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Nr. 89. Sonnabend den 31. Juli 1886?
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Hersfelder Kreisdtatt mit der wöchentlichen Gratis - Beilage „Mustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Kotttische Nachrichten.
(Deutschland.) Zum Besuche Sr. Majestät des Kaisers kommen Prinz Wilhelm und seine Gemahlin am 7. August von Reichenhall nach Gastein, um auch während der Zusammenkunft des Kaisers mit dem Kaiser Franz Joseph dort Aufenthalt zu nehmen.
Fürst B i s m a r ck wird in jedem Falle von Gastein nach München gehen, um dem Prinzregenten seine Aufwartung zu machen. Ueber die Reise und die Ankunft des Fürsten Bismarck in Gastein ist noch keine bestimmte Entscheidung getroffen.
Für dasHundertmillionen-Gesetz wird dieJm- mediat-Commission bald nach dem 1. August durch den Vorsitzenden, den neuen Oberpräsidenten von Posen, Grafen Zedlitz-Trützschler, zusammenberufen werden.
Das Urtheil im Freiberger Socialistenproceß gegen Bebel, v. Vollmar und Genossen, soll am 4. August veröffentlicht werden.
Die deutschen Postdampfer nach Ostasien und Australien sind, wie das „D. Tgbl." hört, schon Lei den ersten Fahrten auch von fremden Postverwaltungen zur Versendung von Briefsäcken in erheblichem Umfange benutzt worden. Neuerdings hat auch die japanische Postverwaltung
(Unbefugter Nachdruck verboten.) Hom Sawyer's Abenteuer.
Nach dem Englischen des Mark Twain.
(Fortsetzung.)
Da fiel nun Tom plötzlich ein, daß Huck möglicherweise gerade die Nacht kommen könnte, um seine Mitwirkung zu fordern, was seine frohen Erwartungen begreiflicherweise sehr herabstimmte. Doch konnte er sich nicht entschließen, dem Spaß bei der Wittwe Douglas zu entsagen. Und warum sollte er ihn ausgeben — so argumentirte er weiter —, da das Signal in der vorigen Nacht nicht erfolgte, so war es unwahrscheinlich, daß es in dieser Nacht kam. Das ihm sichere Vergnügen für den Abend stach den unsicheren Schatz aus; er beschloß, der Neigung zu folgen und den ganzen Tag nicht mehr an den Kasten mit Geld zu denken.
Drei Meilen unterhalb der Stadt legte die Dampffähre an dem Ausgang einer bewaldeten Thalsenkung an. Die Schaar schwärmte aus Land und bald wiederholte das Echo der Wälder und felsigen Höhen die lustigen Rufe und das Gelächter der Kinder. Nichts wurde unversucht gelassen, um sich so heiß und so müde zu machen als möglich, und nachdem solches in befriedigendster Weise erreicht war, sammelten sich die kleinen Herumtreiber, mit dem ungewöhnlichsten Appetit ausgerüstet, und machten sich an die Vertilgung der Eßwaaren. Ruhe und heiteres Geplauder im Schatten breit- ästiger Eichen folgte dem Festmahl. Plötzlich rief einer;
die nöthigen Maßnahmen getroffen, um mittelst der deutschen Postdampfer Briefsäcke aus Joko- hama, Kobe, und Nagasaki nach verschiedenen Ländern des Weltpostvereins regelmäßig befördern zu lassen.
Maßregeln gegen die Zigeunerbanden, deren Zuzug überhand nimmt, sind soeben vom Ministerium angeordnet worden. Die Verordnung sucht vorweg etwaigen Zweifeln zu begegnen, welche Personen unter den Begriff „Zigeuner" fallen, da schon die äußere Erscheinung, der Gebrauch einer fremden im deutschen Reichsgebiete nicht gesprochenen Sprache, der Mangel eines festen Wohnsitzes und das Ausüben bestimmter Beschäftigungen wie Kesselflicken, Drahtbinden, Seiltanzen, Wahrsagen, Kartenlegen und ähnliches meist einen zuverlässigen Anhalt bieten werden. Mitglieder von Zigeunerbanden, welche sich einer Uebertretung der Strafgesetze schuldig machen, sind zu verhaften und sofort zur gerichtlichen Haft zu überweifen. Nach der Haftentlassung erfolgt Ausweisung, wie denn auch alle ausländischen Zigeuner über die Landesgrenze gewiesen werden müssen. Die Kosten trägt die Staatskasse, falls der Festgenommene sie nicht zahlen kann.
(Oesterreich-Ungarn.) Das Kriegsmini- sterium beschloß, zu den größeren Manövern keine Berufs-Journaltsten mehr zuzulassen und bestellte ein ausschließlich aus Militärs bestehendes Preß- büreau, welches auch im Kriegsfalle die militärische Berichterstattung für die gesammte Presse besorgen wird.
(Frankreich.) Daß es auch in Frankreich noch Leute gibt, die den General B o u l a n g e r nach seinem wahren Werth taxiren, zeigt folgende Aeußerung des „Journal des Debats:" „Für uns ist der General Boulanger nur ein in die Re- clame verrannter Soldat, welchem es passiren kann, daß die Pistolen, mit welchen er schießt, nicht losgehen. Im Auslande aber gehen Pistolenschüsse
„Wer geht mit in die Höhle?"
Alles wollte mitgehen. Ganze Packen Lichte wurden hervorgeholt und sofort kletterte die ganze Gesellschaft den Hügel herauf. Hoch oben am Berge lag die Mündung der stch in Form eines Dreiecks öffnenden Höhle, deren schwere eichene Thür offen stand. Vornan war ein kleiner kammer- artiger Raum, kühl wie ein Eiskeller, von dessen aus Kalkstein gebildeten Wänden das Wasser tropfte. Der Blick aus dem düstern Raum hinab in das helle sonnenbeglänzte Thal war höchst malerisch und das Geheimnißvolle des Ortes übte seinen Zauber. Doch hielt der Eindruck nicht lange vor und die laute Lust gewann wieder die Oberhand. Sobald ein Licht angezündet war, begann der Kampf und tapfere Vertheidigung, bis es unter allgemeinem Gelächter ausgeblasen oder dem Eigenthümer entrissen war. Auch dieses Spiel fand sein Ende und nun zog die Gesellschaft in Procession den steil abfallenden Hauptgang hinab. Das flackernde Kerzenlicht erleuchtete die sechzig Fuß hohen Felswände fast bis zur Wölbung; die Breite des Ganges beschränkte sich auf acht bis zehn Fuß. Zu beiden Seiten zweigten sich unzählige ebenso hohe, aber noch engere Stollen ab; denn die Mc, Douglas Höhle war ein vollständiges Labyrinth krummer sich kreuzender Gänge. Viele Tage und Nächte konnte man, der Sage nach, dieses Gewirr von Spalten und Höhlen durchwandern, ohne an das Ende zu gelangen; tiefer und immer tiefer konnte man hinabsteigen in die Erde und man entdeckte immer neue Labyrinthe
los und diese grobe Reclame, über die wir lächeln, findet leichtgläubige Leute, die sich darüber Sorgen machen."
(England.) Die Note Gladstones, welche gegen die Aufhebung des Freihafens von Datum Verwahrung einlegt, ist sämmtlichen Großmächten und Mitunterzeichnern des Berliner Vertrages zur Kenntnißnahme mitgetheilt worden. — Die Grenz- regulirung in A f g h a n i st a n ist wieder einmal ins Stocken gerathen. Die Russen fordern einen größeren District, den England ihnen nicht zugestehen will. England wird wohl schließlich um des lieben Friedens willen klein beigeben.
(Holland.) Der Amsterdamer Krawall, bei dem doch mehr Blut geflossen ist, als die ersten Berichte vermuthen ließen, hat durchaus keinen politischen Charakter. Die Polizei verbot eine althergebrachte barbarische Volksbelustigung der folgenden Art: Ueber den Kanal wird ein Strick gespannt, an dem man einen lebenden Aal mit dem Kopfe befestigt. Unten gleiten nun die Kähne hinweg, deren Insassen nach dem Aal greifen und ihn herunterzureißen suchen; dies Bemühen wird so lange fortgesetzt, bis der Rumpf des Aals vom Kopse abgetrennt ist. Der, dem dies gelingt, erhält einen Preis. Dieses „Fest" sollte wieder stattfinden; die Polizei jedoch ließ den Strick zerschneiden; darüber entstand die Empörung, die einen so blutigen Charakter annahm und zum Barrikadenkampf führte. Im Ganzen find bei den Unruhen 25 Personen getödtet, und gegen 90, darunter 40 Polizeibeamte verwundet worden.
(Spanien.) Die Deputirtenkammer beschloß in ihrer Montagssitzung die vollständige Jnfrei- Heitsetzung der 26 000 Negersclaven der Insel Cuba, welche noch in einem Abhängigkeitsverhältntß zu ihren früheren Herren stehen. (Zwischen Beschluß und Ausführung liegt aber gewiß noch eine gute Strecke Wegs.)
I (Rußland.) Aus Warschau wird gemeldet,
unter den vorhergehenden. Die ganze Höhle zu kennen war unmöglich.
Unter den jungen Leuten waren wohl manche, welche einen Theil derselben kannten; jedoch hütete man sich im allgemeinen, sich über den „bekannten" Theil hinauszuwagen. Tom kannte sie nicht mehr oder weniger, als alle anderen.
Der Zug bewegte fich eine lange Strecke des Hauptganges geschlossen vorwärts, dann aber sonderten sich einzelne Paare oder Trupps ab, schlüpften in die Seitengänge, durcheilten die unheimlichen Hallen und trafen unvermuthet an Punkten, wo die Gänge sich durchkreuzten, wieder zusammen. Ohne den „bekannten" Theil der Höhle zu verlassen, gelang es einzelnen Partien, halbe Stunden lang einander auszuweichen. Doch kehrte nach und nach ein Trupp nach dem andern, athem- los, jubelnd, von oben bis unten mit Talg be- tropft, mit Lehm beklebt, aber voller Entzücken über den genußreichen Tag zur Mündung der Höhle zurück. Alle waren erstaunt, daß der Tag bereits der Nacht gewichen sei; schon eine halbe Stunde lang hatte die Schiffsglocke unaufhörlich geläutet, doch war der Beschluß höchst romantisch, also befriedigend gewesen. Die verlorene Zeit, welche nur der Kapitän des Schiffes beklagte, war der wilden Gesellschaft keinen Dreier werth.--
Huck hatte, als die Lichter des Fährbootes über der Werst blinkten, seine Wache bereits bezogen. An Bord war alles still, denn die ganze Gesellschaft war so ruhig, wie man in der Regel zu sein pflegt, wenn man bis zum Tode ermüdet ist. Er