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f ersftlörr Kreisbliitt.
Wit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Issustrirtes Anterhaltungsblatt".
Nr. 80. SonimLcnd den 9. Juli 1887.
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Amtliches.
Hersfeld, den 5. Juli 1887.
Für den am 26. October 1872 zu Unterneurode geborenen Johannes Brod ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden. 6987. Der Königliche Landrath
._______________Freiherr v on Schl einitz.
Hersfeld, den 6. Juli 1887.
Für den am 26. Juli 1869 dahier geborenen Johann Heinrich Knhn ist,um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
6977. Der Königliche Landrath ___________Freiherr von Schlcjnig.
Hersfeld, den 7. Juli 1887.
Die Herren Standesbeamten des Kreises werden gemäß Verfügung des Königlichen Re- gierungs-Präsidiums zu Cassel vom 60. Juni d. J. A. I. Nr. 7080 hierdurch benachrichtigt, daß die Entschädigungen für die Ausfüllung der dem Königlichen statistischen Bürean zu Berlin in der Zeit vom 1. April 1886 bis 31. März 1887 eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle zur Auszahlung durch die betreffende Steuerkasse angewiesen worden sind und bei Letzterer binnen Monatsfrist in Empfang zu nehmen sind, da andernfalls die
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Die WolfskUppe.
Erzählung aus dem Seeleben von Reinhold Werner.
(Fortsetzung.)
Beim Umschauen erblickte ich den Bootsmann; er hatte mitschiffs gestanden, um die Arbeiten mit den Segeln zu leiten, war wohl durch Carmens Helle Kleidung aufmerksam gemacht und kam mit geschwungenem Entersäbel herangestürmt. Ich war in dem Augenblicke wehrlos, da ich das noch immer ohnmächtige Mädchen in den Armen hielt, und erwartete das Niedersausen der Waffe. Doch statt dessen sah ich plötzlich den Angreifer, durch einen Schlug von hinten getroffen, auf das Deck niederstürzen.
„Holen Sie das Boot auf, Lieutenant!" rief ich leise über die Berschanzung hinunter, „ich komme."
Dann ließ ich mich, mit Carmen noch immer in den Armen, an der Fangleine hinunter und wurde mit Duff's Hülse glücklich in das Boot ausgenommen, dessen Haltetau der Officier sofort durchschnitt, um uns treiben zu lassen.
Unmittelbar danach sprang Jemand vom Hinterdeck in das Wasser und schwamm auf uns zu. Duff ergriff einen Bootshaken, um ihn abzuwehren, da er ihn für einen Verfolger hielt, als der Schwimmer rief: „Ich bin es, der Steuermann!" Er war es, der am Ruder gestanden und den Bootsmann durch einen Jaustschlag von hinten im
Zustellung des Betrags durch die Posterfolgen wird.
7005. Der Königliche Landrath.
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Berlin, den 8. Juli 1882.
W a k n u n g.
In Läden und Geschäften, welche als Lotlerie-Komlor, Lotterie,Einnahme oder Lotlerie-Collekle bezeichnet find und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Collekteur bezeichnen, werden Loose 'der Preußischen Klassenlolterie und Antheilscheine aus solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den «n- theilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn- Abzüge für sich ausbedingen.
Die Antheilfcheine begründen niemals Ansprüche an die Lotlerie.Verwaltung aus Looseerneuerung und auf Gewinn- zahlung.
Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von LooSantheil» schein,Verläufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, aus welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene gröhle Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.
Zur Unterscheidung der Loosantheiischeine von den ächten Loosen machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren Umschrift „Kön. Pr. Gen. Loiterie-Direct." und die gedruckte Unter- jchrist „Königi. Preuß. Generai-Lotterie-Direction" tragen.
Zur Unterscheidung zwischen den sich als ^Lotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäst als „Lotterie- Einnahme" oder „LotterieKomtor" bezeichnenden Privat- Verkäusern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren allein als „Königliche Lotterie- Einnahmen" oder „königliche Lotterie-Einnehmer- sich namhaft machen.
Königliche General-Lotterie-Direction.
A. 1318. Dammas. Lilienthal.
DsMische Nachrichten.
(Deutschland.) Während seines Aufent
richtigen Augenblicke niedergestreckt hatte, um uns dann ebenfalls zu folgen.
An Bord des „Blitz" schien man in den ersten Minuten von unserer Flucht nichts bemerkt zu haben; dann hörten wir laute Stimmen durch, einander rufen, aber die Umrisse des Schiffes waren bereits in der Dunkelheit verschwommen. Jedenfalls konnte man von dort unser Boot nicht mehr sehen und bis auf weiteres waren wir ge- rettet.
„Lassen Sie uns schnell in der Kiellinie zurückrudern," sagte Duff, „vielleicht können wir noch einige von unseren armen Kerls auffischen. Mehrere von ihnen sind sehr gute Schwimmer und da kaum zehn Minuten vergangen sind, werden sie sich gewiß noch über Wasser gehalten haben."
Ich hatte Carmen, die inzwischen wieder zu vollem Bewußtsein gekommen, hinten im Boote niedergesetzt und sie in ein paar Worten über das Vorgefallene aufgeklärt. Das muthtge Mädchen, das nur vorhin durch den Neger fast strangulirt war, zeigte jetzt keinerlei Furcht mehr. „Sie haben mich zum zweiten Male aus den Klauen jenes Ungeheuers befreit," flüsterte sie mir zu, „wie soll ich Ihnen danken," und dabei drückte sie mir warm die Hand. Ich war beseligt und dieser Lohn für mich der Vorgeschmack des Himmels.
Der Steuermann und ich nahmen dann die Ruder zur Hand, während der Lieutenant steuerte und nach dem Stande der Mondsichel die Richtung nahm. Nach einigen Minuten hielten wir inne und errief die Namen der Verunglückten. „Hier!"
haltes in Bad Eins nimmt Se. Majestät der Kaiser, der sich wiederum des besten Wohlseins erfreut, in gewohnter Weise die Vorträge des Civil- und Militär-Cabinets, sowie des Vertreters der auswärtigen Angelegenheiten v. Bülow 2C. entgegen.
Das Befinden Sr. Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen hat sich sehr erheblich gebessert, so daß eine frühere Rückkehr desselben von England, als anfänglich angenommen war, für wahrscheinlich gilt. Es scheint darauf auch hinzudeuten, daß man im Neuen Palais in Potsdam sich darauf rüstet, die Kronprinzliche Familie schon in der zweiten Hälfte dieses Monats wieder dort einziehen zu sehen.
Das Maß der Geduld gegenüber den fortwährenden versteckten und offenen Chikanen Frankreichs gegen deutsche Staatsangehörige ist bis zum Ueberlaufen voll. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bringt einen Artikel über die von der französischen Regierung projektirte Fremdensteuer und kommt zu dem Schluß: es sei zu erwägen, „ob nicht alle deutschfeindlichen Bestimmungen, welche in Frankreich zur Ausführung kommen, auch in Deutschland und namentlich in den Reichslanden, in voller Wechselseitigkett zur Anwendung zu bringen wären."
sL a n d e s v e r r a t h s p r o c e §.] Bei der Begründung der Anklage hob der Reichsanwalt Treplin hervor, daß der Gerichtshof zum ersten Male in der Lage sei, ein Urtheil über Männer zu fällen, welche im Dienste der französischen Regierung das deutsche Reich verrathen hätten, während es sich bei den früheren Processen um Angeklagte gehandelt habe, die aus eigenem Antrieb Kundschasterdienste im Interesse Frankreichs geleistet hätten. Der gegenwärtige Proceß habe insofern eine besondere Bedeutung, als er über das französische S p io- nierwesen und dessen Organi-
ertönten verschiedene Stimmen aus einiger Ent- fernung leewärts. „Gott Lob, wir kommen noch zur Zeit!" jubelte Duff, und wir strichen mit allen Kräften dahinaus. Bald hatten wir die Stelle erreicht und konnten vier von den Leuten aufnehmen. Zwei von ihnen blieben jedoch, trotz eifrigsten Suchens und Herumruderns im Kreise, verschwunden — sie mußten ertrunken sein. „Wo aber befinden wir uns," fragte ich den Lieutenant nicht ohne Besorgniß, „wissen Sie ess"
Für den Augenblick waren wir ja geborgen, aber ohne einen Bissen Brod oder einen Trunk Wasser im offenen Boot auf dem weglosen Meere und mich beschlichen trübe Gedanken, daß Carmen mit uns einem schrecklichen Loose entgegengehen könnte. „Wir sind nicht wett von Land," tröstete Jener," gestern Nachmittag, als wir Sie zu jagen begannen, hatten wir gerade die Küste von Jamaika aus Sicht verloren, wir können also höchstens 60 Seemeilen von ihr entfernt sein und zwar müssen wir die Insel in Nordwesten haben. Der Passatwind ist flau, und wenn wir jetzt ein paar Meilen gerade in den Wind rudern, um Luv zu gewinnen, können wir dann die Küste unter Segel bis morgen Nachmittag erreichen. Mit sechs kräftigen jungen Kerlen werden wir doch wohl bequem die halbe Nacht rudern können."
Der Steuermann bestätigte die Ansicht Duffs über unsere Posttion, denn wenn ihn Moorson in den letzten Tagen auch vom Observiren fern ge- halten, wußte er doch ungefähr, wo wir uns be- fanden, und so machten wir uns getrost an das