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Ktrsselilkk Kreisblitt.

Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilageZssustrirles Anterhaltungsölatt".

Nr. 81. Dienstag den 12. Juli 1887.

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auf dasHersfelder Kreisblatt" mit der wöchentlichen GratisbeilageJllustrirtes Un- terhaltnngsblatt" werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Der Herr Oberpräsident hat auf Antrag des Ausschusses für Errichtung eines Lutherdenkmals in Nordhausen durch Erlaß vom 25sten v. M. Slehmigt, daß die Loose zu der von dem Herrn er-Präsidenten der Provinz Sachsen durch Er­laß vom 4ten v. M. dem genannten Ausschuß gestatteten und am 8. September d. Js. stattfinden- den Ausspielung von Erzeugnissen der Kunst, des Lunstgewerbes und der Industrie auch in dem Regierungsbezirke Cassel vertrieben werden dürfen. Die Zahl der Loose beträgt 100000, der Preis für das Stück 1 Mark, die Zahl der Ge­winne 2000 und der Gesammtwerth derselben 50000 Mark.

Die betreffenden Verwaltungs- und Polizeibe­hörden des Bezirks wollen dafür Sorge tragen, daß dem Vertrieb der Loose ein Hinderniß nicht entgegen gesetzt wird.

Cassel, den 4. Juli 1887.

Der Regierungs-Präsident. Rothe.

~ Cassel, den 4. Juli 1887.

Bei den bisher in der Provinz ausgeführten technischen Maß- und Gewichts-Revisionen haben, obwohl die Bekanntmachung und die Aufforderung zur eventl. aichamtlichen Nachprüfung überall rechtzeitig den Bestimmungen gemäß erfolgt war, noch eine ungemein große Anzahl von Gewichten

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Die Wolfsklippe.

Erzählung aus dem Seeleben von Reinhold Werner.

(Fortsetzung.)

Als der Augenblick des Scheidens gekommen war, hielt ich lange ihre Hand in der meinen, und sie entzog sie mir nicht. Der Mund war stumm, aber was er nickt auszusprechen wagte, das mußte ste aus meinen Augen lesen. Endlich riß ich mich los. »Kehren Sie bald glücklich zurück!" das waren die Abschiedsworte, deren melodischer Ton­fall in mir nachzitterte. »Ich hoffe es," erwiderte ich tief bewegt, »um mich dann nicht wieder zu trennen wenn Sie wollen" fügte ich leise hinzu. Mit einem beglückenden und verheißenden Lächeln neigte sie das Haupt.

Auf das Beste ausgerüstet, verließen wir, um weniger Aussehen zu erregen, eines Abends, nach Anbruch der Dunkelheit den Haien, und es war gut, daß wir Vorsicht halber einen Tag früher segelten. Der Wind war leicht und unbeständig und wir mußten, von Stillen festgehalten, mehr­mals stundenlang zu den Riemen greifen, um rechtzeitig einzutreffen. Am Mittage des vierten Tages, des letzten, der uns zu Gebote stand, er­hoben sich endlich die Kuppen der Inselkette, die unser Ziel bildete, aus dem Meere und einige Stunden später, mit Dunkelwerden, hatten wir die westliche derselben, die Wolfsklippe, erreicht.

' Der Wind war gänzlich eingeschlummert, das

mit Beschlag belegt werden 'müssen, weil solche über die zulässigen Verkehrsfehlergrenzen zu leicht befunden worden waren.

Dem Königlichen Landrathsamte verfehle ich nicht hiervon Kenntniß zu geben, um eventl. die Gewerbetreibenden vor Beginn der bezüglichen Revisionen auf ortsübliche Weise besonders noch darauf aufmerksam machen zu lassen, daß Ge­wichte und auch Waagen durch zweijährigen Ge­brauch, bei unvorsichtiger Handhabung auch in noch kürzerer Frist unrichtig.werden können, und den Gewerbetreibenden deshalb in deren eigenem Interesse anzurathen, die fraglichen Gewichte rc. vor Beginn der Revision zur aichamtlichen Prüfung und Richtigstellung zu bringen.

Der Königliche Aichungs-Jnspector für die Provinz Hessen-Nassau. Mayer.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.

* *

Hersfeld, den 8. Juli 1887.

Vorstehend abgedruckte Zuschrift des Herrn Aichungs Jnspecwrs der Provim Hessen-Nassau wird den Herren Ortsvorständen des Kreises unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 10. Juni d. J. Nr. 6140, Kreisbl. Nr. 70, mit der Weisung mitgetheilt, die betreffenden Ge­werbetreibenden in den Gemeinden 2C. hiernach entsprechend zu bescheiden.

7034. Der Königliche Landrath ______ Freiherr von Schleinitz.

Gefunden: Ein Revolver. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Schenk- lengsfeld.

$ Der Landesverrathsproceß in Leipzig.

Zu der leider schon so langen Reihe der Lan- desverrathsprocesse, welche das Reichsgericht gegen i solche Personen beschäftigt haben, die militärische >

Meer wallte kaum merklich, seine Wogen rauschten nur leise gegen den Felsstrand, unter dem wir hinruderten und der Vollmond goß sein magisches Licht über die zerrissenen, steil aus dem Wasser sich erhebenden Felsen und die dunkeln sie um­gebenden Fluthen. Bisweilen schlug das geräusch­volle Ausstattern einer Schaar Seevögel an unser Ohr, die unser Rudern aus dem Schlummer ge­weckt, oder von einer der größeren Inseln aus der Ferne tönte der Schrei eines Raubthieres durch die Nacht herüber sonst war alles todtstill und die Natur lag in tiefem feierlichem Schweigen.

Als wir die nördlichste vorspringende Spitze er­reicht, öffnete sich vor uns eine schmale, aber ziem­lich tiefe Einbuchtung, in welche wir Hineinsuhren, um unser Boot zu verankern. Wir befanden uns jetzt ganz nahe der gesuchten Stelle; dort auf der Höhe, kaum einige hundert Schritte entfernt, ragte einsam der alte knorrige Manzanillabaum. Kein Laub schmückte ihn, er war verdorrt, aber noch streckte er den einzelnen mächtigen Seitenzweig hinaus, und feite wie des Stammes dunkle Um­risse zeichneten sich gespenstisch am Nachthimmel ab.

Es konnte nunmehr nicht mehr zweifelhast sein, wir hatten den richtigen Ort gefunden und Munoz Beschreibung entsprach ihm genau. In begreif­licher Erregung betraten wir wohlbewaffnet und in Begleitung von dreien unserer Matrosen das Ufer, während wir den vierten zur Bewachung des Bootes zurücklieben. Ein schmaler von Buschwerk und klippigem Gestein begrenzter Pfad führte zur Höhe und nach wenigen Minuten waren wir oben

Geheimnisse unserer Armeeverwaltung an das Ausland, in erster Linie an Frankreich, verlaus­ten, hat sich soeben ein neuer gesellt, und nach der Mittheilung des Ober-Reichsanwalts stehen noch weitere derartige Processe in Aussicht, bei welchen, da es sich um Beamte des Straßburger Bezirks-Präsidiums handelt, dem Verbrechen des Landesverraths sich auch noch der Eidbruch gesellt.

Die öffentliche Meinung in Deutschland wendet diesen Vorgängen eine berechtigte Aufmerksamkeit zu. Eine derartige Organisation des Landes­verraths, wie sie von den französischen Grenzbe- amten betrieben wird, greift tief in die völker­rechtlichen Beziehungen zwe er Nachbarvölker ein und bekundet tm Zusammenhänge mit den deutsch­feindlichen Gesinnungen, welche in Frankreich eine wachsende Ausdehnung nehmen und von Re­gierung und Kammer demnächst durch specielle Maßnahmen der Ueberwachung und Besteuerung der Ausländer in gesetzliche Formen gekleidet werden sollen, das Vorhandensein einer Gefahr, welche die dauernde Wachsamkeit und Entschlossen­heit unserer Regierung herausfordert.

Angesichts der Thatsachen, welche durch den Leipziger Proceß enthüllt worden sind, läßt die Festnahme sowohl wie die Freigebung des Grenz- commissars Schnaebele sich erst jetzt nach ihrer vollen Bedeutung würdigen. Die französischen Grenzpolizeicommissare sind die eigentlichen Spione, Klein, Grebert und die sonstigen Ange- schuldigten nur ihre Organe und Helfershelfer. Durch den Proceß ist nun dargethan, daß diese Organisation der Spionage sehr weit zurück reicht, in diesem speciellen Falle bis zum Jahre 1880, also den Wechsel der vielen französischen Mi­nisterien überdauert hat, die in diesen sieben Jahren auf einander gefolgt sind. Die Organi­sation beruht auf einem Zusammenwirken der französischen Ministerien des Krieges und des

angelangt. Wir hatten noch etwa eine Stunde zu warten, bis der Mond im Zenith stand, und mit Spannung und unter dem Eindruck der uns umgebenden Stille nur leise flüsternd, beobachteten wir, wie die Schatten des Stammes und des ver­witterten Zweiges einander näher rückten. Jetzt endlich war der Augenblick gekommen, die Schatten fielen in eine Linie zusammen und fast hörbar klopften unsere Herzen, als die Matrosen den äußersten Punkt des Zweigschattens markirten und den ersten Spatenstich voll Erde aushoben.

Doch kaum war dies geschehen, als wir eilige Schritte vernahmen. Der zur Bewachung unseres Fahrzeuges Zurückgelassene kam mit der Meldung angelaufen, daß sich ein Boot schnell dem Ufer nähere. Wir wurden durch diese Nachricht nicht wenig überrascht, gelangten aber auch ebenso schnell zu dem Schlüsse, daß das Boot zum »Blitz" gehöre. Moorson mußte das Geheimniß vor seinem Tode den Genossen verrathen haben, um sie für seine Pläne zu gewinnen, und das Schiff selbst der verfolgenden Corvette entschlüpft sein.

Es galt kurzen Entschluß. Verhielt sich die Sache so, wie es höchstwahrscheinlich war, so be- kamen wir eS mit verzweifelten Menschen zu thun und mußten darauf vorbereitet sein; wir durften weder Schonung erwarten, noch selbst solche üben. Beim Anlegen mußten sie »unbedingt unser Boot sehen und erfahren, daß andere ihnen zuvorgckom- men; wir konnten deshalb nur auf Erfolg rechnen, wenn wir sie selbst überraschten.

Schnell legten wir die Geräthe zum Graben