Tiefe ein Zusammenbruch erfolgt, den wir an der Oberfläche als Erdbeben verspüren. Die wichtigeren Bestandtheile hoben sich in ihrer Menge seit 1849, wo auch eine genaue Analyse vorgenommen wurde, in feiner,SBeife verändert, nur Kalk und Bittcrerde haben ein klein wenig abgenommen.
— Berlin, 20. October. Wie die geringfügigsten Ursachen manchmal von ganz verhäng- nibvollen Folgen begleitet sind, zeigt folgender Fall: Der bei einem Schneidermeister in der Lindenstraße beschäftigte Gehülfe G. nähte vor etwa 18 Wochen einem Kunden in Eile einen Knopf an den Rock, ohne einen Fingerhut aufzustreifen. Während des Nähens drückte sich das untere Ende der Nadel mit dem Ohr in den Mittelfinger, so daß einige Tropfen Blut hervorquollen; doch achtete G. nicht weiter auf die kleine Berletzung und setzte später die Arbeit mit dem Nähring fort, welche, nebenbei bemerkt, Bleitutter haben. Nach kurzer Zeit verspürte indeß G. heftige Schmerzen in dem Mittelfinger und am nächsten Morgen war die Hand derart angeschwollen, daß die kleine, an sich unbedeutende Wunde ausgebeizt werden mußte. Doch auch diese Operation blieb ohne den gewünschten Erfolg, es trat im Laufe der vergangenen Woche der Knochenfraß ein und heute steht der Bedauernswerthe vor der schrecklichen Alternative, entweder die Hand amputiren zu lassen, wodurch er zeitlebens seine Existenz verliert, oder aber sein Leben einzubüßen.
— In Aeule bei Menzenschwand trat ein Kaminfeger in die Küche eines dortigen Hauses. Beim Anblick des schwarzen Mannes erschrak ein dort befindliches ^/^ähriges Kind so sehr, daß es rückwärts und zwar in eine mit heißem Wasser gefüllte Pfanne fiel. Schrecklich verbrüht starb das unglückliche Kind zwei Tage daraus.
— (Bier gegen den Kom ma - Bacill us.) Professor Koch hat bekanntlich als die Ursache der asiatischen Cholera den Kommabacillus erkannt. Die Lebensbedingungen dieses kleinen, in seinen Wirkungen so schrecklichen Organismus sind eingehend studirt, und dabei hat man gefunden, daß der Bacillus im Bier in kürzester Zeit zu Grunde fehl. Die Entdeckung Koch's hat für uns, so treibt die „Allgemeine Zeitschrift für Bierbrauerei," lesondere Bedeutung. Während man früher das Bier zur Cholerazeit als schädlich und die Krankheit fördernd ansah, weiß man jetzt, daß in dem Wassergenuß, besonders in dem Genuß des von Hausbrunnen stammenden Wassers die größte Gefahr liegt, ebenso in Nahrungsmitteln, die der Luft ausgesetzt waren und vielleicht durch Staub verunreinigt sind; besonders gilt dies vom Obst. Dagegen ist zur Cholerazeit das Bier nicht nur nicht schädlich, sondern sogar Vortheilhaft. Es kann dadurch nicht nur keine Jusection erfolgen, denn das Wasser darin ist gekocht, und der Bac-llus stirbt im Bier; ja noch mehr: Durch Bierge- nuß würde sogar die Entwickelung von Bacillen, welche in die Berdauungsorgane gelangt sind, verhindert werden. Bemerkenswerth ist, daß im Jahre 1873, als die Cholera in Wien und dessen Umgebung ziemlich stark auftrat, in keiner Brauerei daselbst ein derartiger Krankheitsfall vorkam. Das Bier ist also ein sehr werthvolles Anti-Cholera- Mittel.
— (Wolkenbrüche und Eisenbahnschäden.) Aus Triest wird telegraphirt: „Im Görztschen und namentlich zwischen Görz und
Rechnungs-Abschluß
der
MürnMöN»M Ami Landeck zu Landershansen pro 1. Juli 1886.
Activa. Passiva.
Casse-Bestand . .......
^8
zÄ
12
Mobilien-Conto abzügl. 10°/o Ab-
schreibung........
6313
80
Conto-Corrent-Debitoren ....
2801
70
Reserve-Fonds........
1500
—
Uebernahme einer Actie auf Geschäfts-
Conto . ........
150
—
-
10933
62
Actien-Capital von 60 Antheilen 5°/o Zinsen an die Actionäre . 10°/o Abtrag an die Actionäre Gewinn- und Verlust-Conto .
9000
450
900
583
10933
62
62
Aufgestellt am 15. Juli 1886 und wird vorstehender Abschluß bestehender Vorschrift gemäß hierdurch mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, daß, nachdem der bisherige Actionär und Director, Herr Th. Hehren, seinen Austritt erklärt hatte, am 15. Juli in der Seneralüerfammlunß §err Lud. Licht in Oberlengsteld zum Director gewählt wurde. Die Mitgliederzahl ist sonst intact geblieben.
L lacht, Director. <x. A. Pfaff, Cassirer.
Carmons sind gestern furchtbare Wolkenbrüche niedergegangen, in Folge deren die Bahndämme und die große Brücke über den Tagliamento bedeutenden Schaden erlitten, so daß der Verkehr mehrere Stunden unterbrochen wurde." — Aus Görz selbst wird gemeldet, daß gestern Nachts die Eisenbahnbrücke bei Kaprive nächst Carmons eingestürzt ist. Es hat sich erfreulicherweise hierbei kein sonstiges Unglück ereignet. Der Zugverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Erst gestern wurde ein Erlaß der General-Jnspection der österreichischen Eisenbahnen veröffentlicht, in welchem die sorgfältigste Untersuchung aller Eisenbahnbrücken angeordnet wird.
— (Eine Hochzeit im Jagdkostüm.) Aus London wird berichtet: „Am 14. d. M. vermählte sich Lord Mansfielt, der Stallmeister der Königin von England, mit dem Ehrenfräulein Mand Lookfield. Die Trauungskarten waren überreich mit Jagd-Emblemen verziert, die Braut erschien in der Kirche in einem Reitkleide von weißem Sammt, mit einem weißen Cylinder; die Kanzeljungfern gleichfalls in Reitkostümen. Der Bräutigam und seine Freunde trugen rothe Jagd- Gewänder. Jeder hatte die Flinte in der Hand, die er au der Kirchenpforte zurücklegte. Nachdem die Zeremonie vorüber, fand eine große Jagd auf Hasen und Rebhühner statt, an der die Hochzeitsgesellschaft theilnahm; um 10 Uhr erst entfernten sich die Gäste und das neu vermählte Paar blieb im Jagdschlösse zurück.
— Eine entsetzliche That beging am Donnerstag Abend die Frau eines Fleischers, Namens Francis Leader, in dem kleinen Orte F u l h a m an der Themse. Nachdem sie am Nachmittag Streit mit ihrem Manne gehabt, verließ sie am Abend mit ihren vier Knaben, im Alter von 9, 7, 5 und 3 Jahren und ihrem Säugling auf dem Arm das Haus und begab sich nach der Themse. Unter dem Ausruf: „Wir müssen alle sterben!" stürzte sie sich dann in den Fluß, nachdem sie den Kindern zugerufen, ihr zu folgen. Zwei der Kleinen gehorchten auch wirklich dem Befehl der Mutter und sprangen in die Fluthen. Die übrigen Kinder weinten am Ufer und schrieen ihren Geschwistern vergeblich zu, wieder herauszukommen, bis der älteste Knabe seinem 7jährigen Bruder die Worte der Mutter wiederholte und ihn mit sich in den Fluß riß. Dem Letzteren gelang es, das Ufer wieder zu gewinnen, alle übrigen ertranken.
— New-Aork, 16. October. Nach den neuesten Nachrichten vom Sabinepaß, der kürzlich überschwemmt wurde, sind von den 101 Vermißten 90 ertrunken, und zwar 35 Weiße und 55 Farbige. Die Ueberlebenden sind krank und erschöpft vom ausgestandenen Hunger. Die Stadt halte 150 Häuser, von denen jetzt nur noch 2 stehen. Weiber und Kinder wurden vor den Augen ihrer Gatten und Väter von den Fluthen fortgerissen und ertranken. Das überschwemmte Gebiet ist größer, als man zuerst glaubte. Der Golf scheint sich über das Land in einer einzigen großen Woge ergossen zu haben. Die Wellen prallten gegen den 50 Fuß hohen Leuchtthurm in der Bat. Von allen Seiten kommt den Nothleidenden jetzt Hülfe. Fast die ganze Küste des Kreises Cameron in Louisiana ist überschwemmt worden, 1000 Stück Vieh sind ertrunken und die Ernte ist zerstört.
aaämsiöeis.
Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik- Depot von G. Henneberg (K. u. K. Hof- lief.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei ins Haus.
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Westsicilianische 5 p Ct. Eisenb ah n * Prioritäten von 1880 Em. II. Die nächste Ziehung findet am 2. November statt. Gegen den Coursverlust von ca. 7 pCt. bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus Ca r (Neu- b u r g e r, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 4 Pf. pro 100 M.
Standesamtsbezirk Hersfeld.
Vom 1. bis 15. October 1886. Eheschließungen.
Am I. Jacob Siebert, Weißbinder mit Eva Elisabeth Hohmann dahier.
Geburtsanzeigen.
Am 2. Anna, T. des Gasverwalters Heinrich Reuß. Elise, T. des Tagelöhners Emanuel Schüßler. Sophie Eva, T. des Schlossers Jean Glas. Friedrich Franz Edmund Wilhelm Johann Nicolaus, S. des Protocollsührers Jacob Wilhelm Wille. — 3. Heinrich, S. des Agenten Adam Wolfs. Anna Elisabeth, T. des Tuchmachergesellen Heinrich Heußner zu Heenes. Maria, T. des Schreiners Adam Most. — 4. Christina. T. des Weißbinders Johann Heinrich Ries zu Kalkobes. Elise, T. des WeißbinderS Conrad August Herbst. — 6. Frieda, T. des Weißbindermeisters Wilhelm Bätza. Marie Louise Helene, T. deS Kaufmanns Georg Carl Rudolf Bartholomäus, — 7. Ferdinand, S. des Fabrikarbeiters Carl Baldes. — 12, Catharina, T. des Tuchmachergesellen Friedrich Kühn. — 14. Sophia Maria, T. des Lehrers Wilhelm Reinhard Baumhard zu Heenes. — 15. Jacob, S. des Schieferdeckers Johann Friedrich Christian Ziegler. Anna Maria, T. des Musikers und Künstlers Friedrich Schambcrger auS Struthütten. Emma Gertruds, T. des SchenkwirthS Gottlieb Robert Werk.
Sterbefälle,
Am 1. Heinrich Stephan, Seilerfabrikarbeiter zu KalkobeS, 37 Jahre alt. — 5. Jacob, S. des Fabrikarbeiters Johannes Siebert. 1 Monat alt. — 8. Catharina, Ehefrau des Fabrikarbeiters Thomas Möller, 29 Jahre alt. — 10. Elise, T. des Schuhmachers Johannes Berk, 4 Jahre alt. — 12. Dietrich Kehl, Fabrikarbeiter, 76 Jahre alt. — 13. Ernst Julius, S. des Bücher-Colportcurs Justus Döll» seid, 3 Monate alt. — 13. Adolph, S. des Schuhmachers Adolph Sauer, 4 Jahre alt. — 14. Wilhelm, S. des Fabrikarbeiters Daniel Bütz, 5 Jahre alt. Anna Catharina, T. des Schuhmachers Adolph Sauer, 1 Jahr 7 Monate alt. Maria, Wittwe des Tagelöhners Andreas Burg aus Asbach, 52 Jahre alt, — 15. Heinrich, S. des Schuhmachers Heinrich Göbel, 1 Jahr alt. Johann Theodor, S. der verstorbenen Wittwe Maria Altgeld, 10 Monat« alt. Ritter Haßenpflug, Schäfer aus Heenes, 74 I. alt.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst Sonntag den 24. October. Vormittags: Herr Pfarrer Hosbach. Nachmittags: Herr Pfarrer Schaub.
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Vom 1. November ab erhält die Personenpost zwischen Hersfeld und Mansbach folgenden Gang:
I. von Hersfeld nach Mansbach wie bisher. IL von Mansbach nach Hersfeld. Aus Mansbach 54s früh in Schenklengsfeld 715 Vm. aus Schenklengsfeld 72s Vm. in Hersfeld 95 Vm. Hersfeld, den 21. October 1886. Kaiserliches Postamt. V i g e l i u s.
Syrap, Säst & Mus offerirt
G. A. PfafE
Tapeten
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W. Strippe!.
Reste äußerst billig.