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Mit wöchentlicher Kratis-ZLeilage „Illustrirtes WnLerhaltungsblatt".
Nr. 147. Donnerstag den 16. December 1886.
Amtliches.
Hersfeld, den 14. Dezember 1886.
Diejenigen Herren Ortsvorstände des Kreises, welchen in diesen Tagen Benachrichtigungen an die Gewerbetreibenden zwecks Einlösung der auf das Jahr 1887 ertheilten Wandergewerbescheine zugefertigt werden, haben solche alsbald den betreffenden Adressaten auszuhändigen und den Tag der Behändigung mir bis zum 6. Januar 1887 berichtlich anzuzeigen.
12810 u. 12847. Der Königliche Landrath ______________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 13. December 1886.
Zur Zahlung der pro term. den 31. December c. fällig werdenden Zinsen und Kapital-Abträge von aus der Landeskreditkasse zu Cassel erborgten Kapitalien werden folgende Zahlungstermine anher anberaumt:
1) den 10. Januar 1887 für die Gemeinden: Holzheim, Kruspis, Stärklos, Asbach, Beiers- Haufen, Kohlhausen, Kerspenhausen,Hilperhausen und Roßbach;
2) den 11. Januar 1887 für die Gemeinden: Niederaula, Mengshausen, Solms, Kleba, Kirch- heim, Reckerode, Rotterterode, Kemmerode, Goß« mannsrode, Gershausen und Reimboldshausen;
3) den 12. Januar 1887 für die Gemeinden: Frielingen, Allendorf, Gersdorf, Heddersdorf, Willingshain, Hattenbach und Niederjossa;
4) den 13. Januar 1887 für .die Gemeinden: Aua, Obergeis, Untergeis, Gittersdorf, Allmers- Hausen, Heenes, Kalkobes, Biedebach, Tann, Rohrbach, Reilos, Friedlos, Mecklar und Meckbach;
5) den 14. Januar 1887 für die Gemeinden: Kathus, Sorga, Petersberg, Wippershain, Roten- see, Unterhaun, Oberhaun, Sieglos und Eitra. Die Herren Bürgermeister der vorgenannten Gemeinden werden ersucht, den für ihre resp.
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Der Hannhofseröe.
Erzählung von A. von der Elbe.
(Fortsetzung.)
Es galt, den Herzog Bernd von Braunschweig, Albrecht von Wernigerode, Bischof zu Halberstadt und viele Grasen und Edle vom Harz zu gewinnen, und Einer nach dem Andern von den Anwesenden wurde gekoren, hier oder dorthin zu wandern.
»Die mächtige Sippe der Heimburger von der Heinrichsburg, Erichsburg und dem Regenstein hat sich bis dato uns fern gehalten," hub der Bürgermeister auf's Reue an. »Es heißt, sie verschwägere sich mit den Swicheldes. Gäbe denen einen kräftigen Zuzug, und mag wohl schon heute ihre Keckheit mehren. Zu versuchen aber wär's, ob man die Grasen von Heimburg nicht für unsere Partei und für die gute Sache der Ordnung auf dem Harz gewinnen könnte. Ich meinte, daß wir Gerhard Tannen als Goslars Abgesandten mit Botengruß und Bitte nach dem Regenstein ziehen lassen, allwo Gras Bodo von Heimburg hauset; aus den allein kommt es an, denn er hat die Vettern von den andern Burgen hinter sich."
»Graf Bodo hat sich eben erst selber "in's Rest gefreit," sagte Jost Wildführ. »Ich habe seiner Frau Liebsten seine Tücher zur Hochzeit geliefert. Es waren da von seinem Ohm, dem alten Regensteiner, zwei Töchter und keine Söhne; die Weiteste hat er genommen, die Jüngste ist Brand von Swichelde zugesagt. Es heißt, der Harzburger
Gemeinde angesetzten Termin wiederholt in ortsüblicher Weise mit dem Bemerken alsbald bekannt machen zu lassen, daß die angesetzten Zahlungstermine Seitens der Zahlungspflichtigen genau einzuhalten sind.
Königliche Steuerkasse: Hecker.
Aus dem Reichstage.
Berlin, 13. December. Der Reichstag berieth in feiner heutigen Sitzung den Antrag des Abg. Dr. Reichensperger (Centrum), welcher in seinem ersten Theile die Erwartung ausspricht, daß die verbündeten Regierungen dem immer weiter um sich greifenden Duellunwefen mit entsprechendem Nachdruck sowohl auf autoritativem Wege, als durch dis- ciplinaire und strnfgerichtiiche Repression entgegenwirken werden, und welcher im zweiten Theil eine besondere Strafbestimmung sür das sogenannte amerikanische Duell in einem neuen §. 210a, des Reichsstrafgesetzbuchs herbei- sllhren will. Dem Wunsche des Antragstellers, seinen Antrag einer besonderen Kommission von 14 Mitgliedern zur näheren Berathung zu überweisen, wurde von keiner Seite widersprochen und demgemäß auch beschlossen. Im Uebrigen wurde einerseits von verschiedenen Seiten die Existenz des amerikanischen Duells überhaupt bestritten, andererseits gingen die Meinungen über die Bedeutung des Duells an sich doch weit auseinander, so sehr man sonst auch in der Berurtheilung der Auswüchse desselben übereinstimmte. Es sprachen außer dem Antragsteller von Mitgliedern des Hauses die Abgz. Dr. Möller (deutschfr.), Klemm (deutschkons.), Dirichlet (deutschfr.), Dr. Roßhirt (Centrum), o. Reinbaben (Reichspartei) und Langwerth v. Simmern (fraktionslos). Bon Seiten des Bundesraths nahm allein der preußische Bundesbevollmächtigte, Bice. Präsident des Staatsministeriums, Minister des Innern v. Puttkamer das Wort, um, ohne auf die prinzipielle Bedeutung des Antragcs selbst einzugehen, die Ausführungen des Abg. Dirichlet in Bezug aus das Verhalten eines oft, preußischen Landraths einem Kreistagsmitgliede gegenüber ihres sensationellen Charakters zu entkleiden, und um dabei zugleich zu betonen, daß die von ihm in der Angelegenheit etwa zu treffenden Maßnahmen sich in jedem Falle der Kontrolle des Reichstages entzögen. — Nächste Plenarsitzung Mittwoch 15. December, Nachmittags 1 Uhr, (Socialdemocratische Anträge aus Abänderung der Gewerbeordnung bezw. des Art. 31 der Reichsverfassung.)
habe einen Pact mit Herrn Bodo auf Schutz und Trutz, er nehme dafür die Regensteinerin, seiner Frau Schwester, ohne volle Mitgift."
»Da wäre für Goslar nichts zu machen," warf einer der andern Männer ein.
»Versuchen müssen wir es doch," entschied der Bürgermeister. »Wollet Ihr, Gerhard Tannen, den Gang daran wagen?"
Der Alte aus dem Walde schaute mißvergnügt darein. Er war ein Nachbar der Harzburger und hatte durch kleine Dienste mühsam ein Bündniß geschloffen, jetzt wünschte er nichts mehr, als mit den gefährlichen Herren Frieden zu halten. Sein Haus besaß nicht die Festigkeit eines Felsenschlosses, auf dem man jeglichem Uebersall Trotz bieten kann, und wiewohl er viele Knechte und Arbeiter beschäftigte, so waren diese doch hier und da verstreut und zur Vertheidigung nicht jeder Zeit zur Hand. Es schien ihm also ein mißlich Ding, geradezu Feindseliges gegen die Ritter von Swichelde zu unternehmen. Dagegen gehörte er zum Stadtregiment, es war seine Pflicht, mit allen Kräften zu Goslar zu stehen, auch setzte er seinen Stolz darein, wohl angesehen zu sein, wollte also die Wahl, welche auf ihn gefallen, ungern mit schroffen Worten ablehnen. Da gab es nur einen Ausweg; Heinrich mochte statt seiner ausziehen, das fiel nicht so schwer in's Gewicht, als wenn er selber ging.
Mit kläglicher Stimme sprach er von seinem Alter, dem hohen Schnee in dieser üblen Jahreszeit und bat, nicht für ungut zu nehmen, wenn er
Politische Nachrichten.
(Deutschland.) Se. Majestät der K a i s e r conferirte am Montag längere Zeit mit dem Grasen Herbert Bismarck.
S. K. Hoheit Prinz Friedrich Leopold ist, einem Telegramm aus Bombay zufolge, in Ulwar eingetroffen und stattete dem Maharadja einen Besuch ab.
Gegenüber widersprechenden Nachrichten über das Befindendes Reichskanzlers, F ürsten Bis war ck, vernimmt das »D. Tgbl." daß derselbe vor einiger Zeit unwohl gewesen, jetzt aber auf dem Wege der Besserung sich befindet, jedoch großer Schonung bedarf.
In den Ausschüssen des Bundesraths ist die erste Lesung des Entwurfs über die U n f a l l v erst cherung der Seeleute beendet worden und es wird die zweite Lesung in den nächsten Tagen folgen.
Die Weihnachtsvertagung des Reichstags soll wie es heißt, Ende der Woche zu beschließen versucht werden.
Die Befreiung der Theologen vom Militärdienst beantragt die Centrumspartei in der Mili- tärvorlage derart herbeizuführen, daß bis zum vollendeten 26. Lebensjahr Zurückstellung und sodann Befreiung erfolgt, wenn bis dahin die Befähigung zum geistlichen Amt nachgewiesen ist.
Eines der an der S a n s i b a r k ü st e befindlichen deutschen Kriegsschiffe hat sich nach Kismayn begeben, um die Ursache der Ermordung Jühlkes klarzulegen. Die Leiche des Dr, Jühlke ist vor Lanus in das Meer versenkt worden.
»Ein Ruhmes- und Ehrentag für das deutsche Proletariat" soll der nächste Termin der allgemeinen Reichstagswahlen werden. Der Züricher .Socialdemokrat", welcher diese Forderung erhebt, sieht schon die Zeit, in der Arbeiter und Social- democrat gleichbedeutende Begriffe sind. Er er
den Aujtrag ablehne. So sich kein Würdigerer finde, solle man seinen Sohn mit der Botschaft an den Grafen von Heimburg betrauen und Heinrich nach dem Regenstetn senden.
Dies wurde angenommen, und manches Nähere für den neuen Feldzug gegen die Feinde der Ordnung erwogen. Die Haupthülfe versprach man sich von den Göttingeren mit ihren gewaltigen Donnerbüchsen »Scharpegrete" und »Makefrede," diese konnten aber nicht vor der besseren Jahres« zeit über die Berge des Harzes geschafft werden. So sehr man nun auch zürnte und sich nach der Rache an den Uebelthätern sehnte, man mußte den Umständen Rechnung tragen und bis zum Frühlinge Geduld üben. Um nun die Harzburger Ritter nicht zu erbosen und all zu früh mit den Absichten gegen sie bekannt zu machen, verlegte man auch die Aufforderung zum Bündniß gegen die Friedensstörer in den April und hob mit diesem Beschluß die Versammlung auf.
Etliche Tage später zogen die Genossen der Goslarer Festzeit von bannen. In die Stadt kehrte die gewöhnliche stille Betriebsamkeit zurück; vielleicht zeigte Jeder ein noch ernsteres Gebühren denn sonst, da man nicht allein der feierlichen Passionszeit entgegen ging, sondern auch wieder einen schweren Kampf mit den beständigen Feinden des wohlgeordneten städtischen Lebens vor sich sah.
Rainold Tannen siedelte in das »Brusttuch" über und gewann einen festen Platz im Schreibzimmer und am Familienttsche des Kaufmanns. Der Jüngling hatte damit erlangt, wonach sein Sinn