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mindestens aber die Aufschrift in lateinischen Schriftzügen abzufassen. Die Postanstalten sind gehalten, die Absender in deren eigenem Interesse aufmerksam zu machen.

Hersfeld, 22.Jult. DerdritteVerbands- tag deutscher Thierschutz-Vereine wird in den Tagen vom 30. Juli bis 1. August in Cöln a. Rh. abgehalten werden.

Hersfeld, 22. Juli. Die L-terblichkeit der Aerzte überschritt im vergangenen Jahre nach den von der Gothaer Lebensversicherungsbank ange­stellten statistischen Erhebungen die Sterblichkeit der Gesammtzahl der Versicherten um 11,53 pCt. Die Todesarten, welche diese höhere Sterblichkeit bedingten, waren Erkrankungen der Athmungsor- gane, Jnfectionskrankheiten und Schwindsucht. Unter den Jnfectionskrankheiten war es fast allein der Typhus, der namentlich unter den jüngeren Aerzten eine höhere Sterblichkeit veranlaßte. Von Leichenvergiftung ist unter 1052 Todesfällen nur ein einziger, einen preußischen Kreisphysikus be­treffend, zur Anzeige gekommen. Die größere Häufigkeit des Gehirnschlagflusses macht stch^schvn vom 36. Lebensjahre an bemerklich. Durch Selbst­mord endeten 14, durch Verunglückung vier Aerzte, was erheblich hinter der berechneten Durchschnitts­zahl 30 zurückbleibt.

Hersfeld, 22. Juli. Die sogenannte mitter­nächtliche Dämmerung, welche seit 8 bis 9 Wochen den Nachthimmel nie ganz dunkel werden ließ, hat in vergangener Nacht ihr Ende erreicht. Daß sie uns fehlt, wird namentlich erst von Ende nächster Woche an zu bemerken sein, sobald nämlich Vollmond gewesen und der Mond erst nach 10 Uhr aufgeht. Dann werden wir besonders des Abends wahrnehmen können, daß die Tage kürzer und immer kürzer werden.

Hersfeld, 22. Juli. Größere Sternschnuppen- fälle sind wieder vom 26. bis 29. ds. Mts. zu erwarten.

Hersfeld, 22. Juli. (Ein radikales Mittel gegen den Bienenstich.) Lavendel mit gutem Schwarzbeerenschnaps und etwas Honig zusammen­gerührt, dann 48 Stunden stehen gelassen, mit dem Safte Gesicht und Hände vor jeder Operation am Bienenstöcke eingerieben, ist ein sicheres Mittel gegen jeden Bienenstich.

Hersfeld, 22. Juli. Die Referendare R ö d e r, B ü ck i n g und vr. S ch e m a n n sind zu Gerichts- Assessoren, die Rechtscandidaten Berlin und Wachen feld zu Referendaren, der Gerichts­vollzieher-Amtsanwärter und Gerichtsdiener bei dem Oberlandesgericht L u d o I p h in Cassel ist zum Gerichtsvollzieher in Borken und der Hülfs- gerichtsdtener Schalles in Gelnhausen ist zum Gerichtsdiener bei der Staatsanwaltschaft in Cassel ernannt. Der Gerichtsvollzieher Feige in Lorken ist an das Amtsgericht in Kirchhain versetzt. Der seitherige Bürgermeister S ch t r m e r zu Hof- geismar, Regierungsbezirk Cassel, ist in gleicher Eigenschaft auf Lebenszeit bestätigt worden.

Hersfeld, 22. Juli. Die in einem Mieths- vettrage enthaltene Bestimmung, daß für den Fall einer an sich zulässigen Kündigung vor Ablauf der Miethszeit eine bestimmte Entschädigung von dem Rücktretenden zu zahlen sei, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, V. Civil-Senat, vom 13. April d. I. im Geltungsbereich des Preuß. Allg. LandrechtS auf den Fall des Ablebens des Miethers und der Aufhebung des Mielhsvertrages durch Kündigung der Erben, resp, des Nachlaß­verwalters nicht anwendbar. In diesem Falle hat der Vermiether keinen Anspruch auf die stipulirte Entschädigung.

Hersfeld, 22. Juli. Das italienische Handels­ministerium warnt vor einer großen Schwindler- Gesellschaft, welche ihren Hauptsitz in Kairo und Alexandrien hat. Dieselbe richtet an Handels­häuser und Kaufleute aller Herren Länder Briefe und kaust gegen mehrmonatige Tratten Waaren, welche dann unbezahlt bleiben. Zahllose Kaufleute seien schon betrogen worden, und es könne daher im Verkehr mit Egypten nur die größte Vorsicht empfohlen werden.

Hersfeld, 22. Juli. (Erledigte Stellen für Militäran- wärter im Bezirk des 11. Armee-Corps.) Casjel, Postamt, Packetträher aus 4wöchentl. Kündigung 750 M. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Cassel, Postamt, 2 Postschafsner aus 4wöchentl. Kündigung, je 800 M. Gehalt und 180 Mark Wohnungsgeldzuschuß. Darmstadt, Postamt, Packetträger aus 4wöchenll. Kündigung, 750 M. Gehalt und 180 Mark Wohnungögeldzuschuß. Frankfurt (Main), Ostbahnhof, Strecke Franksurt-Aschaffenburg, Hessische Lud- wigs-Eifenbahngefellschaft, Weichenwärter im Ostbahnhose Frankfurt (Main), aus Kündigung mit Imonatl. Frist, 650 M. und Nachtstundengelder im ungefähren Betrage von 200 M. pro Jahr. Forsthaus, Station, Strecke Bifchossheim-Franksurt ^Main), Weichenwärter aus Kündigung mit lmonatl. Frist, 650 M. und Nachtstundengelder im unge- sährenBetragesvon t20M.pro Jahr. Gersseld. Postamt,Land- briesträger auf Kündigung, 480 M. Gehalt und 60 M. Wohnungsgeldzuschuß. Hanau, Postamt, Packetträger, aus 4wöchentl. Kündigung, 750 M. Gehalt und 144 M. Woh­nungsgeldzuschuß. Rüdesheim, KreisauSschuß, KreiSvoll- ziehungSbeamter für den Rheingaulreis, feine Gemeinden, sirankenlassen u. f. w., auf Smonatl. Kündigung, die ein­

gehenden Gebühren, mindestens aber 1200 Mark dienstliche Einnahmen jährlich, wovon der Dienstaufwand und die Reisekosten zu bestreiten sind; bleibt das Diensteinkommen unter diesem Betrag, so wird der Disferenzbetrag am Schlüsse des Rechnungsjahres aus der Kreiskommunalkasse gezahlt. Sachsenhauscn, Strecke Bischossheim > Frankfurt (Main) Hessische Ludwigs-Eisenbahngesellschaft, Bahnwärter auf Posten XXXII, Gemarkung Sachsenhausen (bei Station Schwanheim), auf Kündigung mit Imonatl. Frist, 600 M. und Nachtstundengelder im ungefähren Betrage von 83 M. pro Jahr. Wildlingen, Postamt, Postschaffner, im Bahnpost-Begleitungsdienst, 4wöchentl. Kund., 800 M. Ge­halt und 108 M. Wohnungsgeldzuschuß. Im Bezirk der Großh. hessischen (25.) Division. Großherzogl. hessische Nebenbahn Eberstadt Psungstadt, Direktion der Main- Neckarbahn zu Darmstadt, Weichenwärter, aus Widerruf, 850 M. Gehalt nebst freier Dienstkleidung im Anschläge zu 45 M. Im hessischen Bezirk der Main-Neckarbahn, Tcle- graphist, auf Widerruf, 1500 M. jährlich. Bei den ober­hessischen Eisenbahnen, Großh. Direetion der oberhess. Eisenbahnen in Gießen, expedirender Weichenwärter, wider­ruflich auf Lebenszeit 680 M,

Caffel, 20. Juli. DerReichsanzeiger* theilt das vom König der Residenzstadt Cassel ertheilte Privilegium mit, wonach dieselbe Schuldverschrei­bungen im Betrage von 3,5000,000 Mark mit 37i 7o Zinsen vom Hundert Nennwerth aus- zugeben berechtigt ist. Für die Sicherheit des Capitals haftet die Stadt mit ihrem ganzen Ver­mögen. Amorttsirt wird die Anleihe mit 1 PCt. Während die Inhaber der Papiere nicht kündigen können, steht der Stadt jederzeit ein Recht zu, die Anleihe oder einen größeren Theil derselben auszukündigen und nach sechsmonatlicher Frist zu- rückzuzahlen.

Fnlda, 20. Juli. Dem Vernehmen nach findet am 10. k. M. hier, nicht in Cöln, eine Conferenz der preußischen Bischöfe statt.

Schlächtern, 17. Juli. Heute gegen 4 Uhr Nachmittags ertönte plötzlich die Feuerglocke. Es brannte in dem Dachzimmer der Weinhandlung des Herrn Gehringer, welches eine Frau Namens Volland mit ihren beiden kleinen Kindern bewohnte. Als man die Thür Der Kammer öffnete, bot sich den Augen ein schrecklicher Anblick. In dem brennenden Bette lagen halb verkohlt die Leichen der Frau und ihrer beiden Kinder. Der Wetter­verbreitung des Brandes wurde mit Mühe Ein­halt gethan. Man vermuthet, daß die unglückliche Frau, die in drückender Armuth lebte, selbst das Bett in Brand gesteckt hat.

Frankfurt a. M., 18. Juli. Kammerjäger, welche Ende voriger Woche in einem Hause be­schäftigt waren, fanden beim Abreißen der Tapeten in einer Wandnische, die mit Brettern und darüber geklebtem Papier verschlossen war, ein Kästchen mit Frankfurter und Oesterreicher Silbergulden und einer Anzahl Obligationen vor. Aus einem Zettel war zu lesen, daß der Bewohner des Zimmers 1866 sein Vermögen an dieser Stelle verborgen hatte. Man erinnerte sich nun, daß ungefähr um dieselbe Zeit ein alleinstehender, pensionirter Diener, der lange in dem betreffenden Zimmer gewohnt halte, plötzlich verstorben war, ohne daß die damals sofort herbeigeeilten Erben irgend welchen nennenswerthen Nachlaß vorfanden.

Vermischtes.

Gießen. Auf entsetzliche Weise hat ein Tagelöhner auf dem hiesigen Bergwerk sein Leben eingebüßt. Ein bösartiges Pferd, welches vor einen Förderwagen gespannt war, versetzte ihm einen Husschlag so unglücklich auf den Fuß, daß der Mann vor Schmerz stürzte. Das Pserd zer­trat ihm nun die Brust und zog den schweren Wagen über ihn weg, so daß der Tod augenblick­lich erfolgte.

Düsseldorf, 19. Juli. Folgender be« merkenswerthe Fall kam in der Sitzung des hiesigen Schöffengerichts vor: Eines Tages fand zuDeren- borf ein von einer Gesellschaft veranstaltetes Pretskegeln statt. Der Kegeljunge war instruirt, die Kegel mit einem Bindfaden umzuziehen, wenn dasHaupt* der Gesellschaft warf, was der Kegel­junge auch pflichtschuldigst that. Gegen dieses Haupt und seinen Gehülfen war die Anklage des Betruges erhoben, ersterer erhielt einen Monat, sein Gehülfe 14 Tage Gefängniß.

Leipzig, 10. Juli. Heute kamen 19 italienische Lehrer, geführt von einem Rathe aus dem italienischen Unterrichtsministerium, hier. an. Sie sind von einer hohen Verwaltungsbehörde zu dem Zwecke entsandt, sich mit dem Handfertigketts- unterrichte bekannt zu machen.

Tübingen, 17. Juli. Die Duellwuth hat in unserer Stadt ein neues Opfer gefordert. Wegen einer ganz geringfügigen Ursache fand gestern zwischen zwei Angehörigen des Corps Suevia und Borussia eine Pistolenmeniur statt, bei welcher derPreuße* todt auf dem Platze blieb.

Hamburg, 20. Juli. Der bekannte Schiffsmakler August Bolten ist gestorben.

In Wendtsch-Buchholz befindet sich ein Kind, das jetzt 6 Jahre alt ist und 126 Pfund wiegt und dabei sich besten Wohlseins erfreut.

Metz. An den hiesigen Forts werden immer noch Erweiterungsbauten vorgenommen. Die Truppen üben fleißig; auch werden öfter Nacht­übungen vorgenommen, die bei elektrischer Be­leuchtung von den Forts aus, sich für den Zu­schauer wunderschön ausnehmen. Am 14. bezw. 15. August wird der hiesige Turnverein wiederum gegen 1000 Kränze auf den Kriegergräbern bei Metz niederlegen, und bittet derselbe Angehörige, welche Kränze aus der Hermath senden wollen, sich seiner kostenfreien Vermittelung zu bedienen. Die Sendungen sind an den Turnverein, postlagernd Metz, erbeten. Die feierliche Einweihung des Denkmals für die auf dem hiesigen Friedhose ruhenden deutschen Soldaten wird am 7. August stattfinden.

Prag. Die Eheleute Sadler in Königs­berg an der Eger verließen Morgens ihre Woh­nung, ohne dabei für ihre Kinder Vorsorge zu treffen, die den ganzen Tag zu Hause blieben. Als die genannten Eltern Abends heimkehrten, fanden sie das jüngste, sechs Monate alte Kind todt in der Wiege vor. Der ärztliche Befund der Leiche konstatirte, daß das arme Kind verdurstet war. Gegen die Eltern wurde die gerichtliche An­zeige erstattet.

Jnwelier Maresch in Prag, seine Gattin und drei seiner Geschäftsvermittler wurden verhaftet und der Juwelierladen geschlossen. Dieses seltsame Geschäft nahm einfältigen Leuten ihr Geld mit dem Versprechen ab, daß ihnen der doppelte Betrag in nachgemachten Banknoten ausbezahlt werde.

(Ein Erbe von achtzehn Millionen.) In Groß-Beeskerek wohnte ein armer Tagelöhner, Namens Andrä Thierry, dessen Großvater zu An­fang dieses Jahrhunderts aus Frankreich nach Un­garn eingewandert war. Sein Großvater war wohl­habend, und auch er hatte einst bessere Tage gesehen, nun aber hatte er seine kärgliche Existenz mit Resignation gefunden. Seine Familtenpapiere hütete er aber mit ängstlicher Sorgfalt, und dieser Umstand sicherte ihm ein Erbe von 18 Millionen Francs. Er war nämlich schon seit Jahren der rechtmäßige Eigenthümer dieses großen Vermögens, ohne hiervon auch nur eine Ahnung zu besitzen. Erst vor einigen Tagen erfuhr er, daß sein Oheim Namens Ivan Thierry in Paris verschied, ohne Nachkommen und ohne ein Testament zurückgelassen zu haben. Und die französischen Behörden suchten seit neunzehn Jahren die Erben. Thierry kann nun mit beglaubigten Dokumenten seine Ver­wandtschaft zu dem Erblasser beweisen. Der glückliche Erbe ist dieser Tage in Begleitung eines Advokaten nach Paris gereist, um seine Erban- sprüche geltend zu machen.

N e w - N o r k, 18. Juli. Gestern Nachmittag brachen in verschiedenen Gegenden des Landes Gewit­ter aus und kühlten die Atmosphäre etwas ab. Ueber New-Uork und Umgegend wüthete ein Orkan, welcher viele kleinere Fahrzeuge im Hafen und der Bai zum Kentern brächte, wobei mehrere Personen ver­unglückten. Ein Schooner riß sich vom Anker los, trieb den Hafen hinauf und kam in Kollision mit dem DampferErin* von der Nattonal-Ltnie. Der Dampfer erhielt ein Loch an der Backbord- seite, oberhalb des Wassers. Doch war der ange­richtete Schaden nicht bedeutend. Ueber die Stadt Carlisle, Pennsylvanien, ging ein Wirbelsturm hin.

N e w - N o r k, 20. Juli. Wie aus St. Anthony gemeldet wird, ist der Getreidespeicher bei Minneapolis, der größte der Nord-Weststaaten, mit 590,000 Bnshcls Weizen abgebrannt; der Schaden wird auf mehr als eine Million Dollars beziffert.

In einem Sommertheater wurdeDie schlimme Liefet* gegeben. Runzelmann hatte eben gesagt:Da kommt meine Schwester, die böse Liefet!* als eine Katze über die Bühne lief. Runzelmann ward gar nicht verlegen als er den Irrthum bemerkte, sondern setzte sogleich impro­visierend hinzu:Nein, sie ist es nicht, es ist nur ihr Geist!"

Schwarze Seidenstoffe v. Mk. 1.85 bis 18.65 P. Met. (ca. 150 versch. Qual.) Atlasse, Faille, Fran^aise, Moscovite, Mo- irde, Sicilienne, Ottoman,Monopol, Rha- dames, Grenadines, Sarah, Satin merveilleux, Satin Luxor, Damaste, Ripse, Taffete etc. vers. roben- und stückweise zollfrei in's Haus das Seidenfabrik-Döpot G. Henne­berg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst Sonntag den 24. Juli.

Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub,