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Hersfil-tl Krtislilatt.
Mit wöchentlicher Kratis-Meitage „Issustrirtes Unterhaltungsblatt".
Nr. 115. Donnerstag den 30. September 1886.
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Mit dem 1. October beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfetder Kreisölatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllilstrirtcs Ullterhaltmigs-Blatt."
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Die Expedition.
Amtliches.
Hersfeld, den 23. September 1886.
Im Anschlüsse an meine Bekanntmachung vom 31. Mai d. J. J. Nr. A. 20, Kreisblatt Nr. 68, bringe ich hierdurch weiter zur öffentlichen Kenntniß, daß der Gutsbesitzer Heinrich Hotzbach zu Hof Wersenborn als MitgUed der Körungs-Eom- Mission für den Amtsgerichtsbezirk Friedewald an Stelle des inmittelst verzogenen Gutsbesitzers
(Nachdruck verboten.)
Auf den Wogen des Lebens.
Novelle von E. Schlegel.
(Fortsetzung.)
„Mir geht es schlecht," sagte die Tochter, „das Bitterste aus der Welt ist'S Gnadenbrotr
„Ja! wer aus der Lebensschule seine Wahrnehmungen schöpft, geräth selten aus Täuschung — sie lehrt herbe Wahrheit. Nun habe ich Dir etwas zu bestellen von Papa — denn ich komme auch in seinem Auttrage. Sei verständig und merke auf."
„Mutter, willst Du nicht lieber nach oben gehen, der kalte Zugwind könnte Dir schaden!"
„Nein, Kind, nein! dort hinaus nicht; sprach die Gesragte last hart. „Wir wollen hier aus- und abschreiten, mein Austrag ist bald erledigt. Papa und ich, wir möchten Dich gerne bei uns ausnehmen mit Deinem Kinde; wir wohnen jetzt in S., willst Du kommen?
„Ich wußte Euren Aufenthalt", bestätigte die Tochter und unterdrückte ein schmerzliches Gesicht. „Gern folge ich, da Ihr selbst mich auffordert."
„Gut, so komme! aber nun die Bedingung des Vaters — Lisbeth sei verständig! Der Vater dringt auf Scheidung — und nur um diesen Preis bindet er sich an sein Versprechen."
Frau Elisabeth war todlenbleich geworden, sie preßte die Hände der Mutter so krampfhaft, als wolle sie dieselben nie wieder losgeben. Sie stand beinahe unbeweglich und sümpfte den schweren Entschluß.
Friedrich Sand rock jun. zu Lautenhausen gewählt worden ist.
A. Nr. 130. Der Königliche Landrath ________________Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 27. September 1886.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche noch mit der Erledigung meiner Verfügung vom 7. d. Mts. Nr. 9786 (Kreisblatt Nr. 107) betreffend den Kleinhandel mit Spiritus, im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 4. O c t o b e r d. I. bei Meidung von 3 Mark Strafe erinnert.
Der Königliche Landrath __Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 28. September 1886.
Die Schulstelle zu F r i e l i n g e n wird in Folge Pensionirung ihres seitherigen Inhabers mit dem 1. October er. vacant.
Etwaige Bewerber um dieselbe wollen ihre Mel- dungsgesuche nebst den nöthigen Sitten- und Befähigungs-Zeugnissen innerhalb 14 Tagen bei dem unterzeichneten Schulvorstande einreichen.
Der Königliche Schulvorstand von Frielingen.
Freiherr von Schleinitz,
I. Nr. 10465. Landrath._____________
Gefunden: ein Regenschirm und eine Peitsche. Meldung der Eigenthümer bei dem Ortsvorstand zu Kalkobes.
UslLtische Nachrichten.
(Deutschland.) Aus Baden-Baden wird gemeldet, daß die Kaiserlichen Majestäten sich andauernd des allerbesten Wohlseins erfreuen. Se. Majestät der Kaiser erledigt täglich daselbst in gewohnter Weise die regelmäßigen Regierungs angelegenheiten, nimmt Vorträge entgegen und empfängt auch wohl dort eingetroffene hohe Militärpersonen und Diplomaten.
„Kind, liebes Kind, sei doch nicht so starr! be- denke Eure Noth, bedenke Deinen Knaben; dort eben erträgst Du es nicht länger."
„Dort bleibe ich auch nicht!
„Wo aber willst Du hin? bei uns giebt es für Dich keine Sorge, Du theilst unser Heim, wie Du als Kind gethan, und bist den Deinen tausendmal willkommen — gieb mir Dein Wort, schlag' ein! ich will Dir nicht wehe thun, aber Dein Mann selbst hat einst geäußert, er sei bei der Wahl seiner Frau zu tief herabgestiegen — kehre zurück in Deinen Kreis."
Noch immer rührte die Ermähnte sich nicht. — „Nein!" rief sie plötzlich gellend; nein, Mutter, ich komme nicht zurück!" sprach sie leidenschaftlich und der alte Trotz brach hervor. „Wo ich noch hingehe, weiß ich selbst nicht — lieber dem Verderben entgegen, als mein Wort brechen. Mutter — begreisst Du mich denn gar nicht?"
„Nein, mein armes Kind; aber ich möchte Dir so gern helfen, wenn ich nur wüßte, wie ich es Euch Leiden recht machen könnte — der Vater und Du, das sind zwei harte Steine."
„Versuche es, vielleicht giebt Papa nach!"
„Ei sieh! der alte Mann soll nachgeben, und Du junges Ding willst Deinen Willen haben? Papa hat gar nicht so Unrecht mit seinem Verlangen, er ist sehr erzürnt und hat genügende Ursache dazu."
„Von seinem Standpunkte — vielleicht!"
Dann lebe wohl, Lisbeth!" sagte Frau Olrich und reichte der Tochter beide Hände, indem Thränen
Prinzregent Luitpold wird, wie die „Münchener N. N." melden, zum Besuche des Berliner Hofes nicht schon im October, sondern erst in einem späteren Monat eintreffen.
Der Prinz-Regent von Bayern wird auf seiner Reise durch die bayrischen Städte überall mit großer Begeisterung begrüßt. — Ueber das Befinden des Königs Otto werden in Wiener Blättern beständig die widersprechendsten Nachrichten verbreitet. Bald soll das Befinden wesentlich besser, bald wieder außerordentlich schlecht sein.
Fürst Bismar ck wird, wie der „Magdeburger Ztg." berichtet wird, bis Ende des Jahres oder bis zum Anfang des nächsten Jahres von Berlin fernbleiben und sich entweder in Parzin oder in FriedrichSruh aufhalten.
Die Generalconferenz der europäischen Gradmessung wird am 20. October d. I. in Berlin zusammentreten, um über die Art und Weise der Ausführung der auf früheren Conferenzen, die bekanntlich im October 1883 in Rom und im October 1884 in Washington abgehalten wurden, in Aussicht genommenen Einrichtungen zu beschließen. Diese Einrichtungen betreffen die Fixirung eines einzigen Meridians und die Einführung einer internationalen Zeitrechnung.
In bayerischen militärischen Kreisen wird nach den „Münchener Neuesten Nachrichten" als Einführungstermin des neuen Helmes der 1. Januar 1887 bezeichnet.
Die Verhandlungen wegen Erneuerung des deutsch-schweizerischen Handelsvertrages sollen dem Vernehmen nach Mitte nächsten Monats in Berlin beginnen.
(O e st e r r e i ch - U n g a r n.) Der Präger „Politik" zufolge soll der Rücktritt des Grafen Taaffe bevorstehen, Graf Coronini würde sein Nachfolger sein.
(Frankreich.) Der Wiederzusammentritt
I ihre Augen feuchteten. „Du machst mir das Herz recht sehr schwer, ich wollte Dir helfen! noch ist es Zeit, sprich „Ja!""
„Nein!" antwortete Elisabeth tonlos und hob nicht den Blick vom Boden, als wolle sie dem Antlitz der Mutter ausweichen. „Verläßt Du mich wieder ganz und sehe ich Dich nie wieder? oh, Mutter, was ist's doch so schwer, feine Pflicht zu erfüllen!" —
„Heut' vermag ich Dir nichts darauf zu erwidern, Du kennst Papa. Was in meiner Kraft liegt, Dir Dein Loos zu erleichtern, ohne dem alten Vater zu nahe zu treten, das werde ich thun. In drei Tagen hast Du schriftlichen Bescheid. Behüt Dich Gott, mein liebes — liebes Kind l hier noch ein Geschenk vom Vater für Dich!"
Ein langer, inniger Kuß, und die Frauen trennten sich. Die Zurückbleibende öffnete die Papierhülse und fand drei blanke Krönungsthaler. —
„Deine Unterredung hat ja ziemlich viel Zeit gekostet", lautete oben die Anrede der Räthin.
„Meine Mutter war da! o, wie habe ich mich gefreut."
„So —" sprach Asta gedehnt; woher denn die furchtbare Zärtlichkeit?"
„Was wollte sie von Dir?" fügte die alte Dame schnell und forschend hinzu.
„Mich von hier abholen wollte sie, ich sollte zu den Eltern kommen."
„Wollte, sollte — was sind das für Reden? seid Ihr zu keinem Resultate gelangt ?"
„Bis jetzt nicht l der Aufnahme ging die Ein«