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bornswald und Gleiche Lei Jmmichenhain in einem Frühjahr allein 40 Hähne gestanden haben und wurden von demselben Nimrod in zwei aufeinander folgende Morgen 6 Stück geschossen. Dorten, bei Buchenau und in Höferwald bei Sandberg a. d. R. erlegte derselbe innerhalb 20 Jahren 58 Stück Auerhähne, eine Anzahl, wie sie nur Wenige erreichen. Die Oberförstereien Hersfeld-Wippershain, Meckbach und Gitters­dorf haben heute einen guten Auerwildstand, der durch die pfleglichste Behandlung der be­treffenden Herren Oberförster, die keinen Hahn vor dem 10. April und ohne ihre persönliche Gegenwart abschießen lassen, ein vorzüglicher zu werden verspricht, da die Schonung eine ge­genseitige ist.

[:J Hersseld, 20. Mai. Herr Major und Adjutant beim Generalkommando zu Cassel von Hiddersen erlegte dieser Tage einen Auerhahn im Revier Hersfeld-Wippershain. Herr Lieutenant Eidam dahier einen solchen im Bezirk Hersfeld-Meckbach.

A Hersfeld, 20. Mai. Wegen der un­günstigen Witterung wurden die B r i e f t a u b e n vom Brieftauben-VereinCourier" zu Neustadt a. d. Orla am gestrigen Tage nicht aufgelassen.

x Hersfeld, 20. Mai. Die mangelhafte Be­aufsichtigung der Kinder in der Nähe von Teichen und sonstigen gefahrvollen Orten hat schon gar manchen traurigen Unfall zur Folge gehabt. Ein solcher Unglücksfall hätte sich während der letzten Tage wiederholt auch in unserer Stadt ereignen können, wenn nicht rechtzeitige Hülfe zur Stelle gewesen wäre. Die Kinder, welche hinterm Stift in der Nähe des neuen Teiches spielten, stürzten bei dieser Gelegenheit in das anmanchen Stellen sehr tiefe Wasser. Möge dieser Vorfall zur ernsten Mahnung dienen.

Wansried, 17. Mai. Auch hier sind die Schulen bis auf Weiteres wegen der immer mehr umsichgreifenden Genickstarre polizeilich geschlossen worden. Während sich die Krankheitserscheinungen sehr vermehren, haben wir jetzt, Gott sei Dank, noch keinen Todesfall zu verzeichnen. Jedenfalls wäre aber ein plötzlicher Umschlag der Witterung von sehr nachtheiligen Folgen auf resp. Kranken.

Frankfurt, 14. Mai. Mitglieder des Magi> strais und der Stadtverordneten-Bersammlung, stiften zum deutschen Bundesschießen einen Ehren- prciL im Werthe hnn 1050 M, einen silbernen Pokal.______________________

Aus dem alten deutschen Ordenslande von Fedor von Köppen. (Fortsetzung.)

Da mußte sich der übermüthige Polenkönig zum Abzug entschließen. Nach zweimonatlicher vergeblicher Belagerung verließ er mit seinem gelichteten Heere die schwer heimge- suchte Gegend. Die wilden Wogen der slawischen Fiuth hatten sich für dieses Mai gebrochen an den festen Mauern der Marienburg und dem Heldengeiste ihres Vertheidigers. In dem befreiten Haupthause versammelten sich die Machthaber des Ordens zu einem Wahlkapitel und er­koren einstimmig den Retter der Marienburg, Heinrich Reuß, Grafen von Plauen, als den Würdigsten zum Hoch­meister des Ordens (9. Nov. 1410).

Die nächste Ausgabe des neugewählten Hochmeisters war die Vollendung der Befreiung des Ordenslandes. Die Reste des feindlichen Heeres mußten das Land räumen. Von den Burgen fiel eine nach der andern wieder in des Ordens Gewalt. Aus einer Insel der Weichsel bei Thorn wurde der Friede geschlossen, in welchem Jagiello alle Er­oberungen an den Orden zurückgab (1. Febr. 1411).

Nur eine harte Bedingung trübte die Freude an dem wiedererrungenen Frieden. Der Orden hatte sich willig er­klären müssen, hunderttausend Schock Groschen als Löse- geld für die Gefangenen an Polen zu entrichten; aber der Ordcnsschatz war leer, und der Meister bedurfte ohnehin

bthgenb des Geldes zum Wiederaufbau der zerstörten Burgen und Städte, zum Anbau der verwüsteten Fluren und zur Bezahlung der fremden Söldner im Ordensheere.

Zwar ordnete der Meister durch das ganze Land eine Schätzung an, nach der jedermann sei es Geistlicher oder Laie, Bürger oder Bauer, Ritter oder Knecht einen Schoß zu erlegen hatte, auf seinen Befehl mußte auch alles goldene und silberne Taselgeräth aus den Ordenshäusern und selbst die heiligen Gesäße aus den Kirchen abgeliefert und eingeschmolzen werden, aber dies alles genügte noch nicht, um die Habgier des Polenkönigs zu befriedigen, welcher hartnäckig die Herausgabe der Gefangenen verwei­gerte und mit neuem Kriege drohte.

Noch andere Sorgen beschwerten das Gemüth deS Meisters. Bisher war ihm sein Weg scharf vorgezeichnet gewesen, er brauchte nur seiner Ge'übde zu denken und seine Pflichten gegen den Orden zu erfüllen und er war sicher, das Rechte zu treffen. Als Hochmeister und Landes- sürst traten neue Ausgaben an ihn heran. Er hatte während des Krieges die tiefen inneren Schäden des Or­densstaates kennen gelernt und betrachtete es als seine Aufgabe, für ihre Heilung zu sorgen. Darum suchte er während der nun folgenden Friedenszeit mit aller Strenge die alte Zucht in den Ordenshäusern wiederherzustellen und den Rittern die halb in Vergessenheit gerathene Or­densregel von neuem zur Befolgung einzuschärfen. Aber die edlen Absichten des Meisters wurden nicht verstanden. Dazu kamen noch andere Mißstände, welche in der eigen­thümlichen Verfassung des Ordensstaates begründet waren. Außer den Ordensrittern bildeten auch Bürger und Land- bauern die Bevölkerung des Landes, und der Bürger in den Städten, der Bauer aus dem Felde, welche durch ihre Betriebsamkeit und ihren Fleiß die Eroberung des Landes auf friedlichem Wege vollendet hatten, wünschten auch theilzuhaben an dem Regiment des Landes neben den Machthabern des Ordens. Sie wollten einen Landesherrn haben, der nicht allein der Ordensbrüderschast oberster Gebieter, sondern ein rechter Landesfürst für alle sei und der nicht allein aus den Rath des Ordenskapitels höre, sondern auch aus des Landes Rath. Der Bürger, welcher den Schoß ausbrachte, wünschte auch vertreten zu sein in dem Regiment des Ordens durch die Edelsten und Besten aus seinem Stande.

Die Verweigerung dieser Forderung hatte in den früheren Kriegen des Ordens mit Polen schon die Folge gehabt, daß die reichen Weichselstäbte sich dem Ordens­feinde zuwandten, weil sie unter polnischer Hoheit einen besseren Schutz ihrer Handelsinteressen und ihrer Freiheiten zu finden hofften, als unter der Ordensherrschaft. Das durfte sich in Zukunft nicht wiederholen. Der Hochmeister verhandelte deshalb mit einflußreichen Männern aus den Städten über die Einsetzung einesLandesraths«. Dadurch erzürnte er aber die Gemüther der Machthaber des Or­dens, welche sich allein als die Herrscher betrachteten und in der Einführung desLandesraths" eine Schmälerung ihrer eigenen Rechte sahen.

Die Härte, mit welcher Heinrich von Plauen um der höheren Zwecke des Ordens willen manche Maßregel durch- führte, steigerte die Unzufriedenheit bis zur Erbitterung gegen 19».

Zu den Unzufriedenen gehörten vor allen die Herren von der Eidechsengenosfenschast. Nikolaus von Renys, der Häuptling derselben, welcher bei Tannenberg die Reihen des Ordensheeres schmählich verlassen hatte, nebst einigen anderen Eidechsenrittern und der pflichtvergessene Georg von Wirsberg, Komthur von Rheden, stifteten zusammen eine Verschwörung an, deren Ziel es war, sich der Landes­burgen und des Haupthauses mit Hilfe lremder Söldner zu bemächtigen und den Meister durch Gift aus der Welt zu räumen. Der Unterstützung des Königs von Polen glaubten die Verschwörer sich gewiß. (F. f.)

Vermischtes.

Bremen, 18. Mai. Wie aus Newyork telegraphirt wird, ist der Dampfer des Nord­deutschen Llcyd,Fulda", am 16. d. Mts. bei Long-Jsland auf den Grund gerathen. Man be- absichtigt, die Ladung zu löschen, und hofft, bei hohem Wasser das Schiff wieder abzubringen.

Die Borsig'sche Maschinenfabrik in Berlin wird in einigen Wochen desimtiv geschlossen; die­selbe beschäftigte früher 3000 Arbeiter und hat lange Zeit hindurch die meisten Lokomotiven für die denischen Eisenbahnen geliefert.

Magdeburg, 18. Mai. Gestern Nacht 11 Uhr wurde das Erkenntniß in dem Sozialisten-

prozeffe, welcher schon seit Monaten hier schwebt, gefällt. 31 Angeklagte wurden wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz zu Strafen von neun Monaten bis zwei Wochen Gefängniß verurtheilt; die übrigen Angeklagten, darunter auch der frühere Reichstagsabgeordnete Heine, wurden freigesprochen.

Ztttau, 18. Mai. In der Umgebung Zittau's ging ein schwerer Wolkenbruch nieder. Es entstand in Folge dessen eine große Ueber« schwemmung, bet welcher mehrere Menschen er­trunken sind. Der Bahnverkehr stockt. Das Unheil ist ebenso groß wie dasjenige des Jahres 1880. Militär wurde berufen.

M i n d e n, 16. Mai. Am linken Weserufer beim Heisterholze wurden die zusammengebundenen Leichen eines jungen Mannes und einer jungen Dame angeschwemmt. Ohne Zweifel hat das Paar freiwillig den Tod gesucht. Nach den in den Taschenbüchern Vorgefundenen Notizen gehört es nach Hannover.

- Jserlohn, 15. Mai. Heute früh 6 Uhr erschoß sich der 67jährige Lottocollecteur Lampe auf dem Grabe seiner Frau.

Münster, 13. Mai. Eine peinliche Scene ereignete sich auf dem Maurttzkirchhofe. Die Leiche eines Bierbrauers sollte eben in die Gruft gesenkt werden, als die Tragbahre zerbrach. An dem Sarge löste sich beim Niederstürzen das unterste Lretl und die Leiche fiel heraus auf den Boden.

Plauen, 16. Mai. Ein so bedeutendes Hochwasser wie heute hatten wir in Plauen seit 1865 nicht mehr. Abends 7 Uhr war der Wasserstand erst 8 Centimeter gefallen. Die Verwüstungen, welche das Hochwasser angerichtet, sind nach dem L. Tgbl." beträchtlich, lassen sich aber erst nach dem Verlaufe des Wassers voll erkennen. Aus allen Theilen des Vogtlandes laufen Berichte ein über das schwere Auftreten von Gewittern am Sonntag Nachmittag und in der Nacht zum Montag, so aus Erlbach Markneukirchen, Adorf, Bad Elster, aus dem Oelsnitzer Bezirk, aus Elleseld.

Das neue Reichsgerichtsgebäude in Leipzig wird nun in Angriff genommen werden, da die Genehmigung des Planes Seitens des Reichs-Justizamtes eingetroffen ist. Die Vollen­dung des Baues wird nicht vor O1^ Jahren zu erwarten sein. Die Kosten werden 6 Millionen Mark betragen, wovon 850 000 Mark als erste Rate angewiesen sind.

Farbige Seibrnstoste v. Mk. 1.551 bis 13.55 p. Met. (ca. 2000 versch. Farb. u. Dess.)Atlasse, Faille, Franchise,Mo­nopol, Foulards, Grenadines, Surah, Satin merv., Damaste, Brocatelle, Steppdecken- und Fahnenstoffe, Ripse, Taffete etc. Vers, roben- und stückweise zollfrei in's Haus das Seideusabrik-D6pot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto.

Bayerisch Pfälzische Eisenbahn- Prioritäten von 1881 (Maximilians- bahn.) Die nächste Ziehung findet Ende Juni statt. Gegen den Coursverlust von ca. 4 pCt. bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 7 Pf. pro 100 Mark.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst Sonntag den 22. Mai.

Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub.

HU^NL^.

Es ist nicht jeder in der Lage, viel Geld auszugeben, sei man daher zur rechten Zeit vorsichtig. Alle, welche an dickem Blut und in Folge dessen an Hautausschlag, Blutandrang nach Kopf und Brust, Hämorrhoiden 2c. leiden, sollten nicht versäumen, durch eine Reinigungskur, welche nur wenige Pfennige pro Tag kostet, ihren Körper frisch und gesund zu erhalten. Man nehme das hierzu beste Mittel, Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen, erhältlich ä Schachtel Mk. 1 in den Apotheken und achte genau auf den Namenszug R. Brandt's.

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