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^crsfrliitr Srtisblitt.
__________Mit wöchentlicher Kratis-Aeikage „Illustrirtes Interl-attungsötatt", Nr. 116. Sonnabend den 2. October 1886.
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Die Expedition.
Amtliches.
Hersfeld, den 25. September 1886.
Bei Prüfung der Gemeinde-Rechnungen ist bemerkt worden, daß seitens einzelner Gemeinden des hiesigen Kreises bei Erhebung der Gemeinde- Umlagen der Fiskus mit seinem in den betreffenden Gemarkungen belegenen Grundeigenthum nach Maßgabe der darauf haftenden Grund- und bezw. Gebäudesteuer zu denselben nicht mitherangezogen worden ist, obwohl solches nach § 3 pos. b. des für die einzelnen Gemeinden genehmigten Statuts über die Erhebung der Gemeinde-Umlagen bezw.
(Nachdruck verboten.)
Aus den Wogen des Lebens.
Novelle von E. Schlegel.
(Fortjetzung.)
-Wenn ich Asta doch einst Alles zuruckerstatten könnte! doch sag' Mutter, willst Du mich wieder lieb haben?"
„Jawohl," antwortete die alte Dame und küßte der Bittenden flüchtig die Wange.
„Mütterchen, Du machst mir eine rechte Freude; aber horch! dort hängt Dein Spiegel, doch ohne Glas, und hier gebe ich Dir einen Thaler. Diesen nimm und kaufe dem Spiegel ein Glas. Mir hat er treue Dienste geleistet und wurde zertrümmert ohne meine Schuld. Es ist Dir ein werthes Andenken noch aus dem Elternhause und deshalb erfülle meine Bitte."
„Kind, wenn das der Vater erfährt; von Dir soll ich nie Geld annehmen."
„Bewahre doch dieses kleine Geheimniß und sprich nicht davon, dann ersährt's Niemand."
„Nun, ich danke und finde es nett von Dir. Doch höre, gute Tochter, Du entsinnst Dich sicher, daß ich vor ungefähr drei Monaten Deinem Gatten ein Hemd des Vaters geliehen; es ging durch die Nachlässigkeit Eurer Waschfrau verloren und heut' muß ich Dich, so.leid es mir thut, darum ersuchen, diesen Gegenstand durch Geld zu ersetzen. Ich bin, wie Du weißt, nicht in der Lage, solche Ausfälle aus meiner Tasche zu decken,
nach dem herkömmlichen Umlage-Erhebungs-Ver- fahren zu geschehen hat.
Die Herren Bürgermeister zu:
Allmershausen, Asbach, Ausbach, Bengen- dors, Biedebach, Friedewald, Friedlos, Frie- lingen, Gersdorf, Gershausen, Gethsemane, Gittersdorf, Goßmannsrode, Hattenbach, Heddersdorf,Heenes, Heimboldshausen, Herfa, Heringen und Leimbach, Hersfeld, Hilmes, Holzheim, Kathus, Kerspenhausen, Kirch- heun, Kleba, Kleinensee, Kohlhausen, Krus- Pis, Lautenhausen, Lengers, Meckbach, Meck- lar, Mengshausen, Motzfeld, Niederaula, Oberhaun, Oberlengsfeld, Obergeis, Petersberg, Philippsthal, Ransbach, Reilos, Rohrbach, Rotensee, Schenklengsfeld, Sieglos, Solms, Sorga, Stärklos, Tann, Unterhaun, Untergels, Unterweisenborn, Widdershausen, Willingshain und Wippershain, in deren Gemarkungen sich fiskalisches Grund- eigenthum befindet, werden deshalb hierdurch angewiesen, alsbald bei dem Königlichen Kataster ffA ^HU>-^ Anfertigung von Grund- find dieses Grundeigenthum zu MMM^Mfl uj^L. Fiskus bei Erhebung der Gemeinde-Umlagen gemäß der aus diesen Auszügen ersichtlichen Grund- und bezw. Gebäudesteuer mitheranzuziehen bezw. denselben in die desbezügliche Liste mitauf- zunehmen. Die Berechnung der Umlagen des Fiskus hat ebenso wie die der übrigen Grundbesitzer zu erfolgen. Im Hinblick auf das die Verjährungsfristen bei öffentlichen Abgaben betreffende Gesetz vom 18. Juni 1840 — Gesetz- Sammlung Seite 140 ff. —, welches durch Gesetz vom 12. April 1882 (Gesetzsammlung Seite 297) im vormaligen Kurfürstenthum Hessen eingeführt ist, will ich jedoch nicht unterlassen, die betreffenden Herren Ortsvorstände darauf aufmerksam zu machen, daß eine Nachforderung von
und so hoffe ich, deutest Du meine Erinnerung nicht übet."
Elisabeth vermochte kein Wort hervorzubringen, sondern reichte schweigend das Geforderte und beugte sich tief herab, um Kiste und Koffer zu schnüren. Dann ein Blick auf die Uhr, ein schnelles, hastiges Ankleiden, zuletzt der Abschied — künstlich auch der letzte Kuß.
„Ich wünsche, daß Dlr's gut gehe!" rief Asta überlaut mit dem Ausdruck eines Befehles und trat festen Schrittes zurück.
Nur der alte Vater legte seine Hand wie segnend auf das Haupt des Kindes und faßte mit der anderen Elisabeth's Rechte. „Du gehst leichten Herzens," sagte er leise; „ich weiß!"
„Liebster Vater, die Freude der Versöhnung baut die Brücke von hier nach dort."
„Bewahre Dir Deine Festigkeit, all' den schmerzlichen Erinnerungen gegenüber, welche Dir auf jenem Fleckchen Erde enlgegenlretcn werden. Geleite Dich Gott, Elisabeth, mein Kind!" —
Lange noch schaute der alte Herr den Davon- ziehenden nach und schüttelte wehmüthig sein weißes Haupt.
Viertes Kapitel.
„Eula," sagte Sam Sebulon Wohringer zu seiner Frau, als sie die Wagenthür geschlossen; „wir müssen unsere ganze Kraft aufbieten, um die Tochter Olrtchs aus dem Wege zu räumen; dieses Weib kann uns gefährlich werden. Du mußt mir helfen mit Deiner bewährten List."
öffentlichen Abgaben nur für das Etatsjahr, in welchem dieselbe geltend gemacht wird, zulässig ist, weshalb es nothwendig erscheint, daß jedesmal bei der Aufstellung der betreffenden Umlageliste die bezügliche Liquidation sofort aufgestellt und mir behufs weiterer Veranlassung (Ertheilung der Richtigkeitsbescheinigung und Absendung an die Königliche Regierung zur Zahlungsanweisung) ungesäumt in duplo eingereicht wird.
Die Vorlage dieser Liquidationen muß spätestens am 1. März jeden Jahres bei mir erfolgen, und ist dieser Termin im Terminskalender sofort zu notiren.
A. Nr. 61. Der Königliche Landrath ___________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 28. September 1886.
Der Königliche Oberförster D i e l s dahier ist heute als stellvertretender Gutsvorsteher für den fiskalischen Forstgutsbezirk Hersfeld-Meckbach von mir verpflichtet worden.
I. Nr. 10524. Der Königliche Landrath _____ Freiherr von Schleinitz.
Der F'^M.LcN.?^ Se'ffsmbpr 1886. Postgehülfe Koschke ist am 13?^Mr^«-- griffen und der zuständigen Gerichtsbehörde über, wiesen worden.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
I. Pertr. v. Rumohr.
An das Kgl. Landrathsamt in Hersfeld. 18602.
* * *
Hersfeld, den 29. September 1886.
Wird mit Bezug auf die Bekanntmachung vom 13. d. Mts. Nr. 10001, Kreisblatt Nr. 109, den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie des Kreises mitgetheilt.
10537. Der Königliche Laudrath
Freiherr von Schleinitz.
„Wenn ich nur wüßte, welchen Weg man ein» schlagen soll, um zu einem bewährten Resultat zu gelangen, Sam;" antwortete Eulalia und stützte sinnend das Kinn in die Hand. „Was sich sagen ließ, habe ich bereits gesagt, doch mir schien es wirkungslos."
„Eine verfluchte Geschichte das; es ist's erstemal, daß ich Jemand fürchte, und nun gar ein Weib! lieber hätte ich einen Verlust Tausender vernommen, als diese Vereinigung."
Ein meilenlanger Weg trennte die Stadtwohnung dieser Beiden von der ländlichen Besitzung, der größte Theil desselben mußte mit Benutzung der Eisenbahn zurückgelegt werden. Während der ganzen Strecke wurde kein Wort gewechselt, Jedes hatte mit seinen Ideen zu thun und arbeitete an einem Plan. —
In einem anderen Coupve zweiter Classe desselben Zuges befand sich der Kaufmann Oppen nebst seiner Frau, einer schrecklich gebildeten und vornehm thuenden Dorfschulmeisterstochter. Er war ein großer, schlanker Herr mit goldenem Pince-nez und kleinen lauernden Augen. Im Uebrigen besaß er die Manieren eines feinen Mannes und war im Umgang sehr leutselig. Seine Verhältnisse waren nach langem Ringen endlich geordnet: das ihm gehörige, seit einem Jahre eröffnete Holz- geschäst brächte einen guten Zins, von dem die frühere Gutsbesitzersfamilie wieder standesgemäß existiren durfte. ~
„Hast Du ihn gesehen?" flüsterte Oppen seiner Frau zu.