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man 2 Leichen; die Unglücklichen hatten infolge der ausströmenden Gase den Erstickungstod gefunden.

In Würzburg hat am vergangenen Sonnabend Hofrath Schönborn eine der schwierigsten Operationen, die Resektion (Entfernung eines Stückes der Magenwand) des Magens, ausgeführt. Die Patientin dürfte mit dem Leben davonkommen; bis jetzt wenigstens ist ihr Befinden ein außeror­dentlich zufriedenstellendes.

(Zur Verfälschung der Lebens- Mittel.) Ein Bäcker zu Frankfurt a. M. hatte es war im Jahre 1850 sein Mehl mit Sand vermischt. Er wurde ins Polizeigesängniß gesetzt und sollte hier zur Strafe sein sämmtliches Mehl, zu Brot verbacken, aufzehren. Er sehr eifrig um bald wieder frei zu werden, konnte aber die selbst zu­bereitete Kost nicht lange vertragen und starb be­reits im dritten Monat seiner Haft.

Magdeburg. Am 6. d. Mittags warf sich ein Infanterist ungefähr 100 Schritte vor der Eisenbrücke aus die Schienen. Der Lokomotiv­führer bemerkte den Mann und suchte mit der größten Anstrengung den Zug zum Halten zu bringen, aber vergebens. Als unkenntliche Masse wurde der Lebensmüde unter den Rädern hervorgezogen.

(Ein consequenter Hausherr.) In der braunschweigischen Stadt Seesen (am Harz) bewohnte ein biederes Storchenpaar feit vielen Jahren ein auf dem Kirchthurm erbautes Nest. Die Ehe war anscheinend stets friedlich und glücklich gewesen. Auch im Jahre 1885 ging alles gut, die Störchin legte ihre Eier und brütete fleißig. Da kam es eines Tages zu einem heftigen Streit zwischen den Gatten, und der unhöfliche Gemahl biß schließlich feine schönere Hälfte und vertrieb sie für immer aus dem Hause. Er selbst brütete die Eier aus, zog die Jungen auf und ging mit ihnen im Herbste fort. Im nächsten Jahre kam er wieder, bezog die alte Wohnung, nahm aber keine neue Gattin, sondern lebt nun schon im zweiten Jahre als Einsiedler.

Hechingen, 5. Juni. Vor einigen Tagen schlug der Blitz auf der Burg-Hohenzollern in ein auf der Gartenbastei stehendes Wartthürmchen. Der Strahl zertrümmerte das Dach, riß Steine heraus und schleuderte dieselben über die Mauer. Der Fall ist um so merkwürdiger, als die Burg mit ihren hohen Thürmen reich mit Blitzableitern versehen ist.

Die Wirthin eines Dorfes im Eisfelder Be­zirk wurde kürzlich vom Schöffengericht in Eisfeld mit 100 Mk. gestraft, weil sie verdorbenes Bier verkauft hatte; bei Zahlungsverweigerung hätte sie eine Gesängnitzstrase von 1 Monat getroffen.

Lyck, 7. Juni. Zwei Unterofficiere vom hier garnisonirenden 3. Ostpreußischen Infanterie- Regiment Nr. 45 haben sich vorige Woche in Wartenburg, wohin sie mit dem von hier aus zu stellenden Wachtkommando für die dortige Straf­anstalt kommandirt waren, erschossen. Dieselben sollen vor längere Zeit mit einer Civilperson in Streit gerathen sein, wobei die letztere derartige Verletzungen davontrug, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Den beiden Unterofficieren stand eine längere Festungshaft bevor.

Ein großer Postdiebstahl ist am 7. Juni abermals in Prag entdeckt worden; es handelt sich um den Betrag von 25,000 Gulden. Die Untersuchung ist im Gange.

(Unschuldtg zum Tode verur - theilt.) Aus Prag wird gemeldet: Eine sen­sationelle Enthüllung erregt in der Kuttenberger Gegend großes Aufsehen. Nach dem Geständniß des Häuslers Chara in Moracitz ist der seit drei­zehn Jahren in Kathaus inhaftierte Häusler Nohjel, welcher wegen Ermordung des Hegers Milde zum Tode verurtheilt und vom Kaiser zu zwanzig Jahren begnadigt wurde, unschuldig. Chara gesteht, daß er von dem soeben verstorbenen eigentlichen Mörder Prohazka durch einen «Hunder­ter" zum Schweigen gebracht wurde.

Basel, 3. Juni. (Zur Warnung.) Ein Vergistungsfall mit tödtlichem Ausgange veran­laßte das Erziehungs-Departement des Kantons Basel-Stadt zu einem Rundschreiben an sämmtliche Schulvorstände. Bei Anlaß eines Frühlingsaus­fluges einer Primärschule hatte ein etwa acht­jähriger Knabe ein Zweiglein des Eibenbaumes (Taxus) zum Kauen in den Mund genommen. In der nachfolgenden Nacht stellten sich neben Er­brechen andere Krankheitssymptome ein, die von ärztlicher Seite nur auf den Giftstoff jener Pflanze zurückgeführt werden konnten. Der Tod erfolgte trotz der medicinischen Kunst. Da die Taxuspflanze ihres schönen dunklen Nadelschmuckes und der purpurrothen Beeren wegen gern als Hecke und Zierbaum Verwendung findet, so dürste eine aus- gebretlete Warnung vor deren Genuß allenthalben am Platze sein. .

- Frankfurt a, M., 9. Juni. Die erste deutsche landwirthschastliche Wander- a usstellu ng ist^ heute Vormittag 11 Uhr unter Anwesenheit der Spitzen der Behörden durch den Präsidenten Fürsten zu Wied eröffnet worden.

Szegedin,7.Juni. Die Gemeinde Földiak mit ihrem ganzen Gebiete ist laut Telegramm vom Hochwasser überfluthet; die meist aus Lehm ge­bauten Häuser sind zum größten Theile bereits zerstört. Der Ort Lele ist zwar von den Fluthen noch nicht erreicht, doch steht die ganze Flur bereits unter Wasser. An der Rettung des Ortes wird mit äußerster Anstrengung gearbeitet; es ist jedoch nur geringe Aussicht auf Erfolg.

Szegedin, 8. Juni. Das Wasser steigt in dem Uevecschwemmungsgebiet rapid. Man be­fürchtet, daß der Elsenbahndamm zwischen Aigyo und tzodmezö-Lasarhely kaum zu erhalten sein werde, obwohl mit der größten Anstrengung daran gearbeitet wird. In Folge dessen wächst die Gefahr für Mako stündlich. Wenn es nicht gelingt, bis übermorgen die Schutzarbeiten fertig zu^ bringen, wird das Wasser voraussichtlich in die Stadt ein» dringen. 20,000 Joch des Csanader Comitates stehen unter Wasser.

Aus Frankreich wird schon wieder ein mörderischer Ueberfall im Eisenbahncoupä gemeldet. Ein Telegramm aus Bordeaux, 7. Juni berichtet: Auf der Eisenbahn zwischen Hier und Graves ist auf den Tirector der Marine-Stahlwerke Mont- golfier ein Mordversuch gemacht worden. Derselbe erhielt 21 Schläge mit einem Todtschläger und soll sein Zustand sehr bedenklich sein. Der Mörder ist verhaftet.

London, 6. Juni. Ein dreifacher Kinder­mord, begangen durch die eigene Mutter, hat am Sonnabend Abend in der Stadt Colne in Eng­land stattgefunden. Ein dort wohnhafter Weber, Namens Rußton, ging mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Alter von sieben, fünf und zwei­einhalb Jahren am Nachmittag spazieren. Wäh­rend er sodann eine Wirthschaft aufsuchte, begab sich die Frau mit den Kindern nach Hause. Bald darauf ging die Frau zu ihrer in derselben Stadt wohnenden Schwester und theilte ihr mit, daß sie ihre drei Kinder in den Himmel gesandt habe." Die Schwester eilte sofort mit der unglückseligen Frau nach der Wohnung, wo sie die drei Kinder nebeneinander auf einem Bett todt liegen sah. Es fand sich ein dünner Strick vor, mit welchem die Mutter ihre kleinen Opfer, wie sie gestand, er­drosselt hatte. Die Frau ist ungefähr 35 Jahre alt und wird allgemein für wahnsinnig gehalten. Zwei nahe Anverwandte haben Selbstmord verübt. Die Mörderin wurde sofort ins Gefängniß geführt.

L o n d o n, 4. Juni. Der Transportdampfer Tooman" brächte gestern 750 chinesische Seeleute nach Newcastle, die zur Bemannung der in England und Deutschland gebauten chinesischen Kriegsschiffe bestimmt sind. Die Firma W. G. Armstrong, Mitchell u.Co. in Elswick hat kürzlich zwei Kreuzer für die chinesische Marine ferliggestellt.

Folgende ebenso wahre wie drollige Geschichte ist jüngst in Worcesterfhire passirt. Eine Frau hatte ihr Kind zugleich mit vielen anderen taufen lassen. Nach Beendigung der Ceremonie kam ihr ein brillanter Einfall; sie wollte die sämmtlichen Kinder, es waren gerade zwölf, auf ihre Kosten Photographiren lassen,, da ein Photograph dies billig angezeigt habe. So begab sich denn die ganze Gesellschaft dorthin und die gute Frau be­auftragte den erfreuten Lichtkünstler mit der Arbeit. Als etwa die Hälfte der Aufnahmen fertig war, kam diesem doch der Gedanke, die Frau zu fragen, ob sie auch wisse, wie hoch sich die Rechnung be­laufen werde.Gewiß," lautete die Antwort, Sie annonciren ja das Dutzend für zwei Dollar." Ja", entgegnete der Künstler,das Dutzend Bilder, aber nicht das Dutzend Kinder-"

Genua, 4. Juni. Vorgestern Abend trat der Fluß Ferresto in Folge der starken Gewitter­regen aus den Ufern und überschwemmte das in der Nähe bei Buffoleno liegende Dorf Chianocco. Das Wasser kam in solcher Geschwindigkeit in die Häuser, daß sich nicht alle Einwohner aus denselben flüchten konnten. Die angestelllen Versuche, um die in den Häusern zurückgebliebenen Menschen zu retten, blieben ohne Erfolg. Noch in derselben Nacht wurden 5 Leichen gesunden und befürchtet man, daß es noch mehr Menschen das Leben ge­kostet hat. Schon verschiedene Male wurde dieses Dorf durch Ueberschwemmungen arg mitgenommen.

(Bewährtes Mittel gegen Wund­gehen.) Die deutschen Militärbehörden haben nach eingehenden Versuchen als bestes Mittel gegen Wundgehen den Salicylsäuretalg Angeführt. Den­selben stellt man sich her, indem man 2 Theile Salicylsäure in 5 Theilen Lenzoetinctur löst und

Redaction, Druck und Verlag von Ludwig Funk'S Buchdruckerei (Gebr. Funk) in Hersseld,

der Lösung 1000 Theile Hammeltalg, welche vor. her mit 5 Theilen Benzoeharz verrieben sind, zusetzt. Das Ganze wird tüchtig umgerührt und in passende Blechbüchsen oder Dosen gestillt.

Eine deutsche Schule wurde am 12, April in Sidney feierlich eröffnet.

(U n s e r e D i e n st b o t e n.) «Aber, Marie, den ganzen Tag stehen Sie vor dem Spiegel!- Madame, unsereins sieht eben auch gern etwas Schönes!*

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Standesamtsbezirk Hersfeld.

Vom 16. bis incl. 31. Mai 1887.

Eheschließungen.

Am 21. Heinrich Sauer, Tuchweber mit Elisabeth Koch dahier. 27. Jacob August Gluih, Hilsslademeister zu Unna, mit der Köchin Anna Calharine Wille dahier. 28. Johann Martin Friedrich Ludwig von Minden, Gärtner zu Erfurt, mit der Wittwe des Feilenhauers Friedrich Wilhelm Gottlob Heinrich Geyer dahier. Carl Höcker, Lohgerbergeselle mit der Fabrikarbeiterin Auguste Köhler > dahier,

Geburtsanzeigen.

Am 17. Friedrich Wilhelm, S. des Cigarrenarbeiters Wilhelm Conrad Möller. 19. Heinrich Carl, S. des Uhrmachers Johannes Dömich. 27. Elisabeth Rosa, T. des GeschäsiSreifenden Johann Adam Weißbecker. 28. Kurt, ,S. des Gymnasiallehrers Dr. Heinrich Georg Leonhard Schotten. 30. Sophie, T. des Metzgers Jsaac Welterhahn. Johann Georg Hermann, S. des Sergean­ten Heinrich Marschall. Johannes, S. des Schuhmachers Ludwig Bätz. 31. Heinrich, S. der unverheiratheten Rosine Döll.

S t e r b e s ä l I e.

Am 16. Maria Ursula, Witwe des Tagelöhners Heinrich Hirth, 76 Jahre alt. .19. Emma Elisabeth, T. des Hotelbesitzers Reinhard Kniese, 3 Jahr 10 Monate alt. 23. Eine Tochter des Schneiders Heinrich Becker todtge­boren. Philipp Rössing, Blecharbeiter, 35 Jahre alt. 26. Anna Barbara Nüding, ledig, aus.Reckerove, 55 Jahre alt. 30. Maria Ehesrau des Maurers Johann Heinrich Bode, 33 Jahre alt. Eine Tochter des Schneiders Christian Psass zu Kalkobes todtgeboren. 31, Johannes Ey, Schuhmachermeister, 65 Jahre alt.

(U n i d e r f u m.) Das 10. .Hest desUniversum" (Dresden und Leipzig, Verlag des Universum, Red. Jesko v. Puttlamer) ist erschienen. Wenn irgend eine der Aus» gaben dieser durch Schönheit, Reichhaltigkeit und innere Gediegenheit sich auszeichnenden Umstritten Familienzeitschrift geeignet ist, die Ausmertsamkeit des Publikums aus sich zu lenken, so dürste es dieses 19. Hest sein, da eS nicht allein drei sehr ansprechende Kunstblätter nach Gemälden von W. Amberg (Marion"), J. Brandt (In der Steppe") und A. Laupheuner (Nach überstandener Krankheit") darbietet, sondern der textliche Inhalt das gute Urtheil vollauf be, stätigt, welches wir über.dieses litterarische Unternehmen ost genug abgegeben haben. So enthält das 19. Hest außer den Fortsetzungen der beiden Novellen:In harter Schule" von Wilh. Berger und .Die Sünden der Väter" von G. Höcker, ein tiefempfundenes Pfingstlied von Victor Blüthgen und einen ebenso hochinteressanten Pfingstbrief aus dem alten Rom von Heinrich Noö, die sicherlich zu den selteneren Erscheinungen der deutschen Belletristik gehören und demUniversum" viele Freunde erwerben werden, ein Urtheil, das wir auch aus Heinrich Stobitzers geistreiche Plauderei:Das Zeillich-Unweibliche" ausdehnen möchten, Sicherlich findet auch Dr. Carl du PrellS Aufsatz:Hyp- notiSmus und Gedankenübertragung" einen dankbaren Kreis von Lesern, so oft dieser Gegenstand in den letzten Jahren auch von Berufenen und Unberufenen abgehandelt sein mag, weil das Unbegreifliche oder sagen wir: daS in das Geheimnißvolle sich Hullenoe Wesen immer anzieht und zu belehrender unterhaltender Gedankenarbeit führt. Ziehen wir ferner in Erwägung, daß die Redaction desUniver- sum" allen wichtigen Momenten der Gegenwart, gleichviel aus welchem Gebiete, ihre Aufmerksamkeit widmet, und deshalb auch eine mit trefflichen Illustrationen von der Hand Albert Richters begleitete Beschreibung der internatio­nalen Gartenbau-Ausstellung in Dresden aus der Feder O. Hüttigs im vorliegenden Hefte bringt, so wird man zu­gestehen müssen, daß das 19. Heft in der That ein neuer Beweis für die Gediegenheit ist, die demUniversum" innewohnt und welche dasselbe zu den ersten, empfehlenS. werthesten Zeitschriften Deutschlands macht.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst Sonntag 12. Juni.

Vormittags: Herr Pfarrer tzosvach.

Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub.