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trsftlhrt Krmhlatt

Mit wöchentlicher Kratis-AeitageIllustrirtes Nnterhaktungsötatt'

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Nr. 94

Donnerstag den 12. August

1886

Amtliches.

Cassel, den 5. August 1886.

In Ausführung eines Erlasses des Herrn Mi­nisters der geistlichen, Unterrichts- und Medici- nal-Angelegenheiten vom 30. Dezember 1871 U. 32808 sind seither durch Vermittelung der Kö­niglichen Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen hier über die Entwickelung ,unb den Stand des Volksschulwesens im hiesigen Regie­rungsbezirke von drei zu drei Jahren statistische Uebersichten aufgestellt worden. Nach einem neuerdings ergangenen Erlasse des genannten Herrn Ministers hat sich die Nothwendigkeit er­geben, der fortschreitenden Entwickelung des Volksschulwesens entsprechend, die statistischen Erhebungen theilweise nach anderen Gesichts­punkten vorzunehmen, bei thunlichster Beschränkung auf das Nothwendige doch größere Vollständig­keit, Einheitlichkeit und Gleichmäßigkeit, auch im Beziehung auf die gesummte preußische Unter- richts-Statistik, zu erstreben, die Erhebungen in Anschluß an die allgemeinen Volkszählungen^^ bringen und dieselben auf die gleichem-Perioben auszudehnen.

Für die erste Erhebung in diesem Sinne ist nach Anhörung der statistischen Emtraleommission

der 20. Mal 188 6 als Stichtag angenommen.

Indem ich Euer Hochwohlgeboren 2C. behufs der Vornahme dieser Erhebung hinsichtlich der Schulen Ihres Geschäftsbereichs

von den für den fraglichen Zweck festgestellten Tabellen I. bis IV. je 60 Exemplare hierbei übersende, erwarte ich die Wiedervorlage b i s spätestens zum Schlüsse des lau­fenden Monats.

Waisenhäusern, Anstalten für nicht vollsinnige Kinder und dergl.) mit Einschluß der sämmtlichen Seminar-Uebungsschulen, mit Ausschluß jedoch der Vorschulen der höheren Lehranstalten und der Schulen für noch nicht oder nicht mehr schul­pflichtige Kinder (Kindergärten, ländliche Fort- v«, «lummuHjj vi» ^u^lu.»»^"^»^» tv^v, bildungsschulen, niedere Fachschulen und dergl.) die lose Sammlung der O r i g i n a l-Nachwei- - Soweit derartige Schulen, wie Seminar-Uebungs-

Da die statistische Centralstelle zu Berlin, welche die Bearbeitung des Materials übernehmen wird,

sungen für jede einzelne Schule bezw. für die j schulen, höhere Mädchenschulen u. s. w. in den Schulen eines Schulsystems, einer Stadt und 1 Geschäftskreis der Königlichen Provmzlal-Schul- dergleichen zu erhalten wünscht, so sind die Ein- zel-Nachweisungen, deren Vollzähligkeit und Voll­ständigkeit nach sorgfältiger Durchsicht und Prü­fung von Euer Hochwohlgeboren 2c. zu bescheinigen ist, ungeheftet Mittel st Begleitberichts

kollegien gehören, werden diese Behörden die er­forderlichen Erhebungen veranlassen.

Etwa überschüssige Exemplare der beigefügten Formulare sind alsbald zurückzusenden.

Der Regierungs-Präsident.

In Vertretung: Schwarzenberg.

An die Königlichen Landräthe und die König­lichen Stadtschulinspicienten des Regierungsbe­zirks. Journ. B. 9367.

* *

Hersfeld,*den 11. August 1886.

Vorstehende Verfügung wird den Königlichen Herren Lokalschulinspectoren des hiesigen Kreises zur Kenntnißnahme mitgetheilt mit dem ergebensten Ersuchen, die Ihnen in der Kürze zugesandt wer­denden desbezüglichen Formulare I. bis IV. ge­fälligst entsprechend auszufüllen bezw. ausfüllen lassen zu wollen und mir dieselben sodann unge­säumt, späte stens aber bis zum 24. ^ M t s., wieder zurückzusenden.

an mich einzureichen.

Die nöthigen Erläuterungen und Anweisungen sind auf dem Titelblatte und in der Kolonne Bemerkungen" der einzelnen Tabellen gegeben.

Bezüglich des in die Erhebung einzubeziehenden Gebietes weise ich noch besonders darauf hin, daß sämmtliche im Bereiche des niederen allgemeinen Bildungswesens liegende Schulver- anftaltungen zu berücksichtigen sind. Es handelt sich demnach nicht allein um die öffentlichen Volksschulen, deren Befuch zur Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht erforderlichen Falles er- zwungen werden kann, sondern auch um die über das Ziel der Volksschule hinausgehenden, aber reicht zu den höheremLchrnnflatten ^gehörigen MittelschnlerEund höheren Mädchenschulen (ge­hobene, Rectorats- und dergleichen Schulen),

auf dem Gebiete des niederen und gehobenen S rrtTTf ch u l-Unterrichtes, weiter um alle die­jenigen Schulveranstaltungen, welche nach dem Lehrplane der öffentlichen Volks- und Mittel­schulen arbeiten bezw. ihren Schülern und Zöglingen die von solchen gewährte Schulbildung vermitteln, (Schulen von Rettungshäusern,

J. V.:

________.____H e og, Kreissecretair.

Hersfeld, den 9. August 1886.

Im Anschluß an meine Verfügung vom 22. Juli d. I. Nr. 8084, Kreisblatt Nr. 88, die Anmeldung Unfallversicherungspflichtiger Baube­triebe (Schreiner-, Einsetzer-, Schlosser- ober Anschlägerarbeiten bei Bauten) erhalten die Herren Ortsvorstände die Weisung, die betreffen­den Gewerbetreibenden speciell zur Anmeldung binnen der bestimmten Frist bei Vermeidung der angedrohten Strafe aufzufordern.

8084. Der Königliche Landrath.

J. V.:

Heeg, Kreissecretair.

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Tom Sawyer's Abenteuer.

Nach dem Englischen des Mark Twain. (Fortsetzung.)

Ich freue mich, Becky, daß Du geschlafen hast; sagte Tom, nun bist Du ausgeruht und wir werden den Ausgang finden."

Versuchen können wir's, Tom; ich hatte mich in ein so herrliches Land hineingeträumt. Dahin wird uns unser Weg wohl führen."

Mag sein, vielleicht, vielleicht auch nicht. Faffe nur Muth Becky und dann frisch weiter!"

Sie erhoben sich und wanderten Hand in Hand vorwärts; gern hätten sie die Zeit, die sie nun schon in der Höhle zugebracht, schätzen mögen. Ihrem Gefühl nach waren's schon Tage und Wochen, und doch war es ihnen klar, daß es so lange noch nicht gewesen sein konnte, da ihre Lichte noch nicht zu Ende waren.

Lange nachdem wie lange vermochten sie nicht zu bestimmen sagte Tom, fie müßten leise gehen und horchen, ob sie nicht Geräusch von Wasser hörten sie mußten eine Quelle aufsuchen. Das gelang Ihnen bald und Tom meinte, nun sei es Zeit noch einmal auszuruhen. Beide waren tödt- lich müde; dennoch meinte Becky, sie könne wohl noch etwas weiter gehen und war überrascht, als Tom widersprach. Das war ihr unverständlich. Sie setzten sich hin; Tom befestigte das Licht mit Lehm ihnen gegenüber an der Felswand, beide versanken bald in Gedanken und schwiegen eine^

Zeit lang. Endlich brach Becky das Schweigen.

Tom, ich bin so hungrig."

Er zog etwas aus der Tasche.

Weißt Du noch, was das ist?" sagte er.

Unser Hochzeitskuchen," erwiderte sie und lächelte matt.

Ja wohl ach wäre er doch so groß wie ein Faß es ist alles, was wir haben."

Ich hob ihn von dem Pic-nic auf, wie es große Leute zum Andenken an ihre Hochzeit machen, Tom nun wird er unser"

Sie sprach das Wort nicht aus. Tom theilte den Kuchen; Becky verzehrte ihren Antheil mit gutem Appetit, aber Tom nagte an seinem Stück nur ein wenig. Frisches Wasser, das Mahl zu beenden, war in Fülle vorhanden. Nun, meinte Becky sei es Zeit, die Wanderung fortzusetzen; Tom schwieg eine Weile und sagte dann: Becky, ich muß Dir etwas sagen. Wirst Du's ertragen können?"

Sie erblaßte, erwiderte jedoch, sie könne es.

Nun denn, Becky, wir müssen hier bleiben, weil hier Trinkwasser ist. Unsere Lichte sind bis auf jenes kleine Endchen verbraucht."

Sie brach in lautes Weinen und Klagen aus; alle Versuche Tom's sie zu trösten, waren ver­geblich.

Endlich schluchzte sie hervor:

Tom l"

Nun, Becky?"

Sie werden uns vermissen und nach uns suchen.

»Ja wohl, das werden sie. Gewiß und wahr­haftig?

»Sollten sie uns jetzt wohl schon suchen, Tom?"

Das werden sie wohl; ich hoffe doch."

»Wann werden sie uns wohl vermißt haben. Tom?'

Ich denke mir, sobald als sie an das Fährboot zurückkamen."

Da wird's wohl schon dunkel geworden sein, Tom werden sie's wohl auch gleich bemerkt haben, daß wir fehlten?"

Das weiß ich nicht. Jedenfalls aber wird Dich Deine Mama vermißt haben, als Du nicht zu Hause kamst."

Becky's entsetztes Gesicht brächte Tom zum Be­wußtsein, wie wenig darauf zu rechnen sei. Becky sollte jür die Nacht nicht nach Hause kommen I Beide Kinder verfielen in Schweigen und tiefe Ge­danken; ein neuer Schmerzensausbruch des Mäd­chens zeigte Tom, daß ihr derselbe Gedanke ge­kommen, wie ihm der halbe Sonntag-Morgen konnte vergehen, bevor Mrs. Thatcher erfuhr, daß Becky nicht bei Harpers war. Beide hefteten ihre Blicke aus das Licht und sahen, wie es erbarmungs­los niederbrannte und wegschmolz; sahen, wie zu­letzt nur der Rest des Dochtes dastand; sahen, wie das schwache Flämmchen sich hob und senkte, wieder hob und wieder senkte, wie eine dünne Rauchsaule an ihm emporstieg, einen kurzen Augenblick daran haftete und dann das Grauen vollständiger Nacht sie umfing. , ,

Wie lange es dauerte, ehe Becky wieder zu einer