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_________Wit wöchentlicher Kratis-Meitage „Issustrirtes Interssaltungsölatt".
Nr. 150. Donnerstag den 23. December 1886.
Amtliches.
A uf ruf
zur Austellung von Gewitterbeobachtnngcn im Kreise Hersfeld.
Das Königlich Preußische meteorologische Institut in Berlin W., Schinkelplatz 6, bedarf einer Anzahl von Gewitterbeobachtungs-Stationen im Kreise Hersfeld.
Das Königliche Landrathsamt ist bereit, Anmeldungen hierzu entgegen zu nehmen. Zu den Beobachtungen sind Instrumente nicht erforderlich; die Beobachter müssen, vermöge Ihrer Beschäftigung in der Lage sein, allen Gewittern Ihrer Gegend die nöthige Aufmerksamkeit zuwenden zu können, müssen daher auch derartig wohnen, daß sie einen freien Ueberblick über ein weiteres Terrain haben.
Für die Beobachtungen wird eine Remuneration nicht gezahlt; die zu den Berichten nöthigen Postkarten werden frankirt und mit entsprechendem VoMM'VerselM, geliefert, sonstige Portokosten vergütet. Außerdem werden die Publikationen des Königlichen meteorologischen Instituts, soweit sie Gewitter betreffen, den Beobachtern rechtzeitig übermittelt werden. Für den Kreis Hersfeld werden gegen 4 Beobachter und zwar besonders in den Ortschaften Heringen, Friedewald, Schenklengsfeld und Niederaula erwünscht sein.
Hersfeld, den 18. December 1886.
13340. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 21. December 1886.
In Folge Schnee-Anhäufungen sollen verschiedene Landwegezüge innerhalb des Kreises weder für Fuhrwerk noch für Fußgänger passirbar sein. Ich verweise die Herrn Ortsvorstände auf
(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Der Hannhofseröe.
Erzählung von A. von Der Elbe.
(Fortsetzung.)
War der Bodengang Heinrichs besorgt, sollten an einem schönen Tage die Wildführs nach dem Tannenhofe zum Versprach herüberkommen.
Heinrich trat zu Goslar in des Vaters Hause aus der Bergstraße, dem „Tannenbaum" ein. Von da ging er zum Ralhhause und kehrte mit dem Pergament im Wams nach der Bergstraße zurück, als ihm sein Bruder Rainold begegnete.
„Nun komm mit zum „Brusttuche," sagte dieser und nahm Heinrichs Arm. „Die Wildführs werden froh sein, dich zu sehen, ich spreche mit Gesa oft von Dir und dem Tannenho'e."
„Laß mich," entgegnete Heinrich, „ich bin weg- müde, will ausschlafen und morgen in aller Frühe nach dem Regenstetn ausbrechen, Du weißt, es ist ein starker Tagesgang."
Und wolltest Deine Braut nicht sehen!" rief der Jüngere in großem Erstaunen.
„Sie weiß nicht, daß ich hier bin, und so ist's gleichviel, ob ich hinkomme."
„Gleichviel, Dir gleichviel?" Du darfst nicht gleichgültig sein gegen die treffliche Maid! Es ist abscheulich, und ich leid's nicht!"
„Nicht leiden — Du?" sprach Heinrich mit großen Augen. „Weißt Du nicht, daß ich'S selber bestimme, was ich thun will. Und nun geh' und mache mich nicht zornig?
meine Verfügung vom 3. März er. Nr. 2836, Kreisblatt Nr. 28, deren stritte sie Befolgung ich erwarten muß. Diejenigen Wegekörper resp. Fahrstrecken, welche die Post benutzen,muß, sind in erster Linie aufzuräumen.
13424. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 20. December 1886.
Der Ackermann Conrad Mohr zu Ausbach ist heute als Bürgermeister der dasigen Gemeinde bestätigt und verpflichtet worden.
13432. Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.
III. Bedingungen zum Antritt in das Klein'inderlehrerinnen-Seminar des Hessischen Dikakonissenhauses bei Cassel.
1) Die sich zum Eintritt Meldenden dürfen in der Regel nicht unter 17 und nicht über 30 Jahre alt sein.
2) Eine gründliche Elementarschulbildung und Anlage zum Singen sind durchaus erforderlich und es geht deshalb der Ausnahme ein Examen voraus.
3) Gute Gesundheit, namentlich gesunde Athmungsor- gane und Nerven sind nothwendig.
4) Vor der Ausnahme sind an den Vorstand deS Dia- konissenhauses (Poststation Wehlhciden) einzusenb-n ' 1) ein Tauf-, 2) ein versiegeltes Sittenzeugniß des Ortsgeistlichen und andere Legitimationspapiere, 3) ein Schul-, 4) ein Gesundheitszeugniß, 5) ein selbst verfaßter Lebenslauf, 6) ein Garantieschein für die pünktliche Zahlung der Pension.
5) Die Pension beträgt 330 Mark, in Quartalsraten praenumerando zu zahlen, für das Bett werden 15 Mk. besonders gerechnet. Aus Wunsch stellt die Anstalt die Bettwäsche auch für 15 Mark jährlich. Zur Anschaffung der nöthigen Bücher sind circa 25 Mark erforderlich.
6) Der CursuS ist einjährig und zerfällt in zwei Semester, welche im Mai und Oktober beginnen.
7) Auf besonderen Wunsch werden die Schülerinnen auch in den nothwendigsten Handgriffen der Krankenpflege aus- gebildet.
8) Schülerinnen, welche durch Betragen, Fleiß und Leistungen den Ansprüchen genügen und das Schlußexamen bestanden haben, erhallen ein empfehlendes Abgangszeugniß und werden vom Vorstände des Seminars nach Kräften zur Erlangung von passenden Stellen unterstützt.
9J Für junge Mädchen, welche als Lehrdiakonissin sich
Da Heinrich in den „Tannenbaum" trat und Rainold erkannte, daß er nichts ansrichten werde, kehrte er leidenschaftlich erregt seinem Bruder den Rücken und fühlte sich tiefer — für Gesa — beleidigt, als hätte Heinrich ihm selber Nichtachtung bewiesen.
V.
Es tagte kaum und der Thorwact öffnete eben müde und schwerfällig den ersten tzinausziehenden das Stadtthor von Goslar, als Heinrich Tannen den Weg nach dem Regenstein unter seine Füße nahm.
Er war noch nicht lange in die Reihe der Wetsen-Waldleute gekoren uno noch nie zu einer Botschaft für die Stadt auserwählt, so erfüllte ihn jetzt das heißeste Verlangen, dem in ihn gesetzten Vertrauen zu entsprechen, und die mächtige Sippe der Grafen von Heimburg für die Stadt zu gewinnen. Er überlegte sich die Rede, mit der er vor den Graten treten und die Gründe, welche er zum Besten der Ordnung und gegen die räuberischen Swicheldes anführen wollte. Ihm schien's sonnenklar, auf welcher Seite sich das Recht befand, so zweifelte er nicht, den Grafen zu gewinnen.
Der Weg quer über das Gebirge war weit und erst am späten Nachmittage langte Heinrich beim Regenstein an. Diese Gegend hatte er nur vor vielen Jahren einmal flüchtig gekreuzt, jetzt fand er — als er zu der schroffen Felsmasse empor- blickte, die des Heimburgers festes Schloß trug — Burg und Stein gewaltiger, als er gedacht hatte.
dem Verbände der Schwestern des Hessischen Diakonissen- Hauses anschließen wollen, bestehen besondere Bedingungen.
IV. Bedingungen, unter denen Kranke in die Krankenabtheilung des Diako« nifsenhauses zu Treysa ausgenommen werden.
1) Von der Aufnahme sind alle Kranken ausgeschlossen, welche an "Krätze, geschlechtlichen, chronischen und unheilbaren Krankheiten leiden, sowie Geistesgestörte.
2) Der Pflegesatz für unbemittelte Kranke beträgt täglich für Erwachsene 0,75 Mark,
für Kinder 0,50 „ für bemittelte Kranke werden die Pflegesätze nach Verhältniß erhöht.
3) In der Regel kann die Aufnahme der Kranken nur nach vorheriger Anmeldung und erhaltener Antwort erfolgen. Der Anmeldung ist ein ärztliches Attest über die Art und den bisherigen Verlaus der Krankheit beizusügen, in welchem ausdrüälich angegeben sein muß, ob die Krankheit heilbar ist.
4) Aufnahmegesuche sind zu richten an den unterzeichneten Vorstand resp» an die Vorsteherin der Erziehungsanstalt zu Treysa oder an den Hausarzt daselbst, Herrn Kreisphysikus Dr. Nothnagel.
V. Bedingungen, unter denen Kinder in die mit dem Diakonissenhause zu Treysa verbundene Erziehungsanstalt für verwahrloste
Mädchen ausgenommen werden.
1) Die auszunehmenden Mädchen dürfen in der Regel nicht unter 6, nicht über 12 Jahre sein.
2; Dieselben müssen gesund sein, namentlich dürfen sie nicht an unheilbaren, chronischen oder ansteckenden Krankheiten leiden.
3) Der Leitung der Erziehungsanstalt muß bis zur Entlassung der Kinder die volle elterliche Gewalt über dieselben eingeräumt werden.
4) Bis zum vollendeten 16. Lebensjahre müssen die Mädchen in der Regel in der Anstalt bleiben.
5) Die Pension beträgt sür Kinder, welche von Privaten oder ärmeren Communen untergebracht werden, jährlich 120 Mark, in Quartalsraten preanumerando zu zahlen, sonst 150 Mark,
6) An Kleiderentschädigung sind beim Eintritt des Kindes 45 Mark zu entrichten.
7) Bei der Anmeldung sind einzusenden: a) Taufzeug- niß, b) Sittenzeugniß mit Angabe der Ursache, weswegen das Kind der Anstalt überwiesen werden soll, c) Schul-, dj Gesundheits-, e) Jmpszeugniß, f' Garantieschein des
Oben angelangt, erhielt er nach den üblichen Fragen Einlaß, erfuhr aber, der Graf habe Gäste und könne ihn nicht gleich empfangen, somit wurde er einem Knappen überantwortet, der sich bereit erklärte, ihn an einen Ort zu führen, wo er warten könne.
Aus dem von Bauwerken umgebenen Jnnenhof trat Heinrich mit seinem Führer durch ein Mauer- Pförtchen in's Burggärtlein. Es war dies ein enger, schräger Platz, nach außen von der gezackten Brustwehr eingefaßt, die den Felsenabhang begrenzte; zur Linken erhob sich die Wand eines Seitengebäudes und rechts lag der mächtige runde Wacht- thurm, durch welchen man in das angebaute Haupt- Haus gelangen konnte. Im Gärtlein wuchs auf der dünnen Erdschicht, die den Fels bedeckte, nur etwas mageres Gesträuch, das erst wenige Blätterknospen zeigte, Schneespuren lagen noch in den Winkeln, während auf wärmeren Stellen frisches junges Gras hervor sproßte.
Angezogen durch den freien weiten Ausblick von der Höhe, trat Heinrich an die Brustwehr und suchte sich in der ihm nur halb bekannten Gegend zurecht'zu finden. Er fragte den Knappen nach dieser oder jener Burg, die im Gesichtskreise auf» tauchte, und nach dem Namen der Höhen und Wälder, die sich rings umher erhoben. Als er seinen Heimathsberg, den Brocken, erkannte, wurde ihm die ganze Lage klarer.
Dann schweifte sein Blick an der Felsenwand hinunter, an der er stand. Da herauszullimmen war unmöglich und wehe dem Feinde, der hier