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HersMtl Kreisbliltt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-ZLeitageMustrirtes Nnterhattungsölatt".

Nr. 21. Donnerstag den 17. Februar 1887.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Die Zugehörigkeit nachbenannter Ortschaften zu den Control-Versammlungs-Plätzen wird in folgender Weise abgeändert. Es haben sich von jetzt an zu gestellen:

In Hersfeld statt in Unterhaun:

Die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Sorga, Oberrode, Petersberg, Wilhelmshof und Bingartes.

In H e r s f e l d statt in Obergeis:

Die Mannschaften aus den Gemeinden Heenes, Rohrbach und Tann.

In Niederaula statt in Unterhaun:

Die Mannschaften aus den Gemeinden Kruspis und Stärklos.

Hersfeld, den 13. Februar 1887.

Königliches Landwehr-Bezirks-Commando.

* * * .

Die Herren Ortsvorstände der betreffenden Gemeinden rc. werden hierdurch angewiesen, die vorgenommene Veränderung in dieser Beziehung den Betheiligten innerhalb ihres Gemeindebezirkes mitzutheilen.

Hersfeld, den 14. Februar 1887.

1589. Der Königliche Landrath

Freiherr von Sch leinitz.

Hersfeld, den 15. Februar 1887.

Veranlaßt durch einen Specialfall mache ich die Herren Bürgermeister des Kreises darauf aufmerksam, daß in Brandschadenssachenabge­sehen von dem Genehmigungsfall des § 51 des Reglements der Hess. Brandversicherungs-Anstalt vom 19. März 1880 (Amtsblatt, Seite 113) dem Erlaß einer Anweisung auf Auszahlung von Theil- oder Restbeträgen der Entschädigungs­gelder der Nachweis vorausgehen muß, daß die

(Nachdruck verboten.)

Mauerröschen.

Erzählung von E. Schlegel.

(Fortsetzung.)

Veit war aufgesprungen, er riß das Fenster auf, als müsse er in der Luft des engen Raumes er­sticken.

Macht's mit der Rose ab morgen bin ich hier früh merkt's Euch!"

Als am Horizont das Abendroth erglühte, schlich Rose ins Zimmer. Hanna überlegte, ob sie mit Heftigkeit oder Ruhe auf sie einwirken sollte und entschied, es vorerst einmal mit ruhigem Zuspruch zu versuchen.

Guten Abend, Mutter!" sagte Rose leis.

«Guten Abend, meine Tochter!' erwiderte Hanna.

Rose hob verwundert den Kopf in die Höhe, das klang ja sonderbar.

Wie blaß Du heut wieder aussiehst, bist Du krank?" fragte Hanna.

«Nein, Mutter!" antwortete Rose, ihre noch immer verwunderten Blicke nicht vom Gesicht Hannas wendend, «ich habe nur heut heut einen heillosen Schrecken gehabt."

«Einen Schrecken? Du hast doch nicht etwa bet der Frau Jnspectoren etwas zerschlagen oder so dergleichen? das fehlte uns noch gerade . . ." ihre Mienen verfielen dabei schon wieder in die alten, bösen Falten.

,Pein, Mutter, das nicht, aber.. /

Brandentschädigung gemäß der Bestimmung im I § 45 des vorerwähnten Reglements zur Herstel-1 lung der zerstörten Gebäude auf der Brand­stätte verwendet worden ist, was die Herren Bürgermeister bei Ertheilung der bezüglichen Be­scheinigungen zu beachten haben.

1663. Der Königliche Landrath

Freiherr v o n S ch l e i n i £._

Hersfeld, den 16. Februar 1887.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben alsbald auf ortsübliche Weise öffentlich bekannt machen zu lassen und namentlich zur Kenntniß der betreffenden Stutenbesitzer zu bringen, daß die Königlichen Beschäler

auf Station Hersfeld den 2 5.

Februar d. I. und

auf Station Philippsthal den

2 6. F e b r u a r d. I. eintreffen werden.

1674. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

~ Hersfeld, den 16. Februar 1887.

Diejenigen Herren Bürgermeister des hiesigen Kreises, welche mit der Erledigung meiner Ver­fügung vom 10. Januar er. Nr. 302 im Kreis- blatt Nr. 6, die mit ihren Eltern ungeimpft in die Gemeinden überzogenen Kinder betreffend, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 22. d. Mts. b e i M e i d u n g von je 3 Mk. Strafe erinnert.

Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

# Die bevorstehende Entscheidung.

Die Franzosen warten in athemloser Spannung auf den Ausfall der am nächsten Btontag statt- findenden deutschen Wahlen. Ihre Zeitungen, die ! sechszehn Jahre lang und besonders in letzter Zeit

«Na?"

Ein tiefer beklommener Athemzug, dann sagte sie furchtsam: «Ich glaube, der der Veit war heut hier in der Nähe ich sah aus dem oberen Fenster und da"

«Und darüber erschrickst Du, einfältiges Ding? ich will's Dir nur gerad heraus sagen: Ja, der Veit war hier, hier bei mir!"

In Roses Gesicht wich der Schmerz, nur bange Erwartung des Kommenden spannte ihre Züge.

Was will er denn?' stieß sie angstvoll hervor.

Röse, sei einmal vernünftig!" begann Hanna so sanft, als es ihre harte Stimme eben zuließ, aber gerad diese Verstellung entsetzte Rose am sichtlichsten; dahinter lauerte sicher das Schlimmste.

Mutter, o Mutter, was will der böse, schlechte Mensch von uns?" rief sie erregt.

Schon jetzt kostete es Hanna große Mühe, ihren Zornausbruch zu unterdrücken, aber noch gelang es ihr.

Der Veit ist weder schlecht noch böse, Du mußt so alberne Kindereinbildungen endlich abthun, sonst giebt es wieder Lärm darum!" Rose begann zu zittern, während Hanna ergänzte:Morgen kommt Veit wieder her."

Morgen wieder?" fuhr Rose auf,da komme ich lieber den ganzen Tag nicht heim!"

Im Gegentheil, Du gehst morgen vor Mittag nicht aus!"

Roses Lippen bebten.Ich gehe, Mutter!"

Jetzt brach Hannas Zorn ungehemmt los.Und

Du bleibst!" rief sie wild, »Du bleibst, sage ich

wrtwährend zum Kriege gegen Deutschland ge« letzt haben, Verhalten sich gegenwärtig ganz still: ie wollen denjenigen Deutschen, welche die Ge- ahren sehen und eine die Erhaltung des Friedens verbürgende Verstärkung der Wehrkraft fordern, nicht in die Hände arbeiten, dagegen diejenigen unterstützen, welche die Militärvorlage zu Fall gebracht haben.

Nichts kann besser als dies die hohe Bedeutung der Militärvorlage wie der gegenwärtigen Wahlen beweisen. Und trotzdem giebt es noch Deutsche, ja ganze Parteien, welche den Wald vor Bäumen nicht sehen, das Volk in Sicherheit zu wiegen und seine Aufmerksamkeit auf allerhand fernliegende Dinge abzulenken suchen und sich in hochtönenden Phrasen des Lobes und der Anerkennung über das gegenwärtige ruhige Verhalten der französischen Presse ergehen, während sie von Gift und Galle sind gegen Alle, die aus Liebe zu ihrem Vater­lande und zum Frieden für die volle Verstärkung der Wehrkraft, wie sie vom Kaiser und allen mili­tärischen Sachverständigen gefordert wird, eintreten..

Deutschland ist Dank der Heldenthaten seines Kaisers, seiner Fürsten und seiner Armee in sei­nen Stämmen geeinigt. Verschwunden ist die Zerrissenheit, welche Deutschland schwach und zur Beute des Auslandes machte, welche vor zwei Jahrhunderten gutes deutsches Land den Fran­zosen in die Hände spielte. Leider aber ist an die Stelle der früheren Uneinigkeit der deutschen Stämme und Fürsten der Hader und Streit der Parteien getreten. Die Gefahr ist eine große, daß Deutschlands Macht hierdurch wieder gelähmt wird und daß unser Nachbar im Westen darin einen Antrieb findet, den lange geplanten Versuch einer Wiedereroberung der Reichslande zu unter­nehmen, welche deutsche Einigkeit dem neuen Reiche gewonnen hatte.

Welcher einsichtige Deutsche kann die Gefahr verkennen? wer wollte behaupten, daß Frankreich

Dir! Der reiche Veit will Dich zur Frau und kommt morgen zum Verspruch so! damit Du's endlich weißt!"

Schreckensbleich stützte Rose ihren Körper gegen die Wand, ihre Glieder hingen schlaff herab, die Augen wurden groß und starr. Hanna lief nach Wasser und besprengte sie. Angesichts dieser menschlichen Regung sank Rose ihr zu Füßen.

Was hast Du ihm daraus gesagt o Mutter . . ." flüsterte sie kaum hörbar.

Er solle nur kommen Du würdest seine Braut!"

«Mutter! Mutter! sei barmherzig!" stöhnte Rose.

Unwirsch wendete sich Hanna ab und befahl Rose, sich zu erheben. Mit tiefgefurchter Stirn verfolgte sie deren Bewegungen von der Seite.

«Es wird eine Sünde, Mutter, unser Verspruch ich hasse den Veit . .."

Ungestüm trat Hanna wieder auf sie zu.Du wirst gehorchen, sonst verstoße ich Dich, Du un­dankbare Creatur. Anstatt Deiner geplagten Mutter die Sorgen ihrer alten Tage zu kürzen durch eine solche Heirath, lehnst Du Dich störrisch dagegen auf, Du könntest es wohl gar ruhig mit ansehen, wenn ich vor Hunger und Entbehrung ganz zu Grunde ginge Du Du"

Mutter!" schrie Rose entsetzt auf und preßte aus innerer Qual die Hände schluchzend vor's Gesicht.

Nimm Dich zusammen, hier hilft kein Äugest-