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Herchldkl Kreisdllltt.

Wit wöchentlicher Kraiis-AeitageIssustrirLes NnterfiattungsötatL"__________

Nr. 13. Sonnabend den 29. Januar 1887.

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Hersfelder Kreisdlatt mit der wöchentlichen Gratis - Beilage Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate Februar u. März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher

Kaiser, Röntg von Preußen rc. verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Lundesraths, was folgt:

Die Ausfuhr von Pferden ist über sämmtliche Grenzen gegen das Ausland bis auf weiteres verboten.

§ 2.

Der Reichskanzler ist ermächtigt, Ausnahmen von diesem Verbote zu gestatten und etwa ersorder- liche Controlmaßregeln zu treffen.

§ 3.

K Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.

Urkundlich unter Unserer Höchstetgenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel.

Gegeben Berlin, den 25, Januar 1887.

(L. s.) Wilhelm.

Fürst von Bismarck.

In Folge der Einführung der neuen Verwaltungs- Organisation in der Provinz Hessen-Nassau treten an die Stelle der in der Anlage D. sub 3 A. des Reglements zur Ausführung des Wahlgesetzes für

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Der Hannhofseröe.

Erzählung von A. von der Elbe.

(Fortsetzung.)

So, so, dachte der Braunschweiger, jetzt hast Du Deinen Theil, verliebter Jost, für Dein all zu kluges Feilschen. Den Tort wollte ich Dir doch anthun. Deine hübsche Dicke geht, erlustirt mich auf der Reise, wird sein säuberlich in Braunschweig vor ihrer Thür abgesetzt und ist damit ihn sowohl wie mich los. Der schlaue Mann hätte fast laut heraus gelacht vor Vergnügen, als er sah, wie sein seines Plänchen gelang.

Die soll mich nicht fangen, überlegte er weiter, das Närrlein ist doch nicht pfiffig genug, um mir gefährlich zu werden,' ein Spielzeug zur Kurzweil auf der Reise, weiter nichts; aber dem Kaufmanne hatte sie's angethan, es wird ihn schmerzen, so er seine Puppe verliert und das soll's!

Sehr zufrieden mit sich schlenderte der Braun- schweiger seiner Herberge zu.

Frau Märte war in großer Aufregung zurück geblieben; sie fuhr im Gemache umher und wollte einpacken, setzte sich dazwischen wieder hin, schaute stch in dem zierlich geschmückten Raum um den Herr Jost täglich schöner für sie heraus geputzt und glühte dunkelrolh im Gesichte vor Unruhe und Zweifel. Es war doch etwas recht Gutes, was sie hier im Stiche ließ. Und sie hatte auch ver- sprachen, wenn Gesa aus dem Hause ging, da zu bleibest. Aber die schlimme Dtrue that's nicht,

den Reichstag Bundesgesetzblatt von 1870, S. 306 bezeichneten Behörden folgende:

a. auf dem Lande: der Landrath,

b. in den Städten: der Bürgermeister.

Es wird dies hierdurch mit dem Bemerken ver­öffentlicht, daß die neue Kreis-Eintheilung der Provinz Hessen-Nassau die Wahlkreise für den Reichstag unberührt gelassen hat.

Cassel den 15. Januar 1887.

Der Negierungs-Präsident.

___I. A.: K o ch e n d ö r f f e r.___________

Nach Beschluß des Bundesraths findet, wie in den letzten Jahren, in der 2ten Hälfte des Monats Februar 1887 eine Ermittelung des Erndteertrags für 1886 statt, welche den Zweck verfolgt, durch directe Umfrage möglichst zuverlässige Angaben über die 1886 wirklich geerndtete Menge an Boden­produkten zu gewinnen. Die bei den gleichen Auf­nahmen in den jüngst verflossenen Jahren ausge­sprochene Hoffnung, daß sachkundige Männer, namentlich Mitglieder der landwirlhschasllichen Vereine sich bereit finden würden, durch ihre Er­fahrungen und Ortskenntnisse die angeordneten Ermittelungen nach Kräften zu fördern und aus einen möglichst hohen Grad der Zuverlässigkeit zu erheben, ist erfreulicherweise nicht getäuscht worden und berechtigt mich zu der Erwartung, daß auch bei den Ermittelungen der diesjährigen Erndte- Ergebnisse sowohl Mitglieder der gedachten Ver­eine, als sonstige sachkundige und erfahrene Männer wie Landwirthe und ansässige Ortseinwohner ihre thatkräftige Mitwirkung in den bezüglichen Schätzungs-Commissionen nicht versagen werden.

Eassel den 7. Januar 1887.

Der Negierungs-Präsident. I. A.: Althaus.

Am 26, März d. I. tritt Hierorts die Com­mission zur Abhaltung der durch das Gesetz vom I8ten Juni 1884 angeordneten Prüfung über die Befähigung zum Betriebe des Husbeschiaggewerdes zusammen.

das stand fest! Nun band Märte ein neues Ge- löbniß ja Herr Nicolaus Rodts war der Rechte für sie; ihr Haus in Braunschweig sollte auch schön gemacht werden, wie es stch für eine Frau Syndikus ziemte. Sie schmunzelte vergnügt bei dem Gedanken und wurde wieder fest in ihrem letzten Entschluß.

Da trat der Hausherr bei ihr ein.

Ist gut, daß Euer Gast davon gegangen, Viel­liebe," sagte er und sah sich mit plötzlichem Er­schrecken im Zimmer um.Was ist das Eure Sachen aus dem Laden gerissen wollte Euch meine Noth klagen wegen Gesa wollte mir Trost holen und nun ?*

Ja, wegen der Gesa gut, daß Ihr gleich darauf kommt, Rathmann. Ihr glaubt doch nicht, daß die den langen Heinrich noch mit? Erinnert Euch, daß ich Euch immer gesagt habe, bleibt die hastige Jungfer Tochter im Hause, dann gehe ich! Nun habe ich da eben einen wahren Todesschrecken von dem Gebahren des wilden Geschöpfes wegge­kriegt. Es mögen einen doch alle lieben Heiligen bewahren, mit der unter einem Dache zu leben! Ja guckt mich nur verwundert an, es ist doch so, ich gehe; die Angst vor dem schlimmen Mägdelein treibt mich von hinnen!*

»Ihr geht gellt Ijeim? O allerliebste Märte, thut mir das nicht zu leide!*

Soll ich eine feine und sichere Reisegesellschaft fahren lassen, die sich höflich mir barbietet?* sagte die Wittfrau etwas verlegen.

»Ihr wollet wirklich mit dem Syndikus gehend*

Diejenigen, welche sich dieser Prüfung unterziehen wollen, haben ihre Meldung bis zum 26. Februar d. J. unter Beifügung des Geburtsscheines und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der 10 Mark betragenden Prüfungsgebühren an den Unterzeich­neten (Spohrweg 11. I. r.) zu richten.

Cassel den 14. Januar 1887.

Der Röntgt. Departementsthierarzt.

_____.______tzolzendorff._____

Hersfeld, den 26. Januar 1887.

Für die am 23. August 1869 zu Niederaula geborene Anna Dorothea Ludwig ist um Er- theilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

936. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleint^__

Gefunden: mehrere Goldrahmen. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Untergeis.

Bekanntmachung.

Die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter des hiesigen Kassenbezirks werden ersucht, in orts­üblicher Weise bekannt machen zu lassen, daß die Brandsteuer für das Jahr 1887, welche von j e 100 Mark Umlagekapital - 15 Pfge. beträgt, gleichzeitig mit der Staatssteuer pro IV. Quartal 1886/87 in den Localerhebeterminen erhoben wird.

Hersfeld, den 27. Januar 1887.

__Königliche Steuerkasse. Hecker._______

Bekanntmachung.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Steuer­kasse-Bezirks werden ersucht in Ihren respectiven Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß die Brandsteuer für das Jahr 1887, welche von je 100 Mk. Umlagekapital 15 Pfg. beträgt, gleich- zeitig mit den directen Steuern pro IV. Quartal ' 1^86/87 erhoben wird und daß die Pflichtigen

Ja, ich habe es ihm, nach Gesina's Hallo, auf seine wohlgesetzte Bitte zugesagt."

Mit dem Rodis, dem Rodis! O Märtle, thut das nicht!*

Weil Ihr Euch mit ihm im Rathe nicht ver­tragen konntet, weil Ihr den Forderungen unseres Herrn Herzogs widerspracht, weil immer Zank zwischen Euch war, deshalb warft Ihr Euren Grimm auf den feinen Mann. Was habe ich mit Euren Geschäften zu thund*

Das ist's nicht allein; er ist nicht redlich nicht zuverlässig*

O Ihr eifersüchtigen Männer, Ihr haßt Euch, weil, weil* das hübsche Frauchen lachte in sich hinein bet dem angenehmen Gedanken, daß die Liebe der Männer zu ihr die Ursache des Unfriedens sei. Zugleich aber wuchs ihre Ueberzeugung von des Syndikus Neigung für sie, und ihr Entschluß, mit ihm abzureifen, wurde ganz fest.

Die sichtliche Betrübniß Jost Wildführ's focht sie nicht mehr an und sie sagte kurzweg, da er die Bedingungen nicht erfüllt habe, die sie gestellt, und vor der Hand nicht erfüllen werde, wolle sie nicht länger auf einen Mann warten, der ihretwegen nichts thue. So spielte sie die Gekränkte und wandle sich mit Schmollen von ihrem Getreuen ab. Sie hatte sich selbst in eine große Zuver- sichtlichkeit hinein geredet, kramte mit Eifer zwischen ihren Sachen und hörte nicht auf des Gastfreundes Bitten und Einwendungen.

Am andern Morgen nahm Frau Märte Brock­mann einen kühlen Abschied von den Wildführ's.