben am 21. d. die höchste Spitze des Montblanc erstiegen. Sie legten den Weg in 20 Stunden zurück. Die von zwei Führern geleiteten Damen wurden nach ihrer Rückkunft in Chamounix stürmisch begrüßt und mit Blumen überschüttet. Unter den 1032 Personen, welche den Berg bisher erstiegen, befand sich nur eine einzige Dame, eine Französin.
— Dem Wiener „Fremdenblau- zufolge sind bet einem Marsche der bei Brünn versammelt gewesenen Truppen nach Olmütz drei Soldaten vom Blitz getroffen worden. Dieselben wurden auf der Stelle getödtet.
— (Ausbeutung der Unwissenheit.) Im Innern Rußlands findet gegenwärtig ein schwunghafter Handel mit farbigen Glasstücken statt. Wie besonders die „Nowosti" mitzuthetlen wissen, haben mehrere Spekulanten große Partien solcher Gläser „zu ermäßigten Preisen- erstanden und verkaufen dieselben unter der ländlichen Bevölkerung unter dem Vorgeben, die Sonnenfinsterniß werde . . . wegen Ntchtgelingens demnächst wiederholt werden.
— Von einem entsetzlichen U n g l ü ck s f a l l wird aus Haida in Böhmen berichtet. Bei einem Sprunge in das Rettungstuch, welchen ein Feuerwehrmann anläßlich des dort stattgefundenen Bezirksseuerwehrtages mit seinem 10jährigen Knaben gemeinschaftlich ausführte, zerriß das Tuch und schlugen beide mit großer Gewalt auf das Pflaster. Der Knabe war sofort todt, während der Mann beide Beine brach. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Tuch bereits desect gewesen.
— C r e m o n a, 31. August. Im benachbarten Casalbuttano ereignete sich, wie der „W. A. Z.- telegraphirt wird, während des Leichenbegängnisses der Gattin des Senators Grasen Jactnt ein furchtbarer Unglücksfall. Eine für die Musikkapelle errichtete Tribüne, um welche eine zahlreiche Menschenmenge stand, stürzte plötzlich ein, siebzehn Musikanten und über dreißig Zuschauer unter den Trümmern begrabend. 27 Personen sind meist schwer, einige lebensgefährlich verwundet.
— (Wahre Liebe.) Emmy: „Also jetzt endlich empfinden wir beide, wie beseligend die wahre und echte Liebe ist.- — Grete: „Gewiß. Sie dauert sür die Ewigkeit.- — Emmy: „Nur schade, daß mein Julius so lebhaft ist; ich hätte ihn lieber etwas bedächtig, sowie Dein Rudolph.- — Grete: „Laß uns tauschen.-
— (Wörtlich genommen.) Ehemann: „Das hätte ich von Dir nicht erwartet, Emilte, daß Du schon aus der Hochzeitsreise zanken würdest." — „Wir sind ja schon auf der Heimreise-.
Fruchtpreise.
Walzen (ä 100 Kilogr.) 14 M> 62 Pf. bis 15 M. 50 Pf. Roggen (a 100 Kilogr.) 11 M. 67 Pf. bis 13 Mk. — Pf. Hafer (ä 100 Kilogr.) 10 M. 70 Ps. bis 11 M. 35 Pfi
AN LLL «««.
Ich treffe Mittwoch den 7. d. Mts. mit einem Transport 6 bis 10 Wochen alten
Schweinen (Hannover'sche Raee) bei Herrn Fr. Sander ein. Bemerke noch, daß dieselben preiswürdig abgelassen werden.
JFr. Pölle, Handelsmann.
Ein größeres
Familienlogis
ist vom 1 .November ab zu vermuthen- Wo, sagt die Expedition d. Bl.
I Asphalt - (Isolir - glatten, (Holzcement, I Dachpappen etc. I
I liefert zu billigen Preisen die Fabrik von W. Lentze in Einbeck (Provinz Hannover).
KmßmMdidtMNM
hellbraun und röthlichbraun, Kilo 2,25 Mark incl. Flasche, empfiehlt
LOOBE zur Luther-
Denkmal-Lotterie
(a 1 Mark) sind zu haben in
L. Funk’s Buchdruckerei.
Altes Eisen, Kupfer, Messing, Zinn 2c. kauft jederzeit zu den höchsten Preisen.
W. Sexauer.