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Die JnsertionSgebührm betragen für den Raum einer Epaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Psg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

erchl-kl Kleishiutt.

Mit wöchentlicher Kratis-ZLeitageIllustrirtes Anterhaltungsölatt".

Nr. 37.

Sonnabend den 26. März

1887.

Abonnement-Einladung.

Mit dem 1. April beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Krei^blatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage' Jllustrirtes UnterhaltungMlatt."

Wir bitten das Abonnement rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustellung eintritt.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das »Kreisblatt- mit der wöchentlichen Gra­tis-BeilageJllustrirtes Unterhaltungs­Blatt- beträgt 1 Mark 40 Pf.

Neu hinzutretende Abonnenten erhalten das Kreisblatt" vom Tage der Bestellung an bis 1. April c. gratis und franco zugesandt.

3W Inserate finden die weiteste Verbreitung und kostet die SirrscfpsltenL- Garmoud-Zei!r. oder deren Railw. 10 Pf.

IHe Expedition.

Amtliches.

Hersseld, den 24. März 1887.

Für den am 13. Januar 1872 geborenen Schlosser­lehrling Jakob Wille dahier ist um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Aus­wanderung nach Amerika nachgesucht worden.

3361. Der Königliche Landrath

____________Freiherr von Schletnitz._

Hersfeld, den 19. März 1887.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises gehen

Unbefugter Nachdruck verboten.

Schulmeisters Marie.

Erzählung von I. Jsenbeck.

(Fortsetzung.)

Mir trägt's der Vetter nicht nach, daß ich ihn a Bisiel derb zum Schweigen brächte," fuhr der Förster fort,das Mareili wird auch ohne ihn wieder gesund werden und dann kommt er an die Reih', daß er kurirt wird! Wenn ich nur ein Weibsbild wüßl', das mir das Madel fein pflegen könnt'! Die Creszens kann's nimmer, das heult und greint wieder den ganzen Tag."

Darauf war es, daß Edwin sich erbot, an seine Schwester zu schreiben; der Förster ging mit Freuden auf den Vorschlag ein. Als das Ende der Vacanzen den Gymnasiallehrer wieder in die Stadt rief, wußte er die Kranke in der besten Pflege. Der Schwester hatte er sein Herz ganz geöffnet und ihr nicht nur das Versprechen abge- nommen, daß sie ihm von Tag zu Tag briefliche Nachricht über Marie geben werde; auch die Zu- sicherung mußte sie ihm geben, daß sie Alles auf­bieten wolle, um das junge Mädchen zu überzeugen, wie Edwins Lebensglück ohne eine Verbindung mit der Geliebten undenkbar sei.

Anna Königs Berichte an ihren Bruder beton- ten es stets, daß er nach keiner Seite hin Befürch­tungen zu hegen brauche. Set Mariens Krankheit auch langwierig, andauernder als man anfangs geglaubt, so verlause sie doch normal; noch ge­wisser schien es nach diesen Berichten, daß Edwin

in den nächsten Tagen die Benachrichtigunaen über | die Gewerbesteuer-Veranlagung pro 1887/88 be­hufs Aushändigung derselben an die betreffenden Gewerbetreibenden zu. Bis spätestens z u m 1. A p r i l d. I. erwarte ich darüber Bericht, an welchem Tage die Aushändigung stattgefunden hat.

3160. Der Königliche Landrath ____ Freiherr vo n Schle i n i tz.

Hersseld, den 25. März 1887.

Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche noch mit Erledigung meiner Ver­fügung vom 10. d. Mts. Nr. 2868, im Kreisblatt Nr. 31, das Concurriren mehrerer Söhne aus einer Familie bei dem diesjährigen Ersatz-Geschäft betreffend, im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 2. k. Mts. bet Meidung von je 3 Mark Strafe erinnert.

2868. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schletnitz.

Zum Schutz der Reichs-Telegraphenanlagen sind im Strasgesetzbuche für das Deutsche Reich vom 15ien Mai 1871 nachstehende Bestimmungen er­lassen:

-JidilL-^&iLa^^

dienende Telegraphenanstalt vorsätzlich Handlungen

begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt ver­hindern oder stören, wird mit Geiängniß von Einem Monat bis zu drei Jahren bestraft.

§. 318. Wer gegen eine zu öffentlichen Zwecken dienende Telegraphenanstalt fahrlässiger Weise Handlungen begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt verhindern oder stören, wird mit Geiäng- nitz bis zu Einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu Neunhundert Mark bestraft.

Gleichwohl sind die Reichs-Telegraphenanlagen häufig vorsätzlichen oder fahrlässigen Beschädigungen, namentlich durch Zertrümmerung der Isolatoren mittelst Steinwürsen ic., ausgesetzt.

Derjenige, welcher vorsätzliche oder fahrlässige Beschädigungen der Reichs-Telegraphen-Anlagen so

mit der Genesung des jungen Mädchens auch auf Erfüllung seiner sehnlichsten Wünsche rechnen könne. Ungezählte Male nannte Marie in ihren Träumen, wie Anna schrieb, seinen Namen, auch in der Fieberhitze waren ihre Gedanken nur bei ihm. Als die Krisis der Krankheit vorüber war, be­grüßte sie ihre Pflegerin auf das herzlichste; daß die Schwester ihres Retters das von ihm begonnene Werk vollendet habe, schien sie nicht zu verwundern.

Anna König vermied mit echt weiblicher Diplo­matie jede persönliche Einwirkung auf Marie, aber sie machte sich den Förster und die alte Creszens zu Bundesgenossen. Den Beiden erzählte sie aus­führlich, wie ihr Bruder liebe und wiedergeliebt werde, welche Gründe Marie veranlaßt hatten, in eine Verbindung mit ihm nicht zu willigen, sogar vor ihm zu fliehen.

Der Förster hatte als Antwort uur ein über­legenes Lächeln.

Also wieder a paar Narren, die sich vor lauter Lieb auffressen möchten!" meinte er dann. Nun ja, angemerkt hab' ich's den Beiden gleich. A Blitzmädel ist aber die Tochter von mein Vaters Schwesterkind, daß sie nicht mit beiden Füßen hineingestapft ist in das Elend, sondern sein über­legt und kalkulirt, daß 's tzerzerl nicht mit dem Kopf durchgeht. Ja, ja, so an Verliebter ist an gar wunderlicher Heiliger, ihm steht der Sinn nur nach der einen süßen Speis, er vergißt, daß er auch noch für den Leib essen und trinken muß, wird krank vor lauter Sehnen und Grämen, und hernacher, wenn er's hat, dann vergeht ihm bald

zur Anzeige bringt, daß gegen dte Thäter mit Er­folg eingeschritten werden kann, erhält in jedem einzelnen Falle eine Belohnung bis zur Höhe von 15 Mark.

Cassel den 4. März 1887.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector: z u r L i n d e.

* Gin Kaiserfest.

Der Tag ist nun vorüber, an welchem Kaiser Wilhelm sein neunzigstes Lebensjahr vollendete, ein Tag, welcher sich zu einem ewig denkwürdigen Festtage nicht nur für das deutsche Volk, sondern, wie wir sagen dürfen, für die gesammte europä­ische Völkerfamilie gestaltete. Aus den unruhig bewegten Zeiten, in denen wir seit einer Reihe von Monaten leben, hob sich dieser Tag ab als ein Ereigniß, welches wir möchten sagen den Geistern eine andere Richtung gab und sie in neue Bahnen lenkte.

Verstummt waren die inneren Kämpfe, das deutsche Volk fühlte sich an diesem Tage einig wie in seinen Theilen und Parteien, so mit dem Kaiser, welchem als den Vater des Vaterlandes Mk Heizen in ^E .mv in o^n-^no^ m- Treue entgegenschlugen. Wie auf dem weiten Platze vor dem Palais des Kaisers die Menge den Tag über dicht gedrängt stand, den Augen- blick erlauernd, wo es ihr vergönnt war, den ge­liebten Monarchen zu sehen und ihm zuzujubeln, so waren in ganz Deutschland und überall, wo es Deutsche giebt, die Blicke auf den erhabenen Träger der deutschen Kaiserkrone gerichtet, im Geiste nicht nur dem Schöpfer und Beschützer des Reichs und des Kaiserthums huldigend, sondern sich beugend vor der Lebenskraft, welche Kaiser Wilhelm der Krone durch sein Wirken und Leben gegeben, besiegt und überzeugt von dem Segen, welcher selbst in unserer Zeit der Erfindungen und Fortschritte des hochstrebenden Menschen-

genug der Appetit! Aber ich will nicht reden darüber, es wird doch nichts nutzen, und wenn die Mamsell glaubt, daß der Herr Bruder und das Mareili zusammen müssen, dann will ich auch das Meine dazu thun!"

Anders die alte Creszens. Als Anna ihr be­greiflich gemacht hatte, wie Marie aus Rücksicht für den Vater und |für den Geliebten gegen den Zug ihres Herzens kämpfe, hob sie die zitternden Hände über den Kopf zusammen.

O, du grundgütiger Hergott, o, ihr lieben Heiligen alle, ist das a blutiges Leid I" jammerte sie.So ein seiner, saubrer Mann, wie der Herr König, und den will das Mareili nicht nehmen und liebt ihn doch? Da find sich ein Anderer aus, die alte Creszens kanns nimmer. Aber heut noch, auf der Stell, red' ich der Dirn ins Ge­wissen und gelob ein groß Wachskerzen, daß mir mein Führnehmen gelingen mög'!*

Nur mit Mühe konnte Anna König die Alte überzeugen, daß es besser sei, erst Mariens völlige Genesung abzuwarten. Dann ging Creszens aber auch bereitwillig auf Anna's Vorschlag ein, sich bis dahin mehr mit dem alten Schulmeister zu be­schäftigen, seine Freundschaft und sein Vertrauen sich zu erwerben.

Ich weiß halt nicht, was das nutzen soll, wenn wir zwei gut Freund werden. Dadurch kann ich doch den Sinn der Dirn nimmer ändern!" sagte die Alte zwar.Aber geschehen soll's doch, schon Ihnen und dem Schulmeister zu lieb, der ja Keinen hat, mit dem er mal a Mörtel plauschen kann!"