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Irrsfrlhcr Kreisbiatt.

Mit wöchentlicher Kratis-AeilageIllustrirtes Ztnterhaktungsötatt".

Nr. 79. Donnerstag den 8. Juli 1886.

3$^* Bestellungen auf dasKreisblatt" werden | häufig betrügerisch verfahren, indem sie ».1* rothn»^.^ Nan allen «aft^^l- welche sie Antheile verkaus-n, nicht besitzen,

noch fortwährend von allen Kaiserlichen Postanstal-

tcn, Landbriefträgern und von der Expedition ent- gegcngenounnen

Amtliches.

Hersfeld, den 3. Juli 1886.

Nach einer Mittheilung des ständischen Bau- amtes dahier wird seitens der Landgemeinden des hiesigen Kreises in diesem Jahre das Material zur Decklage wieder in solch großen Stücken zer­kleinert, daß das Bauamt Veranlassung nehmen muß, sein Aufsichtspersonal anzuweisen, dieses

Material von der Abnahme unter allen Umstän­den auszuschließen.

Die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises werden deshalb hierdurch angewiesen, dafür zu sorgen, daß das abzunehmende Material so zer­kleinert wird, damit dasselbe nach allen Seiten

hin durch einen Ring von 5 ein fallen kann. 7475. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Berlin, ben 8. Juli 1882.

Warn

.......or, ' deren Jnhaber-sich als «^

aiä Anthellloose, für Preise angeboten, welch - bie "im"'or terieplan bestimmten Preise sehr mrit i ' ~01' noch dadurch -rEnnr-mmL l l-/!1 ubersteigen und ferner selbst die Verkäufer derselben hohe Gewiiul-AWWMllL^

ausbedingen.

Die Antheilschune begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung aus Looseerneuerung und aus Gewinn­zahlung.

Vielfache gerichtliche Verurteilungen von Loosantheil- schetn-Verläufern haben Herausgestellt, daß solche Verkäuser

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Auf dem Kranmethof.

Eine Geschichte aus den Alpen. Von Robert Schw eichet.

(Fortsetzung)

Ich hätt es nimmer glauben mögen, daß der Seelige bei seinen Jahren noch so eifersüchtig sein könnte, sagte Gundl.

Hellrigel stieß einen dumpfen Laut der Befriedi­gung aus, während Gundl fortfuhr:

»Geschlagen hat er die Frau wohl nicht; aber Ihr kennet ja seine Art. Wann er dieLeut' durch die Zähne zieht, das ist immer, als wenn Einer mit der Peitsche einen Hieb über das Gesicht kriegt. Und sie, sie hat ihn immer nur so von obenher angeschaut, wisset Ihr, so als ob sie die Himmels­königin selber wäre. Gott verzeih' mir die Sünd'."

Nu, und V* fragte er mit stockendem Athem, als Gundl schwieg und sich die Lippen mit der Zunge netzte, und dabei scheu um sich blickte.

Nu, sein altes Gliederreißen hat ihn auch heuer wieder arg geplagt," flüsterte sie.Aber da er schon einmal von den gistigen Tropfen genommen hat, daß er beinahe nicht mehr aufgewacht ist, so mein' ich halt, wer das erfahren hat, der sieht sich ein andermal besser vor. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer."

Die Augen beider begegneten sich in einem langen Blicke.

Der Tuifelebauer wurde käsig weiß.

die Loose, auf i, oder auf wirk­

lich besessene Loose viel mehr Antheilscheine ausgeben, als

der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten Loosen machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direkt." und die gedruckte Unterschrift Königlich. Preuß. General-Lotterie-Direction" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie-Ein­nehmer" benennenden und ihr Geschäft alsLotterie-Ein­nahme" oderLotterie-Komtor" bezeichnenden Privat-Ver- käusern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie- Einnehmern andererseits aber machen wir daraus aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotte- rie-Einnahmen" oderKönigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche General-Lotterie-Direction.

Dammas Lilienthal.

Politische Nachrichten

(Deuts ch I a n d.) Se. Majestät der K

machte am Montag eine Ausfahrt LühuaVwurtS und wohnte Abends.der Vorstellung im Theater bei. Am Dienstagchrüh machte Allerhöchstderselbe eine Kurprornonaöe und geleitete um 8>< Uhr AmtwtfrnSen Großherzog und die Frau Groß- Herzogin von Mecklenburg-Schwerin zum Bahn­höfe. Später hörte Se. Majestät die Vorträge des Ober-Hofmarschalls Grafen v. Perponcher und des Generallieutenants von Albedyll.

Wie dieNorddeutsche A. Z." aus Antwerpen erfährt, hat der erste subve utionirte deutsche Postdampfer, dieOder", welche bereits Donners- ' iRuiiia^^g am Onoi Prantin lag, den 3.

ng seine

Weiterreise angetreten,

mußten mehrere Frachtaufträge sogar zürMWMTM- werden.

Die Gesammtsumme der auf Grund der lex

Wieder netzte sich Gundl die Lippen und sagte fast hastig:

Ich hab' nichts gesehen, ich kann nichts be­schwören! Wie sie mich geweckt hat in der Nach!, daß ich den Doktor sollte holen lassen, ist sie so weiß gewesen wie ihr Hemd und hat gezittert wie ein Blatt im Wind', so daß ich sie kaum habe verstehen können. Sie hat sich auch gar nicht mehr hinein getraut zu dem Sterbenden, sondern hat in der Stab' davor gesessen und mit weit offenen Augen vor sich hingestarrt, bis der Doktor gekommen ist. Die Angst hat ihr aus dem ganzen Gesicht geschaut. Und beten hat sie nachher mit uns auch nicht können, wie der Doktor gesagt hat, daß der Bauer todt ist. Nicht einmal aus die Kniee gefallen ist sie, dagestanden hat sie, als ob sie gerichtet wäre. Freilich, ich bin ja auch er­schrocken gewesen, und wir alle, aber nicht so wie sie. Und keine Ruh' hat sie mehr gehabt von Stund' an. In die Stub', wo der Bauer gestorben ist, hat sie keinen Fuß mehr gesetzt und hat auch nicht Abschied von der Leich' genommen, wie wir sie nachher ausgebahrt hatten. Als der Sarg auf den Hof gebracht ist, es war zwischen Licht und Dunkel, da hat sie aufgeschrieen und ist zurück ge­fahren, als ob sie einen Geist gesehen hätte. Die Jungenmagd hat eben das Geschirr von der Jause aus der Stube holen wollen; die hat es mir nach­her erzählt."

Und der Franz Oppenrieder?" fragte der Tuifelebauer, der bei ihrer Erzählung dunkelroth geworden war.

Huene zur Vertheilung gelangenden Mehr er­trüge aus den neuen landwirthschaftlichen Zöllen belauft sich, denBerl. Pol. Nachr." zufolge, auf wenig mehr als 4 000 000 Mark. In diesen Tagen dürften dieProbinzialregierungen mit den nöthigen Jnstructionen in betreff der an die Kreise zu über­weisenden Summen versehen werden.

Das Reichsversicherungsamt führt be­kanntlich nicht nur die Oberaufsicht über die Un- fallsgcnossenschasten, sondern ihm wohnen auch richterliche Funktionen bei. Für diese richterliche Thätigkeit, insbesondere also, wenn es sich um die Entscheidung vermögensrechtlicher Streitigkeiten bei Veränderung des Bestandes der Genossenschaften oder um Rekurse gegen die Entscheidung der Schiedst gerichte handelt, erfolgt die Beschlußfassung unter Zuziehung zweier richterlicher Beamten. Zum ersten Male wird das Reichsversicherungsamt am nächsten Freitag, den 9., seine richterliche Funktion wahr­nehmen.

Der Stapellauf des vom Norddeutschen Lloyd für die Linie Bremen-Hongkong erbauten ersten ^LLLltAubventiows-Dampfers findet am nächsten Sonnabend in Bredow bei Stettin in festlicher Weise statt.

Das Ministerium Lutz hat nach übereinstim­menden Münchener Nachrichten am Montag seine Entlassung eingereicht.

Als Senatspräsident des Reichsgerichtes an Stelle des verstorbenen Beyerle hat der Bundes­rath dem Kaiser den Reichsgerichtsrath Werner in Vorschlag gebracht.

Einen außerordentlich empfindlichen Schlag gegen den englischen Handel im Orient insbesondere ist durch die soeben erfolgte Aufhebung der Frei­hafenstellung von Batum am Südrande des ^ÄflJäenJDleereS geführt worden. Wie man I ®iberfpW^^^j^riiner Traktates im l rechtfertigen wird, blewTinffTÄ^^

Der ist nur ein einziges Mal oben gewesen," versetzte Gundl.Mit dem Schlitten ist er ge­kommen, der den Doktor nach Täufers zurückge­bracht hat. Keine Stund' ist er dageblieben. Die Thür nach der Küche stand ein Bißl offen und da hab' ich alles hören müssen. Er hat sie wohl umarmen wollen, da hat sie ganz ängstlich gerufen: Ich bitt' Dich um Gotteswillen, thu's nicht!" Nachher hat sie geweint und geschluchzt, daß mir ganz weh' um's Herz geworden ist. Darüber hab' ich nicht verstehen können, was er ihr zum Trost gesagt haben wird. Sie aber hat ihn immer nur gebeten, daß er fortgehen möchte. Das war zum ersten Male, daß sie geweint hat. Wie er dann gegangen ist, da hab' ich die Küchenthür ein ganz klein wen'g weiter aufgesperrt. Die Frau hat mitten in der Stnb' gestanden und hat wie ver­zweifelt die Hände gerungen. Das ist das böse Gewissen."

Das Wort zischte wie ein Tropfen, der auf ein heißes Eisen fällt. Aus Hellrigel's Düenen strahlte ein satanischer Triumph. Jetzt schien ihm Ceuzi völlig in seine Gewalt gegeben, und eine Weile hörte man nichts als seine raschen heißen Athemzüge.

O, Du blutiger Heiland, wer hätte der Frau so was zutrauen sollen?" fing Gundl wieder an. Aber ich hab'S dem Bauer vorausgesagt, dazu- malen, als er mir angezeigt hat, daß er heirathen würd'! Anstatt an das Hochzeitsbett sollt er an sein Sterbebett denken, hab' ich zu ihm gesagt, und jetzt ist er denn auch todt. Und ohne Beicht' und Abendmahl ist er gestorben. Ach, mein himm«