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crsstldcr Brcishlntt

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Nnterhaltungsölatt".

Nr. 91.

Donnerstag den 5. August

1886.

AöonnemenLs-Zinladung.

Bestellungen auf das

Hersfelder Kreisvlatt mit der wöchentlichen Gratis - Beilage

Jllustrirtes Unterhaltullgsblatt" für die Monate August unv September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land­briefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 2. August 1886.

Im Anschlüsse an meine im Kreisblatt Nr. 123 de 1884 enthaltene Verfügung vom 14. Oc- tober 1884 theile ich den Herren Ortsvorständen des hiesigen Kreises hierdurch mit, daß auch von dem Eisengießereibesitzer und Maschinenfabrikan- ten Herrn W. S exauer dahier Dienstschilder für die Bürgermeisterämter angefertigt und zum Preise von 8,50 Mk. pro Stück angeboten werden.

Denjenigen Herren Ortsvorständen, welche noch nicht im Besitze eines solchen Schildes sind, wird die Anschaffung desselben auf Kosten der betref­fenden Gemeinde hierdurch empfohlen.

8520. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 2. August 1886.

Nach einer Mittheilung des ständischen Bau- amtes dahier haben sich in letzter Zeit durch die vielen gewitterartigen Regen die Fluthgräben so mit Schutt angehäuft, daß die mit denselben in Verbindung stehenden Straßenkanäle verengt worden sind und das aufzunehmende Tagewasser nicht abzuführen vermögen. Auch sollen in den

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Tom Sawyer's Abenteuer.

Nach dem Englischen des Mark Twain.

(Fortsetzung.)

Als die Söhne Wallisers fort waren, beruhigte ihn der Alte.

Sie werden Dich nicht verrathen und ich auch nicht. Aber warum willst Du nicht, daß da­von gesprochen wird?

BHuck wollte sich darüber nicht weiter auslassen; er sagte nur, daß er von dem einen der beiden schon genug wisse, und um keinen Preis der Welt wünschen könnte, daß der Mann erfahre, er wisse um 'ihn Bescheid, der Kerl würde ihn dann be­stimmt todt schlagen. Nochmals versprach der alte Mann, das Geheimniß zu bewahren, und sagte dann: _ r,

Aber, wie kamst Du dazu, diesen Menschen nachzuschleichen? Kamen sie Dir verdächtig vor?"

Huck schwieg eine Weile und überlegte seine Ant­wort. Dann erwiderte er:

Ja, sehen Sie, mir geht es so zu sagen recht miserabel alle Welt sagt's, und ich kann dem nicht widersprechen da kann ich denn zuweilen, wenn ich so darüber nachdenke, nicht schlafen und sinne und grüble, wie ich es anzufangen hätte, um ein anderes Leben zu beginnen. So ging es mir auch in der verflossenen Nacht; schlafen konnte ich nicht und so wanderte ich denn in meinen Gedanken um die Mitternacht Straß' auf, Straß' ab, bis ich an die alte verfallene Ziegelscheune bet dem

Ortschaften mehrfach die Kandeln nicht gehörig gereinigt werden.

Die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemein­den 2C. des Kreises, wo derartige Mißstände be­stehen, erhalten hierdurch die Weisung, für deren sofortige Beseitigung Sorge zu tragen.

8579. Der Königliche Landrath ___Freiherr von Schleinitz.

Hersseld, den 2. August 1886.

Der Schneider Johann Georg Mentel von Untergeis hat für sich und seine Familie um Entlassung aus dem diesseitigen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht. 8585. Der Königliche Landrath ___ Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 4. August 1886.

In den nächsten Tagen wird eineKollecte zum Besten der Kolonie für Epileptische B e t h e l bei Bielefeld eingesammelt werden.

$Ut Rücksicht auf die segensreiche Wirksamkeit dieser Anstalt, in welcher die Unglücklichsten der Unglücklichen Aufnahme und liebevolle Pflege finden, wird den Herren Bürgermeistern des Kreises empfohlen, dem Sammler angemessene Beiträge aus den Gemeindekassen zahlen zu lassen. Die Anforderungen an die Anstalt wachsen täg­lich, und nur, wenn ihr reichliche Mittel zufließen, kann dieselbe bestehen und den Hülfesuchenden Beistand gewähren.

Der Königliche Landrath.

I. V.: Heeg.

Aus England

werden jetzt die letzten, das T o r y - M t n i st e r i u m S a l i s b u r y vervollständigenden Ernennungen gemeldet. Im allgemeinen wird das Ministerium, ohne eine besondere Fülle von glänzenden Besähi- I gungen in sich zu schließen, einen soliden, respec-

Mäßigkeits-Gasthofe kam. Da drückte ich mich in meine Gedanken versunken in eine E^e. Da schlüpfen denn diese beiden Kerle dicht an mir vor­bei ; der eine trägt was unter dem Arm; ich denke natürlich, daß sie das gestohlen haben. Der eine rauchte; der andere wollte gerade, als sie vor mir waren, Feuer haben; so standen sie still und ich konnte bei dem Schein der Cigarren sehen, daß der größere von ihnen der taubstumme Spanier mit dem weißen Backenbart und dem Pflaster auf dem Auge war, während mir der andere ein schmieriger, verlumpter Hallunke zu sein schien."

Was, bei dem Scheine der Cigarren konntest Du die Lumpen erkennen?"

Dieser Einwurf machte unsern Huck etwas stutzig; doch erwiderte er rasch:

Na wie es zuging, weiß ich nicht recht, aber es kam mir doch so vor, als ob ich's gesehen hätte."

Dann gingen sie also weiter. Du"

»Ich ging ihnen nach, allerdings. Ich wollte sehen, wohin das hiuauslief; denn mir kam das verdächtig vor. So schlich ich ihnen bis an den Thorweg der Wittwe nach, da hielt ich mich in der Finsterniß zurück und hörte nun alles, was sie mit einander sprachen. Der Zerlumpte legte für die Wittwe ein gutes Wort ein, aber der Spanier verschwor sich, daß er ihr das Gesicht verschänden wolle, wie ich Ihnen und Ihren zwei

Der Taubstumme sagte das alles?"

Da hatte Huck sich schon wieder schrecklich ver­plappert. Um keinen Preis der Welt sollte der

tablen und zu guten Erwartungen berechtigenden Charakter tragen. Bezüglich der auswärtigen Politik, deren Gebiet für unsere Beurtheilung ja besonders ins Gewicht fällt, ist aber aus den Aeuße­rungen einzelner Blätter, welche Salisbury nahe stehen, schon jetzt mit hinreichender Bestimmtheit zu erkennen, daß das neue Ministerium eine ernst­liche und dauernde Annäherung an die beiden mitteleuropäischen Kaiserm ächte und Italien anstrebt und mit dieser Allianz ein Gegen­gewicht gegen etwaige Angriffsneigungen sowohl Frankreichs wie Rußlands schaffen will.

Mit dieser Tendenz, soweit sie, wie nicht zu be­zweifeln, einen rein friedlichen Charakter trägt, können wir uns sehr wohl zufrieden erklären: nur wird einerseits abzuwarten sein, ob es dem Mini­sterium Salisbury wirklich gelingt, feste Wurzeln in England zu fassen und Gladstone endgiltig ab- zufertigen; sodann kann es uns aber auch selbst­verständlich nicht in den Sinn kommen, unsere freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland preis- zugeben, so lange Rußland selbst sie ehrlich erwidern will. In dieser Hinsicht haben wir allerdings schon seit Jahren Anlaß, uns allerhand Besorgnissen hinzugeben und die Entwickelung der Dinge in Rußland, so weit es sich um die Stellungnahme der öffentlichen Meinung Deutschland gegenüber handelt, mit aufrichtigem Bedauern zu verfolgen. In einem großen Theil der russischen Presse sind die zum Theil wüstesten und .gehässigsten Ausfälle gegen uns ständige Tageskost; aus den Kreisen der russi­schen Officiere und Generale werden wiederholt Stimmen mitgetheilt, in denen sich ganz derselbe Geist leichtfertigen Dünkels und anmaßenden Ueber- mulhs, der zu einem Spaziergang nach Wien und Berlin drängt, offenbart, wie er uns bei unseren westlichen Nachbarn unmittelbar vor 1870 begegnet ist; und solche Verbrüderungsscenen, wie sie sich vor der Statue Chanzys zwischen dem russischen Militär-Attachä und den französischen Revanche­

alte Mann von ihm erfahren, oder auch nur den leisesten Wink bekommen, wer derSpanier" war; und dennoch verwickelten ihn seine Worte in immer neue Verlegenheiten. Verschiedene Versuche sich herauszuziehen, mißlangen völlig; das Auge des alten Mannes war fest auf ihn geheftet und das machte ihn immer verwirrter. Endlich unterbrach ihn der alte Walliser:

Mein Junge! vor mir brauchst Du keine Angst zu haben.; ich lasse Dir kein Haar auf dem Haupte krümmen. Nein, nein, ich werde Dich in Schutz nehmen."

Daß der Spanier nicht taubstumm ist, das hast Du Dir entschlüpfen lassen und das ist nun sicher, Du magst es drehen und wenden wie Du willst. Du weißt etwas von ihm, was Du verschweigen willst, nun sage mir, was das ist, vertraue Dich mir an: ich werde Dich nicht verrathen noch be­trügen."

Huck blickte in des alten Mannes ehrliche Augen, dann beugte er sich zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr:

Er ist kein Spanier, es ist Jnjun Joe!

Der alte Walliser fuhr von seinem Sitz empor. Nun ist mir alles klar. Das Nasen- und Ohren- abschneiden, von dem Du erzähltest, hielt ich für eine von Dir der Geschichte gegebene Ausschmückung, da Weiße sich in dieser Weise nicht rächen. Aber ein Indianer! Das ist ganz etwas anderes, aller­dings.

So setzte sich, während sie beim Frühstück saßen, das Gespräch fort. Im Laufe desselben theilte