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Nr. 11.

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Amtliches.

Auf Grund des § 24 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 zur Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag des Deutschen Reichs vom 31. Mai 1869 sind zu Wahlkommissarien im Regie­rungsbezirk Cassel ernannt:

1) für den 1. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Rinteln, Hofgeismar und Wolfhagen, der Königliche Landrath K r ö g e r zu Rinteln und zu dessen Stellvertreter der Königliche Land­rath von Buttlar zu Wolfhagen,

2) für den 2. Wahlkreis, bestehend aus dem Stadt- und Landkreise Cassel und dem Kreise Meldungen, der Königliche Landrath Freiherr vonDörnberg und zu dessen Stellvertreter der Oberbürgermeister Weise hier,

3) für den 3. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Fritzlar, Homberg und Ziegenhain, der Königliche Landrath von Eschwege zu Fritz­lar und zu dessen Stellvertreter der Königliche Landrath von Gehren zu Homberg,

4) für den 4. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Eschwege, Schmalkalden und Witzenhaus en, der Königliche Landrath Grimm zu Eschwege und zu dessen Stellvertreter der Königliche Land­rath von Schenck zu Witzenhausen,

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Der Hannhofseröe.

Erzählung von A. von der Elbe.

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(Fortsetzung.)

»Später" rief Heinrich, »später will Euch alles bekennen."

Auf den gewaltigen Kampf folgte eine Stunde des Besinnens, Ordnens, Zurechtftndens. Heinrich kniete vor seiner Mutter und wollte nicht, daß sie

ihre Hand segnend auf sein Haupt lege.

Jetzt schleppten die Knappen ihren wunden Grafen in die Kemmenate auf das Lager. Des Ritters Schienen wurden gelöst, und man rief nach Blanko, daß ste seine Wunde verbinde. Diese aber zauderte bei einem Knecht in fernster Ecke, neben dem sie im Stroh kniete.

»Geh zu ihm, Dirne," sagte Gerhard Tannen, »willst Du ihm nachtragen, was er uns angethan, das ist nicht recht und christlich, man soll dem hülflosen Feinde beistehen!"

Tannen wunderte sich über den Blick voll Angst, welchen Blanka jetzt unter einem großen Kopftuche hervor zu ihm aufschlug. »Hat die heutige Roth dich närrisch gemacht? So rühre Dich doch und hilf!"

»Ich verblute," schrie der Ritter, »ist Keiner, der mich rettet?"

Da sprang Blanka endlich von ihren Knieen empor und eilte, ihren Schwager zu verbinden. Nicht Zorn und Rachsucht hatten sie gehindert, nur die Sorge erkannt zu werden, ihr Gelübde

Dienstag den 25. Januar

5) für den 5. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Marburg, Frankenberg und Kirchhain, der KöniglicheLandrath vr. W e n tz e l zu Marburg und zu dessen Stellvertreter der Königliche Land­rath R i e s ch in Frankenberg,

6) für den 6. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Hersfeld, Rotenburg und Hünfeld, der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz zu Hersfeld und zu dessen Stellvertreter der Königliche Landrath von Wegnern zu Hünfeld,

7) für den 7. Wahlkreis, bestehend aus den Kreisen Fulda, Schlüchtern und Gersfeld, der Königliche Landrath von Trott zu Fulda und zu dessen Stellvertreter der Königliche Landrath Roth zu Schlüchtern,

8) für den 8. Wahlkreis, bestehend aus dem Stadt- und Landkreise Hanau, dem Kreise Geln- hausen und den früher zu dem Kreise Hanau ge­hörenden Gemeinden Bockenheim, Berkersheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim und Seckbach, welche zufolge der neuen Kreisordnung für die Provinz Hesfen-Nassau dem Landkreise Frankfurt a/M. zugetheilt worden sind, der KöniglicheLandrath, Geheime Regierungs­rath Graf von B i s m a r ckzu Hanau und zu dessen Stellvertreter der Oberbürgermeister Rauch daselbst.

Cassel, den 19. Januar 1887.

Der Regierungs-Präsident.

In Vertretung: Schwarz enberg.

Hersfeld, den 22. Januar 1887.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach einer Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 22. v. M. die Marsch­verpflegungsvergütung für das Jahr 1887 die­selbe ist, wie solche für die Jahre 1883 bis ein­schließlich 1886 bestimmt worden ist.

717. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

brechen und aus ihrem stillen Frieden hervor treten zu müssen.

»Blanka Du Du lebst?" murmelte der Heimburger, als sie sich zu ihm beugte, und dann verlor er die Besinnung.

Gerhard Tannen hatte seinen Aeltesten wieder aufgesucht und trat mit ihm in den wüsten Hof hinaus. »Nun rede, mein Sohn," sprach er be­sorgt,was ist Dir geschehen? Mag man mir Hab und Gut zerstören, meiner Söhne Wohl ist mir mehr werth."

Sie saßen nebeneinander auf einem umgestürzten Baum; Heinrich rang nach Worten, endlich begann er, seinem Vater zu beichten, wie gestern dem Ein­siedler. Von Blanka sagte er nichts, nur daß er für Gesa keine Neigung fassen könne, ihretwegen mit Rainald in Streit gerathen sei und ihn schwer verwundet habe. Heute indeß konnte er hinzufügen, daß Bruder Lucas aus Goslar mit der Nachricht zurückgekehrt sei: Rainald lebe und werde vielleicht durchkommen l

»Nach dieser Freudenbotschaft war's" sagte Heinrich mit tiefem Athemzuge, »als seien Berges­lasten von mir gewälzt. Der Klausner gebot mir vor die Harzburg zu ziehen und da, in redlichem Kample für eine gute Sache, meine Schuld zu sühnen. Ich ging und traf kurz vor Udo ein. Nun hat Gott mir die gute Sache, deretwegen ich aus- zog, um Sühne zu finden, noch viel näher an's Herz gelegt, als wir dachten. Und ist nach dieser glücklichen Rettung Euer Sinn für mich Sünder wohl mildiglicher als ich sonst verdient hätte."

1887.

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Hersfeld, den 21. Januar 1887.

T Wie dahier bekannt geworden ist, sind bei dem letzten stärkeren Schneefalle die Eingänge zu den Spritzenhäusern in einem größeren Theile der Gemeinden des Kreises durch hohen Schnee ver­sperrt gewesen.

Um bei einem ausbrechenden Brande ohne Zeitverlust sofort die Feuerlöschgeräth- schaften erreichen zu können, erhalten die Herren Ortsvorstände die Weisung, dafür zu sorgen, daß auch zur Winterszeit die Eingänge zu den Spritzenhäusern rc. stets frei sind resp, frei ge­macht werden.

649. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 21. Januar 1887.

Der im Kreisblatt Nr. 4 l. I. .enthaltene Steckbrief wider den Füsilier Andreas Lotz der 10. Compagnie 3. Hess. Jnftr.-Rgts. Nr. 83 ist zurückgezogen worden.

670. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

# Erinnerungen an die Con- flietszeit.

Die Herren Windthorst und Richter suchen ihren Gefolgschaften einzureden, die verbündeten Regierungen würden in der Militärfrage nach­geben, wenn nur der parlamentarische Widerstand nicht in's Wanken gerathe. Ist denn die Erinne­rung an den Militärconflict der Jahre 186266 vollständig erloschen, daß man es schon heute nach kaum 20 Jahren wagt die Bevölkerung in einen Wahnglauben hineinzulügen,welcher mitallenThat- sachen jener sowie der folgenden Jahre, mit allen i Charaktereigenschaften der leitenden Männer, sowie ! mit ihren bündigsten Erklärungen selbst aus der neuesten Zeit in handgreiflichstem Widerspruch steht?

Der Vater wog mit sorgenvoller Miene das Haupt. »Lieber wäre mir's" sprach er, derHeim- burger hätte mich erschlagen, als so ich erleben müßte, daß einer meiner Söhne durch des Andern Zorn zu Grunde geht. Gott wolle den Jammer von uns abwendenl Mache Dich Morgen nach Goslar auf und schließe Deinen Frieden mit Rainald und Gesa; denn der Jungfrau, welcher Du Dich mit Deinem Worte verlobt hast, gehörst Du zu eigen, da kann Dich nichts lösen l Ich will dich nicht eher im Tannenhofe Wiedersehen, als bis Du Deines Bruders Vergebung erlangt hast."

Heinrich erschrak, der Gang würde ihm sauer werden: jedoch erkannte er, daß der Vater recht habe und neigte gehorsam sein Haupt zur Beja­hung.

XL

Frau Märte Brockmann saß im Erker ihres Stübchens und dachte nach. Die feine Linnen­stickerei war ihren Händen entglitten, sie drehte die Daumen umeinander und blickte ohne recht zu sehen vor sich hin. Die hübsche Wittwe hatte Grund genug zu ernster Erwägung, denn eine große Entscheidung lag ihr ob.

Ihr Landsmann, der Syndikus Nicolaus Rodis, welcher in Goslar für seinen Herrn, Herzog Bernd von Braunschweig, mit der Stadt über die Harz- i burger Fehde über Beistand und Rechte der Braunschweiger verhandelte, rüstete sich, da jetzt die Geschäfte erledigt waren, zur Heimreise.