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Nr. 36. - Donnerstag den 24. März 1887.
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Die Expedition.
Amtliches.
Hersfeld, den 25. Februar 1887.
Zur Vornahme des diesjährigen Ersatz-Geschäftes für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden:
Montag den 18. April d. I.
von Morgens präcis i^S Uhr a b Musterung der Militairpflichtigen aus der Stadt Hersfeld und den Landgemeinden Allmershausen
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Unbefugter Nachdruck verboten.
Schulmeisters Marie.
Erzählung von I. Jsenbeck.
(Fortsetzung.)
Edwin König, der so unerwartet, in solcher Um- gebung, unter solchen Umständen, die verlorene Geliebte wiedergefunden, glaubte zu fühlen, wie ihm auch die Sinne schwanden. Mit einer gewissen Wollust malte er sich den Gedanken aus, jetzt, mit dem theuren Wesen an seinem Herzen, sterben, allem Kampf, allem Streit des Lebens entgehen zu können. Der Abgrund dicht vor ihm, auch in dem Dunkel der Nacht durch die tieferen Schatten deutlich erkennbar, schien ihn zu locken, ihn aufzufordern, stch mit der Geliebten dem bodenlosen Grabe anzuvertrauen, um dort in ewiger seliger Umarmung zu ruhen.
Die Gewalt des Sturmes hatte sich ausgetobt, leiser verhallten die letzten grollenden Donner in der Ferne. Durch den zerrissenen Wolkenvorhang strahlte der Mond und übergoß mit mildem, bläu- lichem Licht die starren Felsen, als wenn er sie zu phantastischem, märchenhaftem Leben erwecken wollte.
Auch Edwin erwachte aus seinen Träumen. Er schüttelte den Bann, der auf ihm lag, ab und zwang sich zu überlegen, an das Nächstliegende zu denken. Marie lag, noch immer bewußtlos, in seinen Armen, über ihre Stirn zog sich eine klaffende Wunde, aus der das Blut langsam her- porsickerte. Edwin riß das Tuch von seinem
mit Hählgans, Aua, Biedebach, Bingartes, Eich- Hof, Eitra, Friedlos, Gittersdorf, Heenes, Hil- Perhausen, Kalkobes, Kathus, Kohlhausen, Meck- bach, Mecklar und Meisebach.
Dienstag den 19. April d. J.
von Morgens präcis 1/28 Uhr a b Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Obergeis, Oberhaun, Oberrode, Petersberg^Rcilos, Rohrbach, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Sorga, Tann, Untergeis, Unterhaun, Wippershain, Wilhelmshof, Niederaula, Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Frielin- gen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf und Holzheim.
Mittwoch den 20. April d. I.
von Morgens präcis V^ Uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Niederjoffa, Recke- rode, Reimboldshausen, Rotterterode, Solms, Stärklos, Willingshain, Friedewald, Bengendorf, Gethsemane, 'Harnrobe, Heimboldshausen, Herfa, Heringen und Kleinensee.
Donnerstag den 21. April d. I.
von Morgens präcis V18 uhr ab Musterung der Militairpflichtigen aus den Landgemeinden Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Widdershausen, Wölsershausen und sämmtlichen Gemeinden 2c. des Amtsgerichtsbezirks Schenk- lengsfeld.
Freitag den 22. April d. I.
von Morgens präcis 8 Uhr ab Loosung und Classifikation derjenigen Mannschaften der Reserve, Landwehrund Ersatz- Reserve I. Classe, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familien-Verhältnisse eine Zurückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen.
Das Ersatz-Geschäft wird, wie bisher,
Halse, wischte behutsam die rothen Tropfen ab und bemühte sich einen Verband anzulegen, so gut es seine zitternden Hände vermochten. In einer Höhlung des Gemäuers, auf dem das Kreuz gestanden, entdeckte er Wasser, wenige Tropfen von den Fluthen, die im Regen hernieder gerauscht waren. Er besprengte Mariens Gesicht mit dem kühlen Naß und als er dann ihren Mund zu küssen wagte, da hob sich auch ihre Brust in einem frischen Athemzuge, sie erwachte aus der langen Ohnmacht.
Keiner von Beiden fragte; es schien Jedem wie selbstverständlich, daß ein gütiges Geschick sie in der Stunde der Noth und Gefahr wieder zusam- mengeführt. Marie, zu schwach noch um zu sprechen, mahnte endlich an den Aasbruch und gab mehr durch Zeichen als durch Worte, Auskunft über den Weg nach dem Hause ihres Ohm's, des Försters.
Die Geliebte halb tragend, halb stützend, stieg Edwin nun mit ihr den^steilen Pfad hinab, auf dem ihnen der zitternde Schein einer Laterne ent- gegenkam. Schweifwedelnd und vor Freude heulend schmiegten sich dann ein paar Hunde an Marien an und der Förster sah, seine Laterne hochhaltend, verwundert auf die Gruppe. Wenige Worte von Edwin genügten, um den Hergang, wie er, fremd in diesen Bergen, sich verirrt und Marien verwundet gefunden habe, aufzuklären.
Wie an jenem Abend vor der Hausthür die Pfeife, so entfiel jetzt die Laterne den zitternden Händen des Försters.
im hiesigen städtischen Rathhanse vorgenommen.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises — selbstverständlich auch die Herren Gutsvorsteher — werden angewiesen :
1) die militairpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden 2c. und zwar:
a. die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich den 31. Dezember 1867 gefrorenen, soweit sie nicht bereits in das Militär eingestellt sind oder einen Ausstand erhalten haben,
b. die in den Jahren 1866, 1865, 1864 ober früher geborenen, welche in den Ersatz- Geschäften des vorigen Jahres zurückgestellt, überzählig geblieben oder gar nicht erschienen sind und demnach über ihr Militairverhältniß noch keine feste Bestimmung erhalten haben, zu den vorbezeichneten Musterungsterminen vorzuladen,
2) dafür zu sorgen, daß diejenigen Personen. zu deren Gunsten eine Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militairdienst beansprucht wird, sich im Musterungstermine ebenfalls einfinden,
3) in den Terminen sich persönlich einzu- finden, oder im Falle einer Verhinderung dafür zu sorgen, daß der Vicebürgermeister anwesend ist,
4) für die rechtzeitige Gestellung der Militair- Pflichtigen 2c. zum Ersatz-Geschäft Sorge zu tragen und denselben ausdrücklich zu eröffnen, daß sie mit sauberem Körper und reiner Wäsche zu erscheinen haben.
MilitairPflichtige, welche ohnege- nügenden Entschuldigungsgrund im Musterungstermine nicht erscheinen oder bei Ausrufung ihrer Namen im
„Das Kreuz!" schrie er auf. „Längst Hätt's schon fort müssen, aber ich konnt' mich nicht von ihm trennen, weil — 0, Mareili, wenn Du ein Schaden davon hast, so bin ich Schuld dran! Aber wie kannst auch am Abend, wo's Kind in der Wiegen merkt, daß a Unwetter aufzieht, allein herlaufen? Hätt' die Creszens nicht darauf geschworen, Du seist beim alten Kreuz, nimmer hätt' ich's geglaubt 1*
Jetzt erst schien der Förster die Binde um des jungen Mädchens Stirn zu bemerken.
„Um Gottes und aller Heiligen willen, Du blutest ja, Madli!" fuhr er im Ton höchsten Erschreckens fort. „Ich faß mit an, Herr, wir tragen sie beid' in's Haus 'nein, weit ist's nimmer. Und dann lauf ich in's Dorf und hol' den Chirurgus — die Creszens hat wohl a gut Wundersalben, aber die ist nur für mein harte Haut, nimmer für solch Gestcht, das wie Mtllich und Blut ausschaut!"
Edwin König und der Förster überlegten noch, wie sie das junge Mädchen am schonendsten und sichersten weiter tragen könnten, als sie eine schrille, kreischende Stimme rufen hörten:
„Marie I — Marie, wo bist Du?'
Der Förster konnte einen halblauten Fluch nicht unterdrücken.
„Nun kommt der Vetter Schulmeister doch!" murmelte er dann. „Er ist der Creszens ent- wischt, die aus'n Acht haben sollte, bis ich zurück war 1*
Marie war erschrocken zusammengefahren, ihre Blicke hingen ängstlich an Edwin, dessen Hand sie