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da Major Sattrein als Erstürmer des Schlosses Chambord, welches er am 9. December 1870 mit drei Officieren und 54 Mann in einem kühnen An­griff nahm, einen bekannten Namen hat. Es wurden damals 4 Geschütze erbeutet und gegen 300 Gefangene gemacht.

Em s, 4. Juli. Heute hat hier die große Ruder-Regatta stattgefunden, welcher der Kaiser mit dem Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin und deren Gefolge, sowie anderen distiuguirten Badegästen von der Veranda des Cursaales beiwohnte. Der vom Kaiser ge- stistete Ehrenpreis wurde von der Frankfurter Germania" gewonnen.

Blankenburg am Harz, Ende Juni. An den in diesem Herbste hier stattstndendcn größeren Jagden, zu welchen bereits jetzt umfassende Vorkehrungen getroffen werden, wird der Kaiser sich betheiligen.

Potsdam, 5. Juli. Heute Nachmittag brach in dem in der Nähe des Neuen Palais ge­legenen Dorfe Eiche eine Feuersbrunst aus, welche, da die meisten Einwohner außerhalb des Ortes mit Feldarbeiten beschäftigt waren, rasch um sich griff und 7 Gehöfte in Asche legte. Ein Kind wird vermißt. Der Kronprinz war unmittelbar nach Ausbruch des Feuers nach der Brandstätte geeilt und verblieb auf derselben rathend und helfend, bis das Feuer gelöscht war. Von den Communs war das Lehr-Jnsauterie-Lataillon nach Eiche ausgerückt und beteiligte sich an den Lösch- und Rettungsarbeiten.

Würzburg, 4. Juli. Einzelneergreifende Scenen, die sich nach der Katastrophe ereigneten, werden demF. K." berichtet: Zwei transportirte Kranke starben noch auf dem Corridor, wo sie vor­läufig uiedergesetzt wurden, und zwar zwei Frauen, eine ältere Landsrau und die junge hübsche Gattin eines Weinhändlers Fleischmann aus Marktbreit. Sie schien im Augenblick des Zusammenstoßes ihr Kind gestillt zu haben. Das Kind an der Mutter- brust blieb unverletzt und wurde hernach im Gar­ten des Hospitals herumgetragen, während man die Mutter bereits in der Leichenkammer niedergesetzt hatte. Ein Mann starb wenige Minuten nach der Operation, er hatte viele Brüche und innere Ver­letzungen. Zwei ober drei der Opertrten dürsten noch leicht den Folgen der Ope­ration resp, den Verletzungen erliegen. Aus einer Familie, die vom Landgut in der Nähe kam, um Würzburger Verwandte zu einer Geburts­tagsfeier zu besuchen, wurden vier Personen ver­wundet, Mann und Frau erlitten Leinbrüche und Kopsverletzungen, die Schwester des Mannes eben­falls einen Beinbruch, während die Tochter mit leichteren Contusionen davonkam. Ein )

ttal sei: er hatte sie mit dem Postzug erwartet. Sie sei todt, und man wolle es ihm verheimlichen. Man führte ihn in die Leichenkammer und deckte alle Leichen aus. Er jand seine Frau darunter nicht, aber ebenso wenia war er von ioinpi--8k^ >.^,t s_ wnn bpn glücklichen Opfern der Eisenbuhu-"" sich in ihren Folgen noch schrecklicher herausstellt, als in der ersten Stunde angenommen wurde, sind nunmehr bis zum zweiten Juli Mittags, 17 ge­storben. 28 Verletzte liegen im Julius-Spital zu Würzburg, von denen ungefähr 12 zu Bedenken Anlaß geben. Die Gesammtzahl der Betroffenen ist deshalb so schwer zu ermitteln, weil sie in ver­schiedenen Lokalen untergebracht sind.

Erfurt. In der hiesigen Kgl. Gewehr­fabrik sind innerhalb der letzten Tage noch über 900 Arbeiter eingestellt worden, so daß jetzt mehr als 2200 Mann mit der Herstellung der neuen Repe- ttrgewehre beschäftigt sind. Da die Arbeitszeit gegen früher um 3 Stunden vermehrt worden ist, so werden jetzt jeden Tag 400 Stück neue Gewehre ferttggestelll; wie hier, so auch in den Gewehr- sabriken von Spandau und Danzig, mithin in Preußen jeden Tag 1200 Stück!

Starnberg, 30. Juni. (Die Juwelen König Lubwig's II.) Am Freitag, den 25. Juni, war in Schloß Berg durch das Marschallamt, den Oberstaatsanwalt und den Oberamtsrichter Jehle die Jnventurausnahme. Dabei fanden sich nach der Donauztg." in den verschiedenen schubläden und Fächern eine erstaunliche Menge von Brillanten und anderen Edelsteinen, Ringen, Busennadeln, Uhren, Ketten und andere Pretiosen, welche einen sehr beträchtlichen Werth haben. Die Commission glaubt, daß sich in Linderhos, Schwanstein und den anderen Schlössern ebenfalls Stengen solch' werth- voller Gegenstände vorfinden werden.

Die Schulden der Stadt Berlin belaufen sich gegenwärtig nach Abzug der noch sest- Uegenden neuen 372 proc. 50 Millionen-Anleihe aus 157,500,000 Mark, wovon in diesem Jahre lL Millionen Mark zur Amortisation gelangen werden. Aus den Kopf der Bevölkerung Berlins entfällt eine Schuldenlast von 111112 Mark,

Während in Paris auf den Kopf 600 Mark und in Wien 170 Mark entfallen. Die Amortisation und Verzinsung dieser Schuldenlast werden voll­ständig durch dieUeberschüffederGas-, der Wasser­werke und des Viehhofes u. s. w. gedeckt.

Kaiserslautern, 4. Juli. Ein bedeu­tender Postdiebstahl wurde in Kaiserslautern in der Nacht zum 2. Juli durch Einbruch verübt. Der Dieb zerschnitt eine Fensterscheibe, entfernte die dahinter befindliche Querstange und gelangte so in das Innere, woselbst er eine in der Wand befestigte Kassette herausbrach. Die Kassette fand sich später im Stroh vor. Der Betrag der ge­raubten Summe soll sich nach derFrkf. Ztg." auf 1011000 Mark beziffern.

Lienz, 3. Juli. Markgraf Alfred Palla- vicini und der Legationssecretär der niederländischen Gesandtschaft, Crommelin, welche am 26. v. Mts. mit zwei Führern die Besteigung des Großglockners unternahmen, werden seitdem vermißt.

(Die öffentlichen Sicherheitsverhältnisse in Pari s.) Die Pariser Polizei veröffentlicht soeben einen Bericht über ihre Wirksamkeit im verflosse­nen Jahre. Wie hieraus ersichtlich wird, wurden im Jahre 1885 in Paris 41152 Personen von der Behörde verhastet. Darunter befanden sich 38307 Franzosen und 2845 Fremde verschiedener Staats­angehörigkeit. JmJahre 1884 wurden nur 39136 Personen wegen verschiedener Delikte verhaftet. Die Sicherheitsverhältnisse in Paris haben sich so­mit nicht unerheblich verschlimmert.

Paris. Eine unbekannte Frau bestieg dieser Tage einen der Thürme der Notre-Dame-Kirche und stürzte sich von der gewaltigen Höhe desselben herab. Der Körper der Unglücklichen fiel zerschmettert auf das Pflaster zu Füßen zweier Passanten, die vor Schreck fast ohnmächtig wurden. Bald umgab eine große Menge die Leiche, deren Gesicht bis zur Un­kenntlichkeit entstellt war. Die Polizei leitete Er­hebungen ein, um die Persönlichkeit der Selbst­mörderin festzustellen, die anständig gekleidet war. In ihren Taschen fand man eine goldene Uhr und einen Betrag von 30 Frank.

Starnberg, 4. Juli. Heute brächte uns jeder Eisenbahnzug massenhaft Gäste von München, die Schloß Berg und die Unglücksstätte besichtigten. Alles suchte die denkwürdige Bank am See, auf der der König und Gudden zuletzt saßen; sie war aber nicht mehr zu finden. Auf eingezogene Er­kundigung wurde uns mitgetheilt, daß diese Bank

entfernt werden mußte, weil sie ganz zerschnitten 1. .

wurde, da fast jeder Besucher sich ein Stückchen aefälliast Man! Holz davon abschnitt, stm es uls Reliquie aüfzu- "

bewahren. - x

(ExPl o^i/n einer Dynamitfabrik.)^Die MrfMH4*^wnuiifabri£ in New-Jcrsey, das größte x abliffement dieser Art 4« Amerika, ist am 2. xsuli durch eine Explosion vollständig zerstört worden. Es entzündeten sich die in den Magazinen befind­lichen Borräthe, beiläufig 2500 Pfund Dynamit, und mit furchtbarer Gewalt explodirte der Spreng­stoff. Die Fabrik ist vom Erdboden förmlich ver­schwunden. Zehn Arbeiter wurden getödtet. Die urden zerrissen und die einzelnen verletzten beträgt zwo^fi ' " ^Schwer selben Hoffnung vorhanden, ihn am Leben halten. Die Erschütterung war so hestig, daß auf zwanzig Meilen Entsernung Gebäude zitterten. Das Hauptgebäude der Fabrik, wie die Nebenge­bäude sind vollständig zerstört. Der Schaden ist sehr bedeutend.

Newyork, 29. Juni. In Vermont ist der tapfere General George I. Stannard gestorben. In der Schlacht bei GettySburg führte Stannard inmitten eines schrecklichen Feuers eine meisterhafte Flankenbewegung aus, die zur Gefangennahme einer dreimal so starken Anzahl von Rebellen- Truppen, als die Angreifenden hatten, führte und den Ausgang des Kampfes entschied. General Stannard verlor einen Arm beim Fort Harrison, wo er mit dem von feindlichen Kugeln zerschmetterten Arm noch eine halbe Stunde lang die Schlacht bis zum Siege leitete. Bei der Schlacht von Cold Harbour fielen 7 Stabsosficiere an seiner Seite.

Das Blumen-Essen, diese neueste Thor­heit unserer an Thorheiten aller Art so reichen Zeit, wird in Amerika immer mehr Mode. Das Neueste auf diesem neuen Gebiete sind candirte Veilchen, welche mit 6 Doll, das Pfund bezahlt werden. Auch candirte Rosenblätter sind stark be­gehrt. Junge Damen sind natürlich die Haupt- verehrerinnen dieser candirten Blumen und zahlen bis zu 10 Doll. das Pfund für dieselben. Diese Blumen kommen aus Frankreich, doch dürfte es bei stärkerer Nachfrage nicht lange dauern, bis auch in den Vereinigten Staaten derartiges Zuckerwerk hergestellt werden wird.

Ein schweres Eisenbahnunglück wird aus A u st r a l i e n gemeldet. Die Einwohnerschaft

sür die Stadt Hersfeld vom 1. bis 15. Juli 1886 nach der eigenen Angabe der Bäcker und sonstigen Brod- und Weckeverläuser.

halten in

von Hobarttown, der Hauptstadt von Tasmanien Lv r,. ~v.- -^ ..= .. .,

(einer australischen Insel) feierte am 30. Juni bie Hafer 100 Kilogr. 13 M. Pf- bis 14 M.

Eröffnung der neuen Wasserleitung und ging ein Extrazug mit den Ministern und sonstigen Hono- rationen nach dem Orte, wo die Einweihung der Hochquelle stattfinden sollte. Unweit von Hobarttown entgleiste der Zug und die Maschine sammt Tender kollerten über die Böschung des Eisenbahndammes herab. Der Locomotivführer und der Heizer blieben sofort todt, sehr viele Passagiere sind ver­letzt. Unter den Schwerverletzten befinden sich der Premier-Minister, der Justizminister und der Finanz­minister der Kolonie, sowie viele Stadträthe von Hobarttown.

(Aus derReisesaison:) Vetter Paul: Sie wollen also morgen nach Wiesbaden abreisen, liebenswürdige Cousine? Wie glücklich sich das trifft, Ich habe dasselbe Ziel. Lenchen: Welchen Zug wollen Sie denn benutzen, Vetter? Paul (nach einigem Zögern): Ich will es offen gestehen, den Zug des Herzens. Lenchen: Ist das auch ein zuverlässiger Zug? Paul: Er ist mir des Schick­sals Stimme! Lenchen: Sorgen Sie, daß er auch meines Vaters Stimme ist.

(Macht der Gewohnheit.) Patient. Ich bin so ersreut, daß Sie gekommen sind, Doktor; ich habe solche Schmerzen! Arzt. Was fehlt Ihnen? Patient. Kleine Hühneraugen martern mich schreck­lich. Arzt. Hühneraugen? Hm! (Nachdenklich.) Zeigen Sie mir 'mal die Zunge.

(S p r e ch st u n d e): Patient: Wann kann ich den Herrn Doktor am sichersten allein sprechen?" Haushälterin:Da kommen Sie nur in seine Sprech­stunde zwischen zwei und drei Uhr da ist er immer ganz allein!"

(Aus der Brauerei.)Sie haben mich rufen lassen, Herr Braumeister?"Ah, guten Morgen, lieber Herr Buchhalter. Ich habe gestern hundert Gulden verspielt; damit ich nun dieser Geschichte halber mit meiner Frau nicht erst lange streiten muß, so schmuggeln Sie den Betrag gütigst in das Pechkonto."

(Schlechte Beruhigung.) Vater:Ich hatte nicht geglaubt, daß das Studiren so viel Geld kosten würde!" Sohn:Ja, und dabei studire ich nicht einmal viel!"

(Zuvorkommend.)Wenn ich um zehn Uhr nicht zu Haus bin, liebe Frau, so brauchst du nicht aus mich zu warten!"Das hab' ich auch nicht imSinn: wenn du nicht um neun Uhr da bist, so werd' ich dich holen!"

Sagen Sie 'mal, mein Jutester, scheert man

hier noch Hunde? Ja wohl, bitte, nehmen Sie

Südnorddeutsche Berbindungs-Bahn Reichenberg-Pardubitz) 5 p Ct. Silber» Prioritäts-Obligationen von 1872. Die nächste Ziehung findet Ende Juli statt. Gegen den Coursverlust von ca. 3*/2 pCt. bei der Ausloosung übernimmt das Bankhaus C a r l N e u- burger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 6 Pf. pro 100 Gulden.

Schiffsnachrichten.

Bremen, 6. Juli. Der Postdampser Elbe, Capt. H. Richier, vom Norddeutschen Lloyo in Bremen, welcher am Bremen und am 27. Juni von Soulhamp- ute 7 Uhr Morgens wohlbe­

Preise der Da

Namen der Bäckermeister und Brodverkäufer.

Roggenbrod

Wasser­wecke 4 Pfg.

Grm.

Milch- brod "Pfg.

Grm.

chwarz 500 Grm. W

weiß 500 Grm. Pfg-

Baiih. Knauff

12

75

65

J. Heil Wittwe

H. Spangenberg Wittwe

10

11

70

60

und H. Sauer

9*/»

75

65

N. H. Hunstein

9*/».

12

70

60

U. H. Huth Wittwe

9 */*

11

80

60

Herm. Settier Wittwe

9'/-

70

60

H. H. Walpert

97*

85

65

Nicol. Huth Wittwe W. Reinhard und Cath.

9'/2

12

70

50

Wolfs

«7.

12

80

60

H. Wilhelm Hettler

»7«

1172

70

70

Wilh. Maufehund

97«

70

60

Carl Huth

91/2

80

70

Friedr. Heil

972

117*

70

60

Hartm. Huth

972

12

70

60

Adam Spangenberg

972

12

60

Daniel Göbel

97,

70

60

1886.

Braun.

Hersfeld am 2. Juli

Der Bürgermeister:

Weizen 100 Kilogr. 15 M. 78 Pf. bis 16M. 60 Pf. Roggen 100Kilogr. 14M. 15Pf.bls 14M. 50 Pf. Gerste M. Pfg. bis M. Pst