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tlsscliitl Krcissilatt.

Mit wöchentlicher Kratis-Aeitage „Illustrirtes Nntechaktungsötatt".

Nr. 114.

Dienstag den 28. September

1886.

Abonnement-Einladung. .

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 24. September 1886.

Bei Durchsicht des Landwegebau-Etats pro 1887 ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß in der Vertheilung der Landwegebau-Aufgaben nicht überall nach Gleichmäßigkeit bezw. gleichen Grundsätzen verfahren worden ist.

Als Hauptgrund dieser Ungleichmäßigkeiten ist angenommen worden, daß einmal von den Orts-

i Nachdruck verboten.)

Aus den Wogen des Lebens.

Novelle von E. Schlegel.

(Fortsetzung.)

„Wenn es läutet, bitte öffne," bemerkte Asta nach beendeter Toilette. „Ich werde draußen dem Mädchen noch die nöthigen Instruktionen ein* prägen." —

„Haben Sie den Caffee fertig Z Tassen ausge­wischt, keine zerschlagen — aber hier auf dem Teller ist ja der Goldrand zerkratzt!"

„Fräulein, machen Sie doch nicht alle Menschen consus, es wird ja Alles besorgt."

„Sie sind eine grobe Person, schweigen Sie! was ich befehle haben Sie zu thun." Polternd schlug Asta die Thür hinter sich zu und ging in die Stube zurück. Das Mädchen murmelte etwas zwischen den Zähnen und setzte ärgerlich ihre Ar- bett fort.

Drinnen begann der Antritt der Gnädigen. Josepha von Gleichen, eine mit der Tochter im selben Alter stehende Malerin, war die Erste. Von den Dienstboten wurde sie ihres nicht unbe­deutenden Buckels wegen, stets „das Fräulein mit dem Verdruß" genannt. Kurz nach ihrem Er­scheinen folgten auch die anderen Gäste.

Die Räthtn hatte Elisabeth wiederholt zum Hereinkommen auffordern lassen — jetzt war es die höchste Zeit und sie ging selbst, um die Lässige zu holen.

„Es ist doch eine bodenlose Ungezogenheit von

vorständen des hiesigen Kreises in dem dem ständischen Bauamte dahier gemäß diesseitiger Verfügung vom 21. März 1879 Nr. 3596 — im Kreisblatt Nr. 24 — alljährlich bis zum 1. April einzureichenden Verzeichnisse über die in ihren resp. Gemeindebezirken vorhandenen Hand- und Spanndienstpflichtigen alle Pferde, Ochsen und Kühe ohne Rücksicht auf deren Spannfähigkeit mitaufgeführt würden, und zum anderen, daß von denselben nicht diejenige Zahl des Anspannviehes in's Auge gefaßt worden ist, welche der betref­fende Besitzer desselben gewöhnlich und zu seinem eigenen Bedarfe hat.

Um nun eine Gleichmäßigkeit nach dieser Rich­tung hin thunlichst zu schaffen, ordne ich hierdurch an, daß in Zukunft die qu. Verzeich­nisse nicht mehr, wie solches bisher ge­schehen, von den Herren Ortsvorstän- den allein aufgestelltwerden, son­dern daß diese Aufstellung von ihnen unter Hinzuziehung des G e - m e i n d e r a t h s geschieht. A u ch m ü s s e n diese ordnungsmäßigundgewissen- h af t a ufg e stel l te n und summirten Verzeichnisse nach vorheriger öffent­licher (ortsüblicher) Bekanntmachung 8 Tage lang zu Jedermanns Einsicht und eventueller Beschwerdeführung einzelner Einwohner in dem Bür- germeistereilocale offen gelegt und über das Geschehene von den Herren Ortsvorständen auf denselbenent- sprechende Bescheinigungen er­theilt werden.

Nach Ablauf dieser 8tägigen Offenlegungsfrist sind mir sodann die besagten Verzeichnisse nebst den etwa eingegangenen Beschwerden hiergegen, über welch Letztere alsdann diesseits Entschei­dung getroffen wird, bis späte stens zum

Dir, uns warten zu lassen. Die gute Asta befiehlt, daß Du Dein Zimmer verläßt!"

„Schon heute früh, Mutter, erklärte ich Dir, daß ich nicht Theil an Eurer Gesellschaft nehmen werde." t

„Du hast Asta zu gehorchen und solltest ihrer Liebenswürdigkeit danken, daß sie Dich eingeladen."

„Mag Asta Liebenswürdigkeit und Befehl zurück­nehmen — ich komme nicht! Du aber solltest mich am wenigsten zwingen wollen, wo Du weißt, wie es in meinem Herzen aussieht."

„Nicht die Spur von Selbstbeherrschung besttzt Du doch; nicht einmal Dein Gesicht hast Du in der Gewalt, um auf Stunden die Leichenbittermiene abzustreifen."

„Nein, um einem Damenkaffee von Asta beizu- wohnen, werde ich mir auch keine Verstellungskunst aneignen." Die Sprache der jungen Frau zitterte, die letzten Worte klangen rauh — es war die innere Empörung, welche die Stimme so plötzlich veränderte. Den Händen war'S nun nicht mög­lich, die Nadel zu führen, sie blieben müßig und stützten den Kopf. — Die Räthtn würdigte Lis- beth keiner Erwiderung mehr, sondern räumte drinnen schnell und geräuschlos das überzählige Couvert bei Seite.

Der Kreis wurde geschlossen, man begann zu speisen. Auf einem Tischchen, zur Seite der Haus­frau, stand eine elegante Kaffeemaschine. Asta überflog mit prüfenden Blicken die Tafel. „Oh, was ich immer gesagt," dachte sie, auf dem Tische fehlte das bestellte Weißbrot für Frau von Ginster.

1. April eines jedenJahres einzu - reichen.

Die durch die vorerwähnte diesseitige Ver­fügung vom 21. März 1879 Nr. 3596 — im Kreisblatt Nr. 24 — angeordnete Mittheilung an das ständische Bauamt dahier ist nach wie vor zu erstatten; jedoch müssen die einzelnen Angaben in derselben mit denen in dem anher einzusendenden Verzeichnisse genau übereinstimmen.

Auf diese Weise ist den betreffenden Gemeinden schon von vornherein Gelegenheit gegeben, ihr Interesse zu wahren; auch wird der Kreisstand­schaft des hiesigen Kreises, welche den Landwege­bau-Etat zu begutachten hat, brauchbares Material geschaffen.

Der Terminkalender ist hier­nach entsprechend zu berichtigen.

Für das laufende Jahr sind die qu. Verzeich­nisse 2C. in der angegebenen Weise ebenwohl schon aufzustellen und mir bis s p ä t e st e n s zum 11. Oktober d. I. einzusenden.

a. Nr. 134. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 25. September 1886.

Die Ehefrau des Küfers Adam Apel, Anna Martha geb. Kehl von Biedebach, 47 Jahre alt, hat für sich und ihre beiden minderjährigen Kinder um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.

10425. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Komische Nachrichten.

(Deutschland.) Ihre Kaiserlichen Majestäten erfreuen sich in Baden-Baden des allerbesten Wohl­seins und unternehmen bei schönem Wetter täglich Spazierfahrten.

Dieselbe litt am Magen und durfte nie anderes Gebäck berühren. Sie sah die Mutter mit so fürchterlichen Augen an, daß diese wie instinktiv ihr Werk überschaute und im selben Moment auch schon das Zeichen mit der Glocke für das Mädchen ertönen ließ; es erschien Niemand. Alle Damen aßen, nur Frau von Ginster hatte noch nichts. Ein intensiveres Schellen — Keiner kam. Die Räthin erhob sich, Asta ebenfalls, und der Mutter wehrend, sagte sie möglichst ruhig: „Bitte behalte Platz, ich werde gehen; ersuche Tausendmal um Entschuldigung, meine Damen," damit ging sie fort. Schon im Korridor bemerkte sie, daß es in der Küche finster war. Langsam tappend ging sie dem Scheine entgegen, welchen das Mondlicht durch's Fenster warf und dessen Reflex sich an der gegenüberliegenden Wand abzeichnete.

In der Küche prasselte ein lustiges Feuer, die Lampe aber war gelöscht, das Mädchen nicht da. „Verwünschte, eingebläute Sparsamkeitstheorien!" zischelte die Aufgebrachte und eilte im höchsten Mißmuthe nach der Speisekammer, das Weißbrod war dort, das wußte sie. Hastig, unsicher fühlten ihre Hände umher vom Tisch zum Regal, welches an den Seiten entlanglief. Suchend ging sie Schritt vor Schritt; immer heftiger werdend, stampfte sie ein-, zwei-, dreimal mit dem Fuße — und stieß plötzlich einen gellenden Schrei aus. Drinnen entstand ein Aufruhr, alle Damen schnellten von den Stühlen, die Räthin öffnete zitternd die Thür, rief, rief nochmals - Alles still.