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fjtrsftlötT Kreisblatt.

Mit wöchentlicher Hratis-IeilageIllustrirtes AnterhattungsölaLt".

Nr. 83.

Sonnabend den 17. Juli

1886.

Ä

23^7 Bestellungen auf dasKreisblatt" werden noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstal­ten, Laudbriefträgern und von der Expedition ent- gegengenommen,

Amtliches.

Hersfeld, den 14. Juli 1886.

Der von dem ständischen Bauamte dahier auf­gestellte Landwegebau - Etat für den Kreis H e r s f e l d pro 1887 liegt vom 20. Juli d.J. ab vierzehn Tage lang zur Ein­sicht Der OrtSvorstänve des Kreises offen und zwar:

1) für die zum ersten Aufsichtsbezirke gehörigen Gemeinden 2C. Aua, Allmershausen, Biedebach, Friedlos, Gittersdorf, Heenes, Hersfeld, Atecklar, Meckbach, Meisebach, Obergeis, Reilos, Rohrbach, Tann, Untergeis imGes chästslokale des Königlichen Landrathsamtes.

2) für die zum zweiten Aufsichtsbezirke gehörig, gen Gemeinden Allendorf, Asbach, Beiershausen, Engelbach, Gersdorf, Gershausen, Goßmanns- rode, tzattenbach, Hilperhausen, Holzheim, Kem- merode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kohl­hausen, KruSpis, Mengshausen, Niederaula, Reckerode, Reimboldshausen, Roßbach, Rotterte- rode,Solms,Stärklos, Willingshain im Bür - germeistereilokale zu Niederaula.

3) für die zum dritten Aufsichtsbezirk gehörigen Gemeinden Petersberg, Wilhelmshof, Oberrode, Sorga, Kathus, Wippershain, Bingartes, Unter­haus Rotensee, Oberhaun, Sieglos, Eitra, Mal- komes, Dünkelrode, Schenksolz, Lampertsfeld, Schenklengsfeld, Conrode, Landershausen, Wüst- feld im B ürgermeiste reiloka le zu Wippershain. £-*» , . . a ....... ............ mi

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Tom Sawyer's Aöenteuer.

Nach dem Englischen des Mark Twain.

(Fortsetzung.)

Huck schlief bei gutem Wetter auf Treppenstufen und bei Regen in einem leeren Faß, er war nicht gezwungen, in die Schule oder in die Kirche zu gehen, hatte niemand seinen Herrn zu nennen, brauchte niemand zu gehorchen, konnte fischen und baden wann, und so lange ausbleiben, wie er wollte, prügelte sich nach Gelegenheit und Neigung und blieb Abends so lange auf, als er Lust hatte. Im Frühjahr war er immer der erste, der baarsuß ging, und im Herbst der letzte, der die Schuhe anzog; er brauchte stch nie zu waschen oder andere Kleider anzulegen; dabei konnte er merkwürdig fluchen, schimpfen und rauchen. Mit einem Worte: er hatte alles was einem Jungen das Leben verschönt und begehrenswerth macht. Daß er oft hungrig schlafen gehen mußte, daß ihm immer zuerst alle Missethaten, wie Knaben sie zu begehen pflegten, als eingeworfene Fensterscheiben und dergleichen, zur Last gelegt und häufig ohne Untersuchung und Urtheil durch Maulschellen und Stockprügel ge­ahndet wurden, daß er viele einsame Stunden hatte, wo er sich recht verwaist und verloren vorkam, kam dabei nicht in Betracht.

Die mit der oben erzählten Gerichtsverhandlung etwa gleichzeitig eintretenden großen Sommerschul- ferten brachten in Huckleberry's Lebensweise keine Veränderung hervor; sie hatten für ihn, den Schul-

4) für die zum vierten Aussichtsbezirke gehörigen Gemeinden Friedewald, Hilmes, Hillartshausen, Kleinensee, Lautenhausen, Motzfeld, Oberlengs­feld, Unterweisenborn, Wehrshausen imBür- g ermeisterei l okale zu Fri ed ew ald.

5) für die zum fünften Aufsichtsbezirk gehöri­gen Gemeinden Ausbach, Bengendorf, Gethse- mane, Harnrode, Heringen, Heimboldshausen, Herfa, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Nansbach, Unterneurode, Wölfers- hausen und Widdershausen im Bürger- m ei ste reil o k a l e zu P h ilipp st hal.

Die Herren Ortsvorstände wollen diesen Etat während der besagten Zeit daselbst einsehen und sich in Betreff der für Ihre bezüglichen Gemein­den vorgeschlagenen Etatssätze sofort schriftlich beim Landrathsamt erklären, indem sonst ange­nommen werden muß, daß Einwendungen dagegen nicht zu erheben sind und dem in der Kürze ein- berufenen Kreistage bei Vorlage des Etats hier­von Kenntniß gegeben wird.

A. Nr. 53. Der Königliche Landrath Freiherr von

politische Nachrichten.

(Deutschland.) Se. Majestät der Kaiser ist bereits am Mittwoch auf der Insel Mainau (im Bodensee) eingetroffen. In Konstanz^ftrüff festlicher Empfang statt.

Prinz-Regent Luitpold fährt dem Kaiser bis Augsburg entgegen, woselbst feierlicher Empfang stattfindet. Mit Rücksicht auf die bayrische Hof­trauer wird der Kaiser in München keinen längeren Aufenthalt nehmen, sondern die König­liche Familie nur am Bahnhof begrüßen.

Die nächste Sitzung des Bundesraths ist noch völlig unbestimmt, da die Vorarbeiten namentlich wegen der Ausführungsbestimmungen zur Zucker­steuervorlage noch nicht abgeschlossen seien.

zwanglosen, keinen Reiz, einen desto größeren für Tom, Der mit allen übrigen schulpflichtigen sie als die schönste Zeit des Jahres feierte. Jetzt konnten alle Unternehmungen, die bis dahin wegen Mangel an Zeit hatten aufgeschoben werden müssen, vom Stapel gelassen werden; Bootfahrten und Fischerei­expeditionen ohne Zahl, Entdeckungsreisen auf die Inseln im Mississippi und Spiele wie See- und Landräuber, Festungsbaulen und Vertheidigungen im grandiosesten Maßstabe konnten ins Leben treten. Den Glanzpunkt der Vergnügungen erwartete man von einem großen Picnic, einer Landpartie in die jenseit des Mississippi gelegenen Berge, den Becky Thatchers Eltern zu veranstalten versprochen. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo Toms Genius sich völlig entfalten konnte.

1. Kapitel.

In dem Leben jedes richtigen Jungen kommt eine Zeit, in welcher ihn die brennende Begierde, irgendwo nach verborgenen Schätzen zu graben, erfaßt. Eines Tages überkam sie auch Tom Sawyer. Sofort machte er sich auf, um Joe tzarper auszusuchen; jedoch vergebens. Ebenso­wenig war Bey Rogers aufzutreiben, beräum Fischen aus war. Da stößt er aus Huck Finn, die Rothhand. Der war dazu zu brauchen. Er führte ihn abseits und machte ihm die erforderlichen vertraulichen Eröffnungen. Huck war alle Zeit bereit, sich an jeder Unternehmung zu betheiligen, welche Aussicht auf Unterhaltung bot und kein Kapital erforderte, da ihm die Art Zeit, welche

Die neue subventionirte australische Post­dampferlinie ist ebenfalls eröffnet. Der Dampfer Salier" hat am Mittwoch seine Reise von Bremerhaven nach Australien angetreten.

Der Verein für Social-Politik wird sich in seiner nächsten, in Frankfurt tagenden General­versammlung mit Gegenständen von allgemeinem Interesse befassen. So wird insbesondere über dieWohnungsnoth der ärmeren Klassen in Großstädten", wie auch über die Frage derEr­haltung des mittleren und kleinen ländlichen Grundbesitzes" berathen werden.

General von der Goltz, an dessen angeblichen Austritt aus türkischen Diensten allerlei Kombi­nationen geknüpft wurden, hat, wie dasW. Frd.-Bl." schreibt, auf ausdrücklichen Wunsch des Sultans sich bewegen lassen, seinen Contrakt äus weitere drei Jahre zu verlängern.

Zur Frage der Gefängnißarbeit bringt die Rh. Wests. Ztg." aus Remscheid eine Mitthei­lung, nach welcher die Arbeitgeber und Arbeiter der Lastingschäftefabrikation der Gemeinden Burg, Dabringhausen, Dhünn, Wermetskirchen, Bur­scheid und Köln auf ihre an den Reichskanzler gerichtete Bittschrift eine Antwort vom Mi­

nisterium des Innern erhielten, welche den Bitt- stellery^ie- Kündigung der wegen dieses Arbeits­zweiges seitens der Strafanstaltsdirektionen ge­schlossenen Contrakte zugesagt. Davon sei nur die Strafanstalt Ziegenhain ausgeschlossen, weil der dortige Arbeitsbetrieb bereits mit Rücksicht auf die Plüschweberei im Kreise Solingen seiner Zeit beschränkt worden ist.

(Frankreich.) In der Provinz sind die Mo­narchisten und Republikaner handgemein geworden. In Armentiere hielt Paul Cassagnac eine Rede, die nicht nach dem Geschmack der Republikaner war. Es kam zu heftigen Straßenscenen, der Revolver spielte eine Rolle und es setzte mehrere Verwun­dungen. Die vereinigte Gendarmerie der Umgegend

nicht Geld ist, in beängstigendem Ueberfluß zur Verfügung stand.

Also, sollen wir nachgraben?" fragt Huck.

Oh, ziemlich überall."

Was? ist es denn überall vergraben."

Nein, das gerade nicht. Schätze sind an höchst aparten Stellen verborgen, Huck. Zuweilen auf Inseln, oder in verrotteten Kisten, unter Wurzeln abgestorbener alter Bäume, da, wo im Mondschein um Mitternacht der Schatten hinfällt; meistens in Häusern, in denen es spukt, unter dem Fußboden."

Wer versteckt sie denn das"

Werd natürlich Räuber; wer sonsts Meinest Du etwa die Vorsteher von Sonntagsschulen s"

Was weiß ich s ich würde keinen Schatz ver­graben, wenn ich einen hätte. Ich gäbe ihn aus und machte mir einen guten Tag davon."

Ich auch; aber Räuber machen das immer anders. Die verstecken den Schatz und lassen ihn liegen."

Kommen sie denn nie und holen ihn ab."

Nein. Zwar haben sie immer die Absicht, aber sie vergessen in der Regel die Merkmale, an denen sie ihn wieder auffinden wollen, oder sie sterben darüber hin. Da liegt er denn lange lange Zeit und wird rostig; zufällig findet dann irgend je­mand einen alten, gelben Zettel, auf dem die Merkmale ausgeschrieben sind; an solchem Zettel kann man aber wochenlang studiren, weil die Schrift meistens aus Zeichen und Hyrklistken be­steht."

Hyr was!"