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selbe erhielt bei der vom chinesischen Gesandten vorgenommenen Taufe den NamenKingQuen" (Thätigkeit in der Ferne.)

Auch zwischen Portugal und Deutschland ist nunmehr ein Uebereinkommen über die Grenzen der beiderseitigen Besitzungen in Südafrika ab­geschlossen.

Aus der Kriminalstatistik für das Jahr 1884 ergiebt sich, daß von allen im deutschen Reiche im Jahre 1884 Verurtheilten bestraft worden sind 47 mit Todesstrafe, 22 mit Todesstrafe in Ver­bindung mit Freiheitsstrafe, 244146 mit Frei­heitsstrafe, 910 mit Freiheitsstrafe in Verbindung mit Geldstrafe, 97 208 mit Geldstrafe und 3655 mit einem Verweis. Der Gesammtbetrag aller im Jahre 1884 erkannten zeitlichen Freiheits­strafen betrug 67 203 Jahr, wovon 30 201 auf Zuchthaus kommen.

Die Versetzungen polnischer Lehrer aus den östlichen Provinzen dauern fort. So sollen in nächster Zeit viele polnische Lehrer aus denwest- preußischen Kreisen Neustadt und Konitz nach der Rheingegend kommen.

Die bayrischen Zeitungen melden, daß sämmt­liche Erzbischöfe und Bischöfe Bayerns an den Prinz-Regenten anläßlich desJahreswechsels sehr loyal und patriotisch gehaltene Gratulations­schreiben gerichtet haben.

In Lübeck haben am Montag Haussuchungen bei Socialdemocraten stattgefunden.

(Italien.) Nach dem Beispiel des Kron­prinzen von Oesterreich wird auch der Kronprinz von Italien, Viktor Emanuel, eine Orientreise machen. Das Ziel derselben ist das heilige Land, Klein-Asien und Griechenland; von ganz besonde­rem Interesse ist aber der Umstand, daß der Kronprinz auf specielle« Wunsch seines Vaters vor allem die italienischen Colonien am Rothen Meere, Massaua und Assab, besuchen wird.

(Rußland.) Die Villaume-Angelegenheit veranlaßt jetzt auch ein hochoffiziöses russisches Blatt, dasJournal de St. Petersbourg," aus dem Schweigen hervorzutreten. Das Blatt sagt, daß die schändlichen und lächerlichen Gerüchte, welche derBester Lloyd" letztlich verbreitet habe, ihren Ursprung nicht in Petersburg haben, wie das Blatt vorgibt, sondern aus gewissen Lügen- sabriken des Auslandes stammen. An den von dem genannten Blatte verbreiteten Geschichten sei kein wahres Wort, nur Börsenspekulanten und ge- wisse Preßagenturen seien die Urheber. Als weiterer Beweis von der Antipathie des Zaren gegen das Deutschthum im Reiche kann nach den Daily News* ein Ukas gelten, kraft dessen zum Beginn des russischen Neujahrs alle Zollbeamten deutscher Nationalität, die gegenwärtig längs der deutschen und österreichischen Grenze angestellt sind, entlassen Werdensollen. Die jüngsten Meldungen von russischen Truppenzusammenziehungen werden in derBudapestcr Correspondenz" zumeist polnischen Quellen entstammend und daher tenden­ziös übertrieben dargestellt. Die russische Heeres- Organisation befinde sich in einem Uebergangssta- dium. Die auswärtige Lage habe sich seit der Tagung der Delegationen nicht geändert. Bis- marcks Bestrebungen aus Erhaltung des Friedens im Rahmen der österreichisch-deutschen Bundestreue wirke segensreich, alle Mächte, Rußland einbegriffen, seien bestrebt, den Frieden zu erhalten.

Aus Heffen-Nassau.

Hersfeld, 5. Januar. Die Anfechtung der vom Schuldner bewirkten Eintragung von Hypo­theken ist, gleichwie jede andere Rechtshandlung des Schuldners, nach einem Urtheil des Reichs­gerichts, VI. Civilsenats, vom 28. October 1886, bet dem Vorhandensein der in dem Reichs-Anfech- tungsgesetz vom 21. Juli 1879 bestimmten Voraus­setzungen einem jeden Gläubiger, er mag eingetragen sein oder nicht, gestattet; die Anfechtung kann also auch außerhalb des Subhastationsverfahrens, insbe­sondere des Kaufgelder -Vertheilungsversahrens, erfolgen, sofern anzunehmen ist, daß jene Hypo- thekenbestellung die Befriedigung des Gläubigers ganz oder theilweise vereiteln werde.

Hersfeld, 5. Januar. Nach demR.-A." ist seitens eines Patrioten dem Kriegs-Niinisterium eine Summe von 600 Mark zur Verfügung gestellt, um solche zum 1. Januar 1887, dem Tage des 80jährigen Dienstjubtläums Sv. Majestät des Kaisers und Königs, unter 12 aus dem vormaligen Kursürstenthum Hessen gebürtige, bedürftige und würdige Invaliden bezw. Theilnehmer des Krieges von 1870/71 eventuell auch 1866 zur Vertheilung zu bringen. Diese Unterstützung ist durch die Königliche Militär-Pensionscasse in Berlin an die betreffenden Invaliden in Beträgen von je 50 Mark portofrei übersandt worden.

Hersfeld, 5. Januar. Zur Warnung für Landwirthe theilen wir Folgendes mit: In letzter Zeit sind im Lüneburgischen in auffallender Weise eigenthümlich geschwulstartige, zum Theil gefähr­

liche Erkrankungen an Händen und Armen von Landwirthen vorgekommen, ohne daß sie die Ursache davon anzugeben wußten. Nach eingehendem Untersuchen eines dortigen Arztes liegt sie darin, daß die betreffenden Landwirthe mit Verletzungen oder kleinen Wunden am Finger oder an der Hand Kunstdünger ausgestreut haben. Es handelt sich hier um Entzündungen von Lymphgefäßen der oberen Extremitäten, also um Blutvergiftungen. In einem Falle hat man zur Amputation des er­krankten Fingers schreiten müssen. Die Folgen können noch schlimmer sein. Es ist deshalb darauf aufmerksam zu machen, wie gefährlich es ist, ver­schiedene Arten von Kunstdünger, namentlich Chili- salpeter und Kalisalze (Kainit,) mit Verletzungen resp. Wunden an Händen und wären dieselben noch so unbedeutend, auszustreuen oder auch nur zu be­rühren.

Hersfeld, 5. Januar. Zur Warnung für alle Leichtsinnigen möge mitgetheilt sein, daß vor­gestern Abend ein Passagier in Vlotho auf den be­reits im Fahren begriffenen Personenzug nach Rtnteln noch ausspringen wollte, dabei aber fehl­trat, ausrutschte und unter den Zug fiel. Die Räder gingen über ihn hin und der Tod trat auf der Stelle ein.

Hersfeld, 5. Januar. Der Förster Knie ze zu Jppinghausen ist vom 1. Januar 1887 ab nach Mtchelsberg, Oberförsterei Todenhausen, versetzt. Der Forstaufseher M i e rze ist zum Förster in Hessenstein, Oberförsterei Frankenau, ernannt. Entlassen aus dem Staatsdienst ist der Förster I o h n in Hessenstein.

A Hersfeld, 5. Januar. Gestern Abend ver­mißte man beim Eintreffen des '/,8 Uhr von Frankfurt kommenden Zuges einen Schaffner. Es wurde sofort nach der Haltestelle Oberhau n telegraphisch Bericht gegeben und da der Vermißte dort noch zugegen gewesen war, so stellte der i/.29 Uhr nachfolgende Güterzug, beziehungsweise das Personal desselben, Nachsuchungen auf der Bahnstrecke an und fand man den Fehlenden bei Unterhaun aus mehreren Kopfwunden blutend. Derselbe war auf bis jetzt noch unbekannte Weise vom Zug gestürzt, hatte aber noch soviel Kraft und Besinnung gehabt, sich eine bedeutende Strecke von der Unfallstelle in der Richtung nach Unter- haun fortzuschleppen. Wäre er gleich bewußtlos liegen geblieben, so würde er bei der herrschenden Kälte und bis man ihn fand, jedenfalls erfroren gewesen sein. Man schaffte den Verletzten von Unterbaun aus nach dem Hiestgen Krankenhaus.

* Hersfeld, 5. Januar. Nach einer uns ge­machten Mittheilung wurden während des Jahres 1886 in unserer Stadt insgesammt 2800 Schweine geschlachtet, worunter eins mit Finnen behaftet war.

t Meckbach, 4. Januar. Am Neujahrstage unternahm der Gastwirth Joh. Ap ei von hier per Schlitten eine Ausfahrt nach Weiterode. Auf der Heimkehr, welche noch am selbigen Tage erfolgte, stürzte in der Nähe von Mecklac der Schlitten, in welchem sich außer ihm noch seine Schwiegertochter nebst ihrem öjährigen Töchterchen befand, plötzlich um, wodurch das Kind infolge des Sturzes einen Beinbruch erlitt. Die übrigen Insassen blieben unverletzt.

Caffel, 4. Januar. Gestern Abend starb plötzlich in Folge eines tzerzschtages der Königl. Oberlandesgerichtspräsident C o n s b r u ch. Der so plötzlich aus dem Leben Abberufene war bekannt­lich früher Präsident des Landgerichts Hierselbst und wurde ihm nach dem Tode des Präsidenten Mager die Stelle desselben übertragen. Sein rasches tzinscheiden findet allgemeine und aufrichtige Theil­nahme, er galt in seiner hohen Stellung als ein humaner und stets wohlwollender Vorgesetzter, dessen Andenken bet Allen in hohen Ehren bleiben wird.

Caffel, 4. Januar. Am Neujahrstage hatte ein Eisenbahnbremser das Unglück, als er in Leiseförth an den Abends nach hier fahrenden Zug der Bergisch-Märkischen-Lahn einen Wagen anhängen wollte, zwischen die Puffer zu gerathen und derart gequetscht zu werden, daß er alsbald nach seiner Ankunft dahier nach dem Landkranken­haus gebracht werden mußte. Die erhaltenen Verletzungen sollen lebensgefährlich sein.

Homberg, 3. Januar. Dem Bürgermeister Winter dahier ist der Königliche Kronen-Orden dritter Classe verliehen worden.

Wiesbaden, 4. Januar. Heute Vormittag fand im inneren Hofe des Landgerichtsgesängnisses die Enthauptung des Joh. Mallmann von Ober- hirzenach und H. Andel von Fehlheim, die am 24. Januar v. I. den Rentner Schneider in Biebrich a. Ry. ermordet und beraubt hatten, statt.

Frankfurt, 2. Januar. Bei der 7. Com­pagnie des hier garnisontrenden 1. Hessischen In­fanterie-Regiments Nr. 81 trat im Jahre 1885 ein Elsässer ein. Er führte sich sehr gut und

wurde vor einiger Zeit als Lazarethgehülfe nach Bockenheim ins Lazareth abcommandirt. Daselbst passirte ihm vor einigen Tagen das Malheur, baß er mit einem Unterofficier der in Bockenheim gar- nisonirenden Husaren in Streit gerieth und denlel- ben mißhandelte, Um der schweren Strafe zu ent­gehen, entfloh der Mann, er konnte bis zur Stunde nicht aufgesunden werden. Wahrscheinlich ist er nach Frankreich entflohen.

Vermischtes.

Eine furchtbare Blutthat ist am 4, d. früh in der Ackererstraße in Berlin verübt worden. Der in dem Hause der Frau Rentiere Drü, Ackerstraße 5, wohnhafte ehemalige Buchdruckerei-Arbeiter und jetzige Almosenempsänger Gustav Abt, hat gegen 9 Uhr Vormittags seine Frau mit einem Beil er­schlagen.

Berlin, 1. Januar. Im Zoologischen Garten hat sich gestern früh ein schwerer Unglücks­fall ereignet, dem leider ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Der Hülfswärter Bauer, dem schon seit Jahren die Reinigung der Behälter der Nilpferde obliegt, war damit beschäftigt, dies auch wieder zu thun. Seiner Jnstruction gemäß hatte er beide Thiere abgesperrt und konnte ohne Gefahr seine Arbeit verrichten. Aber jetzt öffnete er in unbegreiflich unvorsichtiger Weise die Thür der Abtheilung, in welcher sich das männliche Exemplar befand und wollte zu dem Thier hineintreten. Dies griff den Mann alsbald an und trotz sofor­tiger Unterstützung der beiden außer ihm im Hause thätigen Wärter und anderer auf seinen Hilferuf herbeigeeilten Personen gelang es nur, ihn sterbend aus dem Käfig des mächtigen Thieres zu entfernen. Ein Zahn hatte dem Unglücklichen an der rechten Seite des Halses eine tiefe Wunde beigebracht und durch Zerreißung der großen Halsschlagader eine rasche Verblutung veranlaßt. Die sofort angestell­ten eingehensten Ermittelungen haben keinen An­haltspunkt dafür gegeben, daß die traurige Katastrophe durch eine andere Veranlassung als die eigene Unvorsichtigkeit des Verunglückten her­beigeführt worden ist. Derselbe hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder.

D a r m st a d t, 30. December. Ein schreck­liches Unglück ist in der Nähe von Darmstadt durch das rechtzeitige Eingreifen zweier Locomotiv- führer verhütet worden. Durch die starken Schnee­fälle war die Oberwaldbahn unfahrbar geworden. Nach 24stundigen Warten gelang es indessen, von Erbach einen Zug nach Darmstadt abzulassen, welcher mit zahlreichen Passagieren besetzt war. In dem Augenblicke so erzählt nun ein Augen­zeuge, als der Zug zwischen Höchst und Wiebelsbach in den Tunnel einlausen wollte, er­tönte das Nothstgnal. Die mit Schneeschöpfen beschäftigten Arbeiter schrieen aus Leibeskräften und winkten mit den Geräthen, um die Gefahr zu bezeichnen, die unheilvoll zu werden drohte. Es kam nämlich gerade ein Zug von Wiebelsbach den Tunnel gesaust und es tag die höchste Gefahr des Zusammenstoßes vor, als die Locomotivführer noch rechtzeitig bremsten. Die Entfernung der beiden Züge, deren jeder mit zwei Maschinen be­spannt war, betrug nur eine Wagenlänge. Unter dem schrecklichen Wimmern des Nothsignals machte nun der Oberwaldzug Kehrt und fuhr in sausen­der Eile nach Höchst zurück, wo ein zweites Geleise ist. Die in Todesangst befindlichen Fahrgäste beider Züge dankten den Zugführern, die so viel Geistesgegenwart besessen hatten, und veranstalteten sofort eine Sammlung für dieselben. Das Unglück im Tunnel wäre ein entsetzliches gewesen.

C r e f e l d, 29. December. Am Abend des zweiten Weihnachtstages fanden Vorübergehende den Prokuristen einer hiesigen Handelsfirma zu­sammengekauert auf der Haustreppe vor der Woh­nung seiner Braut sitzen, den Kopf tief auf die Brust herabgesenkt. Näher tretend, machte man die schreckliche Entdeckung, daß der junge Mann sich mittelst eines dünnen Strickes an dem Schellen- zuge der Hausthüre erhängt hatte. Was den Unglücklichen, der bald Hochzeit machen wollte, zu dieser That veranlaßte, ist nicht ermittelt worden.

Essen. 31. Decbr. Die glückliche Ge- winnerin des in eine hiesige Collecte gefallenen dritten Hauptgewinnes der Rothen Kreuzlotterie von 30,000 Mark ist, wie erzählt wird, ein Dienst­mädchen, welches hier in Dienst gestanden und vor der Ziehung dem Ruf eines Verwandten ge­folgt ist, um in Amerika das Glück zu suchen.

Ueber einen historischen Fund meldet die Fr. O. Ztg." aus Prenzlau: In der Tornower Feldmark wurden beim Auskarren eines Pfuhls 30 steinerne Kanonenkugeln ausgegraben, die an­scheinend aus der Zeit nach der Schlacht von Fehr- bellin herrühren, um welche die Schweden auf ihrem Rückzüge durch jene Gegend marschirlen.

(G a l a u t.)Sie glauben gar nicht, Herr Oberst, wie wenig ich esse."Ganz wie bei uns von der Kavallerie! Gut geputzt ist halb gefüttert."