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Nr. 34
Sonnabend den 19. März
1887.
AmMchrs.
Hersfeld, den 17. März 1887.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 15. April 1886 Nr. 4578 im Kreisblatt Nr. 46, die Frühjahrs-Körung der Zuchtbullen betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 28. b. Mts. bei Meidung von je 3 M. Strafe erinnert.
3125. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 14. März 1887.
Die unter 'den Schafen zu Hatterode ausgebrochene Räudekrankheit ist laut Benachrichtigung des Königlichen Landrathsamtes zu Ziegenhain erloschen.
2944. Der Königliche Landrath __.__________Freiherr von Sch letni tz.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahrs-Control-Versamm- lungen für die Mannschaften des Beurlaubtenstandes im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:
1. Zu Hersfeld
Freitag den 1. April d. I. Lormittags 8 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
2. Zu Unterhaun
Freitag den 1. April d. J. Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitra, Hilperhausen, Holzheim, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.
3. Zu Hersfeld
Sonnabend den 2. April d. J. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus,
Unbefugter Nachdruck verboten.
Schulmeisters Marie.
Erzählung von I. Jsenbeck.
(Fortsetzung.)
Der Förster glaubte Marie schon lange schlafend. Er selbst saß noch auf der Bank und sah auf die aus den Thälern aussteigenden, wallenden und sich zusammenballenden Nebel als wenn er nur Interesse für die Wetterzeichen hätte. Und doch waren es ganz andere Gedanken, die ihn bewegten. Er schüttelte oft den Kopf, sog an der kalt gewordenen Pfeife und sprach halblaut vor sich hin. Mitternacht war vorüber, als er auch endlich in das Haus ging.
„Ich glaub' halt, ihr frißt doch so was am Herzen wie unglückliche Lieb'", murmelte er. „Wenn sie die mitgebracht hat, dann nutzt alles nichts — sie bleibt krank ihr Leb' lang! Was sind die Menschen doch für Narren!" —
Marie befolgte den Rath des Ohms nur theil- weise; sie schlief, zum ersten Male seit Wochen, ruhig und fest, aber sie träumte von ihrer Liebe. Die Sonne schien schon in die tiefsten Thäler, als sie erwachte und die Creszens in der Küche rumoren hörte.
Die Traumbilder verflogen, öde und trist lag des Lebens Wirklichkeit wieder vor Marien. Aber sie wankte nicht in ihrem Entschluß; sie wollte vergessen, nur noch der übernommenen Pflichten denken und dem Ohm nie zeigen, daß ste wisse, was Liebe sei. Mit ernstem aber doch ruhigem
Gutsbezirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Reilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhof, Heenes, Rohrbach, Tann und Hermannshof. Controlplatz: „Turnplatz am Hain."
4. Zu Obergeis
Montag den 4. April d. J. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden All- mershausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Goßmannsrode, Obergeis, Reckerode, Rotterterode und Untergeis.
5. Zu Niederaula
Dienstag den 5. April d. J. Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allen- dorf, Asbach, Beiershausen, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Hattenbach,.tzedüersdorf, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengs- Hausen, Niederaula, Niederjosfa, Reimboldshausen, Solms, Stärklos, Willingshain und Gutsbezirk Engelbach mit dem Hof Sternberg.
6. Zu Oberlengsfeld
Mittwoch den 6. April d. I. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Courode, Dünkelrode, Hillartshausen, Mal- koines, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Schenklengsfeld, Scheuksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.
7. Zu Heimboldshausen
Mittwoch den 6. April d. I. Nachmittags 2 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Ben- gendorf, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshofmit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfers- hausen und Unterneurode
Zur strengen Nachachtung für die betheiligten
und gefaßtem Ausdruck ihres Gesichts suchte sie die alte Creszens auf und bot ihr Hülfe bei den häuslichen Arbeiten an.
Die Creszens war ein kleines, verhutzeltes Weiblein. Marie glaubte, eine Fleisch gewordene Märchengestalt vor sich zu sehen, als die Alte sie mit ihren glanzlosen, triefenden Augen anblickte und nur durch ein Kopfnicken zeigte, daß ihr eine Unterstützung von fleißigen jungen Händen lieb und erwünscht sei.
Marie fragte nach dem Förster, nach ihrem Vater. Auch darauf gab Creszens nur durch Ge- berden Antwort, sie deutete durch das Fenster auf den in den Wald führenden Weg, dann auf die Stubenthür. Marie öffnete die letztere und sah ihren Vater eifrig beschäftigt, seine Papiere in den Fächern eines Schlankes zu ordnen. Fast fürchtete sie, daß der Alten noch mehr die Sprache als das Augenlicht fehle, denn diese zog sie nun, ohne ein Wort zu äußern, am Arme durch die offen stehende Hausthür bis an die Steinbank. Hier, im hellen, blendenden Sonnenlicht, beschattete die Creszens die blöden Augen mit beiden Händen und sah so Marie prüfend und forschend an. Erst langsam, dann immer schneller und lebhafter, so daß sich die Worte in dem zahnlosen Munde überstürzten, sagte sie:
„Ja — Du bist der Marie ihr Kind — ihr wie aus den Augen geschnitten — nur Dein Haar ist ein Sticherl dunkler. Grad so wie Du hat Dein Mütterli ausgeschaut, nur sanster, nicht so trutzig und hart. Ich konnt' Dich gestern am
Mannschaften fügt das Bezirks - Commande folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frühjahrs-Control-Versammlungen haben sich sämmtliche gediente Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche zu der Land» wehr, der Reserve und zu den DispositionsUrlaubern gehören, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden Entlassenen einzufinden. Nur diejenigen Wehrleute, die in der Periode vom 1. April bis 30. September 1875 eingetreten und in Folge dessen in diesem Herbst zum Landsturm übergeführt werden, sind von der Frühjahrs-Control-Versammlung entbunden.
2. Wie den Mannschaften schon früher mitgetheilt ist, werden Ordres nicht ausgegeben, sondern es findet die Beorderung lediglich durch diese Bekanntmachung und durch Ausrufen in den verschiedenen Ortschaften statt. Die Betheiligten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Art der Beorderung die Fehlenden "eSenfo strafbar sind, als wenn sie, wie früher, persönliche Ordres erhalten hätten.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen rc. werden zu den Ortschaften gerechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.
4. Die Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen.
5. Etwaige Dispensations-Gesuche sind rechtzeitig an den betreffenden Bezirks-Feldwebel zu richten und können nur durch das Bezirks» Commando genehmigt werden.
Ist bis zum Tage der Control-Versammlung die Entscheidung auf ein Gesuch noch nicht erfolgt, so muß der Betreffende unfehlbar bei derselben erscheinen.
6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige
Abend und drin in der dunklen Küche nit so genau erkennen, aber ich hab's doch wohl gemerkt, wer Du bist, schon an dem Förster, der vor Tag und Thau fortlief wie a Wilder. - Ihm drückt's wohl schier das Herz ab, weil Du ihn so an die Zeit erinnern thust, da er auch jung war. Weißt's denn nicht, daß er Dein' Mutter lieb gehabt hat, viel lieb? Sie hat ihn aber nicht gemocht als Schatz und Eheherrn, nur als an Bruder hat ste ’n wieder lieb haben wollen und hat Deinen Vater genommen.. Der Förster hat sich dazumal den Schein gegeben, als sei's ihm ganz recht so. Nu ja, geheult und geschrien hat er nicht, hat auch Dein'n Vater nicht kalt machen gewollt, gelacht hat er sogar über Alle, so vor lauter Lieb' elend werden, wie er's auch heut' noch thut. Aber im Innern, da hat's ihn doch gezwickt und gezwackt und vergessen hat er's nicht bis aus diesen Tag!" Die Alte brächte ihren Mund dicht an Mariens Ohr und fuhr flüsternd fort: „Glaub'S nur, ich war auch mal eine schmucke Dirn', wenn man's mir jetzt auch nimmer ansteht. Ich hatte auch einen Liebsten — aber er nahm sich eine Reiche, mit der ich doch nicht tauschen thät, denn geliebt hat er die nicht, nur mich, die CreszenS. 's Herz in der Brust wird mir wieder jung und thut mir Hüpfen vor Seligkeit, wenn ich nur daran denk'! Der Förster sagt, ich hätt' mir die Augen ausgeweint vor lauter Lieb'! Nu, mag er Recht haben. Eben d'rum halten wir auch so gut zusammen aus, der Förster und ich, denn eine And're dürst's nimmer wissen, daß er noch jeden Tag hin»